Kölner Start-up CRCL hält nicht recycelbare Altkleider mit Apatura im industriellen Kreislauf
Posted by PM-Ersteller - 20/08/26 at 10:08:07 a.m.CRCL entwickelt industrielle Verwertungswege für Textilien, die bisher nicht recycelt werden können.
Köln, 20. August 2026 – Rekordhitze, anhaltende Dürre und großflächige Waldbrände führen Europa im Sommer 2026 erneut vor Augen, wie vehement und unmittelbar die Folgen der Klimaerwärmung inzwischen Wirtschaft und Gesellschaft treffen. Niedrige Pegelstände an exponierten Wasserstraßen belasten Landwirtschaft, Energieversorgung und Gütertransport.
Die aktuellen Ereignisse machen mehr als deutlich: Klimaschutz ist nicht allein eine Frage der Energieversorgung. Auch der industrielle Umgang mit Rohstoffen entscheidet darüber, wie viele Treibhausgasemissionen entstehen und wie widerstandsfähig die europäische Wirtschaft gegenüber Ressourcenknappheit und gestörten Lieferketten ist.
Genau hier setzt CRCL an. Das Kölner Start-up entwickelt industrielle Verwertungswege für Textilien, die bisher nicht recycelt werden können. Statt Alttextilien zu verbrennen oder zu deponieren, verarbeitet CRCL sie mithilfe eines Verfahrens zu Apatura, einem kreislauffähigen Werkstoff für neue Produkte. Durch diesen Prozess können nicht nur wertvolle Ressourcen im industriellen Kreislauf gehalten, sondern auch CO?-Emissionen vermieden werden – die thermische Verwertung einer Tonne Altkleider verursacht rund 2,5 Tonnen CO?. Jede Tonne Alttextilien, die stattdessen mechanisch verwertet wird, leistet somit einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.
„Die aktuellen Klimaereignisse in Europa zeigen, dass eine grundlegende Veränderung im Umgang mit Ressourcen notwendig ist“, fordert Lars Conzendorf, verantwortlich für Business Development und Marketing bei CRCL. „Wenn Rohstoffe mit hohem Energie-, Wasser- und Materialaufwand hergestellt wurden, dürfen sie am Ende ihres Lebenszyklus nicht einfach aus dem Wirtschaftskreislauf verschwinden. Unser Ansatz ist deshalb, Textilabfälle in eine wertvolle Ressource umzuwandeln.“
EU-Vernichtungsverbot markiert einen Wendepunkt
Eine zusätzliche Dynamik entsteht durch die neue europäische Vorgabe. Seit dem 19. Juli 2026 dürfen große Unternehmen in der EU unverkaufte Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe grundsätzlich nicht mehr vernichten. Die Regelung betrifft zunächst nur unverkaufte Neuware und ist damit kein generelles Verbrennungsverbot für Alttextilien.
Sie setzt jedoch ein wichtiges Signal für die gesamte Branche: Die lineare Logik aus Produktion, kurzem Gebrauch und Entsorgung verliert politisch und wirtschaftlich an Akzeptanz.
CRCL schließt eine technologische Lücke
Eine der größten Herausforderungen sind Mischtextilien. Kleidungsstücke bestehen häufig aus Kombinationen von Baumwolle, Polyester, Polyamid oder Elasthan. Diese Materialvielfalt erschwert eine sortenreine Trennung und begrenzt die Einsatzmöglichkeiten klassischer Recyclingverfahren. CRCL konzentriert sich gezielt auf solche schwer verwertbaren Materialströme. Geeignete Alttextilien werden aufbereitet und zu Apatura verarbeitet. Das Granulat ersetzt Kunststoffneuware in industriellen Anwendungen, beispielsweise in der Möbel-, Garten- und Automobilindustrie. Aus den daraus hergestellten Produkten kann am Ende ihrer Nutzung erneut Apatura entstehen.
