Gedruckte Informationen in Krisenzeiten: Warum Print als Krisenkanal wichtig bleibt

Fallen Strom, Mobilfunk oder Plattformen aus, stoßen digitale Informationsketten an Grenzen. Print bleibt in Krisen ein robustes, verständliches und dauerhaft nutzbares Backup.

Krisenkommunikation steht heute vor einem Widerspruch: Informationen lassen sich digital sehr schnell verbreiten – gleichzeitig wachsen Abhängigkeiten von Energieversorgung, Netzinfrastruktur und IT-Sicherheit. In Ausnahmesituationen können genau diese Abhängigkeiten zum Risiko werden, etwa bei länger andauernden Störungen, Überlastungen oder Cyberangriffen. Behörden reagieren darauf, indem sie Vorsorgewissen nicht nur online, sondern weiterhin auch als gedruckte Checklisten und Ratgeber verfügbar machen. Das Ziel: Handlungsfähigkeit bewahren, wenn der Zugriff auf Websites, Apps oder Social Media eingeschränkt ist – und verlässliche Anleitungen dort platzieren, wo Menschen sie tatsächlich nutzen können.

Für Krisen zählt nicht die Klickrate, sondern ob Inhalte unter Stress korrekt verstanden und umgesetzt werden. Eine Veröffentlichung der American Educational Research Association fasst eine große Synthese zusammen (25 Studien, ca. 470.000 Teilnehmende, Zeitraum 2000-2022): Freizeitlesen auf Papier hängt deutlich stärker mit Lesekompetenz zusammen als Freizeitlesen am Bildschirm. Für Krisenbotschaften bedeutet das: Gedruckte Informationen können helfen, Anweisungen ruhiger und gründlicher zu verarbeiten – besonders, wenn Ablenkung und „Weiterklicken“ zum Problem werden.

Ob Unwetter, technische Störung oder Sabotage – Krisen wirken häufig zuerst auf Verfügbarkeit. Die European Union Agency for Cybersecurity (ENISA) benennt in ihrem Threat Landscape Report 2024 Bedrohungen gegen die Verfügbarkeit als besonders prägend. Auch wenn die Stromversorgung in Deutschland insgesamt sehr zuverlässig ist, dokumentiert die Bundesnetzagentur jährliche Versorgungsunterbrechungen – Ausfälle sind also nicht „unvorstellbar“, nur meist kurz. Im Extremfall können Ereignisse wie der Stromausfall in Berlin nach einem Brandanschlag zeigen, wie schnell kritische Infrastruktur zum Krisenfaktor wird. Gedruckte Aushänge, Notfallkarten und Haushaltsflyer bleiben dabei direkt nutzbar – ohne Akku, ohne Login, ohne Netz.

In der Praxis bewähren sich gedruckte Informationen vor allem dort, wo „Auffindbarkeit“ entscheidend ist: am Schwarzen Brett, im Treppenhaus, an Ausgabestellen, in Arztpraxen, in Filialen oder in Lieferpaketen. Internationale Leitlinien zur Risikokommunikation betonen zudem den Mehrkanal-Ansatz – einschließlich klassischer Materialien wie Informationsblättern. So dokumentieren World Health Organization und European Centre for Disease Prevention and Control in einem Praxisdokument Beispiele, in denen gedruckte Leaflets in klinischen Settings verteilt wurden. Für Unternehmen lässt sich das übertragen: Kurzanleitungen (z. B. „Was tun bei Systemausfall?“), mehrsprachige Hinweise, klare Kontaktwege sowie QR-Codes als Brücke in digitale Updates – aber eben auf einem Medium, das auch im „Offline-Modus“ funktioniert.

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„Gedruckte Informationen sind in Krisen kein Nostalgieprodukt, sondern ein funktionales Redundanz-System: Sie bleiben verfügbar, reduzieren Ablenkung und unterstützen die korrekte Umsetzung von Handlungsanweisungen“, sagt Sebastian Wündrich, Marketing-Manager bei printworld.com

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Gedruckte Informationen ersetzen digitale Kanäle nicht – sie stabilisieren sie. Wer Krisenkommunikation plant, sollte Printprodukte als festen Baustein einer Mehrkanalstrategie betrachten: als dauerhaftes, leicht verteilbares Format für Kernbotschaften, ergänzt durch digitale Updates dort, wo Netze und Geräte verfügbar sind. So steigt die Chance, dass Informationen nicht nur gesendet, sondern auch verstanden und umgesetzt werden.

