Neuer Glanz für alte Mauern
Posted by PM-Ersteller - 02/10/24 at 09:10:42 a.m.„Neues Schloss“ in Waldthurn mit modernen Putz- und Dämmsystemen von Maxit grunderneuert
Baudenkmäler zu sanieren gleicht oftmals einem Drahtseilakt: Einerseits gilt es, die vorhandene Substanz bestmöglich zu erhalten, andererseits den Ist-Zustand an aktuelle Standards anzunähern. Ein Sanierungsprojekt, das diesen Spagat trefflich meistert, kann im oberpfälzischen Waldthurn (Bayern) begutachtet werden. Hier wurde in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt das historische „Neue Schloss“ der Fürstenfamilie Lobkowitz mithilfe moderner Putz- und Dämmsysteme grunderneuert. Für die Rekonstruktion und energetische Ertüchtigung der Außenwände kam dabei die mineralische Spritzdämmung „maxit ecosphere“ zum Einsatz. Die Innenwände im Erdgeschoss wurden indes mit einem feuchtebeständigen Trasskalkputz in Stand gesetzt. Im Obergeschoss mit stark unebenen Flächen konnte der kalkbasierte Einlagenputz „maxit pluscalc 381“ erfolgreich verwendet werden. Das Ergebnis zeigt ein vorbildlich saniertes Objekt, welches Wert und Sinn der Denkmalpflege auf beste Weise demonstriert.
Schlösser und Burgen – generell Gebäude von historischer Bedeutung – üben einen großen Einfluss auf das Selbst- und Geschichtsverständnis einer Region aus. Dies gilt auch für das „Neue Schloss“, das im Jahr 1666 als Sommerresidenz im oberpfälzischen Waldthurn entstand. Beauftragt wurde der Bau seinerzeit von Auguste Sophia von Pfalz-Sulzbach, Ehefrau des böhmischen Fürsten Wenzel von Lobkowitz. Dieser hatte die aus 19 Ortsteilen mit insgesamt 2.000 Einwohnern bestehende „Herrschaft“ Waldthurn zehn Jahre zuvor von Kaiser Ferdinand III. erworben. Gelegen im gegenwärtigen Naturpark „Nördlicher Oberpfälzer Wald“ rund 17 Kilometer östlich von Weiden, war der Standort sicher auch damals als idyllisch und naturnah zu beschreiben. Laut der örtlichen Heimatforscher begann mit dem Bau des Schlosses für Waldthurn ein „goldenes Zeitalter“. In den nachfolgenden Jahrhunderten hat sich eine bewegte Geschichte in die massiven Mauern eingeschrieben, die auch von zahlreichen Nutzungs- und Eigentümerwechseln zeugt. So verkaufte Fürst Franz Josef Maximilian von Lobkowitz die Herrschaft im Jahr 1807 an das Königreich Bayern. Im Verlauf erlebte das Schloss verschiedene Nutzungsarten, unter anderem als Postexpeditionsdienst. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1865 wurde der vormals dreigeschossige Bau in vereinfachter Form wiedererrichtet. Zwischen den Jahren 1928 und 1964 diente er als Schwesternheim und Kindergarten.
Startschuss für Rundum-Erneuerung
Heute besteht das Schloss aus einer zweigeschossigen Dreiflügelanlage, deren Hauptflügel ein Walmdach und in der Mitte ein Rundbogentor besitzt. Dabei bildet die Hofmauer mit eingelassenem Rundbogentor im Westen den Abschluss des Ehrenhofes. Im Jahr 1977 realisierte der Neustädter Künstler Max Fischer vor dem Gebäude zudem den sogenannten „Lobkowitzbrunnen“ nach einem Entwurf des Dombaumeisters Richard Triebe. Reliefartige Löwenkopffragmente erinnern hier an das fürstliche Wappen der Familie Lobkowitz.
