StromAuskunft startet das Energy Price Data Lab

Tägliche Strompreisdaten seit 2017 für mehr als 6.300 Städte und Gemeinden – neue Plattform macht Preisentwicklung, regionale Unterschiede und Wechselpotenziale sichtbar_

BildMünster, 23. Juni 2026 – StromAuskunft.de, das TÜV-geprüfte Vergleichsportal und von Stiftung Warentest als Spitzenreiter ausgezeichnete kostenlose Wechselservice für Strom und Gas, veröffentlicht das Energy Price Data Lab – eine neue Anlaufstelle für datenbasierte Analysen zu Haushaltsstrompreisen in Deutschland. Das Lab bündelt tagesaktuelle Marktinformationen, regionale Vergleiche und historische Zeitreihen seit 2017. Grundlage sind täglich standardisiert erhobene Strompreise für Neuverträge in mehr als 6.300 deutschen Städten und Gemeinden – ausgewertet bis auf Gemeindeebene, nach einheitlichem Referenzhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch.

_“Strompreise werden häufig nur als bundesweiter Durchschnitt diskutiert. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist aber entscheidend, wie teuer Strom konkret vor Ort ist und welche Alternativen es am Markt gibt. Mit dem Energy Price Data Lab machen wir diese Unterschiede sichtbar und schaffen eine datenbasierte Grundlage für mehr Markttransparenz.“_

– Dr. Jörg Heidjann, Geschäftsführender Gesellschafter, EnergieAuskunft GmbH

Was ist das Energy Price Data Lab?

Das Energy Price Data Lab macht zentrale Strompreisanalysen von StromAuskunft.de öffentlich zugänglich. Es richtet sich an Verbraucherinnen und Verbraucher, Redaktionen, Forschungseinrichtungen und datenjournalistische Projekte. Im Mittelpunkt stehen interaktive Visualisierungen, Zeitreihen und regionale Preisvergleiche – die zeigen, wie sich Haushaltsstrompreise entwickeln, wo regionale Unterschiede auftreten und welche Wechselpotenziale bestehen.

Initiiert und betrieben wird das Lab von Dr. Jörg Heidjann, Dipl.-Physiker und Geschäftsführender Gesellschafter der EnergieAuskunft GmbH. Die wissenschaftliche Methodik zentraler Module ist publiziert und per DOI dauerhaft referenzierbar.

Sechs spezialisierte Datenmodule

* Strompreis heute: tagesaktueller Überblick mit regionalen Unterschieden sowie Veränderungen gegenüber Vormonat und Vorjahr
* Strompreisentwicklung: historische Zeitreihe seit 2017 für Grundversorgung, marktnahe Tarife, Ökostrom und Wechselersparnisse
* Strompreis-Atlas: interaktive Deutschlandkarte mit Preisunterschieden auf Ebene von Bundesländern, Landkreisen und Städten – seit über 10 Jahren etabliert und vielfach in renommierten deutschen Medien zitiert
* Strompreis-Radar: Analyse aktueller Marktbewegungen, regionaler Preisabstände sowie Top- und Flop-Listen
* Strompreis-Ungleichheit: statistische Auswertung der Preisverteilung in Deutschland: Median, Spannweite und Standardabweichung
* Regionale Strompreisanalysen: Preisprofile, Wechselersparnisse und Rankings für Städte, Landkreise und Bundesländer

Überragende Datentiefe: täglich, flächendeckend, seit 2017

Was das Energy Price Data Lab von anderen Marktbeobachtungen unterscheidet, ist die Granularität der Datenbasis: Seit 2017 erhebt StromAuskunft.de täglich Strompreise für mehr als 6.400 Städte und Gemeinden – automatisiert, methodisch konsistent und nach einheitlichen Kriterien.