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Kognitive Leichtigkeit im Design: Warum einfache Layouts oft mehr überzeugen

Kognitive Leichtigkeit erklärt, warum einfache Layouts oft stärker wirken: Sie sind schneller erfassbar, erscheinen vertrauenswürdiger und erhöhen die Wirkung von Botschaften im Design.

BildWarum wirken manche Layouts sofort „richtig“, während andere trotz Aufwand kompliziert oder anstrengend erscheinen? Eine zentrale Erklärung liefert das Prinzip der kognitiven Leichtigkeit: Gestaltungen, die sich schnell und mühelos verarbeiten lassen, werden häufiger als ästhetischer, vertrauenswürdiger und überzeugender bewertet. In seinem neuen Fachbuch „Grafikdesign mit Scribus 1.7“ erläutert Autor Holger Reibold diesen Ansatz praxisnah und zeigt, wie sich daraus klare Konsequenzen für Kommunikationsdesign, Marketingmaterialien und Printprodukte ableiten lassen.

Im Mittelpunkt steht die in der Wahrnehmungspsychologie verankerte Idee, dass „leichte Verarbeitung“ (Fluency) nicht nur das Gefallen steigert, sondern auch Urteile über Glaubwürdigkeit und Qualität beeinflusst. Für die Gestaltungspraxis bedeutet das: klare Hierarchien, hohe Lesbarkeit, reduzierte Formensprache und vertraute Strukturen sind keine ästhetische Mode, sondern ein wirksamer Weg zu schnellerer Orientierung und besserer Botschaftsaufnahme. Reibold verbindet diese Erkenntnisse mit einem klassischen Leitsatz der Designgeschichte – „Gutes Design ist so wenig Design wie möglich“ – und ordnet ihn als Strategie ein, um Reibungsverluste in der visuellen Kommunikation zu minimieren.

Gerade für Unternehmen, Vereine und Selbstständige, die mit Flyern, Broschüren, Produktblättern oder PDFs arbeiten, ist das Thema hochrelevant: Wer die Informationsaufnahme erleichtert, erhöht die Chance, dass Inhalte verstanden, behalten – und im besten Fall auch in Handlungen übersetzt werden. Gleichzeitig warnt das Buch vor simplen Rezepten: Kognitive Leichtigkeit ist ein mächtiges Prinzip, ersetzt jedoch nicht Kontext, Zielgruppenverständnis und kulturelle Sensibilität.

„Grafikdesign mit Scribus 1.7“ richtet sich an Einsteiger und ambitionierte Anwender gleichermaßen. Neben der Softwarepraxis vermittelt das Werk grundlegende Designprinzipien und liefert damit eine fundierte Basis, um Open-Source-Desktop-Publishing gestalterisch überzeugend und professionell umzusetzen.

Bibliografische Angaben

Titel: Grafikdesign mit Scribus 1.7

Autor: Holger Reibold

Verlag: Brain-Media.de (Saarbrücken)

Erscheinungsjahr: 2025

ISBN: 978-3-95444-295-9

Umfang: 410 Seiten

Preis: 24,99 EUR

Über den Autor

Autor ist der Informatiker Dr. Holger Reibold, der seit über 30 Jahren zu Internet- und Open-Source-Themen publiziert. Reibold gilt als Urgestein der deutschen IT-Szene. Er hat sich durch unzählige Beststeller in den vergangenen Jahren einen Namen in der Branche erarbeitet. Als Key Account Manager eines IT-Dienstleisters hat er unmittelbare Einblick in die Entwicklung von KI-Systeme und kennt die sicherheitsspezifischen Herausforderungen aus der Praxis.

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Brain-Media publiziert seit 2003 Bücher zu Open-Source- und IT-Themen. Mastermind ist der promovierte Informatiker Holger Reibold, Urgestein der deutschen IT-Szene. Er hat in den vergangenen Jahren unzählige Bestseller und Fachartikel publiziert.

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