Lauritz Schmidt, verantwortlich für Forschung und Entwicklung bei CRCL, erklärt: „Die entscheidende technologische Aufgabe besteht darin, auch Mischfasern industriell nutzbar zu machen. Mit Apatura schaffen wir dafür einen neuen Werkstoff und erhalten den Wert der eingesetzten Ressourcen.“
CRCL verbindet Klimaschutz und industrielle Resilienz
Die Ausrichtung von CRCL folgt einem klaren Grundsatz: Abfallströme sollen zu verlässlichen Rohstoffströmen für die Industrie werden. Damit adressiert das Unternehmen mehrere Herausforderungen zugleich. Die stoffliche Nutzung vermeidet die unmittelbare Vernichtung von Materialien, reduziert die Abhängigkeit von fossiler Kunststoffneuware und ermöglicht Unternehmen, textile Abfallströme nachvollziehbar und wirtschaftlich nutzbar zu machen.
Das gewinnt auch jenseits gesetzlicher Pflichten an Bedeutung. Steigende Rohstoffpreise, wachsende Berichtspflichten und strengere Anforderungen an die Herkunft und Verwertung von Materialien erhöhen den Handlungsdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
„Die Transformation der Textilwirtschaft entscheidet sich nicht an Nachhaltigkeitsversprechen, sondern an funktionierenden Materialkreisläufen“, sagt Timur Oruz, verantwortlich für Business Growth und Public Relations bei CRCL. „Wir stehen mit unserem Unternehmen dafür, textile Abfälle zum Ausgangspunkt neuer industrieller Wertschöpfung zu machen.“
Angesichts von Klimaerwärmung, Wasserknappheit und wachsenden Ressourcenrisiken wird Kreislaufwirtschaft damit zu mehr als einer Umweltstrategie. Sie ist eine Voraussetzung für eine klimafreundliche, wettbewerbsfähige und widerstandsfähige europäische Industrie.
Über die CRCL GmbH
CRCL ist ein Kölner Start-up für textile Kreislaufwirtschaft mit dem Anspruch, lineare Geschäftsmodelle in der Industrie durch wirtschaftlich tragfähige Zirkularität zu ersetzen. Das Unternehmen arbeitet entlang der textilen Wertschöpfungskette und entwickelt Lösungen, um Rohstoffe im Kreislauf zu halten, Ressourcen zu schonen und die Verbrennung von Textilien dauerhaft zu reduzieren.
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Optische Beschichtungen für mehr Effizienz in Sensorik und Bildverarbeitung
Posted by PM-Ersteller - 20/07/26 at 10:07:48 a.m.Auf der VISION 2026 in Stuttgart (Halle 10, Stand G37) präsentiert die Bte Bedampfungstechnik GmbH Beschichtungslösungen für moderne Sensorik-, Machine-Vision- und Messtechnik-Anwendungen.
Von der Materialsortierung über die Verpackungslogistik bis zur Lichtsimulation für Prüfsysteme: Auf der VISION 2026 in Stuttgart (Halle 10, Stand G37) präsentiert die Bte Bedampfungstechnik GmbH Beschichtungslösungen für moderne Sensorik-, Machine-Vision- und Messtechnik-Anwendungen. Optische Filter, entspiegelte Komponenten und hochreflektierende Spiegel steigern die Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz optischer Systeme.
In zahlreichen Industriezweigen sorgen moderne optoelektronische Sensorsysteme für eine präzise Material- und Objekterkennung. Anwendungen reichen von der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie über Logistik sowie industrielle Bildverarbeitung bis hin zu Recycling- und Sortieranlagen. Dank aktueller Sensorik lassen sich Form-, Farb- und Spektraleigenschaften über einen breiten Wellenlängenbereich erfassen und für anspruchsvolle Sortier-, Prüf- und Messaufgaben nutzen.
