Kroatiens unbekannte Mitte – eine Reise abseits der Küste
Posted by PM-Ersteller - 14/09/25 at 01:09:39 p.m.Entdeckung zwischen Hügeln und Thermalquellen einer reizvollen Landschaft
Kroatien ist ein beliebtes Reiseziel. Leider steuern viele Reisende in Kroatien direkt die Küste an – und verpassen damit ein Land voller Überraschungen im grünen Herzen. Mittelkroatien bietet stille Natur, charmante Dörfer, traditionsreiche Weingüter, kulinarische Genüsse und geschichtsträchtige Orte. Wer sich auf eine Entdeckungstour abseits der bekannten Strände einlässt, erlebt ein Kroatien, das man so nicht erwartet.
Krapina-Zagorje: Wellness, Burgen und Legenden
Beginnt man die Reise nahe dem Nachbarland Slowenien kommt man in die Region Zagorje – der Beginn einer Reise durch sanfte Hügel und einer Landschaft voller Heilquellen. Schon die Römer wussten die wohltuende Wirkung der Mineralbäder zu schätzen. Heute ist Tuheljske Toplice der Mittelpunkt der modernen Badeorte mit modernen Wohn- und Wellnessanlagen. Die Palette reicht vom Hotel Well (4 Sterne), mit großzügig konzipierten Zimmern, über 20 luxuriöse Ferienhäuser (bis 4 Personen), 110 Stellplätzen für Camper bis zum Clou der Anlage – Übernachten im Safarizelt. Die Erlebnispalette schließt eine Saunawelt, ein SPAeVITA Zentrum und die 5000 qm große Wasserwelt mit Innen- und Außenpool ein. Natürlich sind Kinder willkommen. Animationsprogramme und kinderfreundliche, sportliche Betätigungen werden angeboten. Ein Fahrradverleih ist vor Ort. Für Gourmets bietet das Restaurant Schloß Mihanovic eine moderne, kroatische Küche. Verwöhnen lassen ist angesagt!
Die Interessengemeinschaft „True Zagorje Home“, (www.truezagorjehome.hr ) offeriert dem anspruchsvollen Gast 22 Ferienwohnungen bzw. Häuser in landschaftlich reizvollen Regionen an. Das Angebot beinhaltet moderne Häuser, aber auch restaurierte, traditionelle Objekte teilweise mit Swimmingpool. Absolute Ruhe gibt es kostenlos dazu!
Auch Kultur und Geschichte kommen nicht zu kurz. Auf dem weiteren Weg beeindruckt das Schloss Veliki Tabor in Desinic, ein historisches Juwel. Es gilt als das best restaurierte, spätmittelalterliche Schloss Kroatiens. Im 15. Jahrhundert begann die Nobelfamilie Celjski mit dem Bau. Die Besitzer wechselten und das Anwesen war zwischenzeitlich ein Gefängnis, ein Waisenhaus, ein Nonnenkloster und ein Lagerhaus für eine Agrar Kooperative. Seit 1993 wird das Vorzeigeobjekt durch das Croatian Conservation Institute in Zagreb verwaltet, und mit EU Geldern vorbildlich restauriert. Auf 3 Etagen findet der Besucher zahlreiche Exponate aus verschiedenen Epochen. Eine Folterkammer gehört ebenfalls dazu. Natürlich gibt es eine tragische Liebesgeschichte, die als Legende weiterlebt. Im Mittelpunkt steht Veronika von Desinic. Ihr toter Körper wurde angeblich eingemauert. Ihre Schreie sollen in kalten Winternächten zu hören sein. Bestätigen können wir das nicht, wir waren im Herbst da.
Kumrovec: Dorfidylle und Tito-Geschichte
Umgeben von Bergen, direkt an der Grenze zu Slowenien, liegt der kleine Ort Kumrovec. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Das ethnografische Freilichtmuseum „Staro Selo“ zeigt rund 200 Jahre alte Bauernhäuser, in denen teilweise noch Menschen leben. Handwerkliche Fähigkeiten, wie die Herstellung von Papierblumen oder die Verarbeitung von Hanfgarn zum Leintuch, waren die finanziellen Grundlagen der Bewohner. Obwohl es ein Museum ist, leben Menschen in den 30 restaurierten Häusern. Wir trafen u. a. einen Schmid, der uns wehmütig zu verstehen gab, dass er wohl der Letzte seiner Zunft sein werde. 1892 wurde hier als siebtes von 15 Kindern Josip Broz geboren. Um der Armut zu entfliehen verließ er, 15 Jahre jung, Kumrovec. Er lernte das Schlosserhandwerk, wurde Mitglied der verbotenen kommunistischen Partei und schließlich Berufsrevolutionär. Er änderte seinen Namen in Tito um nach dem 2.Weltkrieg Präsident der Sozialistischen Föderation Jugoslawiens zu werden. Sein Geburtshaus ist heute ein kleines Museum.