Während andere Marktbeobachtungen auf deutlich kleinere Stichproben oder punktuelle Erhebungen setzen, deckt StromAuskunft.de den deutschen Haushaltsstrommarkt regional sehr breit ab und schafft damit eine belastbare Grundlage für zeitliche und regionale Vergleiche. Das ermöglicht eine sehr präzise Bestimmung und Berechnung der Haushaltsstrompreise in Deutschland.

Für Medien, Wissenschaft und Datenjournalismus

Ausgewählte Datensätze, Zeitreihen und Schnittstellen können für journalistische, wissenschaftliche und analytische Projekte auf Anfrage bereitgestellt werden. Mögliche Einsatzfelder: regionale Marktanalysen, Preisrankings, Untersuchungen zur Energiekrise, datenjournalistische Karten und Hintergrundberichte zur deutschen Energiepolitik.

_“Unser Ziel ist es, Strompreise in Deutschland wirklich transparent zu machen – nicht nur für Verbraucherinnen und Verbraucher, die heute wechseln möchten, sondern auch für alle, die den Markt langfristig verstehen und analysieren wollen. Das Energy Price Data Lab ist dafür die konsequente nächste Stufe.“_

– Dr. Jörg Heidjann, Geschäftsführender Gesellschafter, EnergieAuskunft GmbH

Über StromAuskunft.de

StromAuskunft.de ist eines der ältesten Energievergleichsportale Deutschlands (seit 1999). Das Portal ist TÜV-geprüft und wurde von Stiftung Warentest (Finanztest 09/2025) als Spitzenreiter und bester kostenloser Wechselservice für Strom und Gas ausgezeichnet. Betreiber ist die EnergieAuskunft GmbH mit Sitz in Münster.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

EnergieAuskunft GmbH
Herr Jörg Heidjann
Nottebohmstraße 6
48145 Münster
Deutschland

fon ..: 02511332690
web ..: https://www.stromauskunft.de/
email : presse@stromauskunft.de

StromAuskunft.de – Stromvergleich seit 1999

StromAuskunft.de ist ein deutsches Verbraucherportal für den Vergleich von Strom- und Gastarifen. Das Portal ist seit 1999 online, TÜV-geprüft und wurde von Stiftung Warentest (Finanztest 09/2025) als Spitzenreiter unter den kostenlosen Wechselservices für Strom und Gas ausgezeichnet. Betreiber ist die EnergieAuskunft GmbH mit Sitz in Münster.

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Teurer Ersatz für abgeschaltete Kraftwerke

Regelbare Kraftwerke müssen betriebsbereit bleiben, weil maximal 60 Prozent Fakepower eingespeist werden können. Sie sind notwendig, um Frequenz und Phase im Wechselstromnetz stabil halten zu können.

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Die abgeschalteten Kern- und Kohlekraftwerke sollen durch Wind- und Solarstromanlagen ersetzt werden. Es ist eine teure Umstellung, die Umwelt und Land überlastet.

Kürzlich wurden die Kühltürme des stillgelegten Kernkraftwerkes Gundremmingen unter dem Jubel von „Klimarettern“ gesprengt. Damit ist das Kraftwerk so weit zerstört, dass ein Wiederanfahren unwirtschaftlich ist. Der Wert des Kraftwerks dürfte bei 2 Milliarden Euro liegen, die als Volksvermögen verloren gehen.

Der Kraftwerkstrom soll durch Fakepower (Wind- und Solarstrom) ersetzt werden. Über die Kosten und Umweltschäden durch Fakepower wird jedoch geschwiegen. Daher habe ich überschlagsmäßig die Investitionskosten, den Flächenbedarf und die Materialmengen für die Umstellung des Kernkraftwerks Gundremmingen berechnet. Solche erschreckenden Angaben verbergen die Energiewende-Politiker oder – noch schlimmer – sie kennen weder die wahren Kosten noch die Risiken der Energiewende.

