Stefan Kühn: US-Regierung ersucht den Kongress um eine Erhöhung der Schuldenobergrenze (derzeit USD 28.4 Bio.)

Die bestehenden ,außergewöhnlichen‘ Maßnahmen – Riskantes Spiel mit der nationalen Kreditwürdigkeit – Einigung im Kongress wahrscheinlich, aber nur nach intensivem politischen Kampf.

BildHeute werfen wir einen Blick auf ein (regelmäßig) auftretendes Problem für die globalen Finanzmärkte: die Erreichung der Schuldenobergrenze resp. die damit verbunden die nötige Erhöhung der Limite für den US-Staatshaushalt. Gemäß Aussagen von Finanzministerin Janet Yellen wird den USA spätestens am 18. Oktober dieses Jahres das Geld ausgehen! Dann droht die Schließung der Regierung (,Government Shutdown‘) und die Aussetzung von Zahlungen, inkl. Rück- und Zinszahlungen auf US-Staatsanleihen! Eine kurzfristige Zahlungsstörung würde wohl als sogenannte ,technische Zahlungsunfähigkeit‘ (technical Default) gewertet werden, da die USA ja genügend Steuersubstrat besitzt und ein Kongressentscheid in beiden Kammern die Zahlungsfähigkeit wieder erstellen. Aber das Land würde damit seinen Nimbus als eines den einzigen Ländern verlieren, das noch nie einen Staatsbankrott erlebt hat. Die Finanzmärkte würden in negativen Fall fortan eine deutliche Risikoprämie verlangen!

Mit drastischen Worten hat denn auch US-Finanzministerin Yellen den Kongress gebeten, die Schuldenobergrenze zu erhöhen. Falls nicht, drohe eine historische Finanzkrise, warnte sie. In einem Meinungsbeitrag im „Wall Street Journal“ (WSJ) schrieb sie: „Wir würden aus dieser Krise als eine dauerhaft geschwächte Nation hervorgehen“. Die Kreditwürdigkeit der USA sei ein strategischer Vorteil, stellt die Finanzministerin fest, die von einer drohenden „ökonomischen Katastrophe“ spricht, falls diese Kreditwürdigkeit verspielt wird. Eine durch die Zahlungsunfähigkeit der US-Regierung ausgelöste Krise würde die wirtschaftlichen Schäden durch die anhaltende Corona-Pandemie verschlimmern, die Märkte in Aufruhr versetzen und die amerikanische Wirtschaft in die Rezession stürzen. Millionen Arbeitsplätze würden verloren gehen und die Zinsen dauerhaft steigen, so das Szenario, das Yellen beschreibt. US-Finanzministerin Yellen hat die Parlamentarier deshalb zu überparteilicher Zusammenarbeit aufgefordert: Ohne eine Erhöhung der Schuldenobergrenze drohe den USA ein »nicht wiedergutzumachender Schaden«. Angesichts der Bedeutung von US-Schatzanleihen als Hinterlegung bei Zentralbanken (50% der Devisenreserven sind US-Dollar) und als Pfandwerte für Finanzgeschäfte (sogenannte ,Repos‘) sind ihre Aussagen sogar leicht untertrieben!‘, stellt Finanzexperte Stefan Kühn, Vorstand der Autark AG, Duisburg, fest.

,Der US-Kongress einigt sich zwar regelmäßig wieder auf eine neue Schuldenobergrenze. Diese legt fest, wie viel Schulden die Bundesregierung aufnehmen darf (im Moment liegt dieser Wert bei USD 28.4 Bio. Das sind 10% der global ausstehenden Schulden!). Diese Obergrenze wurde im August 2019 für zwei Jahre ausgesetzt – also bis zum 31. Juli 2021. Ohne neue Vereinbarung zur Anhebung oder Aussetzung wurde zum 1. August 2021 eine Schuldenobergrenze in einer Höhe wieder eingeführt, die alle während der Aussetzung vorgenommenen Kreditaufnahmen abdeckt, das sind die vorgenannten USD 28.4 Bio. Die hochgradig gespaltene US-Politik dürfte jedoch diese routinemäßige gesetzgeberische Übung in ein für die Märkte potenziell schädliches Spektakel verwandeln!‘, so Finanzprofi Stefan Kühn von Musical and More AG, Duisburg.

