„Wir sind die Arche“: Mit aktivem Artenschutz die Welt retten

Die Zukunft der biologischen Vielfalt liegt in unseren Händen. Wer meint, alleine nichts ausrichten zu können, wird in diesem Buch eines Besseren belehrt.

Bild„Veränderung ist möglich: Ein Mensch, ein Stück Land, ein Schritt nach dem anderen“. Unter diesem Motto ist soeben das neue Buch von Mary Reynolds „Wir sind die Arche“ im Neue Erde Verlag erschienen – als einfühlsamer Leitfaden, um mit aktivem Artenschutz sprichwörtlich die Welt zu retten, und als Einladung, Teil der wachsenden Arche-Bewegung zu werden.

Die biologische Vielfalt in der Natur nimmt rasant ab. Besonders gefährlich für das ökologische Gleichgewicht ist das beispiellose Artensterben, das heute durch menschlichen Einfluss bis zu 10.000 x höher als unter natürlichen Bedingungen ist, wie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung feststellt und den Erhalt der biologischen Vielfalt als eine der „größten Herausforderungen der Menschheit“ bezeichnet.

„Wir sind die Arche“ ist ein Aufruf an alle, für den Schutz genau dieser gefährdeten Artenvielfalt aktiv zu werden. Warten auf die Politik hilft uns nicht weiter und so plädiert die irische Autorin und Landschaftsgärtnerin Mary Reynolds darin für die Schaffung eigener kleiner „Archen“, um Wildtieren, Vögeln, Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten und Kleinstlebewesen verlorenen Lebensraum zurückzugeben.

Ob im eigenen Garten, auf einem Bauernhof oder auf öffentlichen Flächen – jeder Quadratmeter zählt. Durch einfache Maßnahmen wie zum Beispiel reduziertes und bewussteres Mähen können große Effekte erzielt werden: Insekten werden nicht zerschreddert, Kräuter, Wildgräser und -blumen, die sonst unterdrückt werden, können wachsen. Die biologische Vielfalt erhöht sich und zieht mit dem neuen Nahrungsangebot weitere Lebewesen an.

Wir alle können Teil der Lösung sein

Wenn Millionen von uns zusammenarbeiten, um unser eigenes Stückchen Erde zu retten, dann haben wir eine echte Chance auf Veränderung, so der dem Buch zugrunde liegende Gedanke. Tatsächlich machen alleine in Deutschland Privatgärten eine riesige Anzahl kleiner Lebensräume mit einer enormen Gesamtfläche aus, die aufgrund von intensivierter Landwirtschaft und abnehmender Strukturvielfalt im ländlichen Raum wichtige Rückzugsorte für etliche Arten geworden sind, wie auch Experten im WELT-Artikel „Warum die 17 Millionen Gärten in Deutschland wichtige Lebensräume sind“ bestätigen.

Gemeinsam ist Veränderung möglich, sagt die Autorin Mary Reynolds, die mit dem Buch „We are the ARK“ von ihrer Heimat Irland ausgehend bereits eine kleine Bewegung ins Leben gerufen hat. Eine Arche – englisch „Ark“ – ist demnach ein wiederhergestelltes einheimisches Ökosystem. Dafür braucht es weder viel Geld noch Aufwand, sondern lediglich den Willen, Teil der Lösung zu sein und mit Fürsorge und Geduld ein Fleckchen Erde wieder aufblühen zu lassen. Reynolds nennt dies „Taten der wiederherstellenden Zuwendung“ (Acts of Restorative Kindness, kurz ARKs). Jeder kann beim ARKing mitmachen, selbst auf der Fensterbank oder dem Balkon!

Neben den wissenschaftlichen und ökologischen Hintergründen zeigt das Buch alle Schritte auf, um erfolgreich ARKing zu betreiben. Ziel ist es, der Natur zu ermöglichen, ihre eigenen Prozesse zu durchlaufen. So haben zunächst aufkommende Unkräuter und Dornenpflanzen durchaus ihren Sinn. Sie sind Wegbereiter für die Regeneration des Bodens und bieten Schutz für weitere einheimische Arten, die sich somit erst entwickeln können. Das Ergebnis ist ein breites Spektrum an Lebensräumen mit Wiesen, Gesteinen, Gebüschen, heimischen Gehölzen und Teichsystemen – so viel Vielfalt wie möglich. Die Natur dankt es uns mit mannigfaltigem Leben.

Von der Gartenbauindustrie zum ARKevismus

Als international gefeierte Landschaftsarchitektin begann Mary Reynolds ihre Karriere 2002 auf der Chelsea Flower Show, bei der sie als deren damals jüngste Teilnehmerin eine Goldmedaille gewann. Ihre Geschichte wurde 2015 unter dem Titel „Dare to be Wild“ verfilmt. Inzwischen ist sie Bestsellerautorin, Rednerin, Fernsehmoderatorin und Begründerin der globalen Bewegung „We are the ARK“, die bereits über 1.400 Archen weltweit verzeichnet und zu der es nun auch eine deutsche Webseite gibt.

