Historischer Erfolg für tierversuchsfreie Pyrogentestung
Posted by PM-Ersteller - 03/03/26 at 02:03:39 p.m.Wendepunkt bei Pyrogentest an Kaninchen und Pfeilschwanzkrebsen
Wichtige Schritte zur Beendigung des Leids der Pfeilschwanzkrebse
Ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte der Arzneimittelsicherheit: Organisiert vom Europäischen Rat und Vertretern der Europäischen Kommission und der Industrie fand am 25. und 26. Februar 2026 in Brüssel das Symposium „Pyrogen Testing 2.0“ statt. Im Fokus stand der endgültige Abschied von grausamen Tierversuchen bei der Prüfung auf Fieber erzeugende Stoffe (Pyrogene).
Seit dem 1. Januar 2026 ist der Pyrogentest an Kaninchen (RPT) offiziell aus dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) gestrichen. Mit der Streichung endet eine Ära von 55 Jahren, in denen dieses Verfahren als Standard für die Prüfung auf fiebererzeugende Stoffe galt. Bei diesem Test wurden Kaninchen stundenlang in enge Kästen fixiert, um ihnen Testsubstanzen in die Ohrvene zu spritzen und den Temperaturanstieg zu messen. Dank beharrlicher Lobbyarbeit von Seiten des Tierschutzes sank die Zahl der für diese Tests missbrauchten Kaninchen bereits zwischen 2015 und 2020 um 49 %. Als moderne, tierfreie Methode dient nun vor allem der Monozyten-Aktivierungstest (MAT), der mit menschlichen Blutzellen arbeitet und deutlich präzisere Ergebnisse liefert. Das Streichen aus dem Europäischen Arzneibuch bedeutet, dass der Test offiziell in der EU nicht mehr für Pyrogentestungen akzeptiert wird.
Ein weiterer großer Erfolg betrifft den Schutz der Pfeilschwanzkrebse. Für den sogenannten LAL-Test werden diese urzeitlichen Tiere lebendig „angezapft“, um ihnen ihr blaues Blut zu entnehmen. Die Europäische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE) hatte erst im Dezember 2025 rund 34.000 gesammelte Unterschriften an die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA überreicht. Die Kampagne zeigt Wirkung. Der synthetische, tierfreie Ersatz „Recombinant Factor C“ (rFC) wird als offizielle Methode (Methode G) fest im Arzneibuch verankert. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen nicht mehr mühsam beweisen, dass der tierfreie Test die gleichen Resultate liefert wie der tierische, was eine enorme bürokratische Erleichterung für den Umstieg ausmacht. Die EMA empfiehlt Herstellern nun ausdrücklich, auf den LAL-Test zu verzichten und stattdessen moderne tierversuchsfreie Testmethoden zu nutzen.
„Es ist erfreulich zu sehen, dass sich sowohl bei der Industrie, als auch bei den EU-Institutionen ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Abschaffung des LAL-Tests entwickelt hat. Der Wille zum Umstieg ist vorhanden und der Weg dahin geebnet“, sagt Dr. Tamara Zietek, Geschäftsführerin Wissenschaft bei Ärzte gegen Tierversuche, die als Vorsitzende der ECEAE in Brüssel vor Ort bei dem Symposium dabei war. „Es ist nun wichtig, dass sowohl Industrie als auch Behörden die tierfreie Testung in der Praxis etablieren, damit auch der grausame LAL-Test aus dem Arzneibuch gestrichen wird.“
Obwohl Europa hier als Vorbild dient, bleibt die fehlende weltweite Harmonisierung ein Hindernis für die vollständige Eliminierung der tierbasierten Pyrogentestung. Solange andere Länder noch Tierversuche vorschreiben, müssen Firmen für den Export weiterhin Kaninchen quälen. „Dieses Symposium beweist: Die Wissenschaft ist soweit, und die Behörden ziehen endlich langsam nach“, erklärt Zietek. „Wir fordern nun alle internationalen Behörden auf, dem europäischen Beispiel zu folgen und das Ausbluten von Krebsen und das Leiden von Kaninchen weltweit endlich zu beenden“.
Weitere Informationen
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Melanie Seiler
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
Deutschland
fon ..: 02204-99902-24
web ..: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de
email : seiler@aerzte-gegen-tierversuche.de
„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.
Pressekontakt:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Gaby Neumann
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
fon ..: 02204-99902-32
email : neumann@aerzte-gegen-tierversuche.de
Stoppt das Leid der Pfeilschwanzkrebse
Posted by PM-Ersteller - 12/12/25 at 03:12:52 p.m.Gefordert: Der auf dem blauen Blut der Pfeilschwanzkrebse basierende Pyrogentest soll beendet werden. Seit Jahrzehnten gibt es bereits eine effektive tierfreie Methode.