Genutzt wurde das Gebäude zuletzt von Kirche und Gemeinde als Pfarrheim und Trauzimmer, wobei der Sanierungsbedarf stark ins Auge fiel. Dieser konnte nun dank einer soliden Finanzierung im Rahmen der Städtebauförderung behoben werden, die aus EFRE-Programm (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und weiteren Mitteln der Europäischen Union, des Freistaates Bayern sowie des Bezirks bestand. Die Generalsanierung des Schlosses oblag dabei der kirchlichen Gemeinde, die energetische Sanierung dem Markt Waldthurn. Eingeschlossen war hier auch die Erneuerung des Gemeindehauses, das neben einer auf dem Dach integrierten Photovoltaikanlage eine neue Pellet-Heizanlage erhielt. Diese ersetzt neben der alten Ölheizung auch die Elektroheizung im Lobkowitz-Schloss. Hier wurden zur energetischen Optimierung neue Heizkörper, Türen und Fenster eingebaut. Ein Aufzug sowie ein barrierefreies WC sorgen für besseren Zugang und Komfort. Gemeinsam mit dem (nicht geförderten) Rathaus wurde so ein neues weltliches und kirchliches Zentrum geschaffen.
Kernsanierung eines Baudenkmals
Um das Schloss wieder instand zu setzen, musste es zunächst jedoch vollständig entkernt werden. Alle Arbeiten erfolgten dabei in enger Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege. Auch eine archäologische und bauforscherische Begleitung gehörte zum Prozess. Erst als nur noch die rohen Wände standen, begann die eigentliche Phase der Wiederherstellung. Dabei stellte die schlechte Bausubstanz eine große Herausforderung dar. Noch vor der Fassadensanierung waren Arbeiten am Dach und am massiv geschädigten Mauerwerk notwendig: An diesem kamen zunächst Tonnen von Rissinjektionsmörtel zum Einsatz. Um die Betriebskosten zu reduzieren und Schimmelbildung am nicht gedämmten Mischmauerwerk zu vermeiden, sollte die Fassade zudem mit einem Wärmeschutz ausgestattet werden. Das Fassadenbild galt es jedoch zu erhalten – ein auf den ersten Blick schwer zu meisternder Spagat. Nachdem technische und wirtschaftliche Berechnungen durchgeführt und sogar Musterflächen erstellt wurden, fiel die Wahl letztlich auf das spritzbare Dämmsystem „maxit ecosphere“. Schon mit einer Mindestdicke von drei bis vier Zentimetern konnte „maxit eco 72“ den Wärmeverlust über die Außenwand um die Hälfte reduzieren.
Denkmalsanierung mit Maxit-Service
Risse, zerklüftetes Mauerwerk, Feuchte- und Salzschäden: Das sind nur einige der Herausforderungen, mit der es Planer und Verarbeiter bei der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden zu tun haben. Die Maxit-Gruppe mit Hauptsitz in Azendorf (Oberfranken) unterhält als Spezialist neben einer Vielzahl von Bauprodukten auch eine hausinterne Einheit, die Fachleute bei der Sanierung von Baudenkmälern mit ihren speziellen Erfordernissen unterstützt. Erreichbar sind die Maxit-Experten per Telefon (09 220 – 18 0) oder E-Mail (bausanierung@maxit.de).
Das stark zerklüftete Mauerwerk erhielt zunächst aufgrund von Altputzresten eine Haftbrücke aus „maxit eco 70“, die als Grundlage für die eigentlichen Putzarbeiten diente. Benötigt wurde im Anschluss ein schwindarmer Putz, der stark wechselnde Putzbrücken rissfrei überbrücken kann. Hier kam die Ecosphere-Version „maxit eco 72“ aus dem Silo zum Einsatz, die innerhalb eines Tages in den geforderten Schichtdicken von drei bis sechs Zentimetern auf die Außenwände aufgebracht werden konnte. Mit dieser Methode ließ sich die gesamte Fläche von rund 800 Quadratmetern in weniger als zwei Wochen mit der Spritzdämmung versehen. Dabei galt es auf Putzprofile zu verzichten, um das historische Erscheinungsbild nicht zu verändern. Ecken sowie Tür- und Fensterlaibungen wurden jedoch mit Holzlatten verkleidet, um diese später nachzuverputzen. Die Putzflächen weisen bewusst leichte Unebenheiten auf, sodass der historische Charme und individuelle Charakter des Objektes erhalten bleibt.