Aktienkurse könnten wie 2011 unter Druck geraten
,Es wäre nicht das erste Mal: Schon 2011 und 2013 kam es zu heftigen Auseinandersetzungen um die Schuldenobergrenze. 2011 einigte man sich nur zwei Tage vor dem Tag X auf eine Anhebung. Damit konnte ein Zahlungsausfall vermieden werden. Die Ratingagentur Standard & Poor’s entzog der US-Regierung jedoch mit einer Herabstufung das seit langem bestehende AAA-Rating. In der Folge fiel der Aktienmarkt um 17 Prozent gegenüber dem Höchststand im Juli. Die Staatsanleihen blieben ihrer negativen Korrelation mit den Aktien treu – die Renditen fielen also, obwohl die Unsicherheit direkt mit der Kreditwürdigkeit der US-Staatsanleihen selbst zusammenhing.

2013 verlief anders
Im Jahr 2013 zog sich der Showdown länger hin. Nachdem die Regierung im Januar die Obergrenze erreicht hatte, wurde diese im Februar für drei Monate aus- und im Mai neu festgesetzt, ohne dass eine längerfristige Lösung gefunden war. Dann begann eine Phase, die der derzeitigen sehr ähnelte: Die Obergrenze war festgesetzt, und die Regierung agierte mit außerordentlichen Maßnahmen weiter. Der Tag X war ebenfalls für Oktober vorgesehen, und erst Mitte Oktober wurde die Schuldenobergrenze endgültig ausgesetzt. Diesmal gab es zwar keine Reaktionen der Rating-Agenturen. Die Regierung aber wurde Anfang Oktober teilweise stillgelegt, um einen technischen Zahlungsausfall zu vermeiden. Anders als 2011 entwickelten sich die Aktien in diesem Zeitraum größtenteils gut (wenn auch mit erhöhter Volatilität), während die Staatsanleihen schwächelten.

Klar scheint jedoch, dass die Aktienmärkte in den Wochen vor dem jeweiligen Tag X negativ reagierten. US-Treasuries spielten während dieser Zeit ihre risikomindernde Rolle, aber die Renditen stiegen auch von Mai bis Oktober 2013 deutlich an, als die Verhandlungen noch liefen. Das laufende Jahr ähnelt eher der Krise von 2013. Allerdings sind die Mehrheiten im Kongress diesmal anders gelagert. Im Senat braucht es 60 von 100 stimmen, die Demokraten verfügen über 50 Stimmen und die beiden Parteien sind zutiefst polarisiert. Nach den Turbulenzen um Evergrande beschäftigt uns mit diesem Drama ein weiterer Unruheherd! Hoffen wir das Beste!‘, resümiert Finanzexperte Stefan Kühn, Vorstand der Autark AG, Duisburg.

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Stefan Kühn ist Ökonom; er befasst sich seit einigen Jahren mit den volkswirtschaftlichen Veränderungen und der Interdependenz der Märkte sowie der politischen Einflussnahme in Bezug auf Unternehmen, Gesellschaft und den Geldmarkt. Er vertritt die These, dass es sich bei makroökonomischen keynesianischen und neu-keynesianischen Modellen meistens um vollständig interdependente ökonomische Systeme handelt, die nicht rekursiv, sondern nur simultan gelöst werden können. Dabei betrachtet er nicht allein rein wissenschaftliche Methoden, sondern bezieht seine Erkenntnisse aus seiner langjährigen Tätigkeit als Unternehmer und Consultant des Managements überwiegend börsennotierter Unternehmen wie der Autark Entertainment Beteiligungsholding AG, Musical & More AG, Autark Entertainment AG, u.a.

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Stefan Kühn: Hohe Rohwarenpreise locken zur Anlage in Zertifikate mit Verbindung zu Rohwarenanlagen.