Auf den Spuren der Urgeschichte: Krapina-Neandertal-Museum
Auf den ersten Blick wirkt der moderne Betonbau in Krapina wenig einladend – doch innen eröffnet sich eine faszinierende Welt. Nach zehnjähriger Bauzeit wurde das besondere Museum 2010 eröffnet. Über zwei Etagen mit 1200 m2 Fläche hat der Besucher die Möglichkeit, sich in konzentrierter und authentischer Form, mit der Entstehung der Welt und der Ur- und Frühgeschichte der Menschen auseinanderzusetzen. Die mystische Welt der Urbewohner, die vor 130.000 Jahren hier lebten, steht im Mittelpunkt der diversen Exponate und Schautafeln. Die Museumsleitung ist stolz darauf, der Welt größte Sammlung von Neandertal-Fossilien präsentieren zu können. Die Geschichte begann 1895 mit dem Fund von 900 Knochen. Die folgenden Ausgrabungen dauerten bis 1905.
Auch Klanjec ist einen Besuch wert. Der Ort wurde bereits im 15. Jahrhundert erwähnt. Den heutigen, pittoresken Zustand verdankt die Gemeinde der Familie Erdödy, die über 4 Jahrhunderte hier regierte. Veliko Trgovisce, am Krapina Fluss gelegen, wurde im 16 Jahrhundert gegründet und hat die älteste Schule des Balkans. Der berühmteste Sohn der Gemeinde: Dr. Franjo Tudman war der erste kroatische Präsident nach der Unabhängigkeit. Der Besuch und die Übernachtung im Weingut Voglec-Breg war ein Höhepunkt der Reise. Sechs Holzhäuser mit modernen Doppelzimmern (Balkon) stehen zur Verfügung. Ein großer Pool im Freien, ein „ausgezeichnetes“ ( Michelin/ Gault Millau) Restaurant und acht verschiedene Rebsorten zum Probieren ließen Urlaubsfreude aufkommen. Überrascht wurden wir morgens auf dem Weg zum Frühstück. Ein genussvoll fressender Esel stand direkt vor der Haustür und ließ sich nicht stören.
Bjelovar-Bilogora: Land des verborgenen Charmes
Nur zwei Autostunden östlich beginnt eine andere (touristische) Welt: Die Region Bjelovar-Bilogora setzt auf Natur- und Agrartourismus. Hier erleben Besucher ursprüngliches Landleben, probieren hausgemachte Spezialitäten, brennen Schnaps oder helfen auf dem Feld mit.
Zentraler Ort ist Daruvar (ca. 10.000 Einwohner), der durch Wasser (heiße Quellen, heiße Bäder) berühmt wurde. Seit 2500 Jahren gibt es Gesundheitstourismus. Am Anfang kamen römische Kaiser, dann türkische Heerführer. Später folgte der Adel und Bürger die es sich leisten konnten. Es lohnt sich, durch die gepflegte Kleinstadt zu bummeln, die seit 1750 einen tschechischen Bevölkerungsanteil von fast 30% hat. Dementsprechend gibt es eine tschechische Schule und einen Kindergarten. 1840 wurde die örtliche Brauerei Pivovara Daruvar gegründet, braut heute noch (27 Biersorten) und ist die Älteste in Kroatien. Im Mittelpunkt der Kleinstadt steht das Barockschloss des Grafen Antun Jankovic, aus dem 18.Jahrhundert. Bis 2004 wurde es als Schule genutzt. Seit 2022 steht es für Ausstellungen, Vernissagen und Empfänge zur Verfügung. Ein Zimmer im Schloss war dekorativ mit der Flagge Israels geschmückt. Wir waren erstaunt, aber der uns begleitende Geschichtsprofessor klärte auf. Ein ehemaliger Bürger der Stadt, David Frankfurter, tötete 1936 den Landesgruppenleiter der NSDAP (Auslandsorganisation Schweiz) Wilhelm Gustloff in Bern. Er stellte sich der Polizei, bekam seinen Prozess, wurde verurteilt und wanderte nach Verbüßung der Haftstrafe nach Palästina aus.