Das vor Ort eingesetzte Dämmsystem „maxit ecosphere“ hat im Jahr 2019 eine neue Baustofftechnologie in Europa begründet, die Glas und Mörtel zusammenführt. Dabei sorgen mikroskopisch kleine Vakuum-Hohlglaskugeln als Leichtzuschlagstoff für hohen Wärmeschutz. So liegt der Wärmeleitwert der Trockenmasse bei lediglich 0,04 W/(mK), was energetische Ziele beim Sanieren unterstützt. Zugleich wird das Gewicht reduziert und eine hohe Langzeitstabilität erreicht. Die Konsistenz der mineralischen Spritzdämmung bei der Verarbeitung ist dabei vergleichbar mit Rasierschaum. Wegweisend ist aber vor allem die Möglichkeit, die Dämmung direkt aus dem Silo schnell und fugenlos auf Oberflächen aufzubringen. Aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften und Verarbeitungsweise wurde die Maxit-Dämmlösung „Ecosphere“ im Jahr 2020 für den Deutschen Zukunftspreis nominiert und gewann 2021 auch den „Architects‘ Darling Award“.
Bei der Schlosssanierung in Waldthurn erhielt die Spritzdämmung „maxit ecosphere“ nach der Grundierung noch eine obligatorische Gewebespachtelung. Auf diese konnte anschließend der mineralische Edelputz „maxit ip artista“ in altdeutscher gescheibter Putzweise aufgebracht werden. Als diffusionsoffener, spannungsarmer Oberputz lässt dieser eine hochwertige und individuelle Fassadengestaltung zu. Das Finish bildet die tuchmatt trocknende „maxit Solarfarbe“, die auf Silikonharz mit mineralischer Grundstruktur basiert und ebenfalls einen hohen Anteil an mikrofeinen Hohlglaskugeln enthält. Dieser erzeugt einen Isoliereffekt, der die Wärmedurchleitung verlangsamt und eine gleichmäßige Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilung auf der Fassade bewirkt. So bleibt die gesamte Fläche länger trocken und ist optimal vor Algen- und Pilzbefall geschützt.
Mehr Schutz dank Putz
Die Innensanierung war nicht weniger herausfordernd – im Gegenteil: Auf die Verwendung moderner Bauprodukte sollte grundsätzlich verzichtet werden, sodass die notwendigen Putzträger für nicht putzfähige Untergründe aus Schilfrohr bestanden. Auch musste die Auflage der Denkmalpflege eingehalten werden, kalkgebundene Putze zu verwenden und Altputz möglichst zu erhalten. Jedoch war das Mauerwerk vor allem im Erdgeschoss aufgrund der fehlenden Abdichtung sehr feucht. Analysen von Mauerwerksproben durch die Maxit-Gruppe bestätigten jedoch erfreulicherweise nur geringe Mengen an schädlichen Salzen. So entschied die Bauleitung, anstatt eines Sanierputzes einen Kalkputz mit der Zugabe von Trass zu verwenden. Diese sorgt für eine bessere Feuchtigkeitsbeständigkeit von Kalkmörteln und reduziert deren Neigung „auszublühen“, also weiße oder graue Beläge auf der Putzoberfläche zu bilden. Ein Nachteil von Kalkputzen besteht jedoch in den längeren Standzeiten von ein bis zwei Tagen pro Millimeter Putzdicke. So erwies sich die Bauzeitplanung als enorm anspruchsvoll, denn das zerklüftete Mauerwerk erforderte Putzdicken von vier bis sechs Zentimetern, was längere Trocknungsphasen nach sich zog.
