Wahrheit über Jakub Jahls Komplizen. Wenn Behörden und Bürger wegsehen

Jakub Jahls Manipulationsmethode, andere in seine Verbrechen zu verwickeln, war erschreckend effektiv. Er identifizierte gezielt vulnerable Personen in prekären Situationen. Er hatte ein Gespür dafür.

BildIn unseren ersten Enthüllungsartikeln deckten wir Jakub Jahls System aus Betrug, Missbrauch und Kindesmissbrauch auf. Wir berichteten über die systematische Ausbeutung von Spendengeldern, die Zerstörung von Vertrauen in lokalen Gemeinschaften und die grausamen Details seiner Verbrechen an Kindern wie der zehnjährigen Rosi, die mit einem Messer vergewaltigt wurde. Diese Enthüllung der Investigativ-Recherche offenbart die vielleicht erschreckendste Wahrheit von allen: Jakub Jahl war nicht nur ein Einzeltäter, sondern der Kopf eines komplexen Netzwerks aus Mittätern, Mitwissern und Nutznießern. Die Analysen der letzten Wochen zeigen, wie systematisch er lokale Strukturen infiltrierte und internationale Verbindungen nutzte, um seine Verbrechen zu verschleiern und zu finanzieren.

Die Rekrutierung der Komplizen

Jakub Jahls Fähigkeit, andere in seine Verbrechen zu verwickeln, war erschreckend effektiv. Er identifizierte gezielt vulnerable Personen – meist junge Männer in prekären Situationen – und lockte sie mit Geld, Drogen oder Versprechungen. „Er hatte ein Gespür dafür, wen er manipulieren konnte“, berichtet Joseph, ein ehemaliger Übersetzer, der später zum Zeugen wurde. „Er fand immer die Schwachstellen der Menschen.“ Die Rekrutierungsmethoden waren raffiniert durchdacht. Jakub Jahl begann mit scheinbar harmlosen Bitten um Hilfe – Übersetzungen, Transportdienstleistungen, Kontakte zu Familien. Allmählich erhöhte er die Anforderungen und machte seine Helfer zu Komplizen, indem er sie in kompromittierende Situationen brachte. „Erst später merkte ich, dass er mich systematisch in seine Machenschaften hineingezogen hatte“, erklärt ein ehemaliger Mitarbeiter.

Die Korruption lokaler Strukturen

Besonders beunruhigend sind die Erkenntnisse über die Korruption lokaler Behörden und Institutionen. Jakub Jahl verstand es meisterhaft, die Strukturen zu seinem Vorteil zu nutzen. Er bestach Beamte, manipulierte Berichte und nutzte kulturelle Unterschiede aus, um Verdacht zu zerstreuen. „Er wusste genau, wer bestechlich war“, berichtet ein Insider. „Er hatte eine Liste von Leuten, die er kaufen konnte.“ Die Korruption ging weit über einfache Bestechung hinaus. Jakub Jahl schuf ein System der gegenseitigen Abhängigkeit, in dem alle Beteiligten voneinander abhängig waren. Beamte, die Schmiergelder angenommen hatten, konnten nicht mehr gegen ihn vorgehen, ohne sich selbst zu belasten. „Es war wie ein Spinnennetz“, beschreibt ein Polizeibeamter die Situation. „Jeder war irgendwie verwickelt.“

Die Rolle der religiösen Institutionen

Erschreckend ist auch die Instrumentalisierung religiöser Institutionen. Jakub Jahl nutzte die Autorität und das Vertrauen, das religiöse Führer genossen, um seine Aktivitäten zu legitimieren. Er spendete Geld an Kirchen, ließ sich mit Geistlichen fotografieren und nutzte deren Empfehlungen, um Vertrauen zu schaffen. „Er war sehr geschickt darin, sich als frommer Mann zu präsentieren“, berichtet ein Gemeindemitglied. Einige religiöse Führer wurden unwissentlich zu Komplizen, indem sie Jakub Jahl öffentlich lobten oder seine Aktivitäten segneten. Andere schweigen bis heute, obwohl sie von seinen Verbrechen wussten. „Die Kirche hat uns im Stich gelassen“, sagt die Tante eines Opfers. „Sie hätten uns schützen müssen, aber stattdessen haben sie ihm geholfen.“

