EU-Tierversuchsstatistik 2023

Die Zahlen offenbaren trotz einiger Schwankungen einen konstant hohen Tierverbrauch. Auch behördlich anerkannte tierversuchsfreie Methoden werden weiterhin nicht konsequent eingesetzt.

BildRund 9,1 Millionen Tiere starben in Europas Laboren

Die kürzlich von der EU-Kommission veröffentlichte Tierversuchsstatistik zeigt: 2023 mussten in Europa rund 9,1 Millionen Tiere für Versuche leiden und sterben. Deutschland trägt mit über 1,2 Millionen Tieren mehr als 13% dazu bei und liegt damit hinter Frankreich mit 1,5 Millionen Tieren erneut auf dem zweifelhaften zweiten Platz. Ärzte gegen Tierversuche kritisiert die seit Jahren auf hohem Niveau verharrenden Zahlen. Selbst behördlich anerkannte tierversuchsfreie Methoden werden weiterhin nicht konsequent eingesetzt.

2023 wurden in der EU und Norwegen 7.974.226 Tiere erstmals in Tierversuchen eingesetzt. Hinzu kamen 102.369 „wiederverwendete“ Tiere, sodass insgesamt 8.076.595 Tiere direkt in Versuchen verwendet wurden. Weitere 330.458 Tiere wurden für die Entwicklung genetisch veränderter Linien genutzt, fast die Hälfte davon (158.467) in Deutschland. Für den Erhalt solcher Linien kamen 666.555 Tiere hinzu, 30% mehr als 2022. Insgesamt erfasst die EU-Statistik damit 9.073.608 Tiere. Für Deutschland liegt die von der EU angegebene Gesamtzahl bei 1.456.562 Tieren.

Die deutsche Statistik zählt zusätzlich die für wissenschaftliche Zwecke, also etwa zur Organentnahme, getöteten Tiere sowie die sogenannten Überschusstiere. Diese wurden gezüchtet und getötet, aber nicht in Versuchen verwendet. In deutschen Laboren wurden im Jahr 2023 somit insgesamt 3.501.693 Tiere verwendet. Das bedeutet, dass rund 42 % der im Rahmen von Tierversuchen getöteten Tiere in der EU-Statistik nicht erfasst werden, sodass die tatsächliche Zahl der betroffenen Tiere noch deutlich höher liegt.

Den größten Anteil in der EU und Norwegen unter den erstmals in Tierversuchen verwendeten Tieren machten Mäuse mit über 3,5 Millionen, Fische mit über 2,8 Millionen und Ratten mit über 570.000 Tieren aus. Doch auch viele andere Tiere mussten leiden und sterben: 8.352 Hunde wurden verwendet, nahezu so viele wie 2022 mit 8.709. Besonders alarmierend sind die starken Zuwächse bei Katzen – von 1.409 auf 1.840 Tiere (ca. +30 %) – sowie in der Kategorie „andere Raubtiere“, die von 840 auf 5.154 Tiere anstieg (+513 %). Auch die Zahl der Kopffüßer stieg drastisch von 2.676 im Jahr 2022 auf 7.055 im Jahr 2023 – ein Zuwachs von 163%.

Ein kleiner Lichtblick: Die Zahl der erstmals eingesetzten Primaten sank 2023 auf 5.836 Tiere – ein Rückgang von 24 % gegenüber den 7.650 im Vorjahr. Die meisten Primaten werden vermutlich in leidvollen Toxizitätstests eingesetzt; viele müssen zudem jahrelang in invasiver Hirnforschung leiden, wie aus früheren Statistiken und Berichten hervorgeht (2). Deutschland liegt bei der Verwendung von Affen erneut auf dem zweiten Platz mit 1.665 Tieren, hinter Frankreich mit 3.459 Tieren.

Im Vergleich zu 2022 zeigt die EU-Statistik für 2023 lediglich einen mageren Rückgang der erstmals eingesetzten Tiere um 4,9% – absolut nicht im Einklang mit der explosionsartigen Verfügbarkeit leistungsstarker tierversuchsfreier Methoden.

Der Anteil der „schwer belastenden“ Tierversuche sank 2023 nur minimal auf 8,7%, was für über 703.000 Tiere besonders extremes Leiden bedeutete. Zu beachten ist, dass die Tierversuchsforscher den Schweregrad in ihren Tierversuchsanträgen selbst angeben – eine Unterklassifizierung ist daher wahrscheinlich. In den Vorjahren schwankte der Anteil schwer belastender Tierversuche zwischen 9 und 11%.

