Telefonvertrieb auslagern: Was Unternehmen rechtlich und organisatorisch beachten müssen

Werbeanrufe brauchen Einwilligung und Nachweis. Was das UWG für ausgelagerten Telefonvertrieb bedeutet und worauf Sie bei der Partnerwahl achten sollten.

BildDresden. Trotz aller digitalen Kanäle bleibt das Telefongespräch der Vertriebsweg mit der höchsten Abschlussquote je Kontakt. Gleichzeitig ist es der am strengsten regulierte. Unternehmen, die Neukundengewinnung, Bestandskundenentwicklung oder Rückgewinnung an einen Dienstleister übertragen, entscheiden damit nicht nur über Kosten, sondern über ihr eigenes Haftungsrisiko. Denn der Auftraggeber bleibt für die Rechtmäßigkeit der Anrufe verantwortlich, unabhängig davon, wer den Hörer in die Hand nimmt.

Ausdrückliche Einwilligung bei Verbrauchern
Werbeanrufe bei Verbrauchern sind nach § 7 Absatz 2 Nummer 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb nur zulässig, wenn zuvor eine ausdrückliche Einwilligung vorliegt. Fehlt sie, gilt der Anruf ausnahmslos als unzumutbare Belästigung und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Bundesnetzagentur kann Verstöße nach § 20 UWG mit einem Bußgeld von bis zu 300.000 Euro belegen.
Im Geschäftskundenbereich ist die Schwelle niedriger: Hier genügt eine mutmaßliche Einwilligung, die sich etwa aus einem sachlichen Zusammenhang zwischen dem angebotenen Produkt und der Tätigkeit des angerufenen Unternehmens ergeben kann. Pauschale Kaltakquise auf gekauften Adresslisten ist damit jedoch nicht gedeckt.

Die Dokumentationspflicht wird regelmäßig unterschätzt
Seit dem 1. Oktober 2021 gilt zusätzlich § 7a UWG, eingeführt durch das Gesetz für faire Verbraucherverträge. Danach müssen Unternehmen die Einwilligung in Telefonwerbung in angemessener Form dokumentieren und den Nachweis fünf Jahre aufbewahren. Die Frist beginnt nach jeder Verwendung der Einwilligung neu. Auf Verlangen der Bundesnetzagentur ist der Nachweis unverzüglich vorzulegen. Verstöße gegen diese Dokumentations- und Aufbewahrungspflicht können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Für die Auslagerung folgt daraus eine klare Anforderung: Der Dienstleister muss nicht nur telefonieren können, sondern jeden Anruf einer dokumentierten Einwilligung zuordnen und diese Zuordnung jederzeit ausgeben können. In Ausschreibungen ist das eine prüfbare Frage, keine Vertrauensfrage.

Inbound Sales ist der unterschätzte Hebel
Wegen dieser Hürden lohnt ein zweiter Blick auf die andere Vertriebsrichtung. Bei einem Inbound-Kontakt ruft der Kunde von sich aus an. Die Einwilligungsfrage stellt sich in dieser Konstellation nicht in gleicher Weise, und die Gesprächsbereitschaft ist ungleich höher als im Outbound. Trotzdem behandeln viele Unternehmen eingehende Anrufe rein als Servicevorgang und lassen Beratungs- und Ergänzungspotenzial ungenutzt.
gevekom führt Sales als eigenständigen Leistungsbereich mit Inbound- und Outbound-Telefonie sowie Account Management und betreut nach eigenen Angaben unter anderem Auftraggeber aus dem Versandhandel, dem Homeshopping, dem Verlagswesen und dem Bereich der Energieversorger. Entscheidend ist dabei weniger das Skript als die Qualifikation der Mitarbeitenden: Ein Ergänzungsangebot wirkt nur, wenn es zum konkreten Anliegen passt, und es schadet, wenn es aufgesetzt wirkt.

