Tauben leiden an der Ruhr-Universität Bochum in qualvollen und sinnlosen Tierversuchen
Posted by PM-Ersteller - 12/01/26 at 04:01:16 p.m.Seit Jahrzehnten werden Tauben an der RUB in verschiedenen Experimenten und Forschungsbereichen verwendet. Gleichzeitig wird an der RUB bereits ein breites Spektrum humanbasierter Forschung betrieben.
Ärzte gegen Tierversuche startet Kampagne für vollständigen Umstieg auf moderne, tierversuchsfreie Forschung und Lehre
Seit Jahrzehnten müssen an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) Tauben in fragwürdigen Experimenten leiden und sterben: Sie werden durch Hunger oder Durst gezwungen, Aufgaben zu erfüllen, es werden ihnen Löcher in den Schädel gebohrt, Elektroden eingeführt oder Substanzen ins Gehirn injiziert. Solche Versuche liefern aber lediglich Erkenntnisse über das Taubengehirn, welches sich grundlegend vom Gehirn des Menschen unterscheidet. Einen Nutzen für erkrankte Menschen gibt es nicht. Trotzdem finden die Taubenversuche sowie weitere Experimente mit Tieren anderer Arten seit Jahren statt. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) kritisiert die Tierversuche an Tauben an der RUB und fordert einen vollständigen Umstieg auf tierversuchsfreie Forschung und Lehre. Dazu hat er jetzt eine Kampagne gestartet, inklusive Online-Unterschriftenaktion.
Tauben werden an der RUB in verschiedenen Experimenten und Forschungsbereichen verwendet. Durch Hunger (1-5) oder Wasserentzug (6) werden die Tiere dazu gezwungen, bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Dazu zählt etwa das Erkennen von Farbreizen oder das Anpicken von bestimmten Flächen auf einem Touchscreen. Für erwünschtes Verhalten erhalten sie kleine Mengen Futter oder Flüssigkeit (1-6). Außerdem werden Eingriffe am Kopf vorgenommen: Es werden Löcher in den Schädel gebohrt (3,5-7), Elektroden eingeführt (3,5,6) oder Substanzen (sogenannte Tracer) direkt ins Gehirn injiziert (7,8). Die Projekte sollen zeigen, wie Tauben Farben verarbeiten (6), wie beide Gehirnhälften bei Konflikten agieren (1) oder wie neuronale Schaltkreise im Taubenhirn aufgebaut sind (7).
„Die Ergebnisse aus den Versuchen an Tauben sagen nichts darüber aus, wie das menschliche Gehirn funktioniert. Dafür braucht es Studien am Menschen und menschlichen Modellsystemen“, sagt Dr. Leah Haut, wissenschaftliche Referentin bei ÄgT. „Diese Versuche sind rein Neugier getrieben und weder ethisch noch wissenschaftlich zu rechtfertigen.“ Forschung, die der Gesundheit von Menschen dienen soll, braucht solide Grundlagen. Diese entstehen etwa durch Arbeiten mit menschlichen Mini-Organen, Multi-Organ-on-Chip-Systemen oder Computermodellen auf Basis menschlicher Daten – nicht durch Tierversuche.
An der RUB wird bereits ein breites Spektrum humanbasierter Forschung betrieben, ganz ohne den Einsatz von Tieren. Dazu zählen EEG-Studien in Alltagssituationen (9), MRT-Untersuchungen zu Entscheidungsprozessen (10) sowie Arbeiten mit Gehirn- und Lungenorganoiden aus menschlichen Zellen (11,12). Mit diesen Modellen untersuchen Forschende etwa Ablagerungen, die mit Alzheimer zusammenhängen, sowie Infektionen durch SARS-CoV-2. Haut betont: „Diese Projekte zeigen, dass moderne und sinnvolle Methoden an der RUB längst Realität sind und zur Beantwortung wichtiger Fragen eingesetzt werden.“
ÄgT fordert, solche humanrelevanten Entwicklungen an der RUB weiter auszubauen, die Taubenversuche zu beenden und vollständig auf tierversuchsfreie Forschung umzusteigen. Auch in Studium und Lehre sollen Veranstaltungen, in denen bislang Tiere verwendet werden, vollständig auf tierverbrauchsfreie Lehrmethoden umgestellt werden. Darüber hinaus müssen humanbasierte Forschungsmethoden wie Organoide, Organ-on-Chip-Systeme oder Computersimulationen fester Bestandteil der Ausbildung werden, damit Studierende früh innovative und wissenschaftlich sinnvolle Ansätze kennenlernen und anwenden.
