EU veröffentlicht Fahrplan zum Ausstieg aus Chemikalien-Tierversuchen
Posted by PM-Ersteller - 03/06/26 at 02:06:05 p.m.Diese Entwicklung basiert auf einer erfolgreichen EU-weiten Bürgerinitiative.
Konkrete Maßnahmen und Zielvorgaben geplant
Die Europäische Kommission hat ihren lang erwarteten Fahrplan zum schrittweisen Ausstieg aus Chemikalien-Tierversuchen veröffentlicht. Diese sogenannte Roadmap ist das Resultat der Europäischen Bürgerinitiative „Safe Cruelty Free Cosmetics – für ein Europa ohne Tierversuche“, bei der 1,2 Millionen Unterschriften gesammelt worden waren. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche begrüßt die Veröffentlichung als wichtigen Schritt zu einer Testung ohne Tierversuche.
In der EU werden jedes Jahr rund eine Million Tiere im Bereich der regulatorischen Testung verwendet und getötet – das entspricht etwa 13 % der Gesamtzahl von acht Millionen Tieren. Dabei werden beispielsweise Ratten und Mäusen über Monate hinweg täglich giftige Chemikalien mittels einer Magensonde verabreicht. Die Folgen können Schmerzen, Entzündungen, Blutungen, Organversagen und letztlich der Tod sein. Auch schwangeren Tieren werden täglich Substanzen verabreicht, um mögliche Auswirkungen auf ihre Nachkommen zu untersuchen.
Die EU-Kommission bekräftigt nun mit ihrer Roadmap, Tierversuche zur Sicherheitsbewertung in der EU in 15 Rechtsbereichen vollständig abzuschaffen. Darunter fallen Industriechemikalien, Stoffe in Verbraucherprodukten, Pestizide, Biozide, Arzneimittel, Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffe sowie die Überprüfung der Biokompatibilität von Medizinprodukten.
Allerdings bleiben wichtige regulatorische Bereiche weiterhin außen vor: Biologika, Impfstoffe, Gentherapien, Human- und Tierarzneimittel für neuartige Therapien, die nicht als Chemikalien eingestuft werden, fallen nicht in den Geltungsbereich des Fahrplans.
Die Roadmap enthält mehr als 20 Maßnahmen und konkrete Zielvorgaben für die erste Umsetzungsphase. So soll bis 2027 ein Bericht erstellt werden, der die wichtigsten regulatorischen Bedarfsbereiche für tierversuchsfreie Verfahren identifiziert und Prioritäten für deren Entwicklung festlegt. Dieser Bericht soll anschließend im Dreijahresrhythmus aktualisiert werden.
Als kurzfristige Maßnahme plant die Kommission, bis 2029 bereits verfügbare tierversuchsfreie Testmethoden in Rechtsvorschriften und Leitlinien zu verankern und „überflüssige“ Tierversuche abzuschaffen. Weniger weit entwickelte Testsysteme sollen ebenfalls übernommen werden, sobald sie ausreichend ausgereift sind. Ebenfalls für 2029 ist eine Konferenz vorgesehen, auf der die bisherigen Fortschritte bewertet und weitere Ziele sowie Maßnahmen festgelegt werden sollen.
Bis Ende 2026 will die Kommission zudem eine öffentlich zugängliche Plattform einrichten, auf der regelmäßig über den Stand der Umsetzung berichtet wird. Damit sollen Transparenz und Rechenschaftspflicht gegenüber Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Interessengruppen gestärkt werden.
Bemerkenswert: Die Roadmap ist eine direkte Folge einer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) – einem Instrument der direkten Bürgerbeteiligung auf EU-Ebene. Werden innerhalb von zwölf Monaten mindestens eine Million gültige Unterschriften gesammelt, ist die Europäische Kommission verpflichtet, sich mit dem Anliegen zu befassen. In den Jahren 2021 und 2022 kamen mehr als 1,2 Millionen Unterschriften für die Initiative „Safe Cruelty Free Cosmetics – Für ein Europa ohne Tierversuche“ zusammen. Ärzte gegen Tierversuche war nicht nur maßgeblich an dieser Kampagne beteiligt, sondern auch durch Gremienarbeit auf EU-Ebene direkt in die Entwicklung der Roadmap eingebunden.