Fünf Kriterien, die einen Vertriebspartner vom Callcenter unterscheiden
Wer den Telefonvertrieb auslagern möchte, sollte Anbieter entlang dieser Punkte prüfen:
1. Einwilligungsmanagement: Wie werden Einwilligungen dokumentiert, geprüft und Widerrufe verarbeitet, und wie schnell ist ein Nachweis abrufbar?
2. Qualitätssicherung: Werden Gespräche in Stichproben bewertet oder vollständig ausgewertet? Automatisierte Gesprächsanalysen erfassen inzwischen jeden Anruf statt einzelner Mitschnitte.
3. Erfahrung der Teams: Vertrieb ist erklärungsintensiver als Service. Hohe Fluktuation kostet hier unmittelbar Abschlüsse, weil Produktwissen und Einwandbehandlung erst über Monate entstehen.
4. Branchenkenntnis: Liegen Referenzen aus der eigenen Branche vor, und kennen die Mitarbeitenden Tarif-, Preis- und Vertragslogik des Marktes?
5. Vergütungsmodell: Wird nach Kontakten, nach Zeit oder erfolgsabhängig abgerechnet, und welche Anreize setzt dieses Modell für die Gesprächsführung?

Vertrieb und Service gehören auf eine Datenbasis
Ein letzter Punkt betrifft die Organisation. Werden Service und Vertrieb an unterschiedliche Dienstleister vergeben, entstehen zwei getrennte Sichten auf denselben Kunden. Ein Anruf zur Reklamation und ein Anruf zur Vertragsverlängerung treffen dann auf Mitarbeitende, die nichts voneinander wissen. Anbieter, die beide Bereiche abdecken, vermeiden diesen Bruch und können Anliegen im laufenden Gespräch in die passende Richtung lenken.
Für Unternehmen bedeutet das: Die Auswahl eines Telefonvertriebspartners ist keine Einkaufsentscheidung über Minutenpreise, sondern eine Entscheidung über Rechtssicherheit, Datenqualität, die Frage, wie viel Kundenwissen im eigenen Haus bleibt, und ob noch zusätzlicher Umsatz generiert werden kann.

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Der Contact-Center-Dienstleister gevekom wurde 2006 gegründet. Heute gehört er zu den Top Ten Callcentern in Deutschland (Quelle: Top Multichannel Contactcenter Ranking 2026, HighText Verlag). Seit vielen Jahren wird gevekom regelmäßig für seinen Fokus auf die Mitarbeitenden und als familienfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet. Credo: Your better place to work – „Wir glauben daran, dass glückliche Mitarbeitende den besten Job machen“. Jahresumsatz der gevekom-Gruppe 2025, inklusive hey contact heroes: 81,43 Mio. Euro (Vorjahr: 80,32 Mio. Euro); Mitarbeiter 01/2026: 2.500 (+/- 0 %), Seats gesamt: 2.700. gevekom bietet Kundenservice in 30 Sprachen; Standorte in Berlin, Dresden, Leipzig, Frankfurt/Main, Neubrandenburg, Chemnitz, Serbien (Belgrad), Spanien (Palma de Mallorca), Bulgarien (Burgas, Varna), Bosnien und Herzegowina (Sarajevo), Nordmazedonien (Skopje), Tunesien (Tunis). Gesellschafter: Roman Molch (Geschäftsführung), Wolfram Gürlich. Referenzen (auf Anfrage): Dax-Unternehmen und umsatzstarke E-Commerce-Shops. Branchen: Handel/E-Commerce, Gesundheit, Tourismus, Automotive, Verlage, Transport/Logistik, Personennah- und Fernverkehr, Energie/EVU, Banken/Finanzdienstleister, öffentliche Hand. www.gevekom.com

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Shincheonji-Kirche weist Vorwürfe der Einmischung in die Vorsitzendenwahl der Demokratischen Partei zurück

Shincheonji weist die Vorwürfe von DPK-Vorsitzkandidat Kim Min-seok zur Einmischung in den Parteitag entschieden zurück und kündigt zivil- und strafrechtliche Schritte an.