ÄgT hat sich im Juli und August 2025 mit Fragen zu Tierversuchen und humanbasierten Methoden in Forschung und Lehre an die RUB gewendet. Bis heute sind keine Antworten auf die Fragen eingegangen.
Um den Forderungen Gewicht zu verleihen, hat ÄgT soeben eine Kampagne gestartet, die die Bürger u.a. ganz einfach per Online-Aktion unterstützen können.
Weitere Informationen
Kampagne „Stoppt Taubenversuche – Für eine tierversuchsfreie Ruhr-Universität Bochum“ >>
Hintergrundinformationen zu Taubenversuchen an der Ruhr-Universität Bochum >>
Quellen
* Manns M. et al. Dynamics and development of interhemispheric conflict solving in pigeons. Scientific Reports 2025; 15(1): 1655.
* Wittek, N. et al. Hungry pigeons prefer sooner rare food over later likely food or faster information. Frontiers in Psychology 2024; 15: 1426434.
* Packheiser, J. et al. Trial-by-trial dynamics of reward prediction error-associated signals during extinction learning and renewal. Progress in Neurobiology 2021; 197: 101901.
* Alert, B. et al. Perceptual strategies of pigeons to detect a rotational centre“a hint for star compass learning? PLoS One 2015; 10(3): e0119919.
* Azizi, A. H. et al. Emerging category representation in the visual forebrain hierarchy of pigeons (Columba livia). Behavioural Brain Research 2019; 356: 423-434.
* Xiao Q. et al. „Prefrontal“ neuronal foundations of visual asymmetries in pigeons. Frontiers in Physiology 2022; 13: 882597
* Steinemer A. et al. Parallel executive pallio-motor loops in the pigeon brain. Journal of Comparative Neurology 2024; 532(4), e25611
* Letzner, S. et al. Connectivity and neurochemistry of the commissura anterior of the pigeon (Columba livia). Journal of Comparative Neurology 2016; 524(2): 343-361.
* Julia Weiler: Mit EEG-Haube zuhause romantisch sein. Ruhr-Universität Bochum13.01.2021 (aufgerufen am 10.12.2025)
* Julia Weiler: Was im Gehirn passiert, wenn wir über Geld oder Nahrung entscheiden. Ruhr-Universität Bochum 26.04.2024 (aufgerufen am 09.01.2026)
* Ruhr-Universität Bochum: Forscher züchten kleine Lungen für die Sars-Cov-2-Forschung. 28.05.2020 (aufgerufen am 09.01.2026)
* Ruhr-Universität Bochum: Alzheimer im Mini-Gehirn. 30.04.2019 (aufgerufen am 09.01.2026)
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Herr Melanie Seiler
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
Deutschland
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„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.
Pressekontakt:
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email : neumann@aerzte-gegen-tierversuche.de
Nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen in Südafrika
Posted by PM-Ersteller - 20/01/21 at 08:01:52 a.m.Disy präsentierte das „Water Governance Support System“ des Projekts iWaGSS auf der Abschlusskonferenz des BMBF
Gemeinsam mit deutschen und südafrikanischen Partnern entwickelt das Karlsruher Unternehmen Disy Informationssysteme GmbH im Projekt „integrated Water Governance Support System“ (iWaGSS) Methoden und Werkzeuge zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wasserressourcen im Flusseinzugsgebiet des Olifants River. Das Projekt wird noch bis zum 31. Januar 2021 auf dem virtuellen Marktplatz der Abschlusskonferenz der BMBF-Fördermaßnahme GRoW präsentiert.
Das Wasser im südafrikanischen Kruger-Nationalpark kommt aus drei großen Flusseinzugsgebieten. Die wichtigste Wasserquelle für den zentralen Teil des Parks ist der Olifants River. Der Fluss befindet sich in einem schlechten ökologischen Zustand, weil wachsende Industriezonen, Bergbau, Energiegewinnung, Metallverarbeitung, Siedlungen, industrielle Landwirtschaft und Kleinbauern die Wasserqualität belasten.
iWaGSS verknüpft Risikobewertung mit Technologien zur Echtzeitüberwachung
Frühzeitig bei Verschmutzungen warnen und Schadstoffquellen schnell abstellen: Hier setzt das Verbundforschungsprojekt „integrated Water Governance Support System“ (iWaGSS) an, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom Institut für Umwelttechnik und Management der Universität Witten/Herdecke (IEEM) koordiniert wird. In diesem Projekt arbeiten neben dem Karlsruher Unternehmen Disy Informationssysteme GmbH insgesamt 16 deutsche und südafrikanische Projektpartner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zusammen. Ziel von iWaGSS ist die Entwicklung und praktische Erprobung eines Softwaresystems zur Unterstützung des integrierten Wasserressourcenmanagements auf Basis neuartiger Technologien und Werkzeuge. Das computergestützte Echtzeit-Wassermanagementsystem soll regionale Entscheidungsträger unterstützen. Methodisch setzt das Projekt auf die Verknüpfung von Risikobewertung, neuen Technologien zur Echtzeitüberwachung der Wasserqualität und Softwarefunktionen zur innovativen Darstellung der verfügbaren Datenbasis.