2023 wurden 37% der Tiere (3,1 Millionen) in translationaler und angewandter Forschung verwendet, rund 34% für die per Definition zweckfreie Grundlagenforschung (rund 3 Millionen Tiere). Bei regulatorischen Tests, also gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen, sank die Zahl der Tierversuche 2023 um 4,6% auf 1,05 Millionen Tiere – ein Trend, der seit Jahren anhält und vor allem auf Änderungen bei Arzneimittelvorschriften zurückzuführen ist. Früher war der Rückgang jedoch deutlich stärker, etwa 16% von 2021 auf 2022.

„Bei Pyrogentests an Kaninchen gab es 2023 nur einen Rückgang von 7% gegenüber 2022. Wir hatten einen viel stärkeren Abfall erwartet, da der Test bereits auf dem Weg war, 2025 aus dem Europäischen Arzneibuch gestrichen zu werden“, kritisiert Dr. Dilyana Filipova, wissenschaftliche Referentin bei Ärzte gegen Tierversuche.

Diese Streichung ist nach Ansicht von Ärzte gegen Tierversuche längst überfällig, da tierversuchsfreie Verfahren bereits seit 30 Jahren verfügbar sind und nun 2025 das Ende der Kaninchenversuche einläutet (3). Dennoch starben 2023 in der EU noch 17.770 Kaninchen für Pyrogentests, davon rund 700 in Deutschland.

Trotz anerkannter tierversuchsfreier Methoden für gesetzlich vorgeschriebene Tests werden weiterhin alarmierend viele Tiere verwendet. „Bei Hautsensibilisierungstests (Allergietests) starben 29.365 Tiere, bei Hautirritationstests 2.816 Tiere und bei Augenirritationstests 334 Tiere – obwohl für alle drei Bereiche validierte, regulatorisch anerkannte tierversuchsfreie Methoden verfügbar sind“, kritisiert Filipova.

„Besonders besorgniserregend: Die Tierversuche für Industriechemikalien steigen weiter an“, warnt Filipova. 2023 wurden 174.634 Tiere dafür eingesetzt – 15% mehr als 2022 und 41% mehr als vor fünf Jahren im Jahr 2018.

Die Zahlen offenbaren trotz einiger Schwankungen einen konstant hohen Tierverbrauch. Besonders erschütternd bleibt der Einsatz von Tieren in Versuchen mit behördlich akzeptierten tierversuchsfreien Methoden. „In Bereichen mit Rückgängen sind diese viel zu langsam und geringer als erwartet. Gleichzeitig steigen Tierversuche in anderen Feldern an, obwohl die Zahl präziser, menschen-relevanter Methoden explodiert. Wir fordern eine klare Strategie auf nationaler und EU-Ebene mit dem Ziel der vollständigen Abschaffung von Tierversuchen!“, so Filipova.

Quellen:

* Summary report on statistical information on the use of animals for scientific purposes in the Member States of the European Union and Norway in 2023. Europäische Kommission, 31.03.2026
* Affenhirnforschung – Großes Leid für Affen, kein Nutzen für Menschen, Ärzte gegen Tierversuche, 15.08.2023
* Endlich: Ende des Kaninchen-Pyrogentests in Sicht, Pressemitteilung von Ärzte gegen Tierversuche vom 16.07.2024

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Übernachtungen fast wieder auf Vor-Pandemie-Niveau

Aufenthaltsdauer und Übernachtungen von Gästen in Wolfsburg nehmen weiter zu

BildWolfsburg, 15.04.2025 – Die aktuell veröffentlichten Übernachtungszahlen des Jahres 2024 für den Tourismusstandort Wolfsburg geben Anlass zur Hoffnung: Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erfasste für Wolfsburg im vergangenen Jahr über 626.000 Übernachtungen, was einer Steigerung um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg gleichzeitig von 1,8 auf 1,9 Nächte. Für die Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH (WMG) und den Tourismusbeirat begründet sich diese positive Entwicklung sowohl in der Attraktivität des Tourismusstandorts Wolfsburg als auch in den größeren Messen und Events des vergangenen Jahres, wie z.B. die IZB, das GTI-Fanfest, das EM-Base-Camp der niederländischen Nationalmannschaft oder auch die Driving Experience von Volkswagen. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie stiegen die Übernachtungszahlen für ein ganzes Jahr wieder auf über 600.000 und nähern sich damit dem Rekordjahr 2019 mit 650.000 Übernachtungen weiter an. Insgesamt verzeichnete das LSN in Wolfsburg im vergangenen Jahr 626.058 Übernachtungen bei 334.973 Gästeankünften.