Teure Fakepower

Wenn der Strom des Kraftwerks Gundremmingen vollständig durch Fakepower und einer dann notwendigen Speicherbatterie ersetzt würde, werden 2.700 große Windgeneratoren mit je 5 Megawatt (MW) installierter Leistung benötigt. Sie kosten 13 Milliarden Euro.

Wird Solarstrom statt Windstrom gewählt, fallen die gleichen Investitionskosten von 13 Milliarden Euro an. Die Photovoltaikplatten bedecken eine Landfläche von 270 Quadratkilometer. Das ist ein Quadrat mit einer Kantenlänge von rund 16 Kilometer.

Hinzu kommen 17 Milliarden Euro für eine allerdings fehlende 174.000 Tonnen schwere Speicherbatterie, die 24 Stunden die volle Kraftwerksleistung von 2,5 Gigawatt (GW) liefern kann. (1 GW = 1.000 MW = 1.000.000 Kilowatt (kW)). Sie ist mindestens erforderlich, um die wechselnden Leistungen von Wind und Sonne auszugleichen und Strom zu liefern, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht. Bei längeren Dunkelflauten ist auch diese Batterie zu klein. Dann sollen Gaskraftwerke einspringen, die erst einmal geplant, finanziert und gebaut werden müssten.

Das abgeschaltete und zerstörte Kernkraftwerk Gundremmingen mit einem Wert von rund 2 Milliarden Euro soll also durch Fakepower-Anlagen ersetzt werden, die 15-mal teurer sind und die Stromversorgung unsicherer machen. So zerstört man eine Volkswirtschaft. Schlüsselzahlen für diese Rechnungen sind in den nachfolgenden Tabellen aufgeführt. Jeder kann und sollte diese Zahlen nachprüfen.

Bilddatei aufrufen:
https://www.dzg.one/sites/default/files/inline-images/Appel-2523-Richtwerte.gif
Richtwerte für Fakepower-Anlagen – Bildquelle: Appel-2523-Richtwerte

Politische Kosten

CO2-Emissionen aus Kohlenwasserstoffbrennstoffen werden mit einer Abgabe belastet. So werden die Kosten für Strom aus Kohle, Erdgas und Erdöl künstlich vervielfacht. Auf diese Weise soll der Kraftwerkstrom unrentabel werden. Grüne Politiker planen, die Abgabe bis zum Dreifachen anzuheben. Die damit weiter steigenden Stromkosten werden den Zerfall der Wirtschaft beschleunigen.

Fakepower, also Wind- und Solarstrom, wird deutlich über Wert vergütet. Sonst wären die Anlagen unrentabel. Die Differenz zum Marktwert ist eine versteckte Subvention, die letztlich der Stromkunde zahlen muss. Hinzu kommen mit jeder neuen Fakepower-Anlage steigende Kosten für den Export von Stromüberschüssen bei Starkwind und Sonnenschein.

Diese politischen Kosten zur Durchsetzung der Energiewende sind viel höher als die derzeitige Stromsteuer von 2,05 Cent/kWh, die abgeschafft werden soll. Die Energiewende ist der Kostentreiber. Sie soll fortgeführt werden. Der Irrsinn geht weiter.

Folgerungen

Das Kraftwerk Gundremmingen lieferte rund 4 Prozent des Strombedarfs. Wenn der gesamte Bedarf durch Fakepower gedeckt werden soll, würden die zuvor genannten Flächen, Massen und Investitionskosten mehr als 20-mal größer. Jeder Umweltpolitiker und jeder Befürworter der Energiewende zur Weltklimarettung mag sich selbst fragen, ob Deutschland die Finanzierung stemmen kann, ob die Flächen in der Bundesrepublik Deutschland ausreichen und die benötigten Werkstoffe verfügbar sind.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Günter Appel