Bemerkenswert ist die radikale Wende, die Mary Reynolds von der aufgeräumten Landschaftsgärtnerei hin zum Schutz der wilden Artenvielfalt vollzogen hat. Ihre Kritik an der Gartenbauindustrie mit exotischen, meist nicht vermehrbaren Pflanzen mit hohem Dünge- und Wasserbedarf sowie uniformen „toten“ Rasen führte sie zu gelebtem Umweltaktivismus – ARKevismus -, der auf natürliche, einheimische und lebensraumschaffende Arten setzt und als Basisbewegung alle miteinbeziehen möchte, denen die Natur am Herzen liegt.

Ihr gesammeltes Wissen gibt die „bekehrte“ Umweltschützerin im ARK-Buch weiter, zusammen mit Tipps zur Einbeziehung von Kommunen, Ideen für potentielle Archen und wie man lokale Politiker zur Unterstützung von kleinen Familienbetrieben anregen und Kinder und Jugendliche für aktiven Artenschutz begeistern kann. Weitere Vorschläge sind u.a. Gemeinderäte für Gemeinschaftsgärten in Städten zu gewinnen, eigenes Gemüse anzubauen und Wasser, Flüsse und Ozeane zu schützen, inklusive nachhaltiger Abwasserbehandlungssysteme.

Ein Netz aus Leben, Magie und Hoffnung weben

„Gärten sind Teil der alten Welt, wir müssen eine neue bauen“, sagt Reynolds und fordert, von jedem Stück Land die Hälfte der Natur zurückzugeben, damit diese sich wieder selbst um all die verdrängten Pflanzen und Wildtiere kümmern kann, die unsere Biodiversität ausmachen. Wie das geht, zeigt sie in ihrem neuen Buch, das uns einfühlsam mit auf die Reise nimmt.

Liebevoll illustriert ist „Wird sind die Arche“ Aufruf, Inspiration und praktische Anleitung, um heimische Ökosysteme selbst wiederherzustellen, Gemeinschaftssinn aufzubauen und die eigene Verbindung zur Natur und ihren Geschöpfen zu erneuern: „Es ist an der Zeit, dass wir Menschen uns erheben und zu Webern des Lebensnetzes werden, um die Fäden, die wir zerrissen haben, wieder neu zu knüpfen. Dies ist eine andere Art des Webens. Es ist ein Netz aus miteinander verbundenem Leben, miteinander verbundener Magie und Hoffnung.“

Das Buch erscheint im Neue Erde Verlag, der seit kurzem stolzer Träger des Umwelt- und Klimaschutzpreises der Stadt Saarbrücken ist.

Buchinfo

Mary Reynolds

„Wir sind die Arche“

Hardcover, 276 Seiten, mit farbigen Illustrationen von Ruth Evans
Neue Erde, März 2025
ISBN 978-3-89060-877-8

Link zum Buch mit Leseprobe

„Ein optisches, literarisches und poetisches Meisterwerk. Ein Manifest nicht nur für die Renaturierung unseres Landes, sondern für die Wiederbelebung unserer untrennbaren Verbindung zur Natur und unserer Verantwortung als Hüter unseres Planeten.“
Shyla Raghav, Chief Climate Officer des TIME-Magazins

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HanseWerk: SH Netz schafft landesweit in 253 Kommunen neue Lebensräume für Bienen

Weltbienentag am 20. Mai: Gemeinden stellen rund 7,6 Hektar Flächen zur Verfügung – Netzbetreiber SH Netz, Tochtergesellschaft von HanseWerk, prämiert schönste Blühwiesen.

BildAlexandrinerklee und Sonnenblumen, Buchweizen und Saatwicke, Koriander und Ringelblumen: Mit der Aussaat einer Blüh- und Brachemischung setzt die Tochtergesellschaft von HanseWerk Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) gemeinsam mit den Kommunen ihr Engagement für Flora und Fauna fort – und schafft zwischen Nord- und Ostsee viele neue Lebensräume für Bienen. „Landesweit beteiligen sich 253 Gemeinden an der Aktion“, freut sich Petra Lüning, Kommunalbetreuerin und Projektkoordinatorin bei SH Netz, Tochterunternehmen von HanseWerk. Die Kommunen stellen zusammen rund 7,6 Hektar Brachfläche zur Verfügung.