Im ersten Schritt wurde der mürbe Mauermörtel großflächig etwa zwei bis drei Zentimeter tief ausgekratzt und durch den Trasskalkmauermörtel „maxit mur 956“ ersetzt. Auf die Restaurierung von historischem Mauerwerk spezialisiert, wirkt sich der spannungsarme Mörtel auch positiv auf die Statik des Mauerwerks aus. Größere Ausbrüche von Mauerstücken konnten mit seiner Hilfe wieder eingesetzt werden. Die erste Unterputzlage folgte nach Abtrocknen des Trass-Zement-Vorspritzmörtels „maxit ip 393“ mit dem Kalk-Trass-Unterputz „maxit ip 392“ in grober Krönung, um das Schwindmaß gering zu halten. Der eigentliche Unterputz „maxit ip 390“ als Kalk-Trassputz ließ sich in einer Dicke von 20 Millimetern auftragen. In Räumen mit hohen optischen Ansprüchen oder bei Anschluss an den Bestandsputz wurde der Kalk-Dünnschichtputz „maxit ip 315 purcalc“ dünn aufgezogen und abgefilzt. Einlagig und in wechselnden Dicken kam in den oberen trockenen Räumen überwiegend der umweltgerechte „maxit 381 pluscalc“ als Innenputz zum Einsatz. Dieser verknüpft die Eigenschaften des Kalkes in der Feuchteaufnahme und -verteilung mit der schwindungsarmen Abbindung eines Hybridbindemittels. Er besteht aus fraktionierten Sanden und einem CO2-reduzierten Spezialbindemittel (Dreistoffsystem), das in Zusammenarbeit mit der Bauhaus Universität Weimar entwickelt und vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wurde. Neben seiner Umweltfreundlichkeit punktet dieses Material auch in wirtschaftlicher Hinsicht durch die Fähigkeit, große und unebene Mauerwerksflächen schnell einlagig und risssicher verputzen zu können.
Seit Abschluss der Sanierung im Frühjahr 2023 zeigt sich das Neue Schloss in Waldthurn wieder in altem Glanz. „Unser Sanierungskonzept ist aufgegangen“, freut sich der ortsansässige Architekt Rudolf Meißner. Auswärtigen Besuchern präsentiert sich das Baudenkmal als echte Sehenswürdigkeit. Zudem nutzen Kirche und Gemeinde das schmucke Kleinod beiderseits für Veranstaltungen und wissen neben dem würdigen Ambiente auch die moderaten Heizkosten wohlwollend zu schätzen.
Bautafel
Projekt: Denkmalgerechte Sanierung des historischen „Neuen Schlosses“ der Fürstenfamilie Lobkowitz
Objektadresse: Vohenstraußer Str. 14, 92727 Waldthurn
Bauherr: Markt Waldthurn
Eigentümer: Katholische Kirchenstiftung Waldthurn
Architekt: Dipl.-Ing. Rudolf Meissner, Rosengasse 7, 92727 Waldthurn, Bauleitung durch Dipl-Ing-Arch Petra Reil
Gesamtkosten: 1.695.000 Euro
Zuschuss Städtebauförderung: 1.187.400 Euro
CO2-Einsparung: ca. 86 Prozent (? 140 t/a)
Bauprodukte Fassadensanierung: Spritzdämmung „maxit eco 72“ (7 Tonnen bzw. ~ 50.000 Liter), Haftbrücke „maxit eco 70“, Armierungsspachtel „maxit eco 73“, Spezialgrundierung „maxit prim eco 1170“, Edelputz „maxit ip artista“ sowie „maxit Solarfarbe“
Fläche: ca. 800 Quadratmeter
Verarbeiter: Gallitzendörfer Innenausbau und Fassade GmbH, Pleystein
Zeitraum: 2022
Bauprodukte Innensanierung: Trasskalkmörtel „maxit mur 956“, Kalk-Trassputz „maxit ip 390“, Kalk-Trass-Unterputz „maxit ip 392“, Trass-Zement-Vorspritzmörtel „maxit ip 393“, Kalk-Dünnschichtputz „maxit ip 315 purcalc“, Innenputz „maxit ip 381 pluscalc“, Silikatgrundierung „maxit prim 3020“, Silikatfarbe „maxit kreasil 5020“
Fläche: ca. 1.200 Quadratmeter
Verarbeiter: Josef Reger Bau GmbH, Vohenstrauß
Zeitraum: 2022
Fertigstellung: Frühjahr 2023
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Negativzinsen und Inflation schmälern rapide das Vermögen
Posted by PM-Ersteller - 28/09/21 at 09:09:47 a.m.Geldvermögen erreicht Höchststand +++ Kaufkraftverlust steuert auf fünf Prozent zu +++ Investitionen in Immobilien bieten unverändert gute Renditen ++++ Betongold schützt das Vermögen +++
Ein Kommentar von Theodor J. Tantzen
Das Geldvermögen der Deutschen steuert auch in diesem Jahr auf ein neues Rekordhoch zu. Selbst nach eineinhalb Jahren mit einer wirtschaftlich herausfordernden Pandemie ist das Wachstum des privaten Vermögens offenbar nicht zu bremsen. Zur Jahresmitte hat die Deutsche Bundesbank die gigantische Summe von sieben Billionen Euro ermittelt.