Was ist ein Zertifikat? Was ist eine Verbriefung?- Der besondere Preismechanismus und die Komplexität von Rohwarenanlagen: Contango und Backwardation- Ein Blick in den ,Werkzeugkasten‘ der Finanzwelt.

BildDer Blick in den ,Werkzeugkasten‘: 1. Inhaberschuldverschreibung und Zertifikat als ,Trägerinstrument‘

,Die steigenden Energiepreise wecken das Interesse von immer mehr Anlegern. Grund genug, dass wir einen Blick in den ,Werkzeugkasten der Finanzindustrie‘ werfen, um mehr über die Geheimnisse der Produktstrukturierung zu erfahren! Als Beispiel betrachten wir ein Zertifikat auf den Preis für Erdgas!

,Trägerinstrument‘ für unser Zertifikat ist eine Inhaberschuldverschreibung, (englisch: bearer bond). Dies ist eine Schuldverschreibung (also Finanzierungsinstrumente mit Rentencharakter), die als Inhaberpapier ausgestaltet ist. Der Besitzer dieser Urkunden ist nicht namentlich benannt, was die einfache Übertragung ermöglicht und damit eine hohe Verkehrsfähigkeit sorgt.

Inhaberschuldverschreibungen werden an der Börse gehandelt und mit Hilfe der WKN (Wertpapierkennnummer) oder der ISIN-Nummer identifiziert.
Viele Anlageprodukte werden heutzutage als Zertifikate begeben. Dieser Vorgang nennt sich Verbriefung. Rechtlich betrachtet ist ein Zertifikat eine Inhaberschuldverschreibung.

Zertifikate werden von einem Emittenten (z.B. einer Investmentbank) begeben und koppeln die Inhaberschuldverschreibung als Finanzierungsinstrument für die Bank mit dem Derivativteil, nehmen wir als aktuelles Beispiel die Entwicklung des Gaspreises! Die Investmentbank achtet dabei stets darauf, dass die Rohwarenposition des Zertifikats kein Richtungsrisiko (Exposure) aufweist. Die Position ist für die Bank als Absicherer (Hedger) ,marktneutral‘.
Derivat bedeutet, dass das gekaufte Wertpapier keine direkte Investition in einen Wert darstellt. Sie kaufen also nicht den physischen Rohstoff. Die Funktion eines Derivats ist, dass es sich an der Preisentwicklung des sogenannten Basiswerts‘ orientiert, also davon ,ableitet‘ (vom lateinischen Wort ,derivare‘). Zu beachten ist auch, dass Derivate ihrerseits noch eine eigene Preisdynamik haben, wenn sie als Optionen begeben werden. Wir werden unsere Analyse aus aktuellem Anlass an einem Zertifikat auf den Gaspreis vornehmen.

NB: Beim Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers im Jahre 2008 wurde vielen Investoren schmerzhaft bewusst, dass sie das Kreditrisiko dieser Investmentbank trugen. Viele Lehman-Zertifikate verfielen wertlos! Deshalb ist dem Kreditrating (Kreditwürdigkeit) des Emittenten große Aufmerksamkeit zu schenken!‘, erklärt Finanzexperte Stefan Kühn, Vorstand der Autark AG, Duisburg.

An Rohwarenmärkten (Terminkontrakte) werden Futures gehandelt!
,Im Unterschied zu Aktien und Renten, die ,zur Kasse‘ (,Spot‘: ,auf der Stelle‘, ,hier und jetzt‘; die Begriffe in Klammern bezeichnen den englischen Fachbegriff) gehandelt werden, werden bei Rohwaren Terminkontrakte (Futures) gehandelt.
Wenn Anleger Futures (Terminkontrakte) kaufen, haben sie sowohl das Recht als auch die Verpflichtung, den der Futures-Anlage zugrundeliegenden Vermögenswert zu einem bestimmten Datum in der Zukunft zu kaufen. Beim Kassageschäft fallen Zahlung und Lieferung zeitgleich an. Im Unterschied zu Optionen bilden Futures die Preisentwicklung des Basispreises (fast) 1:1 ab. Optionen beinhalten hingegen ein Recht, aber keine Verpflichtung!

