Meldewesen-as-a-Service für staatlich geförderte Vorsorgeprodukte: SPS entlastet Banken bei Frühstart-Rente

Die geplante Frühstart-Rente bringt Millionen Verträge und neue Meldepflichten. SPS entlastet Banken und Versicherern mit einem skalierbaren Meldewesen-as-a-Service für Zulagen und Meldungen.

BildBamberg – SPS unterstützt Banken und Versicherer mit einem Meldewesen-as-a-Service (MaaS) bei der Abwicklung komplexer Melde- und Zulagenprozesse aus staatlich geförderten Vorsorgeprodukten. Der plattformbasierte Service ist flexibel skalierbar, erfüllt hohe regulatorische Anforderungen und adressiert die operativen Herausforderungen komplexer Altersvorsorgemodelle – auch bei wachsendem Volumen. Mit Blick auf die geplante Frühstart-Rente und das Altersvorsorgedepot gewinnt dieser Ansatz zusätzlich an Bedeutung.

Frühstart-Rente: Operativer Stresstest für Institute

Die Frühstart-Rente gilt als eines der ambitioniertesten Projekte der privaten Altersvorsorge seit Riester. Millionen anspruchsberechtigte Kinder und Jugendliche, staatliche Förderlogik, optionale Zuzahlungen sowie der spätere Übergang in ein Altersvorsorgedepot erzeugen ein bislang unbekanntes Maß an Prozess- und Meldekomplexität. Gleichzeitig sind zentrale Details zur konkreten Ausgestaltung – etwa Prüfmechanismen, Datenformate oder Fehlerkorrekturprozesse – weiterhin offen.

Für Banken und Versicherer bedeutet das: Systeme, Schnittstellen und Prozesse müssen vorbereitet werden, obwohl das entsprechende Gesetz noch nicht beschlossen ist und viele operative Leitplanken fehlen.

„Die Frühstart-Rente erzeugt eine enorme Zahl an Einzelverträgen, und jeder erfordert einen vollständigen Melde- und Berechnungsprozess“, sagt Oliver Wibbe, Geschäftsführer der SPS Germany GmbH. „Jede Abweichung, jede Unterschrift, jede Zuzahlung erzeugt eigene Datenflüsse, die verlässlich verarbeitet werden müssen. Fehler oder Verzögerungen wirken sich unmittelbar auf Förderzahlungen, Kundenvertrauen und Compliance-Risiken aus. Für Institute ist das ein operativer Stresstest: Die Prozesse müssen funktionieren, bevor alle Regeln feststehen.“

Meldewesen: Prozessqualität bestimmt Wettbewerbsfähigkeit

Die Herausforderung verschärft sich durch die Wettbewerbssituation: Nur wenn Familien sich aktiv für ein alternatives Produkt entscheiden, profitieren Banken und Versicherer von der Kundenbeziehung. Damit rückt die Prozessqualität direkt in den Mittelpunkt der Wettbewerbsfähigkeit. Unzureichend automatisierte Abläufe oder hohe interne Kosten wirken sich – insbesondere bei einer vorgesehenen Kostendeckelung von 1,5 Prozent pro Jahr – direkt auf die Ertragssituation der Anbieter aus.

Die Frühstart-Rente zwingt Institute somit, Kosteneffizienz und Prozessqualität als strategische Faktoren zu behandeln und nicht länger als Optimierungsaufgabe. Doch Legacy-Strukturen können diese Anforderungen selten ohne erheblichen Anpassungsaufwand erfüllen.

„Viele Meldeketten sind historisch gewachsen, nutzen verschiedene Datenformate und arbeiten mit manuellen Bearbeitungsschritten“, so Wibbe. „Ein solches Gefüge ist für ein massentaugliches und fehleranfälliges Produkt wie die Frühstart-Rente kaum geeignet.“

MaaS: Skalierbarkeit stabilisiert Kosten und Prozesse

Hier kommt der plattformbasierte Service „Meldewesen-as-a-Service“ (MaaS) ins Spiel, den SPS bereits für andere Meldungen an staatliche Stellen einsetzt, etwa für Zulagen im Rahmen der Wohnbauförderung, für Steuermeldungen bei der Kapitalertragssteuer und Kirchensteuer oder für Altersvorsorgeprodukte wie die Riester-Rente.

