Bundesweite Aktionen zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche

Tierversuche und tierversuchsfreie Forschung stehen hier im Fokus: 24 Aktionen in 23 Städten, 1 Online-Vortrag, Abstimmung zum „absurdesten Tierversuch“, neuer Dokumentarfilm „Future Science“

BildMehr als 3 Millionen Tiere leiden und sterben in deutschen Laboren

Im Jahr 2024 wurden mehr als 3 Millionen Tiere in deutschen Laboren gequält und fast immer getötet – darunter Mäuse, Ratten, Fische, Kaninchen sowie auch Hunde, Katzen und Affen. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche prangert zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche das millionenfache Leid der Tiere an und verweist gleichzeitig auf einen neuen Kinofilm, der zeigt, wie moderne Forschung ohne Tierversuche funktioniert. Anlässlich des Aktions- und Gedenktags, der weltweit am 24. April begangen wird, organisieren die lokalen Arbeitsgruppen des Ärztevereins sowie befreundete Gruppen 24 Aktionen in 23 Städten und in 3 Ländern, meist am Samstag, 25. April.

Die nüchterne Statistik sagt nichts über das tatsächliche Leid der Tiere aus. Wüstenrennmäuse werden Elektroschocks ausgesetzt, Mäusen die Ohren verbrannt, Ratten gezielt alkoholabhängig gemacht und Fischen Teile ihres Herzens abgeschnitten. Diese aktuellen Beispiele aus Deutschland stehen stellvertretend für zahllose grausame Experimente. Mit einer öffentlichen Online-Abstimmung über den „Absurdesten Tierversuch“ macht Ärzte gegen Tierversuche aktuell wieder auf besonders erschütternde Fälle aufmerksam – und rückt die Realität hinter verschlossenen Labortüren ins Licht der Öffentlichkeit.

„Jedes Tier im Tierversuch ist eines zu viel“, betont Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche. „Tierversuche verursachen extremes Leid und enden so gut wie immer mit dem Tod der Tiere. Gleichzeitig sind sie wissenschaftlich absurd, da die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragen werden können.“

Der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche wird weltweit am 24. April begangen, um der Tiere in den Laboren zu gedenken. Neben den Straßenaktionen findet die jährliche Abstimmung für den Negativpreis des Vereins im Vorfeld des Aktionstags statt. Zudem lädt die Organisation zu einem Online-Vortrag von Dipl. Biol. Julia Radzwill ein.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist die Deutschlandpremiere des wegweisenden Dokumentarfilms „Future Science“ am 25. April in Köln mit einer anschließenden Kinotour durch mehrere deutsche Städte. Der Film lässt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Wort kommen, die erfolgreich im Bereich der innovativen tierversuchsfreien Forschung tätig sind. „Diese Technologien, etwa mit Multi-Organ-Chips und 3D-Gewebedruck, basieren auf menschlichen Zellen und sind damit – im Gegensatz zu Tierversuchen – direkt relevant für uns Menschen“, erklärt Dr. Gericke. Bei der Premieren-Tour stehen im Anschluss an die Filmvorführung neben dem Regisseur Marc Pierschel auch Protagonisten des Films sowie Experten des Ärztevereins für ein Publikumsgespräch zur Verfügung.

Angesichts der über drei Millionen Lebewesen, die immer noch in Deutschlands Laboren für eine sinnlose Forschung leiden und sterben, fordert der Ärzteverein von der Bundesregierung entschlossenes Handeln und endlich den längst überfälligen Paradigmenwechsel hin zu einer zukunftsfähigen und ethisch vertretbaren humanrelevanten Forschung konsequent einzuleiten.

Weitere Infos

Übersicht über die Aktions-Termine: www.tag-zur-abschaffung-der-tierversuche.de

Anmeldung zum kostenfreien Online-Vortrag „Von der Maus zum MOC: weg vom Tierversuch – hin zu humanrelevanter Forschung“, 24. April, 18-19 Uhr >>

Future Science: https://futuresciencefilm.de/

Abstimmung für den absurdesten Tierversuch auf der Vereinswebseite unter helfen/aktiv-werden/kampagnen

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Melanie Seiler
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
Deutschland

fon ..: 02204-99902-24
web ..: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de
email : seiler@aerzte-gegen-tierversuche.de

„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.