„Zwar bleiben weite Bereiche der Tierversuche, wie Grundlagen- und angewandte Forschung, unberücksichtigt, und die vorgesehenen Zeiträume sind sehr lang. Dennoch ist der EU-Fahrplan ein äußerst begrüßenswerter Schritt zur Abschaffung aller Tierversuche“, kommentiert Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche. „Erstmals werden konkrete Meilensteine und Zielvorgaben für den Umstieg in dem Teilbereich der regulatorischen Chemikalientestung formuliert. Die Roadmap zeigt zudem eindrücklich, dass sich Bürgerengagement auszahlt.“
Ärzte gegen Tierversuche wird die Umsetzung des Fahrplans engmaschig begleiten und sich weiterhin für eine vollständige Abschaffung aller Tierversuche einsetzen.
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Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Melanie Seiler
Lustheide 85
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Deutschland
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web ..: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de
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„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch
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Niederlande treiben tierversuchsfreie Forschung weiter voran
Posted by PM-Ersteller - 05/05/26 at 10:05:09 a.m.Der neue Förderkompass ist Teil des niederländischen Regierungsprogramms TPI, das den Übergang zu tierversuchsfreier Forschung vorantreibt.
Neue Datenbank macht Fördermöglichkeiten erstmals übersichtlich zugänglich
Mit dem neu gestarteten NAMs Funding Compass stellt die niederländische Regierung eine öffentlich zugängliche Datenbank bereit, die Fördermöglichkeiten für tierversuchsfreie Forschungsprojekte auf niederländischer und europäischer Ebene bündelt. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche begrüßt diesen Schritt ausdrücklich als wichtiges Signal für den Ausbau moderner, humanrelevanter Wissenschaft.
Der neue Förderkompass ist Teil des niederländischen Regierungsprogramms Transition Program for Animal-free Innovations (TPI), das mit mehreren Initiativen den Übergang zu tierversuchsfreier Forschung vorantreibt. Ziel ist es, tierversuchsfreie Methoden (auch New Approach Methodologies, NAMs) sichtbarer, zugänglicher und stärker finanzierbar zu machen, damit Tierversuche langfristig abgeschafft werden können.
Der NAMs Funding Compass bietet eine strukturierte Übersicht über Fördermöglichkeiten für NAMs und listet diese nach den jeweils relevanten Akteuren und Förderwegen. Die Fördermöglichkeiten im Kompass sind nach Technologie-Reifegraden geordnet, sodass Forschende für jede Entwicklungsphase ihrer tierversuchsfreien Technologien passende Angebote finden können. Das Tool richtet sich an Forscher, Unternehmen und öffentlich-private Partnerschaften, die Fördermöglichkeiten für ihre tierversuchsfreie Forschung, Validierung und Umsetzung suchen. Er soll Forschenden helfen, schneller passende Programme zu finden und die oft unübersichtliche Förderlandschaft besser zu navigieren.
„Die Niederlande zeigen mit dem NAMs Funding Compass, wie Förderpolitik aussehen kann, wenn man tierversuchsfreie Forschung wirklich voranbringen will. Der Kompass ist ein praktisches Werkzeug, aber vor allem ist er ein politisches Signal: Die Zukunft der biomedizinischen Forschung liegt in humanrelevanten Methoden“, sagt Dr. Dilyana Filipova, wissenschaftliche Referentin bei Ärzte gegen Tierversuche.
Ärzte gegen Tierversuche sieht in der niederländischen Entwicklung ein positives Gegenmodell zur deutschen Förderpraxis. Während die Niederlande mit TPI mehrere Bausteine aufbauen, um den Ausstieg aus Tierversuchen voranzubringen, fehlt es in Deutschland weiterhin an einer konsequenten Strategie zugunsten tierversuchsfreier Forschung.
Das eigentliche Problem in Deutschland ist, dass über 99 Prozent der öffentlichen Fördermittel für biomedizinische Forschung weiterhin in Tierversuchsprojekte fließen. Tierversuchsfreie Forschung wird dagegen nur in wenigen, oft wenig sichtbaren Förderprogrammen berücksichtigt. „Das ist nicht nur wissenschaftlich rückständig, sondern auch politisch kurzsichtig“, so Dr. Filipova.
Ärzte gegen Tierversuche fordert daher, die Forschungsförderung in Deutschland grundlegend neu auszurichten. Öffentliche Gelder sollten gezielt in innovative tierversuchsfreie, humanbasierte Technologien fließen, damit Deutschland nicht weiter hinter Ländern wie den Niederlanden zurückbleibt.