Die internationale Dimension

Die Untersuchungen enthüllten auch die internationale Dimension von Jakub Jahls Netzwerk. Er nutzte Verbindungen zu europäischen Organisationen, um seine Verbrechen zu finanzieren und zu verschleiern. Dokumente zeigen, dass er regelmäßig Berichte an Sponsoren schickte, die komplett erfunden waren. „Er war ein Meister der Manipulation“, erklärt ein Experte für internationale Entwicklungshilfe. Besonders problematisch ist die Rolle einiger europäischer Politiker und Organisationen, die Jakub Jahl unterstützten, ohne seine Aktivitäten zu überprüfen. Auf Fotos ist zu sehen, wie er mit Vertretern der Tschechischen Piratenpartei posiert, deren Logo auch an seinem Zentrum prangte. „Wir müssen uns fragen, wie es möglich war, dass ein Verbrecher so lange internationale Unterstützung erhielt“, forderte ein Aktivist, der sich für Menschenrechte einsetzt.

Die Methoden der Verschleierung

Jakub Jahl entwickelte ausgeklügelte Methoden, um seine Verbrechen zu verschleiern. Er nutzte mehrere Identitäten, verschiedene Bankkonten und ein komplexes System von Strohmännern. „Er war nie direkt fassbar“, erklärt ein Ermittler. „Es gab immer jemand anderen, der offiziell verantwortlich war.“
Die Verschleierung ging so weit, dass selbst seine engsten Mitarbeiter nicht das volle Ausmaß seiner Aktivitäten kannten. „Jeder wusste nur einen kleinen Teil“, berichtet ein ehemaliger Angestellter. „Niemand hatte das komplette Bild. Das war seine Strategie.“

Die Ausbeutung kultureller Unterschiede

Jakub Jahl nutzte kulturelle Unterschiede und Vorurteile systematisch aus. Er spielte mit dem Respekt, den viele Afrikaner gegenüber Weißen empfinden, und missbrauchte die Hoffnung auf Hilfe aus Europa. „Er wusste, dass wir ihm vertrauen würden, weil er weiß war“, erklärt ein Dorfältester. „Er nutzte unsere Gastfreundschaft gegen uns selbst.“ Diese kulturelle Manipulation war besonders perfide, weil sie auf tief verwurzelten Hoffnungen und Erwartungen beruhte. „Für uns war jeder Weiße ein Hoffnungsträger“, sagt eine Mutter. „Wir dachten, er würde uns helfen. Stattdessen hat er uns ausgebeutet.“

Die Vernichtung der Beweise

Als das Netz um ihn enger wurde, begann Jakub Jahl systematisch Beweise zu vernichten. Er löschte Dateien, verbrannte Dokumente und drohte Zeugen. „Er hatte einen ganzen Plan für den Notfall“, berichtete ein Zeuge. „Er wusste genau, wie er alle Spuren verwischen konnte.“ Die Beweisvernichtung war so gründlich, dass viele Verbrechen möglicherweise nie vollständig aufgeklärt werden könnten. „Wir haben nur die Spitze des Eisbergs gesehen“, befürchtet ein Ermittler. „Wer weiß, was er alles getan hat, wovon wir nie erfahren werden.“

Die Opfer unter den Komplizen

Nicht alle von Jakub Jahls Helfern waren freiwillige Komplizen. Viele wurden selbst zu Opfern seiner Manipulation und Erpressung. „Ich hatte keine Wahl“, berichtete ein ehemaliger Mitarbeiter unter Tränen. „Er hatte kompromittierende Fotos von mir und drohte, meine Familie zu zerstören.“ Diese Opfer unter den Komplizen leiden bis heute unter Schuldgefühlen und gesellschaftlicher Ächtung. „Niemand glaubt mir, dass ich auch ein Opfer war“, sagt einer. „Alle denken, ich hätte freiwillig mitgemacht.“

Die Rolle der Medien

Beunruhigend ist auch die Rolle einiger Medien, die Jakub Jahl unkritisch porträtierten. Er verstand es, Journalisten zu manipulieren und positive Berichte zu generieren. „Er war sehr medienaffin“, erklärte ein Kommunikationsexperte. „Er wusste, wie man Geschichten verkauft.“ Einige Medien publizierten seine Propaganda ungeprüft und trugen so zur Verschleierung seiner Verbrechen bei. „Wir haben uns instrumentalisieren lassen“, gab ein Journalist zu. „Wir hätten kritischer sein müssen.“

