Psychotherapeuten fordern Verlängerung der Video-Psychotherapien
Posted by PM-Ersteller - 24/03/22 at 03:03:16 p.m.Die Beendigung der unbegrenzten Videosprechstunde ist aus Sicht der Psychotherapeuten ein Fehler. Offener Brief an die Kassenärztliche Bundesvereinigung.
In einem offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen ruft der Vorsitzende des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW) Dieter Adler dazu auf, die Sonderregelung zum unbegrenzten Einsatz von Videosprechstunden in der Psychotherapie fortzuführen.
o Bedarf an psychischen Hilfen ist größer denn je
o Infektionsgeschehen verhindert häufig persönliche Behandlungen
o Kinder und Jugendliche sind am stärksten betroffen vom Wegfall
o Neue digital Behandlungswelt kann nicht einfach rückgängig gemacht werden
o Videosprechstunden sind der beste Infektionsschutz
Mit dem Auslaufen der Corona-Sonderregelungen zum 31.03.2022 endet auch die Sonderregelung zum unbegrenzten Einsatz von Psychotherapie-Videosprechstunden. Damit dürften zukünftig maximal 20 Prozent der Patienten per Video therapiert und abgerechnet werden.
In seinem offenen Brief schreibt Adler: „Wir halten dies für einen falschen Schritt zur falschen Zeit. Wir alle wissen, dass psychische Belastungen und Erkrankungen in der Pandemie und auch durch den Ukraine-Krieg zugenommen haben. Der Bedarf ist größer denn je. Hinzu kommen besondere Problemstellungen von Patienten, die wegen Corona oder Impfauflagen oder Vorerkrankungen keine normalen Psychotherapie-Sitzungen besuchen können. All diese Patienten fallen am 01.04.2022 durchs Raster und stehen ohne jegliche seelische Behandlung dar. Das ist insbesondere für instabile Patienten ein großes Unglück. Jetzt, wo sie es am nötigsten haben, stehen Sie ohne jede seelische Unterstützung dar. Wir können das als verantwortungsvolle Psychotherapeuten nicht mittragen. Das ist ein Fehler!“
Weiter führt Adler aus, dass es Patientengruppen gibt, die besonders hart vom Wegfall der Videosprechstunden betroffen wären, dazu gehören:
– ungeimpfte Patientinnen und Patienten (dies hat oft krankheitsbedingte Ursachen)
– Jugendliche in Jugendhilfeeinrichtungen, die häufig in Quarantäne geraten
– Patientinnen und Patienten, die Familienmitglieder im eigenen Haushalt schützen müssen
– Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum, die keinen fahrbaren Untersatz besitzen und in Dörfern leben, die unzureichend angebunden sind an den öffentlichen Personennahverkehr
– Kinder und Jugendliche mit berufstätigen Eltern, die ihre Kinder nicht fahren können
– Patienten und Behandler mit Vorerkrankungen (z.B. Auto-Immun-Erkrankungen), die sich selbst – trotz Impfungen – schützen müssen.
Digitale Strukturen im Patienten-Behandler-Verhältnis lassen sich nicht einfach zurückdrehen
Der DPNW-Vorsitzende beschreibt die neuen Realitäten: „Wir haben in den letzten zwei Jahren ein neues Kapitel aufgeschlagen durch den Einsatz digitaler Möglichkeiten. Damit haben wir Strukturen im Patienten-Behandler-Verhältnis geschaffen, die sich nicht einfach so von jetzt auf gleich zurückdrehen lassen. Ob wir das gut finden oder nicht. Wir halten die persönliche Sitzung nach wie vor für den Königsweg. Aber es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass durch die Pandemie neue Behandlungsszenarien entstanden sind, mit denen wir umgehen müssen.“
Sollte der Wegfall der Sonderreglung kommen, so ist Adler überzeugt, entfallen viele bestehende und helfende Psychotherapien von jetzt auf gleich.
