Warum Emotionen an der Börse der größte Feind sind

Was man vermeiden an der Börse vermeiden sollte, wie langfristig erfolgreiches Investment funktioniert unf welche Emotionen dabei der größte Feind sind erklärt Ralph Früh.

BildEuphorie, Angst und Ungeduld – sie gehören zu den ständigen Begleitern an der Börse und führen immer wieder zu Fehlentscheidungen. Wer langfristig erfolgreich investieren will, braucht mehr als gute Tipps: Disziplin, einen klaren Plan und Vertrauen in die eigene Strategie. Darauf setzt Ralph Früh, Gründer und Geschäftsführer der liechtensteinischen Vermögensverwaltung Früh & Partner und erläutert die größten Fehler beim Investieren.

Vaduz, 11. November 2025 – Viele Menschen betrachten ihre Geldanlage wie einen Sprint statt wie einen Marathon. Sie jagen schnellen Gewinnen hinterher, reagieren nervös auf Kursschwankungen und verlieren dabei das große Ganze aus dem Blick. Doch kurzfristiges Denken widerspricht dem Prinzip des Vermögensaufbaus. „Oft ist es nicht der Markt, der Anlegern Verluste beschert, sondern ihr eigenes Verhalten“, beobachtet Früh aus jahrzehntelanger Erfahrung.

Zeit, Geduld und eine langfristig konsistente Strategie sind die entscheidenden Zutaten für eine erfolgreiche Geldanlage. Erfolg an der Börse entsteht nicht durch Aktionismus, sondern durch Ruhe, Disziplin und einen klaren Ansatz. Wer langfristig denkt, reagiert nicht auf jede Kursbewegung und schraubt nicht ständig an seinem Portfolio. Früh weiß: „Gerade in Zeiten von Social Media und permanenter Nachrichtenflut fällt es vielen schwer, gelassen zu bleiben.“

Emotionen sind der größte Feind rationaler Entscheidungen. Das Auf und Ab der Kurse verführt dazu, in Boomphasen zu spät einzusteigen und in Krisen panisch zu verkaufen. Anleger bräuchten daher eine Strategie, „an der sie auch dann festhalten, wenn es ungemütlich wird“, sagt Früh.

Mit klarer Anlagestrategie investieren

Eine durchdachte Anlagestrategie hilft, Emotionen zu erkennen und ihnen bewusst gegenzusteuern. Wer weiß, warum er investiert, bleibt gelassen, wenn Märkte schwanken. Medienhypes oder vermeintliche Geheimtipps führen dagegen oft in die Irre. „Viele orientieren sich an Schlagzeilen statt an Substanz“, warnt Früh.

Ein Klassiker unter den Fehlern ist der Versuch, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu treffen. Doch der Versuch, den idealen Zeitpunkt zu erwischen, scheitert fast immer. Selbst Profis liegen damit meist daneben. Niemand kann zuverlässig vorhersagen, wann der nächste Höchst- oder Tiefpunkt erreicht ist. „Viel wichtiger ist, in Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen zu investieren – und vorübergehende Rückschläge auszuhalten“, sagt Früh. Langfristig zahle sich Beständigkeit aus.

Eine Alternative zum Markttiming sind regelmäßige Investments, etwa über Sparpläne. Wer Monat für Monat investiert, kauft automatisch mehr Anteile, wenn Kurse fallen, und weniger, wenn sie steigen. Dieses antizyklische Verhalten glättet Schwankungen – und nimmt den Druck, ständig den „richtigen“ Moment finden zu müssen. Früh bringt es auf den Punkt: „Wer auf den perfekten Einstiegszeitpunkt wartet, verpasst oft die besten Phasen an der Börse.“ Der größte Fehler, den Anleger machen können, sei nicht der falsche Kauf – sondern langfristig nicht in attraktiven Märkten investiert zu sein.

Risiken streuen, Chancen nutzen

Ein robustes und diversifiziertes Portfolio, bestehend aus selektiv gewählten Aktien, ergänzt durch Anleihen und Gold, hält auch dann stand, wenn einzelne Positionen schwächeln. Die Qualität eines Unternehmens zeige sich im langfristigen Erfolg – in Cashflow, Marktstellung, Innovationskraft und Managementqualität. „Wir investieren in Geschäftsmodelle, die auch in fünf oder zehn Jahren tragfähig sind – nicht in Modeerscheinungen“, so Früh.