„Water Governance Support System“ warnt bei Verschmutzung der Gewässer
Im „Water Governance Support System“ werden unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt. Das System enthält einerseits Daten für die GIS-basierte Risikobewertung der Wasserressourcen in einem GIS-Portal und erfasst andererseits Daten zur Gewässerqualität mithilfe des Online-Monitorings nahezu in Echtzeit. Auf Basis dieser Datengrundlage erfüllt das Gesamtsystem verschiedene Funktionen. So versorgt das GIS-Portal Entscheider und Manager mit Karten und Basisdaten für die Planung von Maßnahmen und Entwicklung von Szenarien. Als Frühwarnsystem alarmiert es im Fall von Problemen bei der Gewässerqualität proaktiv die betroffenen Anwender. Außerdem dient es durch die kontinuierliche Datensammlung und -zusammenführung Wissenschaftlern als Grundlage für Langzeitbeobachtungen im Sinne der „Long Term Ecological Research“ (LTER). Genauso können die Datenbestände und Beobachtungsdaten, die ursprünglich für Forscher, Manager und politische Entscheider erzeugt wurden, auch im Sinne eines Open-Data-Portals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dadurch wird Transparenz und Bewusstsein für Themen des Wasserressourcenmanagements in der breiteren Bevölkerung geschaffen.
Cadenza stellt im „Water Governance Support System“ interaktive Analysen bereit
Um die oben beschriebenen Ziele zu erreichen, wurde ein webbasiertes Wassermanagementsystem realisiert. Mithilfe der Geodaten-Analyseplattform Cadenza von Disy in Kombination mit einer PostGIS-Datenbank wurde der Prototyp umgesetzt. Die im Projekt gesammelten Daten bilden die Basis des iWaGSS-Systems. Durch diese Zusammenführung entstand neben 31 Karten zur Risikobewertung ein umfangreiches GIS-Portal mit 17 filter- und durchsuchbaren Kartenthemen sowie hydraulischen und meteorologischen Zeitreihen. Diesen Datenschatz zentral interaktiv analysieren zu können, ist ein großer Mehrwert. So können über die OLAP-Funktionalität von Cadenza die Zeitreihen von 71 staatlichen Messstationen benutzergerecht gefiltert und ausgewählt werden, beispielsweise nur für gewünschte Zeitintervalle und Einzugsgebiete. Ebenso lassen sich historische Zeitreihen in interaktiven Diagrammen oder Tabellen anzeigen.
Präsentation von iWaGSS auf der Abschlusskonferenz des BMBF
Der aktuelle Projektstand wurde in den vergangenen Monaten bei verschiedenen Gelegenheiten vorgestellt und mit den Akteuren aus Südafrika diskutiert. Insbesondere wurde das System im Verlauf der hybriden Abschlusskonferenz der BMBF-Fördermaßnahme Globale Ressource Wasser (GRoW) präsentiert. Dazu wurde ein virtueller Marktplatz aufgebaut, auf dem die 12 geförderten Verbundvorhaben – darunter auch iWaGSS – sich mit Multimedia-Inhalten vorstellen. Der virtuelle Marktplatz ist noch bis zum 31. Januar 2021 geöffnet und kann nach der Registrierung besucht werden. Auch nach diesem Termin sind verschiedene Materialien zu den Projektergebnissen weiterhin auf der Webseite des Projekts beim Förderprogramm GRoW zugreifbar.
Das „Water Governance Support System“ soll in der letzten Projektphase bis Mitte 2021 den Bedarfsträgern des Kruger-Nationalparks zur weiteren Nutzung nach Projektende übergeben werden. Es birgt die Hoffnung, die diversen Nutzungsansprüche der Region durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen zukünftig besser in Einklang zu bringen. Die Übertragbarkeit auf viele andere Gebiete mit Wasserstress in weniger entwickelten Ländern liegt nahe. Eine mindestens genauso interessante Perspektive ist es allerdings auch zu untersuchen, inwieweit sich Teile der vorgestellten Ansätze nutzenstiftend nach Deutschland bzw. Europa zurückübertragen lassen.
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Ludwig-Erhard-Allee 6
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