Adler meint: „Dies ist umso unverständlicher angesichts der höchsten Inzidenzen seit Pandemiebeginn in Deutschland und der Tatsache, dass aktuell am meisten positive Covid 19-Befunde bei Kindern und Jugendlichen vorkommen. Leider die bis dato am wenigsten komplett geimpfte Bevölkerungsgruppe. Wir wünschen uns, dass Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten entscheiden können, ob und wie viele Therapiestunden via Video angeboten werden. Diese kennen die Lebensumstände ihrer Patienten am besten und können so flexibel auf die aktuellen Problemlagen reagieren. Die Videotherapie ist der beste Infektionsschutz.“
Der drittgrößte deutsche Psychotherapeutenverband appelliert an den KBV-Vorsitzenden Gassen: „Bitte beziehen Sie unsere Berichte aus der Praxis mit in Ihre Entscheidungsfindung ein. Sie haben die Macht, das zu ändern. Wir alle haben eine anstrengende und belastende Zeit hinter uns. Keiner ist davon verschont geblieben. Das, was uns hilft ist die Mitmenschlichkeit. Und das, was uns hilft, ist die Kontinuität von persönlichen, familiären, freundschaftlichen und therapeutischen Beziehungen. Lassen Sie uns das Miteinander aufrechterhalten!“
Über den Verband
Das „Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk – Kollegennetzwerk Psychotherapie“ (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat über 2.000 Mitglieder und 12.000 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist der DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Psych. Claudia Reimer, Kassenwart: Dipl.-Psych. Robert Warzecha. Mehr unter: www.dpnw.de
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Psychotherapien per Video weiterhin unbegrenzt möglich, Telefonbehandlungen leider nicht
Posted by PM-Ersteller - 23/06/20 at 11:06:52 a.m.KBV folgt Antrag des Psychotherapeuten Netzwerkes – Videosprechstunden sind weiterhin unbegrenzt möglich, Telefontherapien wurden trotz ausdrücklichem Wunsch der Therapeuten jedoch gestrichen.
Der Kassenärztliche Bundesverband (KBV) und der GKV-Spitzenverband entschieden letzte Woche, den Einsatz von unbegrenzten Videotherapien auf das dritte Quartal 2020 auszudehnen. Damit folgt die KBV zum Teil den Wünschen des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerkes (DPNW). Der Verband hatte Mitte Juni an die KBV appelliert, die Sonderregelungen für Video- und Telefontherapien zu verlängern. Eine aktuelle Umfrage des DPNW zeigte große Zustimmung für Videotherapien bei Psychotherapeuten und Patienten. 85 Prozent der Kolleginnen und Kollegen sprachen sich für die Fortführung von Videotherapien aus. An der dreiwöchigen Befragung beteiligten sich 297 Teilnehmer. Auch bei den Patientinnen und Patienten kamen die Videotherapie gut an: knapp 60 Prozent wünschten sich das digitale Angebot.
Der Vorsitzende des DPNW Dieter Adler begrüßt die KBV-Entscheidung: „Wir freuen uns sehr, dass Videotherapien nun unbegrenzt bis Ende September fortgeführt werden können. Sie sind ein Baustein zur nahtlosen Behandlung unserer Patienten auch in der Corona-Zeit.“
Nicht verlängert wurde hingegen die Sonderregelung zur Telefonkonsultation. Nach Aussage der KBV haben die sinkenden Infektionszahlen dazu geführt, die telefonischen Therapien nicht weiter zu fördern. Denn, so die KBV in einer Pressemitteilung: „Wir wollen, dass die Patienten in die Praxen kommen und dringende Behandlungen, Kontrollen, Impfungen oder Früherkennungsuntersuchungen nicht länger aufschieben“.
