Stadttaubenprojekt in Schweinfurt: Großartige Bilanz nach 4 Jahren – Tausch von bisher 7.000 Eiern

Großartige Bilanz: Seit Beginn des Stadttaubenprojekt Holubka in Schweinfurt wurden bis heute über 7.000 Eier getauscht.

BildStadttaubenprojekt Holubka in Schweinfurt: Pro Animale zieht großartige Bilanz nach 4 Jahren – Durch den Tausch von bisher 7.000 Eiern wurde tausendfaches Tierleid verhindert

Schweinfurt, 18.06.2026

Sie sind allgegenwärtig in unseren Fußgängerzonen, unter Brücken und auf Bahnhofsvorplätzen: Stadttauben. Zum Tag der Taube am 13.06.2026 machte die Tierschutzorganisation _Pro Animale für Tiere in Not e.V._ auf das oft ignorierte Elend dieser Tiere aufmerksam und zeigt mit ihrem Vorzeigeprojekt „Holubka“ in Schweinfurt, wie Tierleid gelindert werden und ein friedliches Miteinander von Mensch und Tier gelingen kann.

Vom Haustier zum missachteten Straßentier: Das menschengemachte Elend

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme, Stadttauben seien Wildvögel, muss man korrigieren, Stadttauben stammen von domestizierten Haus- und Brieftauben ab. Viele Generationen lang bis heute werden diese Tiere vom Menschen gezüchtet; heutige Stadttauben sind ihre verwilderten Nachkommen oder ausgesetzte Brief- und Hochzeitstauben. Aufgrund ihrer ausgeprägten Standorttreue leben sie meist in Städten in der Nähe des Menschen. Dort ernähren sie vornehmlich von Essensresten und Abfällen, was zu schwerer Mangelernährung und starken gesundheitlichen Problemen beitragen kann. Viele Stadttauben leiden unter Krankheiten, Verletzungen und schwierigen Lebensbedingungen in dem urbanen Lebensraum.
„Das Leid und die Verelendung der Tauben in unseren Städten wird von vielen Stadtverwaltungen noch immer hingenommen und durch drastische Fütterungsverbote und Vergrämungsmaßnahmen teilweise verschärft“, kritisiert Pro Animale. „Dabei sind Stadttauben auf die Fürsorge durch uns Menschen angewiesen. Tauben sind soziale, intelligente und friedfertige Tiere. Sie gehen meist lebenslange Paarbindungen ein und leben in komplexen sozialen Strukturen.

Was viele nicht wissen: Tauben sind keineswegs einfältige Stadtvögel .Tauben zählen zu den kognitiv leistungsfähigsten Vogelarten. Wissenschaftliche Studien belegen, dass sie menschliche Gesichter wiedererkennen, komplexe visuelle Aufgaben lösen, über ein ausgeprägtes Langzeitgedächtnis verfügen und bemerkenswerte Orientierungsleistungen erbringen“

Betreute Taubenschläge als Lösung: Erfolgsprojekt „Holubka“ in Schweinfurt

Dass es auch anders geht, beweist Pro Animale seit 2022 erfolgreich mit dem Stadttaubenprojekt „Holubka“ in Schweinfurt. Das Konzept basiert auf dem „Augsburger Modell“ und leistet tierschutzgerechtes Management durch betreute Taubenschläge:

* Effektive Geburtenkontrolle (Eiertausch): Da die Tauben ihre Nester in den geschützten Schlägen statt an gefährlichen Orten wie Brücken oder Unterführungen bauen, kann das Team die frisch gelegten Eier unkompliziert gegen Kunsteier austauschen. Über 7.000 Eier konnten in Schweinfurt seit dem Start im Jahr 2022 bereits getauscht werden – der einzig wirksame Weg zur Eindämmung der Population und nachhaltigen Verhinderung von Tierleid.
* Gesundheit und Sauberkeit: In den Schlägen erhalten die Tiere artgerechtes Futter und sauberes Trinkwasser sowie medizinische Betreuung. Das Ergebnis: Die Tiere sind gesund, halten sich überwiegend im Schlag auf und der gefürchtete Hungerkot im Stadtgebiet wird drastisch reduziert.

Ein Appell an Städte und Bürger

Vergrämung und Ignoranz müssen enden

Pro Animale wirbt mit dem Erfolg seines Stadttaubenprojekts für ein Ende von Vergrämung und Ignoranz. Nur durch kontrollierte Taubenschläge lässt sich das populationsbedingte Konfliktpotenzial in den Innenstädten dauerhaft und human lösen.

Erste-Hilfe und Mitgefühl für bedürftige Tauben

Tauben werden oft Opfer von Kollisionen im Straßenverkehr oder verletzen sich an Vergrämungsmaßnahmen und menschlichem Unrat. Der Verein bittet Mitbürgerinnen und Mitbürger, wachsam zu sein und verletzte oder kranke Tauben zu sichern. Hilfe bietet der Verein für Tauben aus dem Raum Schweinfurt unter der Nummer 0170 4539894.