Damit die gute Idee „aufgeht“, haben die Beschäftigten von SH Netz, Teil der HanseWerk-Gruppe, in den vergangenen Tagen rund 330 Kilogramm Saatgut in den Kommunen verteilt. Mit rund 1,6 Hektar stellen die 54 Gemeinden im Kreis Schleswig-Flensburg die meisten Flächen für Blühwiesen bereit, gefolgt von den 34 Gemeinden im Kreis Nordfriesland mit rund 1 Hektar und den 27 Gemeinden im Kreis Rendsburg-Eckernförde mit rund 0,8 Hektar. Die Kreise Dithmarschen und Plön liegen mit jeweils 25 Gemeinden und rund 0,75 Hektar Fläche gleichauf.

Von der dänischen Grenze bis zur Hamburger Stadtgrenze – die Initiative der HanseWerk Tochter SH Netz ist bei den Verantwortlichen in den Kommunen Schleswig-Holsteins auf offene Ohren gestoßen. „Wir haben insgesamt 969 Bürgermeister angeschrieben, mehr als ein Viertel von ihnen unterstützt unsere Bienenwiesenaktion und stellt freie Flächen dafür bereit“, berichtet Petra Lüning. „Ein Bürgermeister hat sogar angerufen, um uns für die tolle Aktion zu danken, obwohl er gar keine Fläche zum Ansäen hat.“

Das Saatgut für eine ökologische Vielfalt im Land stellt der Netzbetreiber kostenlos zur Verfügung. Die verteilte Menge reicht für jeweils rund 300 Quadratmeter. Mit etwas Glück können die Kommunen anschließend noch einen Obstbaum gewinnen. Die Tochtergesellschaft von HanseWerk SH Netz prämiert die schönsten Blühwiesen, die aus allen teilnehmenden Gemeinden eingesandt werden. Petra Lüning: „Damit wollen wir allen Kommunen danken, die sich unserer Initiative angeschlossen haben. Bienen sorgen für Nahrung und Gesundheit – und sind damit auch für unser Leben wichtig.“

Die Schleswig-Holstein Netz AG

Die Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) betreibt für rund 2,8 Millionen direkt oder indirekt angeschlossene Kunden Strom- und Gasleitungen in mehr als 900 Kommunen in Schleswig-Holstein. Über 400 schleswig-holsteinische Kommunen halten Anteile an SH Netz. Sie haben umfangreiche Mitspracherechte und erhalten eine Garantiedividende. Das Unternehmen beschäftigt ca. 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an vielen Standorten in Schleswig-Holstein.

SH Netz hat als Partner der Energiewende bereits zehntausende Windräder und Solaranlagen an das Stromnetz angeschlossen. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Energielösungen wie Smart-City-Anwendungen und unterstützt den Ausbau der Elektromobilität. SH Netz engagiert sich in Innovationsprojekten für mehr Klimaschutz. Dazu gehören beispielsweise Einspeiseanlagen, mit denen Biogas oder aus Windstrom produzierter Wasserstoff ins Erdgasnetz aufgenommen werden kann, oder staatlich geförderte Forschungsprojekte.

Bis 2030 wird SH Netz klimaneutral sein: Dazu wird sie ihre 25 Standorte, über 600 Fahrzeuge sowie den Strom- und Gasnetzbetrieb in mehreren Stufen bis 2030 auf Klimaneutralität umstellen. Außerdem unterstützt das Unternehmen seit vielen Jahren den regionalen Spitzen- und Breitensport in Schleswig-Holstein, zum Beispiel das härteste Ruderrennen der Welt auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

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Rund 3,1 Millionen Kunden in Norddeutschland beziehen Strom, Gas oder Wärme direkt oder indirekt über die, von der HanseWerk-Gruppe und ihren Tochtergesellschaften betriebenen, Energienetze. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Partnern und Kunden moderne und effiziente Energielösungen mit Schwerpunkten im Netzbetrieb und dezentrale Energieerzeugung.

Als Partner der Energiewende hat die HanseWerk-Gruppe in den letzten Jahren mehrere zehntausend Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie an ihre Netze angeschlossen und betreibt parallel dazu etwa 870 Energieumwandlungsanlagen sowie einen Erdgasspeicher. Die HanseWerk-Gruppe ist ein großer Ausbildungsbetrieb im Norden und engagiert sich in vielen Forschungsprojekten zur Energiewende, wie zum Beispiel im norddeutschen Reallabor. Bis 2030 wird die HanseWerk-Gruppe klimaneutral sein: Dazu werden ihre insgesamt 44 Standorte, über 650 Fahrzeuge, der Strom- und Gasnetzbetrieb sowie die Wärme- und Stromerzeugung bis 2030 entsprechend umgestellt.

Über die Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise sowie von über 400 Kommunen sind die Unternehmen der HanseWerk-Gruppe regional sehr stark verwurzelt und unterstützen eine Vielzahl sozialer und kultureller Projekte, wie das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt und den Schleswig-Holstein Netz Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

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