Nordsee Tourismus Report 2025: 13,2 % weniger Urlauber – höhere Preise

Laut dem neuen Nordsee Tourismus Report 2025 (NTR25) verzeichnet die deutsche Nordseeküste aktuell ein signifikant abnehmendes Besucherinteresse.

BildNach der im vierten Jahr erscheinenden statistischen Erhebung hat das Urlauberpotential der deutschen Nordseeküste im Zeitverlauf von 2022 bis 2025 um 13,2 Prozent abgenommen. Eine erste Hochrechnung für das Jahr 2026 geht von weiteren prozentualen Rückgängen in zweistelliger Höhe aus. Damit ist die deutsche Nordseeküste nach Angaben des neuen NTR25 jedoch nicht alleine: Auch die dänischen und niederländischen Nordseeküstenregionen sowie die deutsche Ostseeküste verzeichnen deutliche Abnahmen des Urlauberpotentials. Die neuen Ergebnisse des NTR25 lassen den Schluss zu, dass sich die deutschen Küstenregionen einem strukturellen Wandel der Urlaubsinteressen gegenübersehen, bei dem die Wünsche von Stammgästen und Erstbesuchern auseinanderdriften und auf den Tourismusverantwortliche zügig und konsequent reagieren müssen.

Zwei Gästegruppen zeigen Zukunftspotenzial

„Wenn der Nordsee-Tourismus genauso weitermacht wie bisher, bekommt er ein massives Problem, denn die Zeiten des Massentourismus gehen ihrem Ende entgegen“, sagt Holger Herweg, Geschäftsführer Pathfinding AG und Herausgeber des Nordsee Tourismus Report. „Deutsche Nordsee-Urlauber wollen einerseits mehr Exklusivität und andererseits mehr Naturerlebnis sowie steigende Familienfreundlichkeit – das belegt deutlich unser neuer Nordsee Tourismus Report 2025.“ Die NTR-Daten weisen über vier Jahre hinweg eine wachsende Gästegruppe nach, die bewusst Qualität vor Quantität setzt und für weniger Trubel und mehr Exklusivität höhere Preise akzeptiert. Daneben verdeutlicht der NTR25 durch den Vergleich von Urlaubsfaktoren, die für Stammgäste und Erstbesucher besonders wichtig sind, eine zweite Gästegruppe an der deutschen Nordseeküste, deren zentrale Markenwerte in mehr Naturerlebnis und Familienfreundlichkeit liegen.

Neues Gleichgewicht von Exklusivität und Spaßurlaub

Die zukünftige Ausrichtung des Nordseetourismus muss Herweg zufolge einen Weg finden, beides – Exklusivität und preisliche Attraktivität – miteinander zu verbinden. „Die deutsche Nordseeküste braucht ein neues Gleichgewicht zwischen Highend-Urlaubsangeboten und preiswerten Ferienmöglichkeiten. Rückläufige Besucherzahlen treffen derzeit auf sich verändernde Gästewünsche, jetzt ist es höchste Zeit, den Nordseetourismus strategisch neu zu justieren.“

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Pathfinding – Nordsee Tourismus Report
Mit dem Nordsee Tourismus Report hat die Pathfinding AG einen Meilenstein für die Zukunftsentwicklung der Deutschen Nordseeküste und den Nordseeinseln erstellt. Auf Grundlage sorgfältiger Analysen und innovativer Methoden entwickelt das Unternehmen um Vorstand Holger Herweg erfolgreiche und nachhaltige Zukunftsstrategien u.a. für den Tourismus. Organisationen und Unternehmen begleitet die Pathfinding AG Schritt für Schritt in ihrer branchen- und zielgruppenspezifischen Zukunftsgestaltung. Für die Entwicklung und Durchführung wegweisender Studien wie den Nordsee Tourismus Report 2022 und Nordsee Tourismus Report 2023 arbeitet die Pathfinding AG mit Marktforschungsinstituten wie der MiiOS GmbH zusammen. Außerdem liefert die Pathfinding AG die Expertise für die digitale Transformation, moderne Organisations- und Geschäftsmodellentwicklung und ein progressives Changemanagement.

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HanseWerk-Tochter SH Netz begeht Gasleitung im Wattenmeer: Arbeitstag mit Tiefenmesser und Boje

Überprüfung der unterirdischen Leitung im Wattenmeer zwischen Amrum und Föhr. SH Netz, eine Tochtergesellschaft von HanseWerk, im Einsatz für Versorgungssicherheit der Inseln.