Daten aus unterschiedlichen Systemen werden zentral verarbeitet, Meldungen automatisiert erzeugt und über definierte Schnittstellen an Behörden, Backoffice-Systeme oder Dokumentenprozesse übergeben. Moderne Orchestratoren übersetzen Datenformate aus Quellsystemen, bereiten Meldungen automatisiert auf und halten Bestandsdaten aktuell.

Als externer, skalierbarer Service stabilisiert der MaaS zugleich die Kostenstrukturen. Da die Förderung bei der Frühstart-Rente jährlich in gleichbleibender Höhe fließt, während Zuzahlungen und individuelle Vertragsverläufe Schwankungen erzeugen, profitieren Institute von einer Plattform, die Lastspitzen automatisiert absorbiert. „Gerade in der Anlaufphase, wenn Tausende Anträge, Rückfragen und Prüfprozesse zeitgleich auflaufen, sind skalierbare Mechanismen entscheidend“, sagt Wibbe. „Komplexe Ausnahmefälle lassen sich ergänzend durch spezialisierte Serviceteams fallabschließend bearbeiten, sodass Fehlerquellen früh erkannt und abgefangen werden.“

Spezialisiert auf komplexe Zulagen- und Vorsorgeprozesse

SPS ist seit mehr als zehn Jahren auf die Prozessauslagerung rund um Zulagenverwaltung und staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte spezialisiert und besitzt dadurch ein tiefgreifendes Verständnis der Abläufe und Zusammenhänge. Experten erfassen dabei nicht nur Zulagenanträge, sondern bearbeiten auch komplexere Prozesse wie Anbieterwechsel, Leistungsfälle und den Übergang in die Auszahlungsphase. Neben Fehlerlisten und steuerlichen Meldungen gehören Einzel- oder Sonderfälle, die eine individuelle Betrachtung oder ein manuelles Eingreifen erfordern, zum Leistungsumfang.

Führende Finanzdienstleister und Versicherungen – darunter ING, Union Investment und LBS – setzen auf maßgeschneiderte, modular aufgebaute Lösungen und Services von SPS für verschiedene Prozesse und Produkte.

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Herr Martin Lorenz
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SPS ist eines der weltweit führenden technologiebasierten Transformationsunternehmen. Mit unseren innovativen Lösungen für die hybride Arbeitswelt fördern wir das Engagement der Mitarbeitenden und die Produktivität der Unternehmen. Unsere Angebote im Bereich Technology Business Solutions vereinbaren neueste Technologien mit tiefen Prozess- und Branchenkenntnissen sowie einem globalen Talent Pool. Dadurch meistern unsere Kunden effizient ihre größten Herausforderungen im Rahmen ihrer Transformationsprogramme.

SPS mit Hauptsitz in Zürich, Schweiz, ist international in über 20 Ländern tätig und fokussiert sich auf die Branchen Banken, Versicherungen und Gesundheit. Mit über 8.500 Mitarbeitenden wird SPS von seinen Kunden weltweit mit einem „Weltklasse“ Net Promoter Score (NPS) ausgezeichnet. Mit Präzision verbinden wir Menschen mit relevanten Informationen, überführen Daten in Wissen und Wissen in Geschäftsergebnisse.

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Die Mär von der steuerfinanzierten Rente

Ja, es ist Bundestagswahlkampf – und ja, es gibt Vereinigungen, die haben berechtigte Interessen, z.B. der DVG. Seinen Mitgliedern werden einfach 20 Prozent der Direktversicherungen abgezwackt.

BildGroße Tageszeitungen machen derzeit damit auf, das Thema wird vor der Bundestagswahl vi-rulent: Es geht um die Rente und wie manche sich die Finanzierung vorstellen. Dazu hat auch der DVG – Verein der Direktversicherungsgeschädigten – eine Meinung. „Weil nämlich er und seine 4000 Mitglieder, mithin 6 Millionen Betroffene und weitere 6,5 Millionen Bezieher von Betriebsrenten, die Zeche dafür bezahlen“, sagt Reiner Korth, stv. Bundesvorsitzender des DVG, deutlich.

