Schlachthof Elsfleth bleibt geschlossen: Veterinäramt zeigt ANINOVA-Vorstand an – Verfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg stellt ein Verfahren wegen angeblicher übler Nachrede gegen ANINOVA ein. Parallel dauern Ermittlungen wegen Tierquälerei im Schlachthof Elsfleth weiter an.

BildDer Schlachthof Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) bleibt offenbar dauerhaft geschlossen. Eine Wiedereröffnung wird es nach aktuellem Stand nicht geben. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg (AZ 1106 Js 74112/24) ermittelt weiterhin wegen Tierquälerei auf Grundlage der von ANINOVA veröffentlichten Videoaufnahmen aus dem Betrieb.
Parallel dazu ist nun ein weiteres Verfahren beendet worden: Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat die Ermittlungen wegen angeblicher übler Nachrede gegen den Vorstandsvorsitzenden von ANINOVA, Jan Peifer, nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt. Ebenfalls eingestellt wurde das Verfahren gegen die Tierärztin und Gutachterin Dr. Claudia Preuß-Uberschär.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Strafanzeige des Zweckverbands Veterinäramt JadeWeser. Dieser hatte Anzeige erstattet, nachdem ANINOVA in einer Pressemitteilung erklärt hatte, dass das Bildmaterial aus dem Schlachthof Elsfleth nach Auffassung von ANINOVA belege, dass ein amtlicher Tierarzt bei massiven Tierschutzverstößen nicht eingeschritten sei. Dr. Preuß-Uberschär hatte diese Einschätzung in einer schriftlichen fachlichen Stellungnahme als tierärztliche Bewertung und Meinungsäußerung dargelegt. Das Kurzgutachten wurde auch der Staatsanwaltschaft vorgelegt.
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg folgte offenbar der Auffassung des Zweckverbands nicht und stellte die Ermittlungsverfahren wegen angeblicher übler Nachrede gegen Jan Peifer sowie Dr. Claudia Preuß-Uberschär (AZ 230 Js 55677/25) ein.

ANINOVA liegt umfangreiches Bildmaterial aus dem Schlachthof Elsfleth vor, auf dem auch ein amtlicher Tierarzt mehrfach zu sehen ist. Auffällig ist dabei: Auf den Videoaufnahmen ist der amtliche Tierarzt kein einziges Mal bei den dokumentierten Tierquälereien im eigentlichen Schlachtbetrieb zu sehen. Stattdessen zeigen die Aufnahmen ihn ausschließlich im Außenbereich des Schlachthofs – unter anderem in Situationen, in denen er Kaffee trinkt und das Geschehen offensichtlich teilnahmslos beobachtet. Natürlich kann der Arzt nicht überall gleichzeitig sein. Unserer Ansicht nach sieht gewissenhafte Arbeit aber anders aus.

Ebenfalls dokumentiert ist der Außenbereich bei der Anlieferung und Abladung der Tiere. Dort ist auf den Aufnahmen zu sehen, dass Tiere mit erheblichem Druck in den Schlachthof getrieben werden. Ein Gitter im Verladebereich ist dabei deutlich verbogen – ein offensichtliches Zeichen für massive Gewaltanwendung gegenüber den Tieren. Ob der amtliche Tierarzt dies erkannt und als problematisch bewertet hat, ist uns nicht bekannt. Wir halten es aber für unwahrscheinlich.

„Die Einstellung des Verfahrens bestätigt, dass unsere Berichterstattung zulässig war und auf einer sachlichen, durch Bildmaterial belegten Kritik beruhte“, erklärt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA. „Besonders irritierend ist, dass ein Veterinäramt juristisch gegen diejenigen vorgeht, die Tierquälerei öffentlich machen, statt sich kritisch mit der eigenen Kontrollpraxis auseinanderzusetzen.“

Bereits Ende Oktober 2024 hatte ANINOVA erschütternde Videoaufnahmen aus dem Schlachthof Elsfleth veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigten massive Gewalt gegen Rinder und Schafe, den exzessiven Einsatz von Elektrotreibern sowie schwerwiegende Fehlbetäubungen. Unmittelbar nach der Veröffentlichung wurde der Schlachthof durch das zuständige Veterinäramt geschlossen. Bis heute ist der Betrieb stillgelegt; eine Wiedereröffnung gilt inzwischen als ausgeschlossen.

„Es ist beschämend, dass gravierende und über Tage hinweg dokumentierte Tierschutzverstöße bei amtlichen Kontrollen offenbar nicht aufgefallen sind – obwohl das Veterinäramt nach eigenen Angaben nahezu täglich vor Ort war“, so Peifer weiter. „Statt diese Versäumnisse aufzuarbeiten, wurde versucht, diejenigen anzugreifen, die diese Zustände öffentlich gemacht und damit letztlich auch beendet haben.“

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg wegen Tierquälerei dauern weiterhin an (AZ 1106 Js 74112/24).