Das liechtensteinische Team folgt konsequent den Grundsätzen des Value Investing: nachvollziehbare Geschäftsmodelle, stabile Cashflows und solide Bilanzen. Keine Derivate, keine spekulativen Produkte – nur transparente Anlagen, die man versteht. „Wir investieren so, wie es ein Unternehmer tun würde: mit Weitblick, Verantwortungsbewusstsein und Respekt vor dem Kapital unserer Kunden“, sagt Früh. Entscheidend ist nicht die schnelle Rendite, sondern der solide Vermögenszuwachs über viele Jahre.

Krisen sind Chancen

Diese Haltung prägt auch den Umgang mit Krisen. Während andere in hektischen Marktphasen verkaufen, suchen die Analysten von Früh & Partner gezielt nach Chancen und Einstiegsmöglichkeiten. Sie nutzen Marktkorrekturen, um günstig in Qualitätsunternehmen einzusteigen. „Politische Krisen, Wahlen oder Wirtschaftsdaten sorgen regelmäßig für Nervosität. Politische Börsen haben kurze Beine“, sagt Früh. Ereignisse, die heute Schlagzeilen machen, seien morgen oft vergessen. Rückgänge böten häufig günstige Gelegenheiten – wie zuletzt im Frühjahr 2025, als Ankündigungen neuer US-Zölle zunächst Panik auslösten, bevor die Kurse bald auf Rekordstände stiegen.
Geldanlage ist keine Frage des perfekten Einstiegs, sondern der richtigen Haltung. Wer langfristig denkt, Emotionen kontrolliert und auf Qualität setzt, wird erfolgreicher investieren als jeder, der hektisch Trends hinterherläuft. Ralph Früh fasst es so zusammen: „Geduld, Disziplin und gesunder Menschenverstand sind die besten Freunde des Anlegers.“

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Über die Früh & Partner Vermögensverwaltung

Die Früh & Partner Vermögensverwaltung AG mit Sitz in Vaduz, Liechtenstein, verwaltet Kundengelder von über 2,2 Milliarden Euro nach den Prinzipien des Value Investing. Ziel ist es, transparente, nachvollziehbare und langfristig erfolgreiche Anlagestrategien zu entwickeln – unabhängig von kurzfristigen Markttrends.

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Wie Familien ihr Vermögen über Generationen sichern

Familienunternehmen versuchen ihr Vermögen zu bewahren oder sogar zu vermehren. Doch auf dem Weg dahin gibt es einige Herausforderungen.

BildDas Familienvermögen zu bewahren oder sogar noch auszubauen, ist ein Ziel vieler Familien. Doch der Weg dahin ist oft nicht einfach. Kapitalanlage, rechtliche Gestal-tung, steuerliche Aspekte und strategische Lösungen müssen gut aufeinander ab-gestimmt sein, sagt Vermögensverwalter Ralph Früh. Sein Rat: „So früh wie mög-lich mit der Planung beginnen und das Thema nicht auf die lange Bank schieben.“

Vaduz, 17. September 2025 – Henkel zählt zu den weltweit führenden Unternehmen für Klebstoffe. Der 1876 von Fritz Henkel gegründete Betrieb hat sich zu einem welt-weit tätigen Konzern entwickelt. Die Familie konnte ihr Vermögen in den vergange-nen knapp 150 Jahren Firmengeschichte erhalten und weiter ausbauen. „Genaue Vereinbarungen zwischen Familie und Management sorgten von Anfang an für Klar-heit“, sagt Ralph Früh, Partner und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Früh & Partner Vermögensverwaltung mit Sitz im Fürstentum Liechtenstein. „Ohne frühzei-tige und durchdachte Regelungen drohen Streit, steuerliche Nachteile und in der Konsequenz die Zersplitterung des Vermögens eines Familienunternehmens“, warnt der Vermögensverwalter.

Hat eine Unternehmerfamilie keine Vereinbarungen getroffen, greifen gesetzliche Erbfolgen, die den Vermögenserhalt unter Umständen gefährden. „Deswegen emp-fehlen wir klare testamentarische Regelungen oder einen notariellen Erbvertrag, der den Zielen und Wünschen der Familie entspricht“, erklärt Früh. Hier arbeitet Früh & Partner eng mit einem Netzwerk spezialisierter Steuer- und Rechtsexperten zu-sammen, während die eigene Kernaufgabe die Verwaltung des bankfähigen Vermö-gens ist.