Für die Bezieher von Renten sei es schwer erträglich, denn kurz vor der politischen Sommer-pause haben sie alle nochmal kräftig aufgedreht: Bei Lanz, im Presseclub, diversen Politmagazinen, in Tageszeitungen geben sich die sogenannten Renten-„Experten“ wie Bernd Raffelhüschen und Axel Börsch-Supan die Klinke in die Hand und malen Schreckensszenarien von der maroden Rentenkasse an die Wand. Sie reden von Generationengerechtigkeit und fordern drastische Maßnahmen: Länger arbeiten und weniger Rente, und so gut wie kein Medien-Organ hakt einmal kritisch nach. Stattdessen wird die Mär von der steuerfinanzierten Rente gleich einem Mantra nachgeplappert, obwohl die Fakten auf dem Tisch liegen und ohne großen Aufwand zu recherchieren sind.

2019 wurden 109 Milliarden Euro für sogenannte versicherungsfremde Leistungen aus der Rentenkasse entwendet. Der Gesetzgeber beschließt diese Leistungen, die der Sozialversicherungsträger zu zahlen hat, für die aber niemand Beiträge entrichtet, zum Beispiel für die Mütterrente (14 Mrd. Euro), Rente mit 63 (12 Mrd.), West-Ost-Transfer (30 Mrd.), Fremdrentengesetz (6 Mrd.) usw. Der Bundeszuschuss betrug 2019 aber nur 72 Mrd. Euro, das entspricht einer Deckungslücke von 37 Mrd. Euro. Seit 1957 summiert sich die Differenz zwischen den Ausgaben für versicherungsfremde Leistungen und dem Bundeszuschuss auf 870 Milliarden Euro. „Das ist mehr als genug, um heutigen und künftigen Rentnern eine anständige Altersversorgung zu ermöglichen – und nicht viel besser sieht es in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus“, betont Dr. Thomas Hintsch, DVG-Vorstandsmitglied.

Auch in der GKV müssten gesetzlich Versicherte versicherungsfremde Leistungen schultern, für die der Bund nur unzureichend Geld zur Verfügung stellt. Ausbaden dürfen es die Versicherten. „Und jene, die über Direktversicherungen für ihr Alter vorgesorgt haben und durch doppelte Krankenkassenbeiträge und Pflegeversicherungsbeiträge ihrer Ersparnisse beraubt werden“, unterstreicht Reiner Korth.

Die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der GKV, Dr. Doris Pfeiffer, habe jüngst in ei-nem Interview wieder die Unterdeckung von rund 10 Mrd. Euro für die Krankenversicherung der ALG-II-Empfänger moniert. Damit fordert sie wie der DVG, dass die bislang von der Regierung nicht umgesetzte entsprechende Vereinbarung, die aber im Koalitionsvertrag steht, endlich wahr gemacht wird. Denn diese Kosten sind vom Bund zu tragen, also von allen Steuerzahlern, und nicht ausschließlich von den gesetzlich Versicherten.

„Allein die Direktversicherungsgeschädigten zahlen pro Jahr rund 3 Milliarden Euro an GKV-Beiträgen, die wir auf unsere Verträge eigentlich schon zu unserer Lebensarbeitszeit entrichtet haben – welch ein Skandal“, betont Reiner Korth.

Was in dieser ganzen Debatte um steuerfinanzierte Renten oder Bundeszuschüsse an die Sozialkassen immer gerne unterschlagen werde, so der DVG: Gesetzlich versicherte Arbeit-nehmer sind auch Steuerzahler!

Als Erwerbstätige entrichten sie brav ihre Beiträge an die Rentenversicherung, schultern damit die durch den Bund unzureichend finanzierten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, müssen hilflos zusehen, wie ihre Renten dahinschmelzen und sich schließlich von gut versorgten Professoren und Politikern vorhalten lassen, sie müssten länger arbeiten oder Kürzungen ihrer Altersbezüge hinnehmen.