Der Fall Elsfleth zeigt zudem, dass Tierquälerei in Schlachthöfen kein Einzelfall ist, sondern eine zwangsläufige Folge eines Systems, das Tiere zu Waren macht. Solange Tiere gezüchtet, transportiert und getötet werden, bleibt ihr Leid Teil dieses Systems. ANINOVA sieht in einer pflanzlichen, veganen Lebensweise den konsequentesten Weg, Tierleid dauerhaft zu beenden und appelliert an die Menschen, Verantwortung zu übernehmen.

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Bildmaterial kann angefordert werden

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ANINOVA e.V.
Herr Jan Peifer
An der Autobahn 23
53757 Sankt Augustin
Deutschland

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fax ..: 02241-261549-1
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email : Presse@aninova.org

Der Focus von ANINOVA e.V. liegt in den Bereichen Massentierhaltung und Pelz. Die Tierrechtsorganisation zeigt mit Aufdeckungen und Undercover Recherchen auf, wie sogenannte Nutztiere in Deutschland gehalten werden. Weitere Informationen unter www.aninova.org

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Tierquälerei im Schlachthof Elsfleth: Ermittlungen laufen – Gerüchte um mögliche Wiedereröffnung

Nach ANINOVA-Enthüllungen bleibt der Schlachthof Elsfleth geschlossen, Ermittlungen laufen – doch Gerüchte um eine mögliche Wiedereröffnung sorgen für Empörung.

BildEnde Oktober 2024 veröffentlichte ANINOVA erschütternde Videoaufnahmen aus dem Schlachthof Elsfleth (Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen). Das heimlich gedrehte Material dokumentierte massive Tierquälerei: Rinder und Schafe wurden teils über 160 mal mit Elektrotreibern gequält, geschlagen und getreten. Besonders schwerwiegend: Bei den Betäubungen kam es zu zahlreichen Fehlern – viele Tiere zeigten noch deutliche Anzeichen von Bewusstsein, als ihnen die Kehle durchtrennt wurde.

Unmittelbar nach der Veröffentlichung wurde der Schlachthof durch das zuständige Veterinäramt geschlossen – bis heute ist er stillgelegt. Gleichzeitig leitete die Staatsanwaltschaft Oldenburg auf Grund einer Anzeige durch ANINOVA ein Ermittlungsverfahren ein (AZ 1106 Js 74112/24), das weiterhin andauert. „Wir begrüßen, dass die Staatsanwaltschaft noch immer ermittelt. Es wäre ein fatales Signal, wenn solch brutale Zustände folgenlos blieben“, erklärt Jan Pei fer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.

Besonders brisant: In der Region kursieren Gerüchte, ein neuer Betreiber wolle den Schlachthof zum Jahresanfang umbauen und wieder in Betrieb nehmen. „Das wäre ein Skandal: Statt eines Neustarts müssen endlich Konsequenzen gezogen werden“, so Peifer.
NGOs wie ANINOVA und andere Organisationen decken immer wieder Missstände in Schlachthöfen auf und machen deutlich, dass es sich hierbei nicht um Einzelfälle handelt. Diese Enthüllungen zeigen strukturelle Probleme im gesamten System auf, die dringend angegangen werden müssen.
„Unsere Arbeit macht Tierquälerei in deutschen Schlachthöfen sichtbar. Die Politik darf nicht länger wegsehen. Wer Tierleid beenden will, sollte auf eine pflanzliche Ernährung umsteigen“, betont Peifer abschließend.

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Staatsanwaltschaft Oldenburg stellt Ermittlungen gegen Verantwortliche des Schlachthofs Oldenburg ein

Anfang November 2018 hatte das Deutsche Tierschutzbüro Bildmaterial, das Tierquälerei im Schlachthof Oldenburg dokumentiert, der Staatsanwaltschaft Oldenburg überreicht.