Freigegeben zur weiteren Verbreitung

[1] https://www.dzg.one/Teurer-Ersatz-fuer-abgeschaltete-Kraftwerke

Die große ABSCHALTUNG: Wie Deutschland seine Industrie ermordete
8. Dezember 2025 | Finanzanalyst
Am 15. April 2023 schaltete Deutschland seine letzten AKWs ab. Ein „Grünes Märchen“? Nein. Die Realität ist mehr Kohle, teurer Strom und die Deindustrialisierung. Warum wir Isar 2 „ermordet“ haben und jetzt den Preis dafür zahlen.
youtube. com/watch?v=WU9Ro4l4ftY

Braunkohlekraftwerk Animation
25. November 2016 | DEBRIV Bundesverband Braunkohle
youtube. com/watch?v=nCEUCJM6_lE

Wir haben ein riesiges Stromproblem
26. November 2022 | Martins Klartext
Wenn man Energie braucht, aber Kraftwerke ausschaltet, dann is das blöde. Wenn man keinen adäquaten Ersatz hat, dann ist das hirnlos, hilflos und unverantwortlich, oder kurz gesagt: rot-grün.
youtube. com/watch?v=ElB11rWYKYQ

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Hans-Günter Appel
Herr Hans-Günter Appel
Auenweg 2
26419 Schortens
Deutschland

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email : drappel@t-online.de

Prof. Appel war öffentlich-bestellter und vereidigter Sachverständiger für metallische Werkstoffe. Sein früherer Arbeitgeber war die Jade-Hochschule, Standort Wilhelmshaven. Er verfasst seit 2011 Pressemitteilungen zur Stromversorgung, um aufzuzeigen, dass eingespeister Windstrom und Solarstrom einen volkswirtschaftlichen Schaden herbeiführen. Diese Einspeisung schwankt zwischen null und etwa 60 Prozent, was alle Kraftwerke unwirtschaftlich gemacht hat. Der Strompreis ist seit Beginn der vermeintlichen Energiewende in 1999 auf das Drei- bis Vierfache gestiegen. Die Bundesrepublik Deutschland ist inzwischen von Stromlieferungen aus dem benachbarten Ländern abhängig, weil Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke abgeschaltet und zerstört worden sind. Gaskraftwerke hingegen sind vergleichsweise teuer. Diese drei Arten von Kraftwerken sind erforderlich, um das Wechselstromnetz in Frequenz und Phase stabil bei 50 Hertz zu betreiben. Der wirtschaftliche Niedergang und das Abwandern der Betriebe in andere Länder mit einer preiswerten und zuverlässigen Stromversorgung haben sich seit 1999 immer mehr beschleunigt.

Pressekontakt:

Hans-Georg Kolpak
Herr Hans Kolpak
Wartenburger Str. 64
06901 Kemberg

fon ..: 034 927 – 75 5090
email : hans.kolpak@publiceffect.com

Welcher Strom und welche Heizung?

Prof. Dr. Michael Schaub von der Hochschule Coburg erklärt den aktuellen Stand zu Heizung, Sanierung und Strom und gibt wertvolle Tipps zur Nutzung von Wärmepumpen.

Bild_Beim Thema Heizung, Sanierung und Strom herrschen Unmut und Resignation in der Gesellschaft. Den aktuellen Stand kann Prof. Dr. Michael Schaub erklären. Er lehrt und forscht seit dem Sommersemester 2023 an der Fakultät Design der Hochschule Coburg im Bereich Energieeffiziente Gebäudetechnik. Zuvor war der 34-jährige in der Technologie-Vorentwicklung und Forschungskoordination für einen großen Heizungstechnik-Hersteller sowie als Teamleiter der Forschungsgruppe Heiz- und Kühlsysteme am Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin._

_Das Thema Heizung hat im vergangenen Jahr die Menschen verunsichert. Viele fragen sich, welche für sie die richtige ist oder ab wann sie zum Umrüsten gezwungen sind. Sie empfehlen Wärmepumpen?_