Der DPNW bedauert diese Entscheidung, Dieter Adler dazu: „Eigentlich ist es unlogisch, die Videotherapien weiterhin zu ermöglichen, die Telefontherapie aber nicht. Denn, nicht alle Patienten haben die technischen Möglichkeiten oder eine gute Internetanbindung, um sich digital in Behandlung zu begeben. Ein Telefon hat hingegen jeder und kann dieses auch leicht bedienen.“
Weiter betont Adler: „Uns ist bewusst, dass die persönliche Behandlung besser ist als alles andere. Aber wir müssen auch Patienten mit besonderen Ängsten berücksichtigen, die sich in dieser Zeit nicht aus dem Hause trauen. Hier bleibt uns nur die Behandlung per Video oder Telefon übrig.“
Über den Verband
Das „Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk – Kollegennetzwerk Psychotherapie“ (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat rund 1.400 Mitglieder und 12.000 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist der DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Psych. Claudia Reimer, Kassenwart: Dipl.-Psych. Robert Warzecha. Mehr unter: www.dpnw.info
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„Videotherapien sind eine gute Sache!“
Posted by PM-Ersteller - 16/06/20 at 11:06:24 a.m.Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) wünscht eine Fortführung der unbegrenzten Videotherapie.
Eine aktuelle Umfrage des DPNW zeigt große Zustimmung für Videotherapien bei Psychotherapeuten und Patienten. 85 Prozent der Kolleginnen und Kollegen sprachen sich für die Fortführung von Videotherapien aus. An der dreiwöchigen Befragung beteiligten sich 297 Teilnehmer. Auch bei den Patientinnen und Patienten kommt die Videotherapie gut an: knapp 60 Prozent wünschen sich das digitale Angebot.
Herkömmlicherweise sind die Behandlungen mit Videotherapien auf 20 Prozent aller Behandlungsfälle begrenzt. Diese Deckelung wurde aufgrund des Corona-Virusses von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für das zweite Quartal 2020 ausgesetzt. Damit endet die Ausnahmeregelung am 30.06.2020.
Das DPNW spricht sich für eine Verlängerung der Sonderregelung aus. Die Praxis zeigt, dass es sich um eine sinnvolle und hilfreiche Ergänzung handelt. In der Umfrage gaben 88 Prozent der Teilnehmer an, die Videotherapie zu nutzen. Rund 82 Prozent haben damit gute Erfahrungen gemacht. Für rund 87 Prozent der Befragten stellt das Angebot der Videosprechstunde eine Verbesserung der Patientenversorgung dar. Zudem wünschen sich 23 Prozent der Kolleginnen und Kollegen auch die Therapiemöglichkeit per Telefon.
Der DPNW-Vorsitzende Dieter Adler resümiert: „Die Videotherapie ist eine gute Sache! Unsere Therapeutinnen und Therapeuten und unsere Patienten wünschen sich diese. So begrüßen wir es sehr, wenn wir die Videosprechstunden weiterhin in unbegrenztem Maß anbieten können. Uns ist bewusst, dass nichts über eine persönliche Therapie geht, aber gleichzeitig sehen wir, dass einige unserer Patienten in Corona-Zeiten auf die Videotherapie angewiesen sind. Um hier weiter helfen zu können, brauchen wir die Videotherapie als Alternative.“
Der Verband appelliert an die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Sonderregelung zu verlängern. Das eindeutige Ergebnis der Blitzumfrage hat das DPNW dazu bewogen, sich aktiv für eine Verlängerung der Regelung zur Videosprechstunde einzusetzen. Somit sollte die 20-prozentige Deckelung dieser Behandlungsvariante weiterhin ausgesetzt werden – zum Schutz von Patienten und Behandlern in der immer noch anhaltenden Corona-Pandemie.
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Das „Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk – Kollegennetzwerk Psychotherapie“ (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat rund 1.400 Mitglieder und 12.000 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist der DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Psych. Claudia Reimer, Kassenwart: Dipl.-Psych. Robert Warzecha. Mehr unter: www.dpnw.info
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