„Diese Drohungen nach längerer Arbeitszeit und Rentenkürzung sind völlig unangemessen und realitätsfremd“, sagt Thomas Hintsch, Im Gegenteil: Würden versicherungsfremde Leistungen als gesamtgesellschaftliche Ausgaben vom Bund finanziert, könnten sogar laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2018, im Bereich der Rentenversicherung die Beitragssätze um 2,2 bis 4,2 Beitragspunkte gesenkt werden, in der gesetzlichen Krankenversicherung um 2,2 Beitragspunkte und bei der Bundesagentur für Arbeit um 0,3 Beitragspunkte, also um insgesamt 6,7 bis 4,7 Beitragspunkte! Das würde eine erhebliche Entlastung der Erwerbstätigen und auch der Arbeitgeber bedeuten – sowie die Kaufkraft und damit die Steuereinahmen wieder stärken.

Schluss mit dem Zweiklassensystem
Der DVG weist ebenfalls darauf hin: Wie selbstverständlich mussten die Rentner in diesem Jahr die bittere Corona-Pille schlucken und eine Nullrunde hinnehmen. Unseren Staatsdienern dagegen wird ein Aufschlag von 1,4 Prozent gegönnt. Übrigens finanziert durch Steuergelder – auch die der gesetzlich Versicherten – ohne dass die im Alter bestens versorgten Pensionäre nur einen Cent zu ihrer Altersversorgung beigetragen hätten.

Generationengerechtigkeit
Höchste Zeit also, die Lufthoheit in puncto Rente nicht vermeintlichen Lobbyisten wie Raffelhüschen, Rürup oder Börsch-Supan zu überlassen. Dagegen halten auf allen Kanälen ist das Gebot der Stunde, formuliert der DVG. Am 26. September 2021 ist Bundestagswahl. Ein „Weiter so“ bei Rente und Krankenversicherung darf es nicht geben. Aber anders als sich das die Herren „Experten“ vorstellen. „Es ist höchste Zeit für ein Ende des Zweiklassensystems  – das wäre dann mal eine echte Generationengerechtigkeit“, so Thomas Hintsch abschließend.

Info:
www.dvg-ev.org

Nächste DVG-Höhepunkte:
Symposium Hambacher Schloss, Mittwoch, 25. August 2021, 14.00 bis 18.30 Uhr
Motto: „Demokratische Rente? – Von wegen!“

Deutschland braucht eine grundlegende Rentenreform und nicht ein weiteres Reförmchen. Das müsste eigentlich allen Politikern in diesem Land klar sein – eigentlich, denn einige glauben immer noch, es wäre mit der Verlängerung der Lebensarbeitszeit und einigen Schönheitskorrekturen getan. Es wird höchste Zeit, unvoreingenommen über die Altersvorsorge mit ihren drei Säulen zu reden. Deswegen organisiert der DVG ein 
Symposium mit hochrangigen Politikern und Sozial-Wissenschaftlern auf dem Hambacher, der Wiege der Demokratie. Die Doppelverbeitragung ist dabei nur ein Mosaikstein im großen Rentenbild.  

 

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Infos zum DVG
Im Oktober 2015 gründete sich der Verein „Direktversicherungsgeschädigte e.V.“, um die Interessen aller, die sich von der Politik um Teile ihrer Altersvorsorge geprellt fühlen, bes-ser zu vertreten.

Aus 40 sind mittlerweile annähernd 4.000 Mitglieder geworden – und der DVG wächst ra-sant weiter, da nun viele Verträge zur Auszahlung kommen und die meisten Betroffenen erst jetzt von der ungerechtfertigten Zahlung der Sozialabgaben an die Krankenkassen erfahren.

Der DVG verschafft sich Gehör in Politik und Medien. Mit Kundgebungen und Aktionen in Berlin, Düsseldorf, Stuttgart, München, Dresden und Erfurt sowie vielen Info-Veranstaltungen hat der DVG die Öffentlichkeit wachgerüttelt; überall in Deutschland bil-den sich Regionalgruppen; inzwischen bereits über 40.

Der DVG hat es geschafft, dass die schwarz-rote Koalition zum 1. Januar 2020 einen Freibetrag von 159,25 Euro eingeführt hat. Erst ab diesem Betrag werden Direktversicherungen und Betriebsrenten voll verbeitragt. Doch das löste das Problem der Doppelverbeitragung und der damit verbundenen Ungerechtigkeit bei weitem nicht.