Kapitalanlage und steuerliche Spielräume

Nachfolgeregelungen sind vor allem dann wichtig, wenn Vermögen im Unterneh-men oder in Immobiliengesellschaften gebunden ist. 90 Prozent aller Betriebe in Deutschland sind Familienunternehmen. Sie sichern etwa 60 Prozent aller Arbeits- und 80 Prozent der Ausbildungsplätze.

Auch das Ehe- und Familienrecht spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, wie das Vermögen im Todesfall oder bei einer Scheidung verteilt wird. Ehever-träge können da von vornherein für eindeutige Verhältnisse sorgen. Denn sie regeln, ob es sich bei einer Ehe um eine Zugewinngemeinschaft handelt oder ob Gütertren-nung vereinbart ist. Dabei sollten Familien auch Pflichtteilansprüche von Kindern oder Ehepartnern im Blick haben.

Steuerliche Spielräume ausschöpfen

Doch auch die Anlage des liquiden Vermögens braucht eine langfristige Strategie. „Steuern sind eine zentrale Stellschraube für den langfristigen Erhalt von Familien-vermögen“, erklärt Früh. Sonst können durch Erbschafts- oder Schenkungssteuern große Teile des Vermögens verloren gehen. Schenkungen zu Lebzeiten sind eine gute Möglichkeit, das Vermögen stückweise zu übertragen. Denn dafür gibt es Frei-beträge. Außerdem können Eltern oder Großeltern auf diese Weise aktiv Einfluss auf den Vermögenserhalt nehmen. Bei Betriebsvermögen räumt das Steuerrecht zu-sätzliche Entlastungen ein, wenn das Unternehmen fortgeführt wird. In einer Befra-gung des ifo Instituts München von 851 Familienunternehmen gaben 67 Prozent an, dass ein Wegfall der aktuellen Begünstigungen beim Unternehmensvermögen ihre Bereitschaft zur Übergabe an die nächste Generation deutlich mindern könnte.

Auch Stiftungen stellen eine Option dar, um das Vermögen zu schützen. „Das Ver-mögen gehört nicht mehr einer Person, sondern der Stiftung selbst. So wird verhin-dert, dass Erben einzelne Teile verkaufen oder auseinanderreißen“, erläutert Früh. Die Begünstigten haben meist nur Anspruch auf Erträge, nicht auf das Vermögen selbst. Und auch steuerlich ist diese Konstruktion interessant: Sie verhindert, dass bei jeder Erbfolge Erbschaftsteuer anfällt – mit Ausnahme der sogenannten Erber-satzsteuer, die bei deutschen Stiftungen alle 30 Jahre fällig wird. Beim Einsatz einer liechtensteinischen Stiftung lässt sich die Erbersatzsteuer sogar komplett vermei-den. Zudem wird Streit unter den Erben vermieden, da der Zugriff auf das Vermögen durch die Satzung der Stiftung geregelt ist.

„Stiftungen sind wichtige Instrumente, um Familienvermögen vor Zersplitterung zu schützen“, betont Früh. Sein Team und er verwalten gut 2,2 Milliarden Euro an Kun-denvermögen und haben große Erfahrungen bei der Betreuung von Stiftungen. Ihre Hauptaufgabe ist dabei die professionelle Vermögensverwaltung, die sie nach den Prinzipien des Value Investing ausrichten – mit langfristigen Direktinvestitionen in solide Geschäftsmodelle, ergänzt um Anleihen und Edelmetalle. Sie wissen, dass sich selbst ganze Familienunternehmen in eine Stiftung einbringen lassen. Auf die-sem Weg lässt sich verhindern, dass im Erbfall Anteile der Familie verloren gehen oder fremde Investoren einsteigen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Robert Bosch GmbH. Die 1886 von Robert Bosch gegründete Firma wird in einer Stiftung geführt. Damit konnte das Unternehmen seine Unabhängigkeit bewahren und das Vermögen über Generationen hinweg erhalten und ausbauen.

Eine gemeinsame Linie finden – mit einer Familienverfassung

Das Vermögen einer Familie zu bewahren, kann nur gelingen, wenn die Familie an einem Strang zieht. „Eine gemeinsame Linie zu finden, ist oft mit Konflikten verbun-den“, sagt Ralph Früh. „Doch es lohnt sich, sie auszutragen.“ Das Ergebnis kann in eine Familienverfassung münden, die festlegt, wie das Vermögen genutzt, verwaltet oder investiert wird. Das sorgt für klare Verhältnisse. Die Familienverfassung wird so zum Leitfaden für das Handeln der Familie und den Erhalt des Vermögens.