Damit lag das private Geldvermögen der Deutschen rund 192 Milliarden höher als sechs Monate zuvor. Die Notenbank berücksichtigt Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Immobilienwerte sind nicht enthalten. Ein neuer Rekord stünde sonst sicher an.
Hohe Kursgewinne an Börsen – Europaweite Spar-Spitzenreiter
Zweifellos ist diese im Grunde erfreuliche pekuniäre Entwicklung insbesondere den hohen Kursgewinnen an den Börsen in diesem Jahr zu verdanken. Und: Niemals zuvor haben so viele Deutsche wie derzeit ihr Geld an die Börsen gebracht. Mit 12,35 Millionen Deutschen stieg die Zahl der Aktionäre auf den höchsten Stand seit gut 20 Jahren, bilanziert das Deutsche Aktieninstitut. Darüber hinaus sind die Deutschen Spar-Spitzenreiter, und das nun zum achten Mal, wie Berechnungen der ING Deutschland und Barkow Consulting zeigen. Rund 390 Milliarden Euro wurden zurückgelegt, 45 Prozent mehr als 2019.
Negativzinsen nagen am Vermögen
Die Freude der Sparer sollte allerdings nicht zu groß werden. Realität ist: Immer mehr Banken bestrafen Sparer mit Negativzinsen. Manche schon ab einer Grenze von 25.000 Euro. Wer zum Beispiel stolze 400.000 Euro angespart hat, verliert Jahr für Jahr gut 0,5 Prozent, immerhin 1.875 Euro im laufenden Jahr. In zehn Jahren liegen dann nur noch etwa 381.666 Euro auf der hohen Kante. Ein Verlust von rund 20.000 Euro. Wer mag schon sein Bargeld vorsorglich auf bis zu 16 Banken verteilen, um vor herben Verlusten gefeit zu sein? Konservativen Sparern droht ein erschreckender Verlust. Doch das ist längst noch nicht die größte Bedrohung des privaten Vermögens.
Kaufkraftverlust steuert auf fünf Prozent zu
Schon lange wurde mit einer Inflation gerechnet. Der Wertverlust unseres Geldes stieg unlängst auf rund vier Prozent. Höchste Banker sehen sogar fünf Prozent Inflationsrate noch gelassen. Es ist kaum zu bemerken, aber die Kaufkraft unseres sorgsam zurückgelegten Geldes sinkt, scheinbar lautlos und dennoch unbarmherzig. Aktuell so stark wie seit Jahrzehnten schon nicht mehr. Vier Prozent Inflationsrate – so werden aus 400.000 Euro in zehn Jahren rund 266.000 Euro. Da wird guter Rat teuer.
Wie können deutsche Sparer ihr Vermögen aber nun noch schützen? Im ersten Quartal kauften die Deutschen über 90 Tonnen Gold. Rekordverdächtig. Gold ist eine bewährte Krisenwährung. Aber vorsichtige Sparer meiden die Anlage ihres Geldes in Gold – wegen möglicher starker Schwankungen.
Sollten die Sparer bei Höchstpreisen an der Börse einsteigen? Zu spät. Bundesanleihen? In zehn Jahren ist gerade mal ein Plus von 0,007 Prozent drin. Blicken wir besser nicht auf die an Kapitalmärkten noch zu erzielenden Renditen.
