Neue Lebenszeichen von Phantom Squad und REvil

In den vergangenen Monaten haben Radware-Forscher eine deutliche Zunahme von DDoS-Aktivitäten auf der ganzen Welt beobachtet.

BildDie von unterschiedlichen Gruppen eingesetzten Taktiken, Techniken und Verfahren (TTPs) entwickeln sich weiter und bringen die Zielunternehmen in den USA, Asien und Europa in Bedrängnis. Besonders besorgniserregend ist laut Radware die Tatsache, dass Ransom DoS (RDoS)-Gruppen immer fortschrittlicher und ausgefeilter agieren und immer komplexere Angriffe durchführen.

Ist Phantom Squad zurück?

Nach einer fünfjährigen Pause wurde ein neuer Ransomware-Brief in Umlauf gebracht, dessen Analyse zeigt, dass er die typischen Merkmale der RDoS-Gruppe Phantom Squad aufweist. Am 22. Mai 2022 tauchte ein Ransomware-Brief auf, der fast identisch ist mit dem, der in den RDoS Phantom Squad-Kampagnen von 2017 verwendet wurde. Der einzige Unterschied zwischen dem Schreiben aus dem Jahr 2017 und der aktuellen Version von 2022 besteht darin, dass die Bedrohungsgruppe in einem zusätzlichen Abschnitt die IP-Adressen und Domänennamen ihrer beabsichtigten Ziele angibt. Bislang ist laut Radware nur ein solcher Brief aufgetaucht, ohne dass es zu gemeldeten oder beobachteten Ausfällen oder Demonstrationsangriffen auf die anvisierten Opfer gekommen ist.

Auch REvil ist wieder aktiv

Gleichzeitig hat eine Gruppe, die sich als REvil ausgibt, ihre Kampagne von RDoS-Angriffen mit HTTPS-Flood-Anfragen wieder aufgenommen. Anders als Phantom Squad droht diese Gruppe nicht nur, sondern richtet auch Schaden an. Sie schickt dem anvisierten Opfer zunächst eine warnende Lösegeldforderung und geht dann zu fortgeschritteneren Taktiken über. Dazu gehört das Einbetten der Lösegeldforderung in die Nutzlast des Angriffs. Die Gruppe führt hochfrequente (mehrere Millionen Anfragen pro Sekunde) verschlüsselte Angriffe auf Anwendungsebene durch. Diese Angriffe dauern etwa fünf Minuten und enthalten Nachrichten, die in die Anfrage-URL eingebettet sind. Die Gruppe, die sich als REvil ausgibt, wurde letztes Jahr auch dabei beobachtet, wie sie Twitter nutzte, um ihre Opfer weiter unter Druck zu setzen.

Daniel Smith, Head of Research der Cyber Threat Intelligence-Gruppe von Radware, kommentiert: „RDoS-Gruppen, die sich als Phantom Squad und REvil ausgeben, haben es offenbar auf Organisationen in Europa, den USA und Asien abgesehen. Auch wenn die Phantom Squad-Kampagne 2017 ohne tatsächliche DDoS-Angriffe verlief, empfehlen wir Unternehmen dennoch, wachsam zu sein.“

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Radware ernennt Michael Gießelbach zum Regional Director DACH

Sicherheitsspezialist Radware stellt neuen Regional Director DACH vor

BildMichael Gießelbach ist als neuer Regional Director DACH für das gesamte Geschäft des Sicherheitsspezialisten Radware im deutschsprachigen Raum verantwortlich. Gießelbach kommt von Symantec, wo er die Position des Senior Director Sales innehatte. Zuvor hatte er verschiedene Führungspositionen im Vertrieb für die DACH-Region bei NCR und F5 bekleidet. Zudem verfügt Gießelbach über langjährige Management- und Vertriebserfahrung bei Unternehmen wie Hewlett-Packard, Sun Microsystems und Storage Technology.