„2024 war nach dem Rekordjahr 2019 rein statistisch gesehen das zweitbeste Tourismusjahr für Wolfsburg. Das ist für sich allein gesehen eine gute Nachricht und Bestätigung für das gemeinsame Engagement der touristischen Partner“, erläutert Jens Hofschröer, Wirtschaftsdezernent und Geschäftsführer der WMG. „Vor allem für die überwiegend mittelständisch geprägte Tourismuswirtschaft ist die Steigerung von Übernachtungen und Aufenthaltsdauer enorm wichtig. Jedoch darf die positive Statistik nicht über die strukturellen Herausforderungen der Branche hinwegtäuschen. Bei einem gleichzeitig größeren Wettbewerb setzen Kostensteigerungen und verändertes Buchungsverhalten die Betriebe weiterhin unter hohen finanziellen Druck. Der Tourismus ist für Wolfsburg jedoch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – mit Auswirkungen weit über die Branche hinaus. Die positive Entwicklung bekräftigt uns daher, die gemeinsame Strategie für den Tourismusstandort fortzusetzen und die Qualitäten der Stadt mit überregionalen Kampagnen im MICE-Bereich mit Unterstützung unseres Convention Bureaus weiter sichtbar zu machen,“ so Hofschröer weiter.

2024 waren beim LSN für Wolfsburg im Durchschnitt 48 Unterkunftsbetriebe mit rd. 5.600 Betten gemeldet. Meldepflichtig sind Betriebe ab zehn Betten. Insgesamt konnten 334.973 Gästeankünfte verzeichnet werden. Das setzt den Trend der sich nach der Pandemie erholenden Zahlen fort. Durchschnittlich verbringen Gäste 1,9 Nächte in Wolfsburg, was für eine Großstadt zwischen 100.000 und 250.000 Einwohnern ein ordentlicher Wert ist.

Christoph Neumann, Vorsitzender des Tourismusbeirats der WMG, ordnet ein: „Wir freuen uns über die positive Entwicklung, sehen aber auch die Bedeutung der großen Messen und Veranstaltungen im vergangenen Jahr. Diese werden für den Standort zunehmend wichtiger, denn die wirtschaftliche Lage ist für unsere Branche weiterhin angespannt. Einige Betriebe haben ihr Angebot im vergangenen Jahr aus Kostengründen und Personalmangel bereits reduzieren müssen oder kämpfen mit geringen Margen und einem hohen finanziellen Druck. Als Tourismusbeirat unterstützen wir daher umso mehr die gemeinsamen touristischen Maßnahmen der WMG, um die Qualitäten des Tourismusstandorts Wolfsburg weiter sichtbar zu machen und weitere Gäste in Wolfsburg willkommen zu heißen.“

Das Ziel von Tourismusbeirat und WMG ist es, mit vereinten Kräften intensiv um Freizeittouristen und Tagungsgäste zu werben und neue Zielgruppen zu erschließen. So hat die WMG gemeinsam mit ihren Partnern aus der Marketingkooperation – bestehend aus Autostadt Wolfsburg, Designer Outlets Wolfsburg, VfL Wolfsburg sowie phaeno – die Kampagnenstrategie für 2024 neu ausgerichtet und Wolfsburg unter anderem im Zuge der gemeinsamen „Familyeeeah!“-Kampagne reichweitenstark und zielgruppenorientiert als attraktive Destination für Familien positioniert. Im Bereich des Tagungstourismus in Wolfsburg konnte die WMG durch die vielfältigen Aktivitäten des Wolfsburg Convention Bureaus den Bekanntheitsgrad Wolfsburgs als attraktiven Tagungsstandort auch deutlich über die Regionsgrenzen hinaus steigern. Diese erfolgreiche Entwicklung ist nicht zuletzt das Ergebnis einer intensiven und partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Wolfsburger Tourismusakteuren, die darauf abzielt, Wolfsburgs Stärken als Tagungsstandort in einer gemeinschaftlich getragenen Vermarktungsstrategie zusammenzuführen.

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Selbsthilfeinitiative veröffentlicht neue Statistik zu Post-Vac-Syndrom bei über 4.900 Ratsuchenden

Bei der bundesweit aktiven Selbsthilfeinitiative zu Impfkomplikationen haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie mittlerweile über 4.900 Personen gemeldet.