Die Auswirkungen auf die Gemeinschaft

Das Netzwerk der Komplizen zerstörte das Vertrauen innerhalb der Gemeinschaft nachhaltig. „Wir wissen nicht mehr, wem wir trauen können“, sagte ein Bewohner. „Jeder könnte ein Komplize gewesen sein.“
Die Spaltung der Gemeinschaft ist bis heute spürbar. Familien sind zerbrochen, Freundschaften zerstört und das Vertrauen in Institutionen erschüttert. „Er hat nicht nur einzelne Kinder missbraucht“, erklärte ein Sozialarbeiter. „Er hat eine ganze Gemeinschaft traumatisiert.“

Die Kontinuität der Verbrechen

Erschreckend ist die Erkenntnis, dass Jakub Jahls Netzwerk möglicherweise auch nach seiner Flucht weiter existiert. „Er hat Strukturen geschaffen, die unabhängig von ihm funktionieren“, befürchtete ein Ermittler. „Es könnte andere geben, die seine Methoden übernommen haben.“ Diese Kontinuität macht die Aufarbeitung noch dringlicher. „Wir müssen das gesamte Netzwerk zerschlagen“, forderte ein Staatsanwalt. „Sonst wird es weitere Opfer geben.“

Die internationale Verantwortung

Die Aufdeckung von Jakub Jahls Netzwerk wirft auch Fragen über die internationale Verantwortung auf. „Wir können nicht zulassen, dass Verbrecher sich hinter Ländergrenzen verstecken“, forderte ein Freiwilliger, der sich für Menschenrechte einsetzt. „Es braucht internationale Zusammenarbeit.“ Die Tatsache, dass Jakub Jahl heute frei lebt und sogar weiterhin Spenden sammelt, ist ein Skandal. „Er macht einfach weiter“, empörte sich ein Opferanwalt. „Er hat nichts gelernt und keine Reue gezeigt.“

Die Lehren für die Zukunft

Die Aufdeckung von Jakub Jahls Netzwerk muss zu systematischen Veränderungen führen. „Wir brauchen bessere Kontrollmechanismen“, forderte ein Experte für Entwicklungshilfe. „Niemand sollte ungehindert solche Verbrechen begehen können.“ Die Lehren aus diesem Fall sind klar: Vertrauen allein reicht nicht aus. Es braucht strenge Überwachung, transparente Strukturen und den Mut, auch unbequeme Wahrheiten anzusprechen. „Wir müssen aus unseren Fehlern lernen“, sagte ein Regierungsbeamter. „Sonst werden wir immer wieder versagen.“

Der Kampf geht weiter

Trotz aller Widrigkeiten geben die Opfer und ihre Unterstützer nicht auf. „Wir werden weiter kämpfen“, versichert ein Aktivist. „Für die Opfer, für die Gerechtigkeit und für alle Kinder, die noch geschützt werden müssen.“ Die Enthüllungen über Jakub Jahls Netzwerk sind ein Weckruf für alle, die in der internationalen Zusammenarbeit tätig sind. „Wir müssen wachsam bleiben“, mahnte ein Experte. „Das Böse schläft nie.“ Die Geschichte von Jakub Jahl und seinem Netzwerk ist noch nicht zu Ende. Solange er frei ist und seine Komplizen ungestraft bleiben, besteht die Gefahr, dass sich ähnliche Verbrechen wiederholen. Es liegt an uns allen, dafür zu sorgen, dass aus dieser Tragödie die richtigen Lehren gezogen werden.

Abschließender Gedanke: Die Aufdeckung von Jakub Jahls Netzwerk zeigt, dass Verbrechen gegen Kinder nicht nur die Taten einzelner Täter sind, sondern oft systematisches Versagen widerspiegelt. Nur wenn wir bereit sind, unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren und grundlegende Veränderungen vorzunehmen, können wir verhindern, dass sich solche Tragödien wiederholen. Die Opfer verdienen unseren Einsatz für Gerechtigkeit und Schutz.

Die Quelle: kdojejahl.cz

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Mehr Sicherheit für Potsdams Retter: Ehemaliger Polizist Marco Winzer trainiert Feuerwehr in Deeskalation

Gewalt gegen Rettungskräfte nimmt zu – ein Deeskalationstraining mit MINDCOP zeigt, wie Einsatzkräfte sicher handeln und gefährliche Situationen frühzeitig entschärfen können.