„Michael Gießelbach ist ein sehr erfahrener Manager im Bereich der Cybersecurity und Application-Delivery-Netzwerken“, kommentiert Rob Hartley, Vice President & Managing Director für EMEA und Lateinamerika bei Radware. „Zudem ist er ein ausgewiesener Experte beim Auf- und Ausbau indirekter Vertriebskanäle und für die professionelle Entwicklung neuer und bestehender Vertriebspartner. Wir freuen uns, ihn im europäischen Team begrüßen zu können.“

„Mit einem extrem starken Produktportfolio, umfassenden Cloud Services und seinen Research- und Emergency-Response-Teams hat Radware sich als führender Hersteller im gesamten Security-Markt etabliert und genießt einen hervorragenden Ruf“, so Michael Gießelbach.“ Ich habe mir auf die Fahnen geschrieben, den weiteren Ausbau von Radwares Führungsposition im deutschsprachigen Anti-DDoS- und Application-Security-Markt voranzutreiben. Dabei können wir mit unseren Partnern jedem Kunden genau die Lösung zur Verfügung stellen, die er benötigt – ob Multi-Cloud, On-Premise oder hybrid.“

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Radware: UDP wird durch Corona zum wichtigsten Einfallstor für Hacker

Über 70 Prozent aller Hackerangriffe, die Radware im März 2020 bei seinen Kunden weltweit registriert hat, nutzten das UDP-Protokoll anstelle von TCP.

Angriffe über UDP sind nach den Sicherheitsspezialisten deutlich schwieriger zu erkennen und zu verteidigen, weil bei diesem Protokoll eine zuverlässige Unterscheidung zwischen vertrauenswürdigem und bösartigem Verkehr nicht einfach ist.

Stark befördert wird der Trend zu UDP durch die Entwicklungen während der Corona-Krise. Die massive Einführung von Heimarbeit hat zu einer erheblichen Zunahme des UDP-Verkehrs geführt, da Uploads vom heimischen Arbeitsplatz ins Unternehmensnetz ober in Cloud-Umgebungen üblicherweise über UDP ablaufen. Der „COVID-19 Global Internet Phenomena Report“ von Sandvine zeigt dabei, dass allein im Zeitraum zwischen dem 1. Februar und dem 17. April der Upstream-Verkehr global um 121% gestiegen ist. Insgesamt wuchs der Internetverkehr im gleichen Zeitraum lediglich um etwa 40%. Die neue Flut von UDP-Daten nutzen Hacker laut Radware derzeit massiv aus, um ihre Angriffe zu verstecken und zu verschleiern.

„UDP ist ein Protokoll, das sich auf Geschwindigkeit und nicht auf Qualität konzentriert und daher sehr weit von den Konzepten der Netzwerksicherheit entfernt ist“, kommentiert Michael Tullius, Managing Director DACH bei Radware. „Es ist daher ein idealer Nährboden für Hacker, zumal es sich um ein verbindungsloses Protokoll handelt, über das sich leicht UDP Floods realisieren lassen.“

Anatomie von UDP Floods

UDP Floods gehören nicht erst seit Corona zu den häufigsten DDoS-Angriffen. Der Angreifer sendet UDP-Pakete, in der Regel möglichst große, an ein einzelnes Ziel oder an zufällige Ports. Da an diesen Ports in der Regel keine Anwendung lauscht, sendet der angegriffene Server eine große Zahl von „ICMP Destination Unreachable“-Antworten, was ihn so überlasten kann, dass legitime Nutzer keinen Zugriff mehr erhalten. In den meisten Fällen fälschen die Angreifer zudem die Quell-IP-Adresse, was wegen der verbindungslosen Natur von UDP ohne Handshakes oder Sessions einfach zu bewerkstelligen ist. Dies hat zur Folge, dass die Unreachable-Meldungen nicht beim Hacker selbst, sondern bei einem unbeteiligten Dritten ankommen, dessen Server dadurch ebenfalls beeinträchtigt wird. Die Hauptabsicht einer UDP Flood besteht darin, die Internetleitung zu saturieren. Eine solche Attacke beeinträchtigt zudem die Netzwerk- und Sicherheitselemente auf dem Weg zum Zielserver und in der Regel vor allem die Firewalls.

Zur Verteidigung gegen UDP Floods empfiehlt Radware verhaltensbasierte Erkennungsmethoden, die auf Basis Künstlicher Intelligenz zwischen legitimem und bösartigem Verkehr unterscheiden können. „Einfachere Lösungen, die einfach Rate Limits für UDP-Verkehr einführen, sind hier kaum geeignet“, so Tullius, „da ja gerade auch der legitime UDP-Verkehr stark ansteigt. Eine Lösung, die UDP ab einem bestimmten Volumen einfach blockt, würde zu einer erheblichen Anzahl von False Positives führen und die Produktivität der Mitarbeiter im Home Office massiv beeinträchtigen.“

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