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DVG für Bundestagswahlkampf gerüstet – Mitglieder bestätigen Forderungskatalog

Gut gerüstet ist der Direktversicherungsgeschädigten e.V. (DVG) ist für den Bundestagswahlkampf. Das war Tenor auf der Mitgliederversammlung in Erfurt.

BildDer Direktversicherungsgeschädigten e.V. (DVG) ist für den Bundestagswahlkampf gut gerüstet. Auf seiner heutigen Mitgliederversammlung in Erfurt verabschiedete er einige 
Initiativen, um die breite Öffentlichkeit für die Ziele des DVG zu sensibilisieren, darunter vor allem die Abschaffung der Doppelverbeitragung von Direktversicherungen. Der DVG arbeitet darauf hin, dass diese Forderung im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung aufgenommen wird. Annähernd 100 Mitglieder versammelten sich Corona konform im Erfurter Dorint-Hotel und bestätigten mit überwältigender Mehrheit die vom Vorstand vorgeschlagenen Ziele und Forderungen an die Politik.
Seit 2004 müssen Direktversicherte, die privat vorgesorgt haben, annähernd 20 % ihrer Altersvorsorge an die Krankenkasse entrichten – wegen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG), das SPD, Grüne und CDU/CSU 2003 beschlossen hatten. Altersvorsorge wird damit zum Minus-Geschäft. 

 

Besonders hart trifft es die mehr als sechs Millionen Direktversicherten, die ihre Verträge vor 2004 unter anderen Voraussetzungen abgeschlossen hatten. Rot-Grün-Schwarz beschloss das GMG in einer Nacht-und-Nebel-Aktion – rückwirkend, ohne Bestandsschutz und ohne Übergangsfrist. Viele Direktversicherte zahlen gleich doppelt Sozialbeiträge: in der Einzahl- und Auszahlphase. Dieselbe Abgabe trifft auch 6,5 Millionen Betriebsrentner.

 

 

Pacta sunt servanda – oder: „ein Vertrag ist ein Vertrag, ist ein Vertrag, ist ein Vertrag – und  darf nicht nachträglich zum Schaden der Versicherten vom Gesetzgeber verändert werden“, wie es Reiner Korth, stellvertretender Bundesvorsitzender des DVG, formuliert. „Das ist ein tiefgehender Vertrauensbruch des Staates“, prangert er an. Was sei von einem Staat zu halten, der das Vertrauen der Bürger derart missbrauche, so der DVG-Vorstand. „Vor Einführung des GMG predigten Politiker seit den 1980er Jahren, der Bürger solle selbst initiativ werden und fürs Alters vorsorgen, und dann plündert der Staat eben diese Vorsorge.“ 

 

Der DVG wurde 2015 gegründet und ist auf annähernd 4.000 Mitglieder angewachsen. Seither kämpft der Verein gegen dieses Unrecht. In vielen Gesprächen mit Bundestags-abgeordneten und Regierungsmitgliedern konnte der DVG die Politik für das Thema sensibilisieren und findet zunehmend Unterstützer. Doch das Beharren auf der gültigen Gesetzeslage ist nach wie vor ausgeprägt und die Bereitschaft zur Änderung noch zu gering.

Deshalb verstärkt der DVG seine Aktivitäten. Neben gezielten Gesprächen und Video-Konferenzen mit Bundestagskandidaten umfasst dies regionale Demonstrationen und Kundgebungen genauso wie Informationsstände in den Fußgängerzonen. Darüber hinaus wird die Öffentlichkeit intensiv über das Unrecht der mit dem GMG verbundenen teilweisen Enteignung der Bundebürger informiert.

 

Korth betonte heute in Erfurt unter großem Applaus, dass der DVG dabei unverändert seine Forderungen vertritt:

– Sofortiger Stopp der Mehrfachverbeitragung für die Direktversicherungen vor 2004,
– Finanzielle Entschädigung für die Betroffenen, in deren Verträge mit dem GMG 
  rückwirkend eingegriffen wurde,

– Gleichstellung der Direktversicherungen mit den Riester-Verträgen,
– Abschaffung der Doppelverbeitragung für alle anderen Formen der betrieblichen 
  Altersvorsorge.