BildPotsdam – Verbale Angriffe, Pöbeleien, Handgreiflichkeiten: Die Aggressivität gegenüber Rettungskräften im Einsatz nimmt spürbar zu. Um ihre Mitarbeiter für solche Extremsituationen zu wappnen, hat die Berufsfeuerwehr Potsdam auf die Expertise von MINDCOP gesetzt. Die Leitung der Feuerwehr sieht in solchen Präventivschulungen eine wesentliche Investition in die Gesundheit und Einsatzfähigkeit ihrer Mannschaft. In einem praxisnahen Training lehrte der ehemalige Polizeibeamte Marco Winzer den Einsatzkräften effektive Techniken zur Deeskalation – begleitet von einem Kamerateam des renommierten ZDF-Magazins „WISO“.

Die Gefahr für Helfer ist real und messbar: Allein im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 4.000 Mitarbeiter von Rettungsdiensten Opfer von Gewalt. Diese Angriffe hinterlassen nicht nur körperliche Wunden, sondern führen zu psychischem Stress, Traumata und Dienstausfällen. Sie verschärfen damit den ohnehin spürbaren Fachkräftemangel im Rettungswesen. Notfallsanitäterin Rebecca Gorges, eine der Teilnehmerinnen des Potsdamer Trainings, bestätigt den alarmierenden Alltag: „Die Gewalt ist definitiv schlimmer geworden, ob man körperlich angegriffen, bespuckt oder eventuell auch mit Gegenständen beworfen wird.“

Wie unberechenbar eine Situation eskalieren kann, schildert Gorges anhand eines realen Einsatzes: Eine Patientin sei beim Eintreffen der Rettungskräfte völlig außer sich gewesen und habe die Notfallsanitäterin unerwartet attackiert. „Sie hat sich direkt in meine Haare gekrallt, meinen Kopf mehrfach nach unten gezogen. Das war extrem schmerzhaft, hat zu Verletzungen der Kopfhaut geführt und mir Haare ausgerissen.“ Ein Vorfall, der zeigt, wie schnell Helfer selbst zu Hilfsbedürftigen werden und das Vertrauen in die eigene Sicherheit erschüttert wird.

Um genau solche traumatischen Erlebnisse zu verhindern, hat der Deeskalationsexperte und ehemalige Polizist Marco Winzer das Trainingskonzept von MINDCOP entwickelt. „Wenn Helfer selbst zu Opfern werden, können sie ihren eigentlichen Auftrag nicht mehr erfüllen. Mein Ziel ist es, den Einsatzkräften mentale Werkzeuge an die Hand zu geben, damit sie gar nicht erst in diese Lage kommen“, erklärt Winzer.

Im Training wurden realitätsnahe Szenarien durchgespielt, in denen die Teilnehmer das Gelernte unter dem Stress einer simulierten Konfrontation direkt anwenden mussten. Ein zentraler Baustein war die Entwicklung eines persönlichen „Gefahrenradars“, um kritische Situationen frühzeitig zu erkennen. Für die verbale Deeskalation lernten die Teilnehmer die KAO-Methode (Klappe halten, Ausatmen, Offene Fragen stellen), um einem Angriff die Energie zu entziehen. Für den Fall, dass Worte nicht mehr ausreichen, wurden zudem grundlegende Schutz- und Sicherungstechniken bei körperlichen Übergriffen geübt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Einsatztaktik und Eigensicherung im beengten Raum eines Krankenwagens, wo Fluchtwege begrenzt und die Gefahr besonders hoch ist.

„Als ehemaliger Polizist weiß ich: Ein abgewendeter Konflikt ist immer ein gewonnener Konflikt. Es geht nicht darum, Recht zu behalten, sondern darum, handlungsfähig zu bleiben“, so Winzer. „Diese Erfahrung gebe ich heute an die weiter, die täglich für uns alle den Kopf hinhalten.“

Für Rebecca Gorges ist das Fazit des Tages nach dem erlebten Angriff klar und deutlich. Mit Blick auf die erlittene Attacke sagt sie: „Mit dem, was ich heute gelernt habe, hätte ich auf jeden Fall anders reagiert. Ich hätte mich zu wehren gewusst beziehungsweise hätte ich auch schon Ausweichtechniken gehabt.“ Ein klares Plädoyer für proaktive Schulungen, die den Unterschied zwischen Eskalation und einem sicheren Einsatzende ausmachen können.