Eine entscheidende Rolle für die Leistungsfähigkeit dieser Systeme spielen optische Beschichtungen. Die Bte Bedampfungstechnik GmbH entwickelt und fertigt hierfür spezialisierte Komponenten wie optische Filter, entspiegelte Abdeckscheiben und hochreflektierende Umlenkspiegel. Optische Filter ermöglichen die präzise Trennung relevanter Lichtsignale von Störlicht, entspiegelte Abdeckscheiben schützen Sensorik und Elektronik bei gleichzeitig maximaler Lichttransmission, und hochreflektierende Spiegel sorgen für eine gezielte Lichtführung auch in komplexen Sensorgeometrien.
Mehr Präzision durch entspiegelte Komponenten
Um störende Lichtreflexe und unerwünschte Spiegelungen zu vermeiden, werden optische Bauteile wie Linsen, Deckgläser, Umlenkspiegel oder Filtergläser mit anti-reflektiven Beschichtungen versehen. Dadurch werden störende Reflexe unterdrückt, der Bildkontrast erhöht und die Leistungsfähigkeit von Sensoren deutlich verbessert. Erkennungssysteme können so auch bei hohen Taktraten zuverlässig Objekte, Codes oder Fehlstellen erfassen.
Zum Einsatz kommen dabei moderne PVD-Dünnschichttechnologien wie Ion Assisted Deposition (IAD), APS (Advanced Plasma Source) oder Magnetron-Sputter-Verfahren. Mit diesen Technologien lassen sich sowohl oxidische als auch metallische Schichtsysteme für unterschiedlichste Anforderungen realisieren.
Von Materialsortierung bis Verpackungslogistik
Die Anwendungsbereiche beschichteter optischer Komponenten sind vielfältig. In Sortieranlagen beispielsweise unterstützen sie die Erkennung unterschiedlicher Materialien und verbessern die Fehlstellendetektion. Beschichtete Sensoren kommen unter anderem in der Recyclingwirtschaft, bei der Holz-, Metall- und Kunststoffsortierung, in der Lebensmittelverarbeitung sowie in industriellen Bildverarbeitungssystemen zum Einsatz.
Ein weiteres Beispiel ist die Verpackungs- und Förderlogistik. Hier sorgen optische Bandpassfilter für eine höhere Zuverlässigkeit von Kamerasystemen und Laserscannern. Sie lassen ausschließlich Licht einer definierten Wellenlänge passieren und blockieren störende Umgebungsstrahlung, beispielsweise Tageslicht oder künstliche Beleuchtung. Dadurch werden Barcodes, Data-Matrix-Codes, Labels und Markierungen präziser erkannt. Gleichzeitig verbessern die Filter die Genauigkeit optischer Volumenmesssysteme, die beispielsweise mit 3D-Kameras, Laserscannern oder Time-of-Flight-Sensoren arbeiten.
Daylight-Blocker für hyperspektrale Systeme
Eine weitere wichtige Filterlösung sind sogenannte Daylight-Blocker. Sie filtern das sichtbare Umgebungslicht aus und lassen gezielt definierte Wellenlängen, beispielsweise im Infrarotbereich, passieren. Dadurch werden störende Einflüsse reduziert und die Qualität der Messergebnisse erhöht.
Besonders wichtig sind solche Filter für hyperspektrale und multispektrale Kamerasysteme. Diese erfassen neben Bildinformationen auch spektrale Daten und ermöglichen dadurch eine besonders detaillierte Analyse von Materialien und Oberflächen. Filter, die gezielt auf IR-, NIR- oder SWIR-Bereiche abgestimmt sind, erhöhen hierbei die Effizienz und Genauigkeit der Gesamtsysteme.
Sonnensimulation für Prüf- und Messtechnik
Neben der gezielten Blockierung von Licht kann optische Beschichtungstechnologie auch dazu genutzt werden, bestimmte Lichtspektren künstlich zu erzeugen. Die von Bte entwickelten Sonnensimulationsfilter bilden das natürliche Spektrum des Sonnenlichts mit hoher Präzision nach und kommen unter anderem in der Photovoltaik-Messtechnik zum Einsatz.