Marktteilnehmer sind Spekulanten, Investoren (zu diesen zählen auch die Absicherer, also die ,Hedger‘ des Bankenbuchs) und die eigentlichen (End-)Verbraucher (Raffinerien, Versorger, verarbeitende Industrie).
Für die Produzenten der Rohwaren (Bauern, Minenbetreiber, Energieförderer, etc.) sind Futures ein sinnvolles Instrument, um ihre Produkte zu einem bestimmten Preis zu verkaufen und damit Planungssicherheit (z.B. für Investitionen) zu haben. Die Abnehmer ihrerseits erhalten eine klare Kalkulationsbasis. Futures sind also ökonomisch wertvolle Instrumente!‘, jährt Finanzprofi Stefan Kühn von Musical and More AG, Duisburg, aus.

Der Blick in den ,Werkzeugkasten‘: 2. Contango und Backwardation!

Allerdings müssen bei der Anlage in Rohwaren gewisse Mechanismen und Komplexitäten beachtet werden. Dies betrifft vor allem die Dynamik der Futures-Terminkurve (forward curve). Das ist die Kurve, die sich durch das Abtragen der verschiedenen Futures Preise über die Zeit ergibt. Wir unterscheiden hier zwischen einer Terminkurve, die in einer ,Contango‘- resp. einer ,Backwardation‘-Formation vorliegen kann.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich diese Kurvenformationen verändern können, was seinerseits einen Effekt auf den Ertrag der Anlage hat. An den Börsen wird die Zukunft gehandelt und deshalb ändert sich ein Futures-Preis im Laufe der Zeit. Marktteilnehmer aktualisieren ihre Ansichten über den zukünftig erwarteten Spotpreis regelmäßig bei Eintreffen neuer Nachrichten! Dies verändert dann wiederum die verschiedenen Futures Preise und regelmäßig auch die Struktur der ganzen Forward Kurve!

Eine Contango-Formation (,normale‘ Termin-Kurve) liegt vor, wenn der Futures-Preis über dem erwarteten zukünftigen Spot-Preis liegt. Da der Futures-Preis zum erwarteten zukünftigen Spot-Preis konvergieren muss, impliziert Contango, dass die Futures-Preise im Laufe der Zeit fallen.

Diesen Effekt nennen wir ,die Terminkurve hinunterrollen‘ (Rolling down the curve). Eine Backwardation (,inverse‘ Terminkurve) liegt vor, wenn die Futures-Preise unter dem Spot-Preis liegen.

Wenn ein Futures-Kontrakt unter dem Kassapreis gehandelt wird, steigt er über die Zeit an, da der Preis nach Ablauf des Kontrakts schließlich mit dem Kassapreis konvergieren muss. Dies ist wünschenswert für Investoren, die den ,Markt gekauft‘ haben (,long the market‘ sind): sie möchten ja, dass der Futures-Preis steigt. Diesen Effekt nennen wir ,die Kurve hochrollen‘ (Rolling up the curve).

Backwardation tritt am wahrscheinlichsten auf, wenn ein bestimmter Rohstoff kurzfristig knapp wird – insbesondere bei ,weichen‘ Rohstoffen (,soft commodities‘) wie Öl und Gas. Sie ist weniger wahrscheinlich bei ,harten‘ Rohstoffen wie Gold oder Silber (hier gibt es große Vorräte). Bei anderen harten Rohstoffen, die industriell verbraucht werden (z.B. Kupfer oder Uran) kann hingegen auch eine Backwardation auftreten. Dies zum 1. Teil der Ausführungen, im 2. Teil analysieren wir die Ertragskomponenten unseres Zertifikats und die Preisbildung im gegenwärtigen Umfeld!‘, stellt Finanzexperte Stefan Kühn, Vorstand der Autark AG, Duisburg, in Aussicht.