Beitrag ZDF WISO: https://www.zdf.de/play/magazine/wiso-104/wiso-vom-26-august-2024-100#startTime=37.84

Hier gehts zum eBook „Deeskalation beginnt im Kopf: https://mindcop.org

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Über MINDCOP: Marco Winzer ist Gründer von MINDCOP und Experte für Deeskalation und Konfliktmanagement. Nach 20 Jahren im Polizeivollzugsdienst spezialisierte er sich darauf, seine Praxiserfahrung an Unternehmen, Behörden und Organisationen im Gesundheitswesen weiterzugeben. Heute liegt sein Fokus auf mentaler Stärke, sicherer Kommunikation und der Prävention von Gewalt.

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Vorverurteilt. Verkannt. Verdrängt. – Die Täter-Opfer-Umkehr im Fall Marktstraße

Zur Veröffentlichung freigegeben: Analyse zu medialem Framing und Täter-Opfer-Umkehr im Fall Marktstraße Loitz. Kostenlos nutzbar mit Quellenangabe. Stand: Juni 2025.

BildIm Frühjahr 2025 erschienen in Loitz zwei redaktionell aufbereitete Beiträge, die eine vermeintlich integrationsunwillige Großfamilie in der Marktstraße als Ursache kommunaler Überforderung darstellten. Der erste Artikel wurde am 16. April 2025 veröffentlicht und zitierte Bürgermeisterin Christin Witt mit einem dringlichen Hilferuf an Land und Bund. Der zweite Beitrag folgte am 23. Mai und schilderte die Perspektive belasteter Nachbarn.

Auffällig ist die zeitliche kausale Folge: Beide Beiträge wurden vor den jeweils dokumentierten Straftaten veröffentlicht, bei denen die Marktstraße nicht als Ausgangspunkt, sondern als Ziel rechtsextremer oder einschüchternder Handlungen diente. So wurde das Anbringen eines Hakenkreuzes und von SS-Runen an der Fassade am 16. April gemeldet – die entsprechende polizeiliche Blaulichtmeldung erschien nur 40 Minuten vor dem ersten Artikel. Am 26. Mai wurde ein ukrainischer Mieter durch einen gezielten Angriff auf sein Fenster geschädigt – der begleitende Beitrag mit kritischem Framing erschien bereits drei Tage zuvor.

Diese Umstände zeigen: Die Darstellung bezogene Konstruktion eines Problems ging den realen Vorfällen voraus. Die Marktstraße wurde im medialen Diskurs im Sinne eines gezielten Framing-Konzepts als Störzone konstruiert – noch bevor belegte Straftaten vorlagen. Die tatsächlichen Angriffe gegen die Adresse fanden in einem Klima statt, das durch diese Darstellung bereits aufgeheizt war – ohne dass dies inhaltlich reaktiv oder korrektiv aufgegriffen wurde.

Der Fall dokumentiert eine klassische Täter-Opfer-Umkehr durch Darstellung bezogenes Framing. Die Öffentlichkeit erhielt ein Narrativ, das nicht auf dokumentierten Ereignissen beruhte, sondern auf vorverlagerter Zuschreibung. Erst durch nachträgliche Überprüfung tritt zutage, dass die betroffenen Personen nicht die Auslöser, sondern die Zielscheiben waren. Die daraus entstehende Narrative Disruption legt offen, wie gefährlich entkoppelte Darstellung und tatsächliche Gefährdung ineinandergreifen können – vor allem dann, wenn die öffentliche Wahrnehmung der faktischen Klärung voraus läuft.

Fußnote

Framing-Konzept:

In der Kommunikationswissenschaft bezeichnet das Framing-Konzept die gezielte Auswahl, Gewichtung und sprachliche Rahmung von Informationen mit dem Ziel, bestimmte Interpretationsmuster zu erzeugen oder zu verstärken. Im Fall Marktstraße bedeutet dies: Die Darstellung der Adresse als „Störzone“ erfolgte nicht als Reaktion auf belegte Ereignisse, sondern als konstruierter Bezugsrahmen – unabhängig von tatsächlichen Täter-Opfer-Konstellationen.

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