Die Shincheonji-Kirche Jesu hat eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht, in der sie die von Kim Min-seok, Kandidat für den Vorsitz der Demokratischen Partei Koreas (DPK), öffentlich erhobenen Vorwürfe zurückweist, die Kirche habe sich in den laufenden Parteitagsprozess eingemischt. Die Kirche bezeichnet die Behauptung als eindeutig unwahr und betrachtet den Vorwurf als eine Angelegenheit von erheblicher Tragweite

Hintergrund

Im Vorfeld des für den 17. August angesetzten Parteitags der DPK erklärte Kim Min-seok, ehemaliger Ministerpräsident und Kandidat für den Parteivorsitz, bei einer gemeinsamen Kandidatenveranstaltung, die Auflösung einer von ihm so bezeichneten „geheimen DreiParteien-Allianz“ zwischen Anti-Lee-Jae-myung-Fraktionen, Faktionsinteressen und Shincheonji stehe im Zentrum des Wahlkampfs. Am folgenden Tag bekräftigte Kim diese Behauptung in einem Interview im Sender MBC Radio und warnte Personen mit Verbindungen zu Shincheonji davor, sich in den Parteitag einzumischen. Belege wolle er „zu gegebener Zeit“ vorlegen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden solche Belege nicht öffentlich vorgelegt, und Kim wich auf direkte Nachfragen von Journalisten weiteren Stellungnahmen aus.

Position der Kirche

In ihrer Stellungnahme erklärt die Shincheonji-Kirche, sie habe kein Interesse am Ausgang der internen Vorsitzendenwahl der DPK und keinerlei Maßnahmen ergriffen, um diese zu beeinflussen. Die Kirche stellt weiter klar, dass die Tatsache, dass einzelne Mitglieder unabhängig und in privater Eigenschaft Mitglied der Demokratischen Partei sind, keine institutionelle Einmischung darstellt. Diesen Umstand als Beleg für eine organisierte Einflussnahme darzustellen, verletze die verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit.

Die Stellungnahme fordert ein unverzügliches Ende der Verbreitung nicht belegter Behauptungen zum Zweck des innerparteilichen Machtkampfs sowie der von der Kirche kritisierten Instrumentalisierung einer Religionsgemeinschaft für parteipolitische Strategien. Die Kirche äußert zudem ihren Widerspruch dagegen, im Zuge der Auseinandersetzung öffentlich mit abwertenden religiösen Bezeichnungen belegt zu werden.

Die Shincheonji-Kirche erklärt, sie werde gegen die Verantwortlichen für die aus ihrer Sicht falschen und sachlich unbegründeten Behauptungen zivil- und strafrechtlich vorgehen.

Weiterer Kontext

Der Vorwurf ist zu einem Streitpunkt unter den Kandidaten der DPK-Vorsitzendenwahl geworden. Der konkurrierende Kandidat Jung Chung-rae bezeichnete Kims Vorwürfe als unbegründet und deutete seinerseits rechtliche Schritte wegen der aus seiner Sicht verbreiteten Desinformation an; die Angelegenheit stehe in keinerlei Zusammenhang mit seiner Kandidatur. Weitere Parteivertreter, darunter Song Young-gil, verwiesen im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung auf frühere, ungeklärte Vorwürfe zur Vorwahl der Partei im Jahr 2021. Eine weitere Kandidatin, Ko Min-jung, kritisierte die zunehmend eskalierenden Wortgefechte zwischen den Kandidaten öffentlich als schädlich für das Ansehen der Partei.

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Shincheonji Kirche Jesu Frankfurt e.V.
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Ist ChatGPT im Unternehmen DSGVO-konform? Was der Mittelstand beachten muss

Zwischen Produktivitätsschub und Datenschutzrisiko: Wie KMU generative KI rechtssicher einsetzen.

Immer mehr Mitarbeitende in mittelständischen Unternehmen nutzen ChatGPT und ähnliche Werkzeuge im Arbeitsalltag. Die Frage nach der DSGVO-Konformität bleibt für viele Entscheider dabei offen. Die kurze Antwort: Der Einsatz lässt sich datenschutzkonform gestalten, erfordert aber klare Regeln, die passende Vertragsgrundlage und technische Vorkehrungen.