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Stefan Kühn: China – die aufstrebende Weltmacht: Wer ist Xi Jinping?

Der neue, starke Mann – Ein Blick hinter die Kulissen der Macht! Bei den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag der Partei Chinas (KPCh) trat Präsident Xi Jinping im hellgrauen Mao-Anzug auf die Bühne.

BildSeine engsten Mitarbeiter standen in gebührendem Abstand von ihm entfernt! Xi verkündete in der weichen chinesischen Sprache eine stahlharte und unmissverständliche Botschaft: China strebt nach einer starken Rolle in der Welt! … ja, einer führenden Rolle in Politik, Wirtschaft und der weltpolitischen Bühne! Notfalls auch mit militärischen Mitteln – eine klare Drohung an Taiwan und seine Verbündeten, allen voran die USA! (Wir haben berichtet!) China lässt diesen Worten auch Taten folgen, verfügt das Land doch mittlerweile über das größte stehende Heer der Welt und auch über die zahlenmäßig größten Marine (Allerdings gibt es qualitativ noch große Unterschiede zu den USA mit ihren 20 Flugzeugträgerkampfgruppen!)!
Mit mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern stellt China das bevölkerungsreichste und gemessen an seiner Gesamtfläche das drittgrößte Land der Erde dar. Und allein schon aufgrund dieser Zahlen ist China ein Gigant! Gemäß ihrer sozialistischen Verfassung steht die Volksrepublik China „unter der demokratischen Diktatur des Volkes“, wurde jedoch von Beginn an allein von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) totalitär regiert. Und dies dürfte sich unter Xi nicht ändern, eher hat sich die Kontrolle der KPCh über die Bevölkerung unter der Ägide Xis noch verstärkt!“ fasst Stefan Kühn, von der AUTARK Entertainment Beteiligungsholding AG, die wichtigsten Aussagen zu China zusammen.

Wer ist Xi Jinping, der neue starke Mann Chinas? – 7 Fakten über Xi Jinping, den Musterschüler! Fall des Vaters als Erklärung von Xis Motivation!

Xi wurde am 15. Juni 1953 in Peking geboren. Sein Vater war ein kommunistischer Spitzenfunktionär – Xi wurde also als sogenannter ,roter Prinz‘ geboren! Sein Vater fiel allerdings während der Kulturrevolution als ,Abweichler‘ und ,Konterrevolutionär‘ in Ungnade. Deshalb stand seine Familie jahrelang unter Beobachtung der Roten Garden. Das traurige Ende: 1962 verhaftete man seinen Vater. 1969 zog es den 15-jährigen Xi Jinping ins chinesische Hinterland. Unfassbar, aber wahr: dort lebte dort der heutige Staatspräsident der Volksrepublik China in einer kleinen Höhle und arbeitete als Bauernjunge. Er wurde von seinem Umfeld aufgrund seiner Herkunft böse traktiert. Sein großes Ziel dennoch: irgendwann mal Politiker werden. Er bildete sich weiter und verschlang unzählige Bücher, darunter auch Goethes Faust und sein Lieblingswerk „Das Kapital“ von Karl Marx, dem Urvater des Kommunismus.

Obwohl sein Vater von den Kommunisten verfolgt und inhaftiert wurde, wollte der junge Xi also unbedingt der kommunistischen Partei beitreten – lange Zeit vergeblich. Immer wieder kassierte er Absagen. Erst beim 10. Anlauf im Jahr 1973 funktioniert es dann. Das war der Startschuss für seine politische Bilderbuch-Karriere.

2 Jahre später kehrte er nach Peking zurück und arbeitete sich geduldig nach ganz oben. 2013 wählte man ihn zum Staatspräsidenten der Volksrepublik China. Der Grund für seine mustergültige und brennende Motivation: damit ihm nicht dasselbe passiert wie seinem Vater, will er der Musterschüler sein, der die Strategie der KPCh kompromisslos vorantreibt!“ beschreibt Stefan Kühn den mächtigsten Mann Chinas.