Quelle
TPI. NAMs Funding Compass launched, Pressemitteilung von 29.04.2026
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Ärzte gegen Tierversuche. Was kosten Tierversuche?
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Bundesweite Aktionen zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche
Posted by PM-Ersteller - 16/04/26 at 07:04:04 a.m.Tierversuche und tierversuchsfreie Forschung stehen hier im Fokus: 24 Aktionen in 23 Städten, 1 Online-Vortrag, Abstimmung zum „absurdesten Tierversuch“, neuer Dokumentarfilm „Future Science“
Mehr als 3 Millionen Tiere leiden und sterben in deutschen Laboren
Im Jahr 2024 wurden mehr als 3 Millionen Tiere in deutschen Laboren gequält und fast immer getötet – darunter Mäuse, Ratten, Fische, Kaninchen sowie auch Hunde, Katzen und Affen. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche prangert zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche das millionenfache Leid der Tiere an und verweist gleichzeitig auf einen neuen Kinofilm, der zeigt, wie moderne Forschung ohne Tierversuche funktioniert. Anlässlich des Aktions- und Gedenktags, der weltweit am 24. April begangen wird, organisieren die lokalen Arbeitsgruppen des Ärztevereins sowie befreundete Gruppen 24 Aktionen in 23 Städten und in 3 Ländern, meist am Samstag, 25. April.
Die nüchterne Statistik sagt nichts über das tatsächliche Leid der Tiere aus. Wüstenrennmäuse werden Elektroschocks ausgesetzt, Mäusen die Ohren verbrannt, Ratten gezielt alkoholabhängig gemacht und Fischen Teile ihres Herzens abgeschnitten. Diese aktuellen Beispiele aus Deutschland stehen stellvertretend für zahllose grausame Experimente. Mit einer öffentlichen Online-Abstimmung über den „Absurdesten Tierversuch“ macht Ärzte gegen Tierversuche aktuell wieder auf besonders erschütternde Fälle aufmerksam – und rückt die Realität hinter verschlossenen Labortüren ins Licht der Öffentlichkeit.
„Jedes Tier im Tierversuch ist eines zu viel“, betont Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche. „Tierversuche verursachen extremes Leid und enden so gut wie immer mit dem Tod der Tiere. Gleichzeitig sind sie wissenschaftlich absurd, da die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragen werden können.“
Der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche wird weltweit am 24. April begangen, um der Tiere in den Laboren zu gedenken. Neben den Straßenaktionen findet die jährliche Abstimmung für den Negativpreis des Vereins im Vorfeld des Aktionstags statt. Zudem lädt die Organisation zu einem Online-Vortrag von Dipl. Biol. Julia Radzwill ein.
Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist die Deutschlandpremiere des wegweisenden Dokumentarfilms „Future Science“ am 25. April in Köln mit einer anschließenden Kinotour durch mehrere deutsche Städte. Der Film lässt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Wort kommen, die erfolgreich im Bereich der innovativen tierversuchsfreien Forschung tätig sind. „Diese Technologien, etwa mit Multi-Organ-Chips und 3D-Gewebedruck, basieren auf menschlichen Zellen und sind damit – im Gegensatz zu Tierversuchen – direkt relevant für uns Menschen“, erklärt Dr. Gericke. Bei der Premieren-Tour stehen im Anschluss an die Filmvorführung neben dem Regisseur Marc Pierschel auch Protagonisten des Films sowie Experten des Ärztevereins für ein Publikumsgespräch zur Verfügung.
Angesichts der über drei Millionen Lebewesen, die immer noch in Deutschlands Laboren für eine sinnlose Forschung leiden und sterben, fordert der Ärzteverein von der Bundesregierung entschlossenes Handeln und endlich den längst überfälligen Paradigmenwechsel hin zu einer zukunftsfähigen und ethisch vertretbaren humanrelevanten Forschung konsequent einzuleiten.
Weitere Infos
Übersicht über die Aktions-Termine: www.tag-zur-abschaffung-der-tierversuche.de
Future Science: https://futuresciencefilm.de/
Abstimmung für den absurdesten Tierversuch auf der Vereinswebseite unter helfen/aktiv-werden/kampagnen
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„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.
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