Das Grundproblem: personenbezogene Daten in der Cloud
Wer personenbezogene Daten in ein öffentliches KI-Tool eingibt, verarbeitet diese Daten im Sinne der DSGVO. Ohne passende Rechtsgrundlage und ohne Auftragsverarbeitungsvertrag entsteht ein Datenschutzverstoß.
Kritisch wird es vor allem dann, wenn Kundendaten, Personaldaten oder Geschäftsgeheimnisse in kostenlose Standard-Tools gelangen, deren Eingaben zum Training der Modelle herangezogen werden können. Was einmal eingegeben wurde, lässt sich nicht ohne Weiteres zurückholen.

Drei Bausteine für den rechtssicheren Einsatz
Erstens braucht es eine unternehmensweite KI-Richtlinie, die klar regelt, welche Daten in welche Tools eingegeben werden dürfen und welche nicht. Diese Richtlinie ist die Grundlage für alles Weitere.
Zweitens sollten Unternehmen auf Enterprise- oder API-Varianten setzen, die einen Auftragsverarbeitungsvertrag bieten und die Eingaben nicht zum Training verwenden. Drittens empfiehlt sich, die Datenverarbeitung möglichst innerhalb der EU zu halten oder sensible Daten vor der Übertragung zu anonymisieren.

DSGVO und EU AI Act zusammen denken
Seit dem 2. Februar 2025 gilt zusätzlich die KI-Kompetenzpflicht des EU AI Act. Unternehmen sind damit ohnehin verpflichtet, den kompetenten Umgang ihrer Mitarbeitenden mit KI sicherzustellen. Datenschutz und KI-Regulierung lassen sich deshalb sinnvoll in einem gemeinsamen Regelwerk und einer gemeinsamen Schulung bündeln, statt sie getrennt zu behandeln.

„Die meisten Unternehmen verbieten generative KI entweder komplett oder lassen sie unkontrolliert laufen. Beides ist ein Fehler. Mit einer klaren Richtlinie und der richtigen technischen Basis wird ChatGPT vom Risiko zum produktiven Werkzeug.“
Jochen Glunk, Geschäftsführung von KI Pioniere

Häufige Fragen (FAQ)
Ist ChatGPT im Unternehmen DSGVO-konform nutzbar?
Ja, unter Bedingungen: mit klaren Nutzungsregeln, einem Auftragsverarbeitungsvertrag und einer Variante, die Eingaben nicht zum Training verwendet. Der kostenlose Standardzugang ohne AV-Vertrag ist für personenbezogene Daten nicht geeignet.

Dürfen Kundendaten in ChatGPT eingegeben werden?
In kostenlose Standard-Tools ohne Auftragsverarbeitungsvertrag nicht. Für die Verarbeitung personenbezogener Daten sind Enterprise-Lösungen mit entsprechender Vertragsgrundlage und Trainings-Ausschluss erforderlich.

Was ist der erste Schritt zur DSGVO-konformen KI-Nutzung?
Eine unternehmensweite KI-Richtlinie, die erlaubte und verbotene Anwendungen klar benennt, verbunden mit einer kurzen Schulung der Mitarbeitenden.

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KI Pioniere ist eine Beratung für künstliche Intelligenz mit Sitz in Baden-Württemberg. Das Unternehmen begleitet mittelständische Unternehmen von der Potenzialanalyse über das Rapid Prototyping bis zum produktiven Einsatz individueller KI-Lösungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der rechtssicheren Umsetzung: Alle Lösungen werden DSGVO-konform und im Einklang mit dem EU AI Act entwickelt. In der KI-Werkstatt im Pionierwerk entstehen funktionsfähige Prototypen gemeinsam mit den Kunden. KI Pioniere ist Mitglied im KI Bundesverband und Partner der KI-Allianz Baden-Württemberg.

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