Photovoltaik-Module werden bereits während der Produktion sowie in Prüfkammern hinsichtlich Leistung, Wirkungsgrad und Langzeitbeständigkeit untersucht. Die Sonnensimulationsfilter ermöglichen dabei die realitätsnahe Nachbildung natürlicher Lichtverhältnisse im Labor oder direkt in der Produktionslinie. Ergänzt werden diese Systeme durch spezielle Vorderflächen- und Kaltlichtspiegel, die eine gleichmäßige Ausleuchtung großer Flächen ermöglichen und gleichzeitig den Wärmeeintrag reduzieren. Darüber hinaus werden Produkte unterschiedlichster Branchen unter simuliertem Sonnenlicht getestet, darunter Fahrzeugkomponenten, Lacke, Textilien, Sonnencremes oder Brillengestelle.
„Ob Materialsortierung, industrielle Bildverarbeitung, Logistik oder Photovoltaik-Prüftechnik: Hochpräzise optische Beschichtungen leisten einen entscheidenden Beitrag zur Leistungsfähigkeit moderner Sensor- und Messsysteme. Mit unseren Beschichtungslösungen unterstützen wir Anwender dabei, Messgenauigkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz ihrer Systeme nachhaltig zu steigern“, so Geschäftsführer Ansgar Link.
Link zur Website: www.bte-born.de
Bildunterschrift:
(Abb. 1: Bandpassfilter)
Optische Bandpassfilter unterstützen in Systemen zur Volumenvermessung, etwa in Packstationen, beim Erhöhen der Messgenauigkeit und Störsicherheit, insbesondere durch das Ausblenden von Umgebungslicht und die Vermeidung von Reflexionen. Dank eigener Laserschneidanlagen kann die Bte Bedampfungstechnik sie inhouse in nahezu beliebiger Geometrie zuschneiden (Freiform).
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Bte Bedampfungstechnik GmbH
Frau Anja Oerter
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email : a.oerter@bte-born.de
Die Bte Bedampfungstechnik GmbH und das Tochterunternehmen Born Coating GmbH bieten seit über 30 Jahren Dünnschichttechnologie für herausfordernde Applikationen. Die Kernkompetenz des mittelständischen Unternehmens ist die PVD-Vakuumbeschichtung optischer Komponenten für technische Anwendungen. Dünne dielektrische und metallische Schichten sorgen für hochpräzise Anpassungen der optischen Oberflächencharakteristiken und beeinflussen gezielt Reflexions-, Transmissions- und Emissionsverhalten von Gläsern, Kunststoffen und Metallen.
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Textilvernichtung wird zum Gesetzesverstoß – CRCL liefert die industrielle Antwort
Posted by PM-Ersteller - 14/07/26 at 08:07:26 a.m.Ab dem 19. Juli 2026 gilt für viele Unternehmen der Textilbranche ein europaweites Verbot. Ein Start-up aus Köln hat eine industrielle Lösung gefunden.
Mit dem bevorstehenden EU-Verbot der Vernichtung unverkaufter Kleidung durch große Unternehmen entsteht für die Fashionbranche ein längst überfälliger Handlungsdruck. Das Kölner Start-up CRCL bietet eine industrielle Lösung für jene textilen Abfallströme, die sich weder wiederverkaufen noch klassisch recyceln lassen.
Köln, 14. Juli 2026 – Die Modebranche steht vor einem regulatorischen Einschnitt, der weit über Nachhaltigkeitskommunikation hinausgeht:
Ab dem 19. Juli 2026 dürfen große Unternehmen in der EU unverkaufte Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe grundsätzlich nicht mehr vernichten. Grundlage ist die europäische Ecodesign for Sustainable Products Regulation, kurz ESPR. Die EU-Kommission beziffert den Anteil unverkaufter Textilien, die in Europa jedes Jahr verbrannt werden, auf schätzungsweise vier bis neun Prozent; das verursacht rund 5,6 Millionen Tonnen CO?-Emissionen.