Investitionen in Immobilien bieten unverändert gute Renditen
Der Rat an konservative Sparer ist einfach: Wer Börsen und Bankkonten scheut, wem die Investition in Gold zu unsicher ist, dem bleibt eigentlich nur Betongold. Stecken Sie Ihr über Jahre angespartes Geld in eine eigene Immobilie. Selbst, wenn Sie nur die Hälfte Ihres Geldes in ein Haus oder eine Wohnung investieren und den nötigen Restbetrag mit unverändert zinsgünstigen Darlehen finanzieren, werden Sie in zehn Jahren eine unvergleichlich höhere Rendite als in anderen Bereichen erzielen können. Bauen ermöglicht unverändert eine der besten privaten Vermögensbildung.
Der Immobilienboom ist ungebrochen
Bedenkenträger gibt es immer. Ja, die Immobilienpreise sind hierzulande so hoch wie nie. Ja, sie werden weiter ansteigen, denn die Nachfrage nach Wohnraum ist unverändert viel größer als das vorhandene Angebot. Und das Angebot an Wohnungen wächst längst nicht in einem Tempo, welches die Spirale der ansteigenden Immobilienpreise beenden könnte.
Fakt ist: Der Immobilienboom ist ungebrochen. Unterbrochene Lieferketten und der akute Mangel an vielen Baumaterialien sind neue Hürden – der Erwerb einer Immobilie ist zweifellos schwieriger geworden, aber er ist und bleibt möglich. Abseits der besonders gefragten Metropollagen ist der Traum vom Eigenheim sicherlich leichter zu realisieren.
Die Investition in Immobilien bietet in einer Zeit der Negativzinsen und hoher Inflation mehr als nur den Werterhalt des gesparten Geldes. Haus- und Wohnungsbesitzer profitieren von der Entwicklung. Auch, wenn die Bundesbanker die Immobilienwerte in ihrer Vermögensbilanz der deutschen Sparer nicht berücksichtigen: Die steigenden Immobilienpreise versprechen den Sparern mit Weitsicht die Lukrativität der Investition in Betongold. So können auch in Zukunft – geradezu beispiellos – erfreuliche Vermögenszuwächse erzielt werden.
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Wohnungspolitik – der laute Ruf nach dem Staat
Posted by PM-Ersteller - 17/06/21 at 09:06:07 a.m.Bieten die Grünen die Lösung der Wohnungsmisere? +++ Favorisierte Holzbaustrategie würde Häuserpreise noch höher treiben +++ Kein überzeugendes Konzept zur Steigerung des Wohnungsbaus
Ein Kommentar von Theodor J. Tantzen
Köln/Bonn, 14.06.2021. Das Thema Wohnen ist medial in aller Munde. Kaum ein Tag, an dem nicht über Immobilien berichtet wird. Aktuell über die anvisierte Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia – es entsteht die größte Immobiliengesellschaft in Europa. Zeitgleich zu dieser Ankündigung gingen in Berlin Tausende auf die Straße, um gegen den „Mietenwahnsinn“ zu demonstrieren. Wie schon Mitte April, als der Berliner Mietendeckel vom Bundesverfassungsgericht für rechtswidrig erklärt wurde. Empörte Bürger fordern die Politik heraus: Enteignungen von Wohnkonzernen wird verlangt. Ist denn unsere soziale Marktwirtschaft für den Mangel an Wohnraum verantwortlich?
Wohnen – die neue soziale Frage?
Wohnen wird immer stärker zur neuen sozialen Frage stilisiert. Die Ursachen der Wohnmisere werden dabei kaum hinterfragt. Auch nicht, warum die ambitionierten Ziele des Berliner Mietengipfels aus dem Oktober 2020 noch nicht mal annährend erreicht werden. Fakt ist, der Neubau von Wohnungen bleibt für breite Schichten der Bevölkerung hinter den Notwendigkeiten zurück.
Wohnungsmangel treibt unverändert die Preise
Trotz Niedrigzinsen mangelt es weiter an Baugrundstücken, schnelleren Planungsabläufen und zusehends an Investoren. Solange – vor allem in Großstädten – viel zu wenige Wohnungen entstehen, die Nachfrage nach Wohnraum aber unverändert groß ist, passen sich die Preise auf allen Ebenen den Realitäten des Marktgeschehens an.