Prof. Dr. Michael Schaub: Ein defekter Öl- oder Gaskessel kann in den allermeisten Fällen auch in unsanierten Bestandsgebäuden problemlos durch eine Wärmepumpe ersetzt werden. Das ist erst seit einigen Jahren der Fall, nämlich seitdem Wärmepumpen mit dem Kältemittel Propan verfügbar sind. Diese können auch ausreichend hohe Temperaturen für den Weiterbetrieb von Heizkörpern liefern. Der weit verbreitete Wissensstand, dass eine Wärmepumpe nur mit Fußbodenheizung effizient funktioniert, ist überholt. Bei sehr großen Gebäuden kommt als Übergangslösung ein Hybridsystem, also eine Wärmepumpe in Kombination mit einem Öl- oder Gaskessel infrage. Die Wärmepumpe übernimmt dann etwa zwei Drittel des Heizens und der Kessel ergänzt an den ganz kalten Tagen. Dies verschafft Zeit, um die Gebäudesanierung nachzuholen und den Kessel dann stillzulegen.

_Wie viel kostet denn der Umstieg auf Propan-Wärmepumpe? _
Die Preise für Wärmepumpen unterlagen in den letzten zwei Jahren massiven Schwankungen. Für typische Einfamilienhäuser liegen die Angebotspreise aktuell je nach Region und Produkt häufig zwischen 35.000 und 45.000 Euro. Dies reduziert sich bei selbstgenutztem Wohneigentum in den meisten Fällen um eine Förderung von 16.500 Euro. Bei niedrigen Einkommen, wie zum Beispiel bei Rentnerinnen und Rentnern, sind derzeit bis zu 21.000 Euro Förderung möglich. In Mehrfamilienhäusern hängt die Förderhöhe unter anderem von der Anzahl der Wohneinheiten ab. In jedem Falle sollte der erste Schritt die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans durch einen Energieberater sein. Dann wird klar, in welcher Reihenfolge Heizungstausch und Sanierungsmaßnahmen technisch und wirtschaftlich am sinnvollsten sind.

_Der Wärmepumpen-Absatz soll zuletzt eingebrochen sein._
Das ist eine Frage der Perspektive. Gemäß den Absatzzahlen des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie wurden im Jahr 2024 in Deutschland etwa 46 Prozent weniger Wärmeerzeuger aller Art verkauft als im Jahr zuvor. Doch das Jahr 2023 muss als absolute Sonderkonjunktur mit besonders hohen Absatzzahlen betrachtet werden und auch in den Corona-Jahren 2022 und 2021 waren diese schon ungewöhnlich hoch. Der Heizungsmarkt ist in Deutschland im Wesentlichen ein Austauschgeschäft; das heißt, defekte Geräte werden ersetzt. Das waren in der gesamten letzten Dekade immer um die 700 Tausend Stück pro Jahr, in 2023 dann 1,3 Millionen. Kurz gesagt war durch Vorzugseffekte und Lagerhaltung ein Absatzjahr zu viel im Markt. 2024 lag der Absatz wieder bei gut 700 Tausend Stück. Es liegt also eher eine Normalisierung vor. Der Anteil der Wärmepumpen liegt mittlerweile bei rund 27 Prozent. Davon gehen etwa zwei Drittel in Bestandsgebäude.

_Wärmepumpen brauchen aber Strom und der ist teuer, oder? _
Tatsächlich ist der Strompreis in Deutschland aktuell ungefähr dreimal so hoch, wie der Gaspreis. Das macht den Effizienzvorteil der Wärmepumpe im un- oder teilsanierten Bestand wieder zunichte, sodass die Betriebskosten in etwa gleichbleiben. Neben den oft genannten Netzentgelten ist ein wesentlicher Grund dafür jedoch das Merit-Order-Prinzip, ein europaweites Steuerungsinstrument zur Strompreisbildung an der Börse. Dabei bestimmt das teuerste eingeschaltete Kraftwerk – das ist in der Regel Gas – den Preis für die gesamte Strommenge, auch wenn diese überwiegend aus erneuerbaren Quellen stammt und für einen Bruchteil der Kosten erzeugt wurde.