Mithilfe und Pflegestellen gesucht

Der Verein sucht dringend Menschen, die ehrenamtlich bei der Versorgung der Stadttauben und bei der Pflege kranker und verletzter Tauben und mutterloser Taubenkinder helfen möchten. Auch für unerfahrene Menschen bietet der Verein Anleitung und Einarbeitung an. Sie haben Interesse und möchten helfen? Bitte wenden Sie sich an Natascha Wothke von Pro Animale unter 0170 4539894.

Spenden zur Weiterfinanzierung des Projekts

Da sich das Projekt rein aus Spenden finanziert, bittet die Organisation dringend um Unterstützung. Jede Spende oder regelmäßige Patenschaft („Sterntaler“) hilft direkt dabei, das nachhaltige und einzig tierschutzkonforme Projekt und die Versorgung der Schweinfurter Tauben zu sichern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Vereins:

https://pro-animale.de/stadttauben/

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Pro Animale für Tiere in Not e.V.
Frau Stefanie Laab
Im I. Wehr 1
97424 Schweinfurt
Deutschland

fon ..: 0151 59208508
web ..: https://pro-animale.de/
email : vorstandsassistenz@pro-animale.de

Über Pro Animale:
Pro Animale für Tiere in Not e.V. setzt sich seit vier Jahrzehnten national und international für das Wohl von in Not geratenen Tieren ein. Neben 26 Tierherbergen in Europa und der Türkei betreibt der Verein nachhaltige Tierschutzprogramme wie das Schweinfurter Stadttaubenprojekt, Kastrationsprogramme für Straßentiere in der Türkei sowie ein Programm zum Schutz polnischer Kettenhunde. Über 3600 Tiere stehen unter dem Schutz der Organisation und werden vollverantwortlich in deren Tierschutzeinrichtungen versorgt.

Pressekontakt:

Pro Animale für Tiere in Not e.V.
Frau Stefanie Laab
Im I. Wehr 1
97424 Schweinfurt

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Tauben leiden an der Ruhr-Universität Bochum in qualvollen und sinnlosen Tierversuchen

Seit Jahrzehnten werden Tauben an der RUB in verschiedenen Experimenten und Forschungsbereichen verwendet. Gleichzeitig wird an der RUB bereits ein breites Spektrum humanbasierter Forschung betrieben.

BildÄrzte gegen Tierversuche startet Kampagne für vollständigen Umstieg auf moderne, tierversuchsfreie Forschung und Lehre

Seit Jahrzehnten müssen an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) Tauben in fragwürdigen Experimenten leiden und sterben: Sie werden durch Hunger oder Durst gezwungen, Aufgaben zu erfüllen, es werden ihnen Löcher in den Schädel gebohrt, Elektroden eingeführt oder Substanzen ins Gehirn injiziert. Solche Versuche liefern aber lediglich Erkenntnisse über das Taubengehirn, welches sich grundlegend vom Gehirn des Menschen unterscheidet. Einen Nutzen für erkrankte Menschen gibt es nicht. Trotzdem finden die Taubenversuche sowie weitere Experimente mit Tieren anderer Arten seit Jahren statt. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) kritisiert die Tierversuche an Tauben an der RUB und fordert einen vollständigen Umstieg auf tierversuchsfreie Forschung und Lehre. Dazu hat er jetzt eine Kampagne gestartet, inklusive Online-Unterschriftenaktion.

Tauben werden an der RUB in verschiedenen Experimenten und Forschungsbereichen verwendet. Durch Hunger (1-5) oder Wasserentzug (6) werden die Tiere dazu gezwungen, bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Dazu zählt etwa das Erkennen von Farbreizen oder das Anpicken von bestimmten Flächen auf einem Touchscreen. Für erwünschtes Verhalten erhalten sie kleine Mengen Futter oder Flüssigkeit (1-6). Außerdem werden Eingriffe am Kopf vorgenommen: Es werden Löcher in den Schädel gebohrt (3,5-7), Elektroden eingeführt (3,5,6) oder Substanzen (sogenannte Tracer) direkt ins Gehirn injiziert (7,8). Die Projekte sollen zeigen, wie Tauben Farben verarbeiten (6), wie beide Gehirnhälften bei Konflikten agieren (1) oder wie neuronale Schaltkreise im Taubenhirn aufgebaut sind (7).