Steigende Materialkosten sind zusätzliche Preistreiber
Nicht nur die Grundstückspreise steigen, sondern auch die Kosten für Handwerker und Baumaterial, was zurzeit beim Bauholz zu beobachten ist. Lieferengpässe sind kombiniert mit Preissteigerungen. Aber auch die Knappheit bei Dämmstoffen sowie mehrfache Preissprünge in kurzer Zeit beim Material für das Sanitär- und Elektro-Handwerk zeigen, dass manche Märkte schlicht aus den Fugen geraten. Was würden da Verbote von Klimaschützern und Enteignungswünsche empörter Bürger wohl bewirken?
Letztlich hat das Marktgeschehen in der Summe Einfluss auf die Endpreise für fertige Häuser und am Ende natürlich auf Mieten, die die Eigentümer zur Refinanzierung ihrer Investitionen benötigen. Seit Gründung der Bundesrepublik bestimmen Angebot und Nachfrage unsere gesamte Wirtschaft. Nur in der Planwirtschaft der DDR war das anders.
Es ist kaum zu erwarten, dass beim Wohnungsbau durch neue Verbote und gar Enteignungen endlich das gelingen könnte, was dringlich notwendig ist. Selbst die mutigsten Investoren dürften vielmehr so in die Flucht geschlagen werden.
Bieten die Grünen die erhoffte Lösung der Wohnungsmisere?
Dabei gibt es Wege aus der Wohnungsmisere. Hier ist die Politik gefragt. In vier Monaten dürfen die Bürger entscheiden – es ist wieder Bundestagswahl. Bis dahin bleibt es Spekulation, wohin unsere Republik steuern wird. Dass die Wohnungsbaupolitik der CDU/CSU und SPD bisher nicht erfolgreich genug ist, dürfte allseits bekannt sein. Was bieten aber die Grünen, die seit der Kür ihrer Spitzenkandidatin einen Höhenflug in den Wählerumfragen erleben und daraus bereits ihren Anspruch auf das Kanzleramt begründet haben? Was ist nun wirklich drin im 137-seitigen Wahlprogramm der Grünen – „Deutschland. Alles ist drin.“?
Kein überzeugendes Konzept zur Steigerung des Wohnungsbaus
Zur Ernüchterung: Es findet sich kein konkretes Konzept zur Steigerung des Wohnungsbaus. Wie so oft liest sich auch dieses Wahlprogramm wie ein Beipackzettel ohne Nebenwirkung. Neben einem neuen sozialen Grundrecht auf Wohnen dominiert zunächst vor allem der Klimaschutz die gerade mal vier Seiten zum Thema Wohnen. Man muss sich ernsthaft fragen, ob 2021 nur noch das Klima der neue Souverän ist, nicht mehr die Bürger, die mit ihren Interessen zur Wahlurne schreiten.
Favorisierte Holzbaustrategie würde Häuserpreise noch höher treiben
Die Klimaziele seien nur mit einer „ressourcenschonenden Bauwende, mit nachhaltigem Bauen zu erreichen“, von einer „Holzbaustrategie“ ist die Rede. Da sind die Grünen, die sich ansonsten noch gerne über explodierende Kaufpreise und Mieten beklagen, wahrlich auf dem Holzweg: Denn dass gerade die Preise für das die Nachhaltigkeit garantierende Holz explodieren, wird erst gar nicht zur Kenntnis genommen.
Bundesgesetz soll Mietendeckel schaffen – nur noch maximal 2,5 Prozent Steigerung
Ansonsten soll es in der Wohnungspolitik bei den Grünen der Staat richten: Faire und bezahlbare Mieten (Mietobergrenze) soll nach dem Scheitern in Berlin nun ein Bundesgesetz regeln. Maximal 2,5 Prozent Mieterhöhung im Jahr sieht die grüne Planwirtschaft noch vor. Was darüber liegt, wird als Spekulation gekennzeichnet, die man aus dem Wohnungsmarkt vertreiben möchte. Das wird Investoren so richtig beglücken.