Und wie ist einer der mächtigsten Männer der Welt privat?
Von Xi wird gesagt, dass er ein Frühaufsteher ist und schon vor dem Sonnenaufgang auf den Beinen ist.
Sein Anwesen liegt direkt neben der berühmten „Verbotenen Stadt“: im Gebäudekomplex Zhongnanhai im Herzen Pekings. Dies ist nichts Ungewöhnliches! Als Parteifunktionär verdient man zwar nicht so viel wie in der Privatwirtschaft, aber es gibt andere Privilegien, wie parteieigene Ferienanlagen oder Parteiuniversitäten – und natürlich Macht! Obwohl Xi ein tadelloses und integreres Leben führt, veröffentlichte die Nachrichtenagentur Bloomberg 2012 eine Meldung, nach der die Familie Xis durch Ausnutzung ihrer politischen Beziehungen ein Vermögen von mehreren hundert Millionen Dollar erworben haben soll. Andere Schätzungen sprechen sogar von einem Vermögen von 1.5 Milliarden Dollar! Der Nachrichtendienst Bloomberg wurde jedenfalls danach in China gesperrt. Die Regierung ist da nicht zimperlich!
Xi lebt sehr weiträumig und komfortabel – seiner Stellung angepasst: Das Gelände von Xis Heim mit eigenem See ist 6 Quadratkilometer groß. Hier veranstaltet er auch viele Treffen der Kommunistischen Partei.
Glaubt man den chinesischen Staatsmedien, erledigt er morgens als erstes jede Menge Schreibkram. Danach stehen viele Besprechungen an.
Xi ist dafür bekannt, bis spät in die Nacht zu arbeiten. Er selbst sagt: „Ich habe Freude an der Erschöpfung“.
Und: Xi Jinping ist ein bekennender Fußball-Fan. Von seinen Trips in alle Welt kommt der 68-jährige oft mit Souvenirs zurück.
Mittlerweile besitzt er eine beachtliche Trikot-Sammlung. Englands Superstar David Beckham hat ihm sogar persönlich eins überreicht. Auch von deutschen Clubs hat er Outfits!“ so Stefan Kühn.

Der volksnahe Präsident!
Bei seinen Vorgängern galt: Je unnahbarer ein Präsident ist, desto größer ist sein Ansehen!

Xi Jinping aber lebt das genaue Gegenteil: Er will offen, menschlich und vor allem volksnah rüberkommen. In China eine Revolution!

Ende 2013 tauchte er sogar ohne Bodyguards in einem kleinen Restaurant in Peking auf, stellte sich in die Schlange, bestellte Essen und hielt sogar Smalltalk mit anderen Gästen.

Dahinter steckt natürlich Kalkül: Mit seinen öffentlichen Auftritten sichert er sich Zustimmung im Volk. Und mit dem Rückhalt baut er Schritt für Schritt seine Macht in der Partei aus.

Außerdem fliegt Chinas Präsident immer mit einer normalen Passagiermachine. Was sich bodenständig anhört, ist aber mit einem riesigen Aufwand verbunden. Denn die Flieger stattet man jedes Mal extra für ihn mit einem Wohn- und Schlafzimmer sowie einem Büro aus. Hinterher wird dann alles wieder zurückgebaut!“ weiß Stefan Kühn.

Der chinesische Präsident und Winnie Puuh stehen hingegen auf Kriegsfuß!
Xi Jinping kann aber auch mächtig sauer werden. Bei seinem ersten Treffen mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama wird Winnie Puuh für Xi zum Problembär. Winnie the Pooh ist für Menschen in ganz China zu einer unbeschwerten Art geworden, ihren Präsidenten Xi Jinping zu verspotten, aber es scheint, dass die Regierung diese Witze nicht für sehr lustig findet.

Es begann als Xi 2013 die USA besuchte. Ein Bild von Xi und dem damaligen Präsidenten Barack Obama, die zusammen über der Wiese vor dem Weißen Haus gingen, spornte Vergleiche mit Winnie – einem beleibten Xi – an, der mit Tigger, einem schlaksigen Obama, spazierte.

