Ministerium machtlos: Tierquälerei in niedersächsischen Schlachthäusern -Videoüberwachung gescheitert
Posted by PM-Ersteller - 06/05/20 at 06:05:53 a.m.Tierrechtler*innen fordern Verbraucher*innen zum Handeln auf
Ende 2018 veröffentlichte das Deutsche Tierschutzbüro Bildmaterial aus zwei Schlachthöfen in Niedersachsen. Der Tierrechtsorganisation ist Videomaterial aus Schlachthäusern in Oldenburg und Laatzen (bei Hannover) zugespielt worden. Die Aufnahmen zeigten, wie brutal die Tiere in den Schlachthof und in die Tötungsbox getrieben worden sind. Im Fall von Oldenburg zeigten die Bilder, wie die Betäubung der Rinder unzureichend war. Die eingeleiteten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern immer noch an. Auch die Tierrechtsorganisation Soko Tierschutz hatte kurz zuvor und im Jahr 2019 ebenfalls schockierende Videoaufnahmen aus Schlachthäusern in Niedersachsen veröffentlicht, auch hier laufen die staatsanwaltlichen Ermittlungen noch.
Damals zeigte sich die zuständige Agrarministerin Barbara Otte-Kinast bestürzt und kündigte ein hartes Durchgreifen an. So sollten mehr Kontrolleur*innen eingestellt und Kameras zur Überwachung installiert werden. Die Kameraüberwachung kam, allerdings nur freiwillig und weitestgehend ohne Aufzeichnung und ohne dauerhafte Einsicht von Amtsveterinär*innen. „Klammheimlich hat die Fleischwirtschaft jetzt alle Kameras abgeschaltet, niemand soll sehen, unter welchen grausamen Bedingungen die Tiere getötet werden“ kritisiert Jan Peifer vom Deutschen Tierschutzbüro. Dabei wären gerade jetzt Kontrollen sehr wichtig, denn deutschlandweit infizieren sich immer mehr Schlachthofmitarbeiter*innen am Corona-Virus. Zudem hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium bekannt gegeben, dass sie wegen der Pandemie derzeit keine Vor-Ortkontrollen durchführt.
Gleichzeitig teilt das Ministerium mit, dass es seit Bekanntwerden der Schlachthofskandale im November 2018 bis März 2020 62 unangemeldete Schwerpunktkontrollen in Schlachthäusern durchgeführt hat. Dabei sind über 90 % der Betriebe in Bezug auf Tierschutzvorgaben negativ aufgefallen, in 49 Betrieben gab es Mängel bei dem Thema Hygiene, bei 10 Schlachthöfen sogar schwerwiegende Mängel. Zwei Schlachthäuser mussten kurzeitig geschlossen werden, weil man massive Mängel in der Schweinebetäubung vorgefunden hatte. „Die Kontrollen zeigen, dass es immer noch sehr große Probleme in Schlachthäusern gibt und dass die Politik machtlos dabei zuschaut, wie Millionen Tiere gequält werden“ empört sich Peifer.
Die Tierrechtsorganisation fordert daher die Verbraucher*innen auf, aktiv zu werden und kein Fleisch und andere tierische Produkte mehr zu kaufen. „Manche werden dies als drastische Forderung sehen, aber wir brauchen jetzt auch drastische Veränderungen, sonst wird sich an diesem kranken System, das Mensch und Tier ausbedeutet, nichts ändern. Es muss endlich was passieren“ so Peifer abschließend.
Hintergründe zu den Schlachthof-Enthüllungen Oldenburg und Laatzen finden Sie hier: https://www.tierschutzbuero.de/realitaet-schlachthof/
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Deutsches Tierschutzbüro e.V.
Herr Jan Peifer
Streustraße 68
13086 Berlin
Deutschland
fon ..: 030-270049611
fax ..: 030-270049610
web ..: http://www.tierschutzbuero.de
email : info@tierschutzbuero.de
Das Deutsche Tierschutzbüro ist ein eingetragener Verein, der sich für mehr Rechte von Tieren einsetzt. Die bundesweit tätige Organisation ist als besonders förderungswürdig anerkannt und gemeinnützig. Weitere Informationen unter www.tierschutzbuero.de
Pressekontakt:
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Gutachten bestätigt Tierquälerei im Schlachthof Oldenburg
Posted by PM-Ersteller - 26/03/19 at 02:03:57 p.m.Laut einem Gutachten sind auf dem Videomaterial aus dem Schlachthof in Oldenburg Verstöße gegen tierschutzrechtliche und strafrechtliche Normen zu sehen.