Ein Negativbeispiel ist die Balsam AG der Familie Mühlens. Sie besaß mit 4711 eine der bekanntesten deutschen Parfümmarken. Im Laufe der Firmengeschichte stritten sich die Erben um Besitz und Führung. Die Konflikte schwächten das Unternehmen, ließen es Marktanteile verlieren und führten dazu, dass es 1994 schließlich verkauft wurde.

Zu einer umfassenden Planung gehört daher, die Nachfolge im Unternehmen früh-zeitig personell festzulegen, Gesellschafter und Verantwortliche zu benennen, die die Entscheidungen treffen. Nicht zuletzt bedarf es auch bei der Kapitalanlage über Generationen hinweg einer langfristigen Strategie, die Inflation, Marktzyklen und Kri-sen berücksichtigt und Chancen an den Kapitalmärkten nutzt.

Die Erfahrung zeigt: Fehlende Planung, Steuerfallen, familiäre Konflikte oder zu star-re Strukturen verhindern oft den Vermögenserhalt über Generationen. Es drohen viele Stolperfallen – auf finanzieller wie menschlicher Ebene. Erfahrene Berater kön-nen wichtige Hilfe leisten, um diesen Prozess zu begleiten und passende Lösungen zu entwickeln. Rechtliche Klarheit, steuerliche Weitsicht und vor allen Dingen ge-meinsame Ziele innerhalb der Familie sind für diesen Prozess nötig, sagt Vermö-gensverwalter Früh. Doch die Mühe lohnt: „Wer rechtzeitig vorsorgt, bewahrt nicht nur das Vermögen, sondern auch den familiären Frieden.“
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Die stille Stärke im Depot – Warum Unternehmensanleihen in jedes gut strukturierte Portfolio gehören

Anleihen gelten für viele Anleger als stille Reserve im Depot – berechenbar, aber nicht besonders spannend. Dabei können sie mehr: Sie sorgen für Stabilität und liefern planbare Erträge.

BildWer langfristig Vermögen aufbauen möchte, kommt an Anleihen nicht vorbei. Viele Anleger setzen dabei ausschließlich auf Staatsanleihen. Doch das greift zu kurz. „Unternehmensanleihen sind langfristig deutlich interessanter als Staatspapiere“, sagt Harald Wild, Geschäftsführer und Partner der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Früh & Partner. Was beim Einstieg zu beachten ist – und warum der Ruf der Anleihe als „langweilig“ veraltet ist.

Vaduz, 05. August 2025 – Anleihen gelten für viele Anleger als stille Reserve im Depot – berechenbar, aber nicht besonders spannend. Dabei können sie mehr: Sie sorgen für Stabilität, liefern planbare Erträge und eröffnen – vor allem bei Unternehmensanleihen – attraktive Renditechancen. Ein Blick auf aktuelle Zahlen zeigt das Potenzial: Zehnjährige Bundesanleihen werfen derzeit rund 2,7 Prozent pro Jahr ab. Wer jedoch nicht Staaten, sondern Unternehmen Geld leiht, wird für das höhere Risiko oft überdurchschnittlich belohnt.
„Aktien und Anleihen sind die beiden tragenden Säulen des Vermögensaufbaus“, erklärt Wild. Der Unterschied: Aktien beteiligen Anleger direkt am Unternehmen – mit entsprechenden Kursschwankungen, aber langfristig hohen Ertragschancen. Anleihen hingegen versprechen regelmäßige Ausschüttungen bei geringerer Volatilität. „Weniger Schwankung, mehr Sicherheit – das ist ihre Stärke.“
Wer in Anleihen investieren möchte, sollte auf breite Streuung achten. „Für eine sinnvolle Diversifikation sind rund 20 Papiere oder mehr im Portfolio notwendig“, sagt Linus Erhart, Anleiheexperte und Portfoliomanager bei Früh & Partner. Unternehmensanleihen bieten dabei attraktivere Renditen als Staatspapiere – insbesondere am US-Markt. „Die Auswahl ist größer, die Chancen vielfältiger. Viele amerikanische Unternehmen finanzieren sich über Anleihen.“
Was zählt, ist die Analyse. Ein Beispiel ist AerCap, einer der weltweit größten Flugzeug-Leasinganbieter. Das niederländische Unternehmen profitiert vom wachsenden Flugverkehr und erzielt dank langfristiger Leasingverträge stabile Einnahmen – auch in Krisenzeiten. „Die Kombination aus stabilen Assets, einem lukrativen Geschäftsmodell und einem bewährten Management, das selbst investiert ist, macht AerCap zu einem attraktiven Investment im Anleihebereich“, sagt Erhart.