Was politisch wie ein klarer Fortschritt klingt, wird für Marken, Händler, Plattformen und Hersteller zur operativen Bewährungsprobe. Denn Überbestände, Retouren, beschädigte Ware, nicht entfernbare Logos oder komplexe Materialzusammensetzungen verschwinden nicht mit Inkrafttreten des Verbots. Sie müssen künftig sorgfältig geprüft, sortiert, dokumentiert und in belastbare Verwertungspfade überführt werden.
Mischtextilien werden zur Rohstoffquelle
Damit verschiebt sich die zentrale Frage der Branche von ,Wie vermeiden wir Vernichtung?‘ hin zu ,Was passiert mit jenen Textilien, die weder wiederverkauft noch gespendet, repariert oder sortenrein recycelt werden können?‘. Genau hier setzt das Kölner Start-up CRCL an. Das Unternehmen hat mit Apatura einen industriellen Werkstoff entwickelt, der aus bisher nicht verwertbaren Alttextilien entsteht.
„Wer unverkaufte Ware künftig nur als Entsorgungsproblem betrachtet, hat die Zukunft nicht verstanden. Die Frage ist nicht mehr, ob und wie Abfallströme von der Bildfläche verschwinden, sondern wer diese industriell recyceln kann“, betont Lars Conzendorf, verantwortlich für Business Development sowie Marketing & Sales bei CRCL. „Wir haben einen industriell funktionierenden Prozess entwickelt, der ökologisch und ökonomisch verifiziert ist und aus einem linearen System ein zirkuläres macht. Unser Ansatz ist, Textilabfälle als Rohstoffquelle zu behandeln und daraus einen industriell starken Werkstoff anzubieten. Die stupide Verbrennung einer wertvollen Ressource muss jetzt mal aufhören.“ Einsetzbar ist der Sekundärrohstoff in diversen Anwendungsfeldern, wie der Möbel,- Gardening oder Automotivindustrie, die primär Kunststoffneuware verwenden.
Der wunde Punkt der Modeindustrie
Die neue EU-Regelung macht sichtbar, wo das Recycling in der Modebranche bislang an Grenzen stößt. Der Großteil unserer Textilien besteht aus Materialkombinationen wie bspw. Baumwolle, Polyester, Elasthan oder Polyamid. Hinzu kommen Beschichtungen, Drucke, Veredelungen oder fest integrierte Komponenten. Für klassische Recyclingverfahren sind diese Materialien häufig zu komplex, nicht sortenrein oder wirtschaftlich nicht hochwertig rückführbar.
Gleichzeitig wächst der Handlungsdruck im gesamten Textilsystem. Das Europäische Parlament beziffert das Textilabfallaufkommen in der EU im Jahr 2022 auf durchschnittlich 19 Kilogramm pro Person.
Davon landete der deutlich größere Teil weiterhin im gemischten Hausmüll statt in getrennten Sammel- und Verwertungssystemen. Diese Tendenz ist deutlich steigend, da die Ultra-Fast-Fashion-Industrie mit Unternehmen, wie Shein, Temu oder Firmen wie H&M und Adidas wesentlich geringere Qualitäten auf den Markt spült.
Für die Branche bedeutet dies: das Problem liegt nicht am Ende der Kollektions-Saison. Es entsteht entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Produktion, Lagerlogistik und Sortierung über das Retourenmanagement hin zur Dokumentation und sinnvollen Verwertung. Was früher als Bestands-, Rabatt- oder Entsorgungsthema behandelt wurde, wird nun zum Kern von Nachhaltigkeitsstrategie, Risikomanagement und regulatorischer Nachweisführung.