Grüne wollen Kosten auf Eigentümer abladen
Abgesenkte Modernisierungsumlagen und energetische Sanierungen sollen künftig „warmmietenneutral“ sein. Klar ist, wer Investitionen bezahlen soll. Umwandlungsverbote, Milieuschutz und kommunale Vorkaufsrechte, das versteht sich von selbst als grüne Politik. Motto: „Starke Mieter*innen, faire Mieten“. So sieht dann wohl grüne Klientelpolitik aus. Wer sollte da noch Nein sagen?
Bleibt die Frage, wie sollen die dringend benötigten neuen Wohnungen tatsächlich entstehen? Dem Wahlprogramm lässt sich zumindest eine erstaunliche grüne Erkenntnis entlocken: „Boden unterscheidet sich von anderen Gütern, weil er prinzipiell nicht vermehrbar ist.“
Wie soll die „strategische Bodenpolitik“ konkret aussehen?
Und wieder rufen die Grünen nach dem Staat: „Bei Fehlentwicklungen ergibt sich eine besondere Verpflichtung staatlich einzugreifen.“ Die öffentliche Hand soll eine „strategische“ Bodenpolitik betreiben. Im grünen Wahlprogramm bleibt es sprachlich im Ungefähren. „Operation Samtpfote“ wurde unlängst trefflich getitelt. Über dem Inhalt steht das Ziel: Kanzleramt. Von der heftigen Debatte um das Verbot von Eigenheimen oder den Enteignungsgedanken grüner Spitzenpolitiker findet sich nicht ein Wort auf den 137 Seiten. Nebelkerzen? Die grüne Basis hat vorsorglich deshalb die Spitzenkandidatin bereits öffentlich vehement gerügt.
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben soll gemeinwohlorientierter Fonds werden
Nur eins wird doch noch konkret ausformuliert: Der Bund soll seine eigenen Immobilien nicht länger meistbietend verkaufen dürfen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wollen die Grünen zu einem gemeinnützigen Bodenfonds umwandeln, dessen Einnahmen zum Kauf von neuen Flächen verwendet werden soll. Diese dürfen dann nur noch an gemeinwohlorientierte Träger verkauft werden.
Bekannte Versprechen: eine Million neue gemeinnützige Wohnungen in Städten
So viel zum grünen „Umbau“ im Bereich des Wohnens. Immerhin eine Million neue gemeinnützige Wohnungen werden den Wählerinnen und Wählern in den nächsten Jahren in den Städten versprochen. Kommt einem das Versprechen nicht vom Berliner Wohngipfel bekannt vor? Macht politischer Farbenwechsel Sinn?
In der grünen Welt lebt es sich offenbar recht komfortabel, letztlich, weil man irrtümlich glaubt, dass es beim Wohnungsbau auch ohne private Investoren gehen soll und der Staat als eine nie versiegende Geldquelle verstanden wird. Marktwirtschaftliche Anreize für eine bessere Wohnungspolitik finden sich leider nicht, aber dafür viel zu viele regulatorische Eingriffe.
Sinnvoller wären Anreize zur Steigerung der Eigentumsquote
Hätten wir mehr Experten aus der Wirtschaft in der verantwortlichen Politik, könnten schneller und effektiver tragbare Konzepte zur Lösung der Wohnmisere vorliegen. Wünschenswert wäre zudem, wenn die regierenden Parteien endlich konkrete Anreize schaffen würden, dass auch die Bürgerinnen und Bürger mit mittlerem Einkommen Eigentum erwerben könnten. Deutschland braucht eine höhere Eigentumsquote.
Wer den Sprung ins Eigenheim oder in die Eigentumswohnung schafft, der muss sich keine Sorgen vor steigenden Mieten mehr machen. Jeder neue Eigentümer stellt mit seinem Umzug außerdem wieder eine Mietwohnung für den Markt bereit. Mehr Eigentümer würden letztlich zudem bedeuten, dass weniger Bürger im Alter zu hohe Anteile ihrer Rente für das Wohnen ausgeben müssen. Eigentum dient der Vermögensbildung.
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