Weingenuss in Vuglec Breg
Ein Höhepunkt für Genießer ist das Weingut Vuglec Breg. In rustikalen Holzhäusern übernachten Gäste stilvoll mit Blick über die Weinberge. Das hauseigene Restaurant, ausgezeichnet von Michelin und Gault Millau, verwöhnt mit regionaler Küche. Zum Frühstück sorgt nicht selten ein neugieriger Esel für Unterhaltung – Kroatien-Idylle pur.
Kultur und Musik mit Überraschungen
Geschichte ist in dieser Region allgegenwärtig. In Garesnica, in einem neu erbauten touristischen Informationszentrum, erwartete uns eine Überraschung. Ivo Robic, in Geresnica geboren und sicher nur noch den Älteren unter uns bekannt, hatte 1959 mit dem Schlagertitel „Morgen“ nicht nur in Deutschland einen riesigen Erfolg. Über 1 Million Platten wurden verkauft. Ihm zu Ehren ist ein Zimmer mit dem Mobiliar und Auszeichnungen des Künstlers , eingerichtet.
Der gut ausgebaute Agrartourismus bietet den Gästen die Mitarbeit im Feld oder in den Ställen, Reitstunden, geführte Spaziergänge und Hausmannskost vom Feinsten. Die schließt natürlich auch den hausgebrannten Likör oder Schnaps ein. Für Stadtkinder ist es sicherlich ein großartiges Erlebnis mit Schafen und Pferden in Berührung zu kommen.
Natur pur: Wandern, Radeln, Vögel beobachten
Radfahrer und Wanderer können über den Tourismusverband Kartenmaterial (in englischer Sprache) anfordern. Neun Radtouren und unzählige Wanderwege sind beschrieben. Wer nicht mit dem eigenen Rad anreist, kann Mieträder nutzen. Wald und Wasser dominieren in der erholsamen Natur. Dementsprechend gibt es Angebote für Fotosafaris und Vogelbeobachtungen. Über 60 geschützte Vogelarten sind, mit etwas Glück, zu sehen. Durch das EU Projekt NATURA 2000 wird die Natur hier nachhaltig geschützt.
Krönender Abschluss im Weingut Coner
Zum perfekten Finale gehört ein Abend im Weingut Coner bei Kapela. Inmitten von Weinbergen genießen Gäste ein stimmungsvolles Dinner mit regionalen Spezialitäten und erlesenen Weinen. Danach lockt ein komfortables Gästezimmer – besser kann ein Reisetag kaum enden.
Kroatiens Mitte ist ein Reiseziel voller Überraschungen – für Genießer, Kulturinteressierte und Naturfreunde. Wer abseits der Küste unterwegs ist, entdeckt ein Land, das seine Gäste herzlich empfängt und mit Vielfalt begeistert.
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Den Weinabsatz fördern mit Online-Medien
Posted by PM-Ersteller - 23/02/23 at 11:02:23 a.m.Der Weinabsatz stagniert, das macht sich bei Weingütern und Genossenschaften bemerkbar. Große Handels-Plattformen für Wein im Internet spüren davon wenig, ihr Umsatz wächst weiterhin.
Gerade in den Jahren nach der Pandemie gewinnt die Aufgabe, den Weinabsatz fördern, für Weingüter und Winzergenossenschaften an Bedeutung. Die Corona-Krise hatte dem Weinhandel sogar einen kurzfristigen Zuwachs beschert. Gasthäuser und Restaurants hatten geschlossen, die Kunden deckten sich online mit Wein ein. So manches Weingut entdeckte in dieser Zeit die Vorzüge des Online-Handels für sich neu. Das Online-Geschäft bedeutete sichere Absätze auch in Krisenzeiten oder wenn die Kunden aus anderen Gründen nicht ins Weingut kommen. So mancher Betrieb etablierte auf die Schnelle nicht nur die lang geplante und aufgeschobene Lösung für Website samt Weinshop. Und etliche Weingüter, die online schon präsent und erfolgreich waren, erweiterten Angebot und Service zum Beispiel um Online-Weinproben. Vielen gelang es, damit den Umsatz anzukurbeln und ein größeres Stück vom Kuchen abzubekommen.
Die Erfahrung, dass Weinverkauf eine ganz persönliche Angelegenheit ist, ist bei Winzerinnen und Winzern fest verankert. So verschob sich nach der Pandemie der Fokus schnell wieder hin zu direkten Kontakten mit Kunden und Interessenten im Weingut oder bei Veranstaltungen. Hier entsteht oft eine Kundenbindung, die auch Sonderangebote der Mitbewerber und Preis-Schlachten überdauert. Online-Aktivitäten wie Weinproben mit Zoom, vermehrte Social Media Beiträge und die Pflege des Weinshops rückten wieder in den Hintergrund, Weinfeste und Messen bündeln Arbeitskraft und Aufmerksamkeit.