Als die Vergleiche zunahmen und sich das Meme online verbreitete, begannen die chinesischen Zensoren, die Bilder zu löschen, die Xi verspotteten. Ein anderer Vergleich zwischen Xi und Winnie während einer Militärparade im Jahr 2015 wurde laut Global Risk Insights sogar zum am stärksten zensierten Bild des Jahres. Die chinesische Regierung betrachte das Meme als „einen ernsthaften Versuch, die Würde des Präsidentenamtes und Xi selbst zu entwürdigen!“ erklärt Stefan Kühn.

Der Widerspruch zwischen liberalen und repressiven Weltanschauungen ist nur ein Problem aus westlicher Sinn – China löst diesen Spannungsbogen mit Ying und Yang!

Der Widerspruch zwischen liberalen und repressiven Weltanschauungen schlug sich aus westlicher Sicht im 3. Plenum des 18. Zentralkomitees nieder, das sich im November 2013 getroffen hatte. Damals hieß es zwar, dass künftig der Markt eine entscheidende Rolle im Wirtschaftsgeschehen einnehmen sollte, weshalb viele westliche Beobachter bereits frohlockten. Es waren in dem Dokument jedoch auch die Zeilen zu finden, dass der Staat weiterhin eine führende Rolle in der chinesischen Wirtschaft einnehmen werde.

Von Xi ist keine Änderung dieser Strategie zu erwarten: Stabilität hat für die chinesischen Machthaber oberste Priorität und ein tiefgreifender Umbau der Wirtschaft widerspricht diesem Ansinnen. Xi Jinping betont seine mittel- und langfristigen Visionen, wonach sich die reale Wirtschaftsleistung Chinas in den nächsten Jahren – trotz Corona – gegenüber 2010 verdoppeln soll. Bis jetzt ist das Reich der Mitte auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Es spricht viel dafür, dass die Wirtschaft auch in diesem Jahr wieder um mindestens 6,7% zulegen wird. Langfristig träumt Xi Jinping von einer Wiedergeburt der chinesischen Nation, durch die er der Welt zum 100. Geburtstag der Volksrepublik im Jahre 2049 zeigen will, welche Vorteile der Einparteienstaat und der vielbeschworene «Sozialismus mit chinesischen Eigenschaften» gegenüber anderen Gesellschafts- und Wirtschaftsformen haben! Eine klare Kampfansage an das westliche Wirtschaftssystem und die Demokratie!“ fasst Stefan Kühn nüchtern zusammen.

In der Nachfolge von Mao und Deng – so mächtig wie Deng und mit denselben Titeln!

Wie Deng Xiaoping, der die Volksrepublik China faktisch von 1979 bis 1997 regierte, wird Xi als ,überragender Führer‘ bezeichnet und vereint sowohl das Amt des Staatspräsidenten, des Parteichefs und des Vorsitzenden der Mächtigen Militärkommission inne. Xi sieht sich also klar in der Nachfolge von Mao und Deng, wie auch die Anordnung auf den staatlichen Propagandabildern beweist! Die Symbolik ist in China von zentraler Bedeutung – in Bild, Ton und Schrift! Wie seine beiden großen Vorgänger kann er nun zeitlich auch unbeschränkt regieren, seit der Volkskongress die Amtszeitbeschränkung des Präsidentenamtes von 10 Jahren aufgehoben hat! Dieser Mann wird also die Geschicke Chinas noch einige Jahrzehnte prägen, das Ziel ist vorgezeichnet und Xi der hartnäckige und motivierte Staatschef! Allerdings nehmen die Probleme für Xi auch zu: so gibt es in China immer noch mehr als 100 Mio. bettelarme Wanderarbeiter und trotz wirtschaftlichen Erfolgen fühlen sich viele Chinesen vom Fortschritt vergessen und machen ihrem Ärger vermehrt Luft!“ stellt Stefan Kühn in die Perspektive. Die weitere Entwicklung Chinas unter Xi wird spannend bleiben!

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