BildSie ist in der Regel nicht zu sehen, aber immens wichtig für die sichere Energieversorgung: Die vier Kilometer lange Gasleitung zwischen Amrum und Föhr. Jetzt waren zwei Experten von Schleswig-Holstein Netz (SH Netz), einem Unternehmen der HanseWerk-Gruppe, im Einsatz für die Versorgungssicherheit: Zu Fuß durchquerten sie die Strecke im Wattenmeer, um zu prüfen, dass die unterirdische Gasleitung durch die Gezeiten oder Stürme nicht freigespült wurde.

Den Hintergrund dieser ungewöhnlichen Sicherheitsüberprüfung, die jährlich stattfindet, erklärt Sönke Nissen, Leiter des Technikstandortes Niebüll von Schleswig-Holstein Netz, einem HanseWerk-Unternehmen: „Unsere Leitung liegt in der Regel mindestens 1,20 Meter unter dem Wattenmeer. Liegt sie jedoch frei, kann sie beispielsweise durch Boote beschädigt werden.“

So funktionierte die Überprüfung: Direkt neben der Gasleitung liegt ein Begleitkabel, auf das Kollegen von Föhr aus vor Start der Arbeiten ein Signal aufgaben – auf diese Weise konnten die Fachleute die Lage der Leitung orten. „Einer unserer Fachmänner trug ein Kabelsuchgerät mit Tiefenmesser bei sich, mit dem er das Signal empfangen und die Tiefe der Leitung direkt ablesen konnte“, erklärt der zuständige Koordinator Ralf Binge des HanseWerk-Unternehmens SH Netz.

Wenn die Anzeige eine zu geringe Tiefe erfasst hat, notierte der zweite Experte von SH Netz die Stelle auf dem mitgeführten GPS-Gerät. Zur Sicherheit hatten die beiden Fachleute eine Boje dabei, um eine eventuell freigelegte Stelle der Gasleitung zu markieren – diese musste aber nicht zum Einsatz kommen.

Da die Prüfung der Gasleitung stark tiden- und wetterabhängig ist, endete der Einsatz auf Föhr rechtzeitig vor Erreichen der Flut. Streckenweise kamen sogar kleine Motorboote zum Einsatz, um Priele zu überwinden. „Hätten wir freigelegte Stellen entdeckt, wäre die Gasleitung zu einem späteren Zeitpunkt wieder eingespült worden,“ erklärt Ralf Binge. Diese Schritte können wegen der Gezeiten nicht am selben Tag erledigt werden. „Wenn die Leitung in der erforderlichen Tiefe liegt, stellt sie keine Gefahr für Umwelt, Schifffahrt oder Wattwanderer dar.“

Schleswig-Holstein Netz

Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) betreibt für rund 2,8 Millionen direkt oder indirekt angeschlossene Kunden Strom- und Gasleitungen in mehr als 900 Kommunen in Schleswig-Holstein. Rund 400 schleswig-holsteinische Kommunen halten Anteile an SH Netz. Sie haben umfangreiche Mitspracherechte und erhalten eine Garantiedividende. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 30 Standorten in Schleswig-Holstein.

SH Netz hat als Partner der Energiewende bereits zehntausende Windräder und Solaranlagen an das Stromnetz angeschlossen. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Energielösungen wie Smart-City-Anwendungen und unterstützt den Ausbau der Elektromobilität. SH Netz engagiert sich in Innovationsprojekten für mehr Klimaschutz. Dazu gehören beispielsweise Einspeiseanlagen, mit denen Biogas oder aus Windstrom produzierter Wasserstoff ins Erdgasnetz aufgenommen werden kann, oder staatlich geförderte Forschungsprojekte.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität stellt SH Netz ihre sämtlichen Standorte, ihre mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte sowie den Strom- und Gasnetzbetrieb in mehreren Stufen entsprechend um. Außerdem unterstützt das Unternehmen seit vielen Jahren den regionalen Spitzen- und Breitensport in Schleswig-Holstein, zum Beispiel den SH Netz Cup in Rendsburg, das härteste Ruderrennen der Welt.

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Mehr als 3 Millionen Kunden in Norddeutschland beziehen Strom, Gas oder Wärme direkt oder indirekt über die von der HanseWerk-Gruppe und ihren Tochtergesellschaften betriebenen Energienetze. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Partnern und Kunden moderne und effiziente Energielösungen mit den Schwerpunkten Netzbetrieb, dezentrale Energieerzeugung oder E-Mobilitätslösungen.