 

Ein nächster Glanzpunkt dieser Maßnahmen wird das DVG-Symposium am 25. August 2021 im Hambacher Schloss sein unter dem Motto „Demokratische Rente? Von wegen!“ sein. Das mit hochrangigen Politikern, Sozialwissenschaftlern und Finanzjournalisten besetzte Symposium wird das Unrecht der Doppelverbeitragung konkretisieren und Lösungsvorschläge aufzeigen. Außerdem werden die Anforderungen an ein gerechtes und bezahlbares Rentensystems erarbeitet, das die Grundwerte einer Demokratie erfüllt. 

 

Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen wurde das bisherige Gremium einstimmig wieder gewählt, wobei sich Bernd Krüger nicht mehr beworben hatte und für seine geleistete Arbeit als Koordinator der stetig zunehmenden Regional-Gruppen großen Applaus erhielt.

 

Als neue Beisitzer des Vorstands wurden gewählt: Dr. Rainer Ochmann aus Bremen und Werner Partschefeld aus Chemnitz. 

 

Zwei Gründungsmitglieder des Vereins erhielten besondere Auszeichnungen: 

Christiane Löffler wurde zum Ehrenvorstandsmitglied und Gerhard Kieseheuer zum Ehrenvorsitzenden des DVG ernannt.

 

„Mit teils vehementen, aber jeweils sehr konstruktiven Redebeiträgen war die Mitgliederversammlung ein guter Gradmesser, dass wir auf dem richtigen Weg zu mehr Gerechtigkeit in der Frage der Doppelverbeitragung kommen und dafür Lösungen aufzeigen. Die Politik muss sich der Sache dringend annehmen, denn wir jetzt Betroffenen sind nicht das Ende der Fahnenstange – die Babyboomer-Generation der heute Mit-50er-Jahre kommt ja erst noch“, fasste der wiedergewählte Reiner Korth die Versammlung zusammen.   

 

 

Wahlentscheidungen der DVG-Mitgliederversammlung 2021:

Der gewählte Vorstand

(nach stellvertr. Vorsitzender in alphabetischer Reihenfolge)

 

Reiner Korth, Stellvertretender Bundesvorsitzender 

Geeste

 

Helmut Achatz, Beisitzer Kommunikation 
München-Olching

 

Günter Dehlen, Schriftführer/Dokumentenmanagement 

Oberhausen

 

Dr. Thomas Hintsch, Öffentlichkeitsarbeit/Projektkoordinator 
Stadecken-Elsheim (Mainz)

 

Jörg Kotter, IT-Beauftragter 

Butzbach

 

Dr. Rainer Ochmann, Beisitzer
Bremen

 

Werner Partschefeld,

Chemnitz

 

Ingrid Wulff, Social Media 

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Im Oktober 2015 gründete sich der Verein „Direktversicherungsgeschädigte e.V.“, um die Interessen aller, die sich von der Politik um Teile ihrer Altersvorsorge geprellt fühlen, bes-ser zu vertreten.

Aus 40 sind mittlerweile annähernd 4000 Mitglieder geworden – und der DVG wächst ra-sant weiter, da nun viele Verträge zur Auszahlung kommen und die meisten Betroffenen erst jetzt von der ungerechtfertigten Zahlung der Sozialabgaben an die Krankenkassen erfahren.

Der DVG verschafft sich Gehör in Politik und Medien. Mit Kundgebungen und Aktionen in Berlin, Düsseldorf, Stuttgart, München, Dresden, Wiesbaden und zuletzt in Erfurt sowie vielen Info-Veranstaltungen hat der DVG die Öffentlichkeit wachgerüttelt; überall in Deutschland bildeten sich Regionalgruppen.

Der DVG hat es erreicht, dass die schwarz-rote Koalition zum 1. Januar 2020 einen Frei-betrag von 159,25 Euro eingeführt hat. Erst ab diesem Betrag werden Direktversicherun-gen und Betriebsrenten voll verbeitragt. Aber das Unrecht ist damit nicht beseitigt.

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