„Die Alttextilienfrage ist keine moralische Fußnote mehr. Sie wird zur Bilanzfrage“, unterstreicht Timur Oruz, verantwortlich für Business Growth und Public Relations bei CRCL. „Regulierung allein schafft noch keine Kreislaufwirtschaft. Sie erzeugt aber den Druck, neue Lösungen schneller in den Markt zu bringen. Wir reden über ein globales Problem, das jedes Jahr größer wird. Weder die Modeindustrie, die EU noch wir als Gesellschaft können es uns leisten, Altkleiderentsorgung weiter als Nebenproblem zu behandeln.“
Die ESPR verpflichtet Unternehmen nicht nur zur Vermeidung der Vernichtung. Sie erhöht auch die Anforderungen an Transparenz und Berichtspflichten. Unternehmen müssen künftig offenlegen, welche unverkauften Verbraucherprodukte als Abfall abgegeben werden. Das standardisierte Berichtsformat soll ab Februar 2027 greifen. Das Vernichtungsverbot für unverkaufte Bekleidung, Accessoires und Schuhe gilt für große Unternehmen ab dem 19. Juli 2026, mittelgroße Unternehmen sollen 2030 folgen.
Vom Entsorgungsproblem zum Sekundärrohstoff
CRCL positioniert sich deshalb als industrielle Lösung für jene Fraktionen, die nach diesen Prüfungen übrigbleiben. Aus Ware, die ein Kosten- und Entsorgungsproblem darstellt, entsteht mit dem Granulat „Apatura“ ein dokumentierbares Substitut für neue Kunststoff-Endprodukte, wie beispielsweise hochwertige Sitzschalen, Kleiderbügel oder Parkbänke. Für Marken, Händler, Sortierer und Entsorger entsteht somit ein zusätzlicher Verwertungspfad für Materialien, die bislang in der thermischen Verwertung oder in intransparenten Entsorgungswegen endeten.
Die ökonomische Brisanz liegt auf der Hand: Wenn Vernichtung verboten, Lagerung teuer und klassische Recyclingwege begrenzt sind, entscheidet industrielle Verwertbarkeit über Kosten, Compliance und Glaubwürdigkeit. Wer seine Abfallströme nicht kennt, kann sie nicht steuern. Wer sie nicht dokumentieren kann, wird angreifbar. Und wer keine belastbaren Partner hat, riskiert, dass Nachhaltigkeitsversprechen an der Realität der Mischfaser scheitern.
„Die Modebranche hat jahrelang gelernt, das Problem an Dritte weiterzugeben und gekonnt wegzuschauen. Diese Zeit läuft ab“, sagt Lauritz Schmidt, verantwortlich für Forschung & Entwicklung bei CRCL. „Jetzt geht es um belastbare Prozesse, prüfbare Materialwege und industrielle Skalierung.“
Die neue EU-Regulierung macht damit nicht nur ein globales Umweltproblem sichtbarer, sondern vor allem auf die industrielle Handlungsnot aufmerksam. Die Modeindustrie braucht verlässliche Lösungen für schwierige Abfallströme. Und zwar genau dort, wo politische Ziele auf technische und wirtschaftliche Realität treffen. Für CRCL liegt in diesem Zwischenraum der entscheidende Hebel: Aus komplexen Mischfasern entsteht kein symbolischer Märchenkreislauf, sondern ein belastbarer industrieller Materialkreislauf.
Über die CRCL GmbH
CRCL ist ein Kölner Start-up für textile Kreislaufwirtschaft mit dem Anspruch, lineare Geschäftsmodelle in der Industrie durch wirtschaftlich tragfähige Zirkularität zu ersetzen. Das Unternehmen arbeitet entlang der textilen Wertschöpfungskette und entwickelt Lösungen, um Rohstoffe im Kreislauf zu halten, Ressourcen zu schonen und die Verbrennung von Textilien dauerhaft zu reduzieren.
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