BildDie Videos zeigen, wie eine Vielzahl von Rindern und ausgedienten Milchkühen unzureichend und nicht fachgerecht betäubt wurden und, obwohl sie augenscheinlich bei Bewusstsein waren, noch gestochen und getötet wurden. Dies lässt sich auf den Aufnahmen in erschreckender Vielzahl bei den Tieren feststellen. Darüber hinaus wurden Tiere verbotenerweise bis zu 28 Mal mit Elektroschockern malträtiert, mit Treibpaddeln oder anderweitig gewaltsam aus ihren Boxen getrieben und unnötigerweise Verletzungsgefahren ausgesetzt. Der Schlachthof selbst bestätigte im Grunde die Vorwürfe. Die Bildaufnahmen entstanden mit versteckten Kameras in dem Zeitraum September und Oktober 2018 und umfassen über 600 Stunden Videomaterial.
Kurz darauf wurde der Schlachthof geschlossen und damit dem öffentlichen Druck nachgegeben. „Mich schockierte vor allem, mit welcher Rohheit und geradezu Selbstverständlichkeit Rinder geschlagen, getreten, misshandelt und gequält worden sind“, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro. Dabei zählte der Schlachthof zu den Top zehn der größten Rinderschlachthöfe in Deutschland. Pro Jahr wurden dort rund 90.000 Tiere geschlachtet. Zu den Abnehmern zählten in der Vergangenheit u.a. bekannte Supermarktketten, IKEA und McDonald’s. Nach einem Umbau eröffnete der Schlachthof unter der Führung der Goldschmaus GmbH wieder.

Das Deutsche Tierschutzbüro hatte 2018 eine umfangreiche Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg erstattet. Das Verfahren wurde gegen die Verantwortlichen 2020 eingestellt. „Das hat mich sehr gewundert, denn noch klarer und eindeutiger kann man aus meiner Sicht Tierquälerei nicht dokumentieren und Straftaten aufzeigen“, so Peifer. Bei der Einstellungsbegründung stützt sich die Staatsanwaltschaft Oldenburg auf ein Gutachten, welches sie beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 2019 in Auftrag gegeben hatte. Dieses Gutachten käme zu dem Ergebnis, dass keine Straftaten vorliegen würden. Pikant an der Sache ist, dass dem Deutschen Tierschutzbüro das Gutachten aus dem Jahr 2019 zugespielt worden ist. Der Gutachter kommt darin entgegen der Aussage der Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis, dass zumindest in zwei Fällen Rinder unzureichend betäubt gewesen seien und dadurch den Tieren erhebliches Leid und Schmerzen zugefügt worden seien. Damit handelt es sich um Straftaten. „Warum die Staatsanwaltschaft Oldenburg der Bewertung des eigenen Gutachters nicht folgt, kann ich nicht nachvollziehen. Es ist im Grunde der Skandal im Skandal“, so Peifer. Mehrfach hat die Tierrechtsorganisation Beschwerde eingelegt, erfolglos. Die letzte Einstellung von der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg gegen eine Beschwerde erfolgte 2022.

In der Einstellungsbegründung der Staatsanwaltschaft heißt es auch, dass gegen einen Mitarbeitenden ein abgetrenntes Verfahren eröffnet würde. Es handelt sich um eine Person, die ein lahmendes Rind getrieben hat. Der Gutachter hat diesen Vorfall als ordnungswidrig eingestuft. „Warum jetzt ausgerechnet dieser Mitarbeiter und dieser Vorfall rausgegriffen wird, ist mir schleierhaft. Auf mich wirkt es so, als hätte man hier einen Sündenbock gesucht“, so Peifer. Im Vergleich zu den Misshandlungen, die sonst im Schlachthof dokumentiert wurden, wirkt diese Verfehlung wie eine Lappalie.

Vor wenigen Tagen hat sich nun das Veterinäramt Oldenburg beim Deutschen Tierschutzbüro zu einzelnen Szenen und Übergriffen, die im Videomaterial zu sehen sind, erkundigt. Man prüfe ein Ordnungswidrigkeitenverfahren. „Nach fünf Jahren will das Veterinäramt aktiv werden, das ist wirklich beschämend“, kommentiert Peifer abschließend.

Dass dieser Fall kein Einzelfall ist, zeigt die jetzt vom Deutschen Tierschutzbüro, SOKO Tierschutz, Tierretter.de und ARIWA veröffentlichte Online Datenbank auf. Die Tierrechtsorganisationen haben alle Tierschutz-Skandale seit 2016 auf der Website www.tierschutz-skandale.de veröffentlicht. Hier kann auch nach den rechtlichen Folgen der Verantwortlichen gesucht werden. Nur in drei von 163 dokumentierten Fällen wurden Haftstrafen auf Bewährung ausgesprochen. Das sind lediglich zwei Prozent

Weitere Informationen zum Schlachthof Oldenburg unter https://www.tierschutzbuero.de/schlachthof-oldenburg

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Das Deutsche Tierschutzbüro ist ein eingetragener Verein, der sich für mehr Rechte von Tieren einsetzt. Die bundesweit tätige Organisation ist als besonders förderungswürdig anerkannt und gemeinnützig. Weitere Informationen unter www.tierschutzbuero.de

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