Dabei wurden einige Aktivposten offensichtlich vorschnell abgehakt. Die Pflege des Social Media Profils erfordern ebenso wie ein regelmäßige Newsletter oder Beiträge auf der Website relativ viel Zeit. Gerade ein regelmäßiger Newsletter hat als Instrument zur Kundenbindung große Bedeutung und kann als die wichtigste Unterstützung des Weinshops gelten, um den Weinabsatz zu fördern und zu stabilisieren.
Natürlich hat dieser Rückzug aus der Online-Welt einen Grund: Auch hier muss man Zeit, Geld und Arbeit investieren, damit sich die Arbeit finanziell auszahlt. Aber kaum ein Betrieb möchte für diese Aufgaben Mitarbeiter abstellen. Oft genügt das jugendliche Alter von Mitarbeitenden, damit ihnen diese Aufgabe (als ‚Digital Native‘) zumindest zeitweise zugewiesen wird. Dabei sind gut geplante Online-Aktivitäten viel mehr als ein Notnagel für die nächsten Krisen. Sie entwickeln sich zunehmend zu echten Umsatzbringern und können den Weinabsatz fördern. Und es lohnt sich, für den Ausbau dieses digitalen Bereichs zumindest in der Anfangszeit Unterstützung zu suchen.
Umsatzbringer und Stabilisator Weinshop
Selbst Weinbaubetriebe mit starker Ausrichtung auf Handel und Gastronomie sind ohne die starke Basis des privaten Endkundengeschäfts dauerhaft weniger stabil, wie die Vergangenheit bewiesen hat. Dennoch sind viele Weinshops kaum mehr als eine Fortsetzung der gedruckten Preislisten, die man vor etlichen Jahren noch regelmäßig versendet hat.
Ratgeber in der Krise stützen sich mehr auf die Optik solcher Angebote, als auf Inhalte und deren langfristige Planung. Eine attraktive Aufmachung ist eben schneller realisierbar als wechselnde Angebote, clever gestaltete Versandbedingungen oder ansprechende Pakete und das ganze Drumherum, das für den Weintrinker interessant ist. Um den Weinabsatz zu fördern ist eine neue Perspektive notwendig.
Weinshops werden (verständlicherweise) dominiert vom Wunsch der Weinerzeuger*innen, sie sind produktorientiert statt kundenorientiert. Der Kunde will vielleicht eher das Sortiment kennen lernen, oder er will eine zur Jahreszeit passende Weinauswahl für die nächsten drei Monate einkaufen. Er richtet seinen Einkauf in vielen Fällen auch eher der Eignung der Weine als Essensbegleiter aus, als am Genuss der besten Weine eines Erzeugers mit einem oder mehreren Gläschen am Abend. Website und Weinshop zu optimieren bleibt eine Dauer-Aufgabe.
Auch die zunehmende Zahl der Frauen, die in Haushalten für den Weineinkauf zuständig sind, finden sich in den Angeboten und in der Ansprache kaum wieder.
Langfristiger Negativ-Trend?
Dass der Weinabsatz rückläufig ist, hat sicher mehrere Ursachen, auch aktuelle wie Krieg und Inflation, finanzielle Prioritäten verschieben sich. Aber mehr als die aktuellen Einflüsse zählen wahrscheinlich die längerfristigen wie gesundheitliche Aspekte. Weniger Alkoholkonsum wird zunehmend als durchaus erstrebenswert erachtet. Junge Menschen können sich im Weinmarkt schlecht orientieren, Frauen suchen Unterstützung in frauenspezifischen Angeboten, die eher Nischen Charakter haben.
Newsletter oder Social Media oder beides?
Wichtiger denn je ist also die Frage: Wie hält man seine Weinkund*innen bei der Stange? Das Prinzip mehr Werbung, mehr Weinverkauf scheint zunehmend an Grenzen zu stoßen. Doch wer das Interesse am eigenen Angebot aufrechterhalten kann, der verhindert damit vielleicht das ‚Abwandern‘ seiner Kunden zu billigeren Anbietern.