„Die Ergebnisse aus den Versuchen an Tauben sagen nichts darüber aus, wie das menschliche Gehirn funktioniert. Dafür braucht es Studien am Menschen und menschlichen Modellsystemen“, sagt Dr. Leah Haut, wissenschaftliche Referentin bei ÄgT. „Diese Versuche sind rein Neugier getrieben und weder ethisch noch wissenschaftlich zu rechtfertigen.“ Forschung, die der Gesundheit von Menschen dienen soll, braucht solide Grundlagen. Diese entstehen etwa durch Arbeiten mit menschlichen Mini-Organen, Multi-Organ-on-Chip-Systemen oder Computermodellen auf Basis menschlicher Daten – nicht durch Tierversuche.

An der RUB wird bereits ein breites Spektrum humanbasierter Forschung betrieben, ganz ohne den Einsatz von Tieren. Dazu zählen EEG-Studien in Alltagssituationen (9), MRT-Untersuchungen zu Entscheidungsprozessen (10) sowie Arbeiten mit Gehirn- und Lungenorganoiden aus menschlichen Zellen (11,12). Mit diesen Modellen untersuchen Forschende etwa Ablagerungen, die mit Alzheimer zusammenhängen, sowie Infektionen durch SARS-CoV-2. Haut betont: „Diese Projekte zeigen, dass moderne und sinnvolle Methoden an der RUB längst Realität sind und zur Beantwortung wichtiger Fragen eingesetzt werden.“

ÄgT fordert, solche humanrelevanten Entwicklungen an der RUB weiter auszubauen, die Taubenversuche zu beenden und vollständig auf tierversuchsfreie Forschung umzusteigen. Auch in Studium und Lehre sollen Veranstaltungen, in denen bislang Tiere verwendet werden, vollständig auf tierverbrauchsfreie Lehrmethoden umgestellt werden. Darüber hinaus müssen humanbasierte Forschungsmethoden wie Organoide, Organ-on-Chip-Systeme oder Computersimulationen fester Bestandteil der Ausbildung werden, damit Studierende früh innovative und wissenschaftlich sinnvolle Ansätze kennenlernen und anwenden.

ÄgT hat sich im Juli und August 2025 mit Fragen zu Tierversuchen und humanbasierten Methoden in Forschung und Lehre an die RUB gewendet. Bis heute sind keine Antworten auf die Fragen eingegangen.

Um den Forderungen Gewicht zu verleihen, hat ÄgT soeben eine Kampagne gestartet, die die Bürger u.a. ganz einfach per Online-Aktion unterstützen können.

Weitere Informationen

Kampagne „Stoppt Taubenversuche – Für eine tierversuchsfreie Ruhr-Universität Bochum“ >>

Hintergrundinformationen zu Taubenversuchen an der Ruhr-Universität Bochum >>

Quellen

* Manns M. et al. Dynamics and development of interhemispheric conflict solving in pigeons. Scientific Reports 2025; 15(1): 1655.
* Wittek, N. et al. Hungry pigeons prefer sooner rare food over later likely food or faster information. Frontiers in Psychology 2024; 15: 1426434.
* Packheiser, J. et al. Trial-by-trial dynamics of reward prediction error-associated signals during extinction learning and renewal. Progress in Neurobiology 2021; 197: 101901.
* Alert, B. et al. Perceptual strategies of pigeons to detect a rotational centre“a hint for star compass learning? PLoS One 2015; 10(3): e0119919.
* Azizi, A. H. et al. Emerging category representation in the visual forebrain hierarchy of pigeons (Columba livia). Behavioural Brain Research 2019; 356: 423-434.
* Xiao Q. et al. „Prefrontal“ neuronal foundations of visual asymmetries in pigeons. Frontiers in Physiology 2022; 13: 882597
* Steinemer A. et al. Parallel executive pallio-motor loops in the pigeon brain. Journal of Comparative Neurology 2024; 532(4), e25611
* Letzner, S. et al. Connectivity and neurochemistry of the commissura anterior of the pigeon (Columba livia). Journal of Comparative Neurology 2016; 524(2): 343-361.
* Julia Weiler: Mit EEG-Haube zuhause romantisch sein. Ruhr-Universität Bochum13.01.2021 (aufgerufen am 10.12.2025)
* Julia Weiler: Was im Gehirn passiert, wenn wir über Geld oder Nahrung entscheiden. Ruhr-Universität Bochum 26.04.2024 (aufgerufen am 09.01.2026)
* Ruhr-Universität Bochum: Forscher züchten kleine Lungen für die Sars-Cov-2-Forschung. 28.05.2020 (aufgerufen am 09.01.2026)
* Ruhr-Universität Bochum: Alzheimer im Mini-Gehirn. 30.04.2019 (aufgerufen am 09.01.2026)

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Herr Melanie Seiler
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
Deutschland

fon ..: 022049990224
web ..: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de
email : seiler@aerzte-gegen-tierversuche.de

„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.

Pressekontakt:

Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Gaby Neumann
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach

fon ..: 022049990232
email : neumann@aerzte-gegen-tierversuche.de