Hochzinsanleihen: Attraktive Chancen bei verhältnismäßigem Risiko

Ein wichtiges Auswahlkriterium für Unternehmensanleihen ist das Rating, also die Bewertung der Kreditwürdigkeit durch Agenturen wie Moody’s oder S&P. Investment-Grade-Anleihen gelten als besonders sicher, bieten aber geringere Renditen. Spannender wird es unterhalb dieser Schwelle – bei sogenannten Hochzinsanleihen (High-Yield-Bonds). „Gerade knapp unterhalb des Investmentgrade-Bereichs finden sich viele interessante Möglichkeiten“, erklärt Erhart. Neben den allgemein höheren Renditen können diese Papiere vor allem in schwierigen Marktphasen mit deutlichen Abschlägen gehandelt werden – was günstige Einstiegsmöglichkeiten schafft.
Die Renditechancen sind beachtlich: US-Hochzinsanleihen erzielten über die vergangenen 40 Jahre durchschnittlich acht Prozent pro Jahr – ähnlich wie Aktien, jedoch bei geringeren Kursschwankungen. „Natürlich müssen Anleger kurzfristige Ausschläge akzeptieren, wobei sich Hochzinsanleihen grundsätzlich recht schnell wieder erholen“, sagt Erhart. „Langfristig bieten diese Anleihen ein sehr gutes Verhältnis von Chancen und Risiken.“

Direkt kaufen? Für Privatanleger oft kaum möglich

Viele Anleihen haben einen hohen Nominalwert – oft 100.000 US-Dollar oder mehr. Für private Anleger ist der direkte Zugang damit kaum praktikabel. Abhilfe schaffen Anleihefonds. „Sie ermöglichen eine breite Streuung und den Zugang zu Papieren, die dem einzelnen Investor sonst verschlossen bleiben“, sagt Erhart.
Ein Beispiel ist der Fonds „Fructus Value Capital Fund“ von Früh & Partner. Er investiert aktiv gemanagt in 40 bis 60 ausgewählte Unternehmensanleihen. Anders als ETFs, die oft starr einem Index folgen, setzt der Fonds auf gezielte Auswahl und striktes Risikomanagement. Das Ergebnis: Seit der Auflage im Jahr 2020 konnte der Fonds jährlich im Schnitt 6,0 Prozent zulegen – trotz Turbulenzen wie Corona oder dem Krieg in der Ukraine. Die Ausfallquote liegt dabei bemerkenswert niedrig. „Das verdanken wir unserer intensiven Analysearbeit“, betont Erhart.

Zinswende bringt Rückenwind

Nach dem historischen Zinsanstieg der vergangenen Jahre haben sich die Renditen auf einem höheren Niveau stabilisiert. Das eröffnet neue Chancen. „Unternehmensanleihen haben zwar auch in der vergangenen Niedrigzinsphase positive Realrenditen erzielt, die stark angestiegene Inflation hatte dies jedoch teilweise erschwert.“, erklärt Erhart. Weil gleichzeitig die Inflation zurückgeht, steigt die reale Rendite. Zudem kann der Fonds laufende Zinszahlungen und auslaufende Anleihen in höher verzinste Papiere reinvestieren. „Das verbessert die Ertragsperspektive deutlich.“

Fazit: Unternehmensanleihen neu denken

Anleihen – insbesondere Unternehmensanleihen – sind weit mehr als nur eine sichere Bank. Sie bieten Stabilität, regelmäßige Erträge und – bei kluger Auswahl – auch attraktive Renditen. Gerade in einem Umfeld stabiler Zinsen und moderater Inflation lohnt sich der Blick auf diese oft unterschätzte Anlageklasse. „Unternehmensanleihen sind ein essenzieller Baustein im Portfolio – gerade für langfristig orientierte Anleger“, sagt Harald Wild.
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