Als Partner der Energiewende hat die HanseWerk-Gruppe in den letzten Jahren mehrere zehntausend Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie an ihre Netze angeschlossen und betreibt parallel dazu etwa 850 Energieumwandlungsanlagen sowie einen Erdgasspeicher. Die HanseWerk-Gruppe ist ein großer Ausbildungsbetrieb im Norden und engagiert sich in vielen Forschungsprojekten zur Energiewende, wie zum Beispiel im Norddeutschen Reallabor. Bis 2030 wird die HanseWerk-Gruppe klimaneutral sein: Dazu werden ihre insgesamt 47 Standorte, die mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte, der Strom- und Gasnetzbetrieb sowie die Wärme- und Stromerzeugung bis 2030 klimaneutral gestellt.

Über die Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise sowie mehr als 450 Kommunen sind die Unternehmen der HanseWerk-Gruppe regional sehr stark verwurzelt und unterstützen eine Vielzahl sozialer und kultureller Projekte, wie das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt und den Schleswig-Holstein Netz Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

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Nordsee Tourismus Report 2025: Barrierefreiheit ist kein Nischenthema mehr

Die Ergebnisse des Nordsee Tourismus Report 2025 (NTR 2025) legen Erstaunliches zum Thema Barrierefreiheit offen:

Bild34 Prozent der Gäste an der Nordsee erachten Barrierefreiheit als ein entscheidendes Kriterium zur Urlaubsplanung. Wobei nur 17 Prozent der Nordsee-Urlauber:innen tatsächlich eine Einschränkung haben. Außerdem überrascht der Blick auf die Altersgruppe, die Barrierefreiheit besonders hoch priorisiert: Deren Durchschnittsalter beläuft sich auf 46 Jahre und liegt damit zwei Jahre unter dem Durchschnitt der Nordsee-Gäste von 48 Jahren. Auch sind 43 Prozent derjenigen, die auf Barrierefreiheit großen Wert legen, unter 40 Jahre alt. „Die Zahlen der statistischen Erhebungen unseres Nordsee Tourismus Report 2025 verdeutlichen, dass es bei dem Thema Barrierefreiheit keineswegs nur um Menschen mit Einschränkung oder Senioren geht“, sagt Holger Herweg, Geschäftsführer Pathfinding AG und Herausgeber des Nordsee Tourismus Report. „Barrierefreiheit ist heute ein echtes Qualitätsmerkmal, das weit über die ursprüngliche Zielgruppe hinaus Relevanz entwickelt. Besonders Familien mit Kindern und qualitätsbewusste Gäste schätzen gut zugängliche Angebote.“

Gäste wollen mehr als Handläufe und Rampen

Herweg zufolge handelt es sich bei Barrierefreiheit um ein ganzheitliches Konzept, das „weit über Handläufe und Rampen hinausgeht“. Die hohe Priorisierung durch Nordsee-Urlauber:innen spiegelt die Erwartungen einer modernen, digitalen Gesellschaft wider. „Dies umfasst nicht nur physisch barrierefreie Angebote, sondern auch das digitale Umfeld.“ Anbietern aus dem Bereich von Tourismus und Gastronomie rät Herweg, bereits den „First-Touch-Point“ digital zu gestalten, so dass Informationen zur Barrierefreiheit leicht auffindbar und mit Bildern gut dokumentiert sind sowie detailliert beschrieben und aktuell gehalten werden. Hier gibt es in Zukunft noch einiges zu tun, jedoch zeigen die Ergebnisse des Nordsee Tourismus Report 2025 bereits eine hohe Zufriedenheit von Gästen mit Einschränkungen: 79 Prozent davon fühlen sich bereits heute an der deutschen Nordseeküste willkommen.

Barrierefreiheit wird ab Juni Pflicht und öffnet neue Chancen

Ab dem 28. Juni 2025 wird Barrierefreiheit zur Pflicht, wenn das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft tritt. Kleine und mittlere Unternehmen haben noch bis zum Juni 2027 Zeit, sind jedoch auch gut beraten sich jetzt schon damit zu beschäftigen, wie sie digitale Produkte und Dienstleistungen barrierefrei gestalten. Im Bereich des Tourismus betrifft das BFSG besonders Websites und mobile Anwendungen, Online-Buchungssysteme, digitale Bezahlvorgänge, elektronische Tickets sowie Check-in/Check-out-Systeme. „Das BFSG macht Barrierefreiheit zur Pflicht und die Zahlen des Nordsee Tourismus Report 2025 zeigen, dass diese längst kein Nischenthema mehr ist“, betont Herweg. „Vorreiter auf dem Gebiet der Barrierefreiheit können sich jetzt positionieren und Marktanteile sichern.“

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