Rund 34.000 Unterschriften an Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) übergeben
Pfeilschwanzkrebse gehören zu den ältesten Tierarten der Welt. Dennoch werden jedes Jahr Hundertausenden aus dem Meer gefangen, um ihnen ihr blaues Blut abzuzapfen – für medizinische Tests, für die seit Jahrzehnten tierfreie Methoden existieren. Um ein Ende der Verwendung von Pfeilschwanzkrebsblut zu erwirken, hat der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) heute gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE) 33.849 Unterschriften in Amsterdam übergeben. Die Forderung: Der auf Tierblut basierende Test muss aus dem europäischen Arzneibuch gestrichen werden.
Schätzungen zufolge werden jedes Jahr etwa 550.000 Pfeilschwanzkrebse vor der Ostküste der USA gefangen und in Labore gebracht, wo ihnen ohne Betäubung etwa ein Drittel ihres blauen Blutes entnommen wird. Etwa 150.000 Tiere sterben an dieser Prozedur. Die Überlebenden werden ins Meer zurückgebracht, doch über langfristige Folgen und weitere Todesfälle ist wenig bekannt.
Der Limulus-Amöbozyten (LAL)-Test nutzt das Blut der Pfeilschwanzkrebse, um sogenannte Pyrogene in injizierbaren Arzneimitteln, Infusionslösungen und Impfstoffen nachzuweisen. Das sind Stoffe, die beim Menschen Fieber auslösen können und daher ausgeschlossen werden müssen. Bis vor kurzem war der Kaninchen-Pyrogentest hierfür der Standard. Kaninchen wird die Testsubstanz in eine Ohrvene injiziert, anschließend wird gemessen, ob sich die Temperatur der Tiere erhöht. Allein in Deutschland wurden jährlich rund 6.000 Kaninchen verwendet und im Anschluss größtenteils getötet. Im Juli 2025 wurde dieser Test endlich aus dem Europäischen Arzneibuch gestrichen.
ÄgT und die ECEAE wollen erreichen, dass auch der LAL-Test aus den Regularien entfernt wird. Denn für beide tierbasierten Verfahren stehen längst tierfreie Methoden zur Verfügung: Der Monozyten-Aktivierungs-Test (MAT), der auf menschlichem Blut basiert, sowie der rekombinante Faktor-C-Test, der Blutbestandteile der Pfeilschwanzkrebse synthetisch nachbildet. Der rFC-Test ist seit rund 25 Jahren verfügbar und seit 2016 im Europäischen Arzneibuch anerkannt – und er liefert exaktere Ergebnisse als der auf Tierleid basierende LAL-Test. Dennoch wird dieser weiterhin eingesetzt, solange seine Verwendung erlaubt ist.
Die Europäische Arzneimittelagentur EMA in Amsterdam ist die für die Zulassung von Arzneimitteln zuständige Behörde. Sie hat auch Einfluss auf die Vorschriften zur Sicherheitstestung von Arzneimitteln im Europäischen Arzneibuch. Die ECEAE-Delegation traf sich im Rahmen der Unterschriftenübergabe mit Vertretern der EMA, um mögliche Schritte zu diskutieren.
„Es ist vollkommen unverständlich, warum ein mit so viel Tierleid verbundener Test immer noch erlaubt ist, obwohl es längst anerkannte, tierfreie und zudem noch überlegene Methoden gibt“, so Dr. Tamara Zietek, Geschäftsführerin Wissenschaft bei ÄgT und Vorsitzende der ECEAE, die die Delegation der Tierschützer in Amsterdam anführte. „Beim Kaninchentest hat es 15 Jahre von der Anerkennung der tierversuchsfreien Methode bis zur Streichung des Tierversuchs gedauert. Es muss jetzt gehandelt werden, um die Verwendung von Pfeilschwanzkrebsblut endgültig zu beenden. Erfreulicherweise fielen unsere Forderungen bei der EMA auf fruchtbaren Boden. Die Behörde ist bereits an dem Thema dran.“
Weitere Informationen
Kampagne „Qualen in der Blutfabrik – Stoppt das Leid der Pfeilschwanzkrebse“ >>
LAL-Test – das Leid der Pfeilschwanzkrebse trotz vorhandener tierfreier Testmethoden >>
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Melanie Seiler
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
Deutschland
fon ..: 022049990224
web ..: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de
email : seiler@aerzte-gegen-tierversuche.de
„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.
Pressekontakt:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Gaby Neumann
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
fon ..: 022049990232
email : neumann@aerzte-gegen-tierversuche.de