Ein vom Deutschen Tierschutzbüro in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem klaren Ergebnis, dass auf den im September bis Oktober 2018 entstandenen Aufnahmen aus dem Schlachthof Oldenburg regelmäßige Verstöße gegen tierschutzrechtliche und strafrechtliche Normen zu sehen sind. Das von Dr. Karl Fikuart, ehemaliger Vorsitzender des Ausschusses für Tierschutz der Bundestierärztekammer, erstellte Gutachten hält fest, dass in allen Bereichen des Schlachtvorgangs – Zutrieb, Betäubung und Entblutung – Fälle von Tierquälerei zu sehen sind. Das Gutachten beruft sich dabei auf Videomaterial, das im November vergangenen Jahres vom Deutschen Tierschutzbüro veröffentlicht wurde. Dem Gutachten folgend zeigt das Material eindeutige und regelmäßige Zuwiderhandlungen, sowohl gegen das Tierschutzgesetz (TierSchG §17), die Tierschutz-Schlachtverordnung (TierSchlV § 3, 4, 5, 12), als auch Paragraf 13 des Strafgesetzbuches. Die Vergehen gehen sowohl auf die Mitarbeiter des Schlachthofes, als auch auf die anwesenden Mitarbeiter der Veterinärbehörde (§13 StGB) zurück. Das Deutsche Tierschutzbüro sieht das Gutachten als finalen Beweis für die Tierquälerei im Schlachthof und das extreme und strafrechtlich relevante Fehlverhalten der Verantwortlichen und Mitarbeiter des Schlachthofs, sowie der zuständigen Veterinärbehörden. Am 22. März ist das Gutachten auch bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Oldenburg eingegangen. „Das Gutachten ist der finale und eindeutige Beweis, dass im Oldenburger Schlachthof systematisch Tierquälerei betrieben wurde und die Betreiber, Mitarbeiter und die Veterinärbehörde dringend zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Wir erwarten jetzt endlich durchgreifende Konsequenzen ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Interessen“, so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros.
Im November 2018 hatte das Deutsche Tierschutzbüro Bildmaterial, das Tierquälerei im Schlachthof Oldenburg dokumentiert, der Staatsanwaltschaft Oldenburg, dem zuständigen Veterinäramt Oldenburg und dem Landwirtschaftsministerium in Hannover überreicht. Die Bilder zeigen Fälle von extremen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und Straftaten im angezeigten Schlachthof. Der Schlachthof selbst bestätigte daraufhin im Grunde die Vorwürfe. Die Bildaufnahmen sind mit versteckten Kameras in dem Zeitraum September und Oktober 2018 entstanden und umfassen über 600 Stunden Videomaterial. Kurz darauf hatte das Schlachthof- Unternehmen verkündet, den Betrieb ab sofort ruhen zu lassen und reagierte damit auf den enormen öffentlichen Druck, der durch die Veröffentlichung des Bildmaterials durch das Deutsche Tierschutzbüro entstanden war. Für zusätzliches Aufsehen sorgte, dass auf dem Material auch Amtsveterinäre zu sehen war, was die Stadt Oldenburg auch kurz nach der Veröffentlichung bestätigte. Am 8. Dezember veranstaltete das Deutsche Tierschutzbüro eine Großdemonstration mit über 450 Menschen vor dem Schlachthof und forderte die endgültige Schließung des Betriebes und Konsequenzen für die Verantwortlichen. Trotz der eindeutigen Bilder und dem öffentlichen Druck sind bisher keine Verantwortlichen des Skandals zur Rechenschaft gezogen worden. Stattdessen verzögert sich die Auseinandersetzung durch die zuständigen Behörden immer weiter. Stand heute soll der Schlachthof im Laufe des Jahres 2019 in modernisierter Form wieder in Betrieb genommen werden.
Eine sehr enge Kooperation des Schlachthofs bestand seit 2017 mit der Böseler Goldschmaus GmbH, die selbst zu den größten Betrieben für die Produktion und den Vertrieb von Wurst- und Fleischwaren zählt. Diese bezog ihr Rindfleisch von der Standard-Fleisch GmbH & Co. KG, um es dann weiterzuverbreiten. Laut Unternehmensinternen Informationen und Einträgen im Handelsregister ist Goldschmaus seit spätestens 2018 Mitinhaber und -betreiber der Anlage in Oldenburg. Die Meldung von Goldschmaus, den Schlachthof nicht mehr mit Schlachtungen zu beauftragen, führte vermutlich zur Stilllegung des Betriebs. Viele Handelspartner von Goldschmaus, wie z.B. Frosta, Norma, die Bünting-Gruppe, die Supermarktkette HIT aus Nordrhein-Westfalen, EDEKA, ALDI, Lidl und Norma hatten schockiert auf die Bilder reagiert und noch in der letzten Woche die Zusammenarbeit und Lieferbeziehungen beendet. Auch die Möbelhauskette IKEA, die einen Teil ihrer Hot Dog-Würstchen von Goldschmaus bezog, distanzierte sich nach Bekanntmachung der Geschäftsbeziehungen öffentlich.
Das Gutachten erhalten Sie auf Anfrage.
Weitere Informationen zur Recherche finden Sie unter: www.tierschutzbuero.de/realitaet-schlachthof
Bildmaterial aus dem Schlachthaus auf Anfrage.
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Das Deutsche Tierschutzbüro ist ein eingetragener Verein, der sich für mehr Rechte von Tieren einsetzt. Die bundesweit tätige Organisation ist als besonders förderungswürdig anerkannt und gemeinnützig. Weitere Informationen unter www.tierschutzbuero.de
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