Eines der besten Bindeglieder zwischen Weingut und Kunden ist ein interessant gemachter Newsletter. E-Mails sind noch immer ein wichtiges und gut funktionierendes Instrument – aber eben kein reines Verkaufsinstrument. Wer sich heute dazu durchringt, seine Emailadresse für ein Newsletter-Abo preiszugeben, möchte nicht dauerhaft bombardiert werden mit Angeboten und Kaufaufforderungen.
Das Geheimnis wirkungsvoller Newsletter steckt darin, dem Leser mehr zu geben als nur direkte Kaufanreize. Noch immer ist vielen Winzer*innen und Winzer nicht gegenwärtig, wie faszinierend die Welt des Weinmachens für Kunden ist. Das ist ein Thema, mit dem man seinen Kunden mit einem Newsletter einen Gegenwert geben kann: Unterhaltung und Information zum Thema Wein.
Storytelling ist das Zauberwort.
Zum Geben gehört das Nehmen, und das ist ein gelegentlicher, ganz direkter Verkaufsanreiz. Ein guter Mix aus Geben und Nehmen wird von Experten mit einem Verhältnis von etwa 3:1 beziffert. Und das setzt bei den Inhalten des Newsletters eine ganz andere Qualität voraus, als bei einem Bombardement mit Angeboten (das meist sowieso schnell wieder vom Kunden abgestellt wird).
Social Media: Immer dabei
Ähnlich ist das Engagement in den Sozialen Medien zu bewerten. Hier ist heute ein direkter Verkauf möglich, zum Beispiel über Instagram. Tatsächlich aber möchten Menschen auf dieser Plattform am liebsten unterhalten und informiert werden. Die unzähligen Posts von Betrieben, die alle paar Tage oder Wochen eine andere Flasche ablichten und ins Netz stellen, dürften weitgehend wirkungslos bleiben, wenn man den Weinabsatz fördern und stabilisieren möchte.
Storytelling spielt auch hier eine wichtige Rolle. Instagram selbst hat diese Ausrichtung vor Kurzem noch drastischer gestaltet, als Instagram Chef Adam Mosseri die Abkehr von der Funktion Instagrams als Bilder-Plattform verkündete. Die Zukunft liege in Videos, verkündete er. Und kaum jemand bewertete das anders als das einfache, aber durchaus logische Abkupfern des Erfolgsrezeptes des größten Konkurrenten TikTok.
Mehr noch als mit Bildern kann man mit Videos Aufmerksamkeit wecken und Interaktion der Benutzer fördern. Doch während das Fotografieren für Instagram für viele Winzerinnen und Winzer noch eine machbare Aufgabe war, stellen das Hochformat-Video und die Ansprüche an Gestaltung und Storytelling viele aktive Nutzer vor fast unlösbare Aufgaben. Bemerkbar wurde das schnell an der Qualität der Reels, die sich im Gegensatz zu den Fortschritten bei den Fotos für Instagram nicht gerade rasant entwickelten. Kein Wunder, haderten doch selbst erfahrene Fotografen mit dem Umstieg aufs Bewegtbild im ungewöhnlichen Hochformat.
Fazit
Was bleibt den Weinerzeugern in Gütern und Genossenschaften jetzt also, um den digitalen Werkzeugkasten nicht nur wieder hervorzukramen, sondern auch besser und effektiver als je zuvor einzusetzen? Braucht es Marketing- und Social Media Manager in jedem Betrieb? Werden nur noch junge Mitarbeiter eingestellt und mit den neuen Aufgaben betreut? Oder kehrt man zurück zu den früher bewährten, konservativen Methoden: Preislisten, Kundenbriefe, Weinfeste und eine stärkere Ausrichtung an den Gewohnheiten der älteren, zahlungskräftigen Klientel?
Tatsächlich fehlt es in den meisten Betrieben an einer sachgerechten Einschätzung, mit welchem Aufwand man wo wieviel erreichen kann. Und wie man Schritt für Schritt daran arbeiten kann, sich auf die neuen Erfordernisse einzustellen. Mehr noch als fertige digitale Bausteine wie Weinshop oder Newsletter brauchen die meisten Weinerzeuger wohl eine Art Coaching, dazu eine regelmäßige Überprüfung des Erfolgs und einen Plan für die nächsten Schritte. Dann sollte die Bewältigung der neuen Herausforderungen mit Bordmitteln und eigenen Mitarbeitern.
Wer nach fairen Angeboten für Unterstützung sucht, der sollte allzu einfache Erfolgsrezepte ebenso meiden wie den simplen Einsatz von Online-Anzeigen. Gutes Coaching ist hier wie in anderen Bereichen eine Begleitung auf Zeit, die das Ziel hat, sich selbst überflüssig zu machen.
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