BildBei den Ratsuchenden besteht der Verdacht auf eine über das Maß einer üblichen Impfreaktion hinausgehenden und fortdauernden Schädigung im zeitlichen und möglicherweise kausalen Zusammenhang zur Verabreichung eines Vakzins. Entsprechend macht der Leiter des ehrenamtlichen Angebots, Dennis Riehle (Konstanz), in einer aktuellen Aussendung deutlich, wonach die Dynamik in der Zahl der eingehenden Anfragen in den letzten Monaten wieder deutlich zugenommen habe und sich derzeit täglich rund zehn Menschen nach Erfahrungswerten bezüglich Diagnostik, Behandlung und sozialer Ansprüche erkundigten. „Von den 4.989 Ratsuchenden wurden 4.376 gegen Corona geimpft, die restlichen Patienten haben eine Impfung gegen Grippe, Gürtelrose, Masern, FSME oder Hepatitis erhalten. Der überwiegende Teil der Impfschäden, nämlich 52 %, bezieht sich dabei auf nachfolgende Gesundheitsbeeinträchtigungen im neurologischen Bereich. Hierzu gehören Schmerzsyndrome, Missempfindungen, Sensibilitätsstörungen, Lähmungserscheinungen, kognitive Defizite oder Erschöpfung, die erstmalig im Anschluss an die jeweilige Immunisierung auftraten und daher in temporärer Nähe zum Piks stehen, was den Verdacht auf eine Kausalität zumindest nahelegt – zumal die allermeisten Betroffenen zuvor gesund waren beziehungsweise keine Krankheiten hatten, die in Wechselwirkung mit den nun aufgetretenen Erscheinungen zu sehen sind“, so Dennis Riehle, der selbst seit 2021 von einem Post-Vac-Syndrom betroffen ist.

Der Psychologische und Sozialberater ergänzt: „Weitere 23 % der bei uns eingegangenen Meldungen umfassten Symptome aus dem Fachgebiet der Kardiologie, zumeist Herzrhythmusstörungen, starke Blutdruckschwankungen, allgemeine Kreislaufprobleme und nicht zuletzt in wenigen Ausnahmen auch Herzmuskelentzündungen. 11 Prozent sind internistische Auffälligkeiten, vor allem umfassen sie auffallende Laborparameter wie erhöhte Leberwerte, plötzlich auftauchende Hyperglykämien (erhöhte Blutzuckerwerte) und nicht zuletzt Gefäßveränderungen. Acht Prozent sind dem psychiatrischen Bereich zuzuordnen, gerade Panik- und Angstzustände, die vor der Impfung nicht vorhanden waren. Der Rest teilt sich dann in dermatologische Beschwerden (vor allem Urtikaria – Hautausschläge) und unspezifische Sehstörungen, Schwindel und Tinnitus“, sagt Dennis Riehle, der dabei betont: „Aus der Statistik herausgerechnet sind all jene Fälle, bei denen die Betroffenen eindeutige Nebenwirkungen der Impfung schilderten, die sich innerhalb weniger Tage zurückbildeten und daher nicht als Komplikation zu betrachten sind. Damit sind die rund 4.900 Fälle bereits als bereinigt anzusehen“. Riehle verweist auf die weiterhin schwierige Versorgungslage der Betroffenen: „Viele niedergelassene Haus- und Fachärzte sind mit dem Erkennen und Therapieren einer Impfschädigung überfordert, zumal es bislang keine ursächlichen Behandlungsansätze gibt. Gleichermaßen kann aber gesagt werden, dass sich die Vorgehensweise nicht wesentlich von jenem bei Long-Covid unterscheidet und sich vor allem auf symptomatische Maßnahmen bezieht, beispielsweise Schmerzreduktion, Unterstützung mit einer antidepressiven Medikation und Psychotherapie, Substitution von Mikronährstoffen und Antioxidantien, Ernährungsanpassung, Schlafhygiene, leichte Aktivierung, Rehabilitation, Lichttherapie, Akupunktur, Physio- und Ergotherapie. Daneben sollte immer geprüft werden, ob durch die Impfkomplikation möglicherweise ein Anspruch auf soziale Entschädigung, eine Behinderteneigenschaft, Erwerbsminderungsrente oder vorübergehende Pflegeleistungen besteht“, betont Riehle und ermutigt: „Viele Patienten haben Linderung erfahren können!“.

Die kostenlose Beratung der Selbsthilfeinitiative ist überregional unter www.selbsthilfe-post-vac-syndrom.de erreichbar.

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Das ehrenamtliche Büro für Öffentlichkeitsarbeit unterstützt gemeinnützige Vereine und Initiativen in der Pressearbeit, Kommunikation und im Marketing. Es wird vom Konstanzer Journalisten Dennis Riehle geleitet.

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