_Würde eine Verlängerung der Kohle-Verstromung helfen?_
Häufig ist zu hören, China baue für günstigen Strom im großen Stil neue Kohlekraftwerke. Gemäß der jüngsten Zahlen der Internationalen Energie Agentur waren das 2024 etwa 54 Gigawatt (GW). Ebenfalls baute China in 2024 jedoch etwa 277 GW Photovoltaik (PV) und rund 80 GW Windkraft hinzu. Damit nimmt China derzeit etwa alle sechs Monate so viel Windkraft und PV neu ans Netz, wie in Deutschland insgesamt vorhanden ist. Die Gründe dafür sind, dass Strom aus Wind und PV mangels laufender Brennstoffkosten um etwa das Zwei- bis Sechsfache günstiger ist als aus thermischen Kraftwerken. Außerdem gelingt der Zubau aufgrund der industriellen Fertigung der Komponenten im Vergleich zu Kraftwerks-Einzelbauten vielfach schneller und das Stromnetz wird aufgrund der dezentralen Struktur robuster. Grüner Strom ist also längst zum Standortfaktor geworden und langfristig der einzige Weg für günstige Strompreise und somit für den Erhalt der industriellen Wertschöpfung und des Wohlstands in Europa. Hinzukommt, dass in Deutschland allein das Fünftel des Stroms, das noch aus Kohle stammt rund die Hälfte der CO2-Emissionen des Strommix‘ verursacht. Windkraft liefert bereits etwa ein Drittel des Stroms, verursacht dabei aber nur gut ein Prozent der Emissionen.

_Einige kritisieren, dass Windkraft und Photovoltaik nicht reichen, damit zu Hause immer die Heizung läuft (Stichwort Dunkelflaute). Reicht unser Stromnetz?_
Für die Energiewende ist der Netzausbau ein zentraler Baustein und zugleich eine Herkulesaufgabe. Zum einen sind massive Investitionen in Hochspannungs-Übertragungsnetze – auch „Stromautobahnen“ genannt – erforderlich, um regionale Engpässe im europäischen Verbundnetz auszugleichen. Gleichzeitig müssen die Kapazitäten in den lokalen Verteilnetzen nahezu überall nachgerüstet werden, um die zusätzlichen Verbraucher und dezentralen Erzeuger anzuschließen. Aber: Neue Energie-Infrastruktur brauchen wir ohnehin! Das Ende der flächendeckenden Erdgasnetze in Deutschland ist absehbar. Unsere Importmöglichkeiten von Erdgas per Pipeline haben sich dramatisch verschlechtert und LNG kann schon wegen der enormen Verluste bei Verflüssigung und Transport keine Dauerlösung sein. Für den Wärmesektor bedeutet dies, dass wir gut 81 Prozent des Energiebedarfs neu organisieren müssen, da dieser Anteil noch immer aus fossilen Quellen stammt. Etwa 40 Prozent davon sind Prozesswärme, die sehr hohe Temperaturen erfordert und daher grüne Brennstoffe oder direkt-elektrische Lösungen benötigt. Der Wärmebedarf für Heizen und Trinkwarmwasser kann jedoch mithilfe von Wärmepumpen zu etwa zwei Dritteln unmittelbar am Ort des Bedarfs und zum Zeitpunkt des Bedarfs aus der Umwelt entnommen werden. Diese zwei Drittel müssen also weder transportiert noch gespeichert werden. Folglich reduziert sich die erforderliche Energie-Infrastruktur für diesen Technologiepfad auf ein Drittel, nämlich den Strom. Alle anderen Technologiepfade erfordern Infrastruktur für alle drei Drittel, da dann die gesamte Wärmemenge transportiert und gegebenenfalls gespeichert werden muss.

von Andreas T. Wolf

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