Pressekontakt:

Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Gaby Neumann
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach

fon ..: 02204-99902-32
email : neumann@aerzte-gegen-tierversuche.de

Hochschule Reutlingen Partner im Forschungsgroßprojekt KI DeltaLearning zum autonomen Fahren

Forschungen in Reutlingen werden mit 650.000 EUR gefördert / Besondere Auszeichnung für die Forschung an der Fakultät Informatik

BildDie Fakultät Informatik an der Hochschule Reutlingen ist Partner im bundesweiten Forschungsprojekt KI DeltaLearning des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, welches das Projekt mit 27 Millionen Euro fördert. Es gehört zur Leitinitiative autonomes und vernetztes Fahren des Branchenverbands VDA, der deutsche Automobilhersteller- und Zulieferer in diesem Bereich zu Marktführern machen will.

Im Teilprojekt KI DeltaLearning hat Mercedes die Projektführung inne. „Für uns ist das eine tolle Gelegenheit der gemeinsamen Forschung“, so Prof. Dr. Cristóbal Curio, der das Projektteam an der Fakultät Informatik leitet. „Wir sind eine der wenigen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die an dieser bundesweiten KI-Leitinitiative beteiligt ist, was unsere Stärke im Bereich des Transfers von KI-Grundlagen widerspiegelt.“

Hochschulpräsident Prof. Dr. Henrik Brumme zeigt sich überzeugt davon, dass die Hochschule Reutlingen in diesem Bereich zukunftsweisend aufgestellt ist: „Seit Jahren bescheinigen uns Spitzenplätze in zahlreichen Rankings das hohe Niveau und den guten Ruf unserer wissenschaftlichen Ausbildung. Mit unserem KI-Forschungsschwerpunkt gelingt es uns, digitale Schlüsseltechnologien voranzutreiben und in die Gesellschaft einzubringen.“

Die Hochschule Reutlingen erhält für das Projekt 650.000 Euro für drei Jahre, der Projektstart war im Januar 2020. Zum Projektteam gehören neben Curio die drei Wissenschaftler Michael Essich, Vinu Nair und Markus Rehmann.

Das Team arbeitet daran, wie künstliche Intelligenz bei der Weiterentwicklung des autonomen Fahrens genutzt wird. Im kürzlich abgeschlossenen Projekt „Offene Fusions-Plattform“ hatte Cristóbal Curio mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dennis Burgermeister synthetische Sensordaten aus ihrem Motion Capture Labor genutzt. Diese Methode kommt nun im neuen Projekt KI DeltaLearning erweitert zum Einsatz.

Wie weit die Reutlinger Forscher auf diesem Gebiet bereits sind, erklärt Michael Essich, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt, am Beispiel eines Fußgängers, der im Handstand läuft. Bisher erkannten die Algorithmen diese Personen nicht. Den Reutlinger Forschern ist das aber gelungen. Ein Thema dem sich Dennis Burgermeister im Team widmete und dafür sogar mit einem internationalen Konferenzpreis ausgezeichnet wurde.

Mit dem Projekt geht das Reutlinger Forscherteam Grundprobleme der Entwicklung der technischen Wahrnehmung beim autonomen Fahren an. Hierbei kommen moderne KI-Methoden zum Einsatz. Zum einen sollen beispielsweise Personen oder Gegenstände im Straßenverkehr zweifelsfrei erkannt werden, egal wie sich die Fußgänger bewegen, welches Wetter herrscht oder wo sich das Fahrzeug gerade befindet. Zum anderen ist es nicht möglich, kritische oder tödliche Verkehrssituationen mit einem autonom fahrenden Auto in der Praxis zu testen. Solche Situationen, so Curio, müssen simuliert werden – und genau dort nutzen die Forscher aus Reutlingen ihr Wissen und ihre Erfahrung aus den vergangenen Jahren. „Mit unserem Motion Capture Labor können wir genau diese kritischen Verkehrssituationen simulieren. Die so gewonnenen Daten und Erkenntnisse werden dann dafür genutzt, um die technische Wahrnehmung mittels künstlicher Intelligenz vorzubereiten.“ Am Ende, so das Ziel, soll ein Auto sich auch in diesen kritischen, innerstädtischen Situationen so sicher wie möglich verhalten.

Doch das Projekt möchte in der Entwicklung sogar noch einen Schritt weitergehen. Während im Moment aktuelle Algorithmen meist aufwendig für neue Situationen und Umgebungen neu trainiert werden müssen, werden hierfür Methoden der künstlichen Intelligenz weiterentwickelt, so dass ohne großen Aufwand Systeme selbst lernen und damit quasi automatisch immer sicherer werden.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Hochschule Reutlingen
Herr Siewe-Reinke Alfred
Alteburgstraße 150
72762 Reutlingen
Deutschland

fon ..: 07121 271 4052
web ..: http://www.informatik-reutlingen.de
email : presse@informatik-reutlingen.de

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