Learning by Doing statt Glamour: Die Realität hinter erfolgreichen Events

Zwei Projektmanager berichten, wie der Berufseinstieg im Eventmanagement wirklich aussieht – ehrlich, praxisnah und ohne Klischees.

BildViele verbinden Eventmanagement mit spektakulären Shows, außergewöhnlichen Locations und besonderen Momenten. Doch wie sieht der Berufsalltag tatsächlich aus? Und was sollten Berufseinsteiger wissen, bevor sie ihren ersten Job in einer Eventagentur antreten?

Darüber sprechen wir mit Leah Argow und Bernard Wieynk. Beide arbeiten seit rund fünf Jahren in der Eventbranche und sammelten bereits während ihres Studiums erste praktische Erfahrungen. Heute begleiten sie als Projektmanager bei der Berliner Eventagentur GPM LiveMarketing nationale und internationale Eventproduktionen unterschiedlichster Größenordnungen.

Im Interview geben sie ehrliche Einblicke in ihren Berufseinstieg, berichten von Herausforderungen der ersten Jahre und erklären, warum Erfahrung im Eventmanagement durch nichts zu ersetzen ist.

Viele verbinden Eventmanagement mit großen Shows, spannenden Locations und besonderen Momenten. Entspricht das der Realität?

_Leah:_ Teilweise. Die besonderen Momente gibt es definitiv, aber sie sind das Ergebnis monatelanger Vorbereitung. Der größte Teil unserer Arbeit findet lange vor dem eigentlichen Event statt: Wir entwickeln Konzepte, planen Budgets, erstellen Zeitpläne, koordinieren Dienstleister und stimmen unzählige Details aufeinander ab.

Das Event selbst ist letztlich nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Hier wird all das Realität, was über Monate oder manchmal sogar mehr als ein Jahr hinweg vorbereitet wurde. Wer ins Eventmanagement einsteigt, merkt schnell: Der eigentliche Erfolg entsteht nicht auf der Bühne, sondern lange davor.

Was macht den Beruf dann so anspruchsvoll?

_Bernard:_ Eventmanagement besteht vor allem aus Kommunikation, Organisation und vorausschauendem Denken. Unsere Aufgabe ist es, Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Erwartungen und Prioritäten zusammenzubringen und dafür zu sorgen, dass am Ende alles reibungslos ineinandergreift.

Dabei reicht es nicht aus, Aufgaben einfach abzuarbeiten. Gute Projektmanager denken mehrere Schritte voraus und erkennen potenzielle Probleme, bevor sie entstehen.
Ein typisches Beispiel: Der Caterer benötigt Starkstrom genau an der Stelle, die der Veranstaltungstechniker bereits für seine Lichtinstallation eingeplant hat. Oder ein Projekt wirkt sauber kalkuliert, bis nach Abschluss zusätzliche Kosten wie die Künstlersozialabgabe auftreten.

Wer solche Zusammenhänge frühzeitig erkennt, vermeidet Konflikte, spart Kosten und sorgt für einen reibungslosen Projektablauf. Genau dieses Gespür entwickelt sich allerdings erst mit der Zeit.

Wie findet man sich als Berufseinsteiger in dieser Komplexität zurecht?

_Bernard:_ Zunächst einmal sollte man akzeptieren, dass niemand diesen Beruf von Anfang an beherrscht.

Jedes Projekt ist anders, jedes Team arbeitet anders und jede Veranstaltung bringt neue Herausforderungen mit sich. Gerade zu Beginn kann das durchaus überwältigend wirken.
Deshalb hilft ein solides technisches Grundverständnis enorm. Wer beispielsweise Pläne lesen kann oder die Grundlagen der Versammlungsstättenverordnung kennt, gewinnt schneller Sicherheit und versteht Zusammenhänge besser.

Mir persönlich hat außerdem geholfen, andere Perspektiven kennenzulernen. Nach meinem Studium habe ich zunächst Praktika bei einem Eventtechnik-Dienstleister und einem Catering-Unternehmen absolviert, bevor ich in eine Berliner Eventagentur eingestiegen bin. Dieses Verständnis für die Anforderungen anderer Gewerke hilft mir bis heute.

_Leah:_ Und genauso wichtig ist die Bereitschaft, Fragen zu stellen. Niemand erwartet von Berufseinsteigern, dass sie bereits alles wissen.

Viele Dinge lernt man erst im Projektalltag. Deshalb sind erfahrene Kollegen, die ihr Wissen teilen und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, gerade in den ersten Berufsjahren unglaublich wertvoll.

Wie lernt man Eventmanagement am effektivsten?

_Leah:_ Vor allem durch Praxis.

Natürlich gibt es theoretisches Wissen, das man sich aneignen kann. Wirklich verstehen lernt man Eventmanagement aber erst in realen Projekten. Deshalb gehört Learning by Doing untrennbar zu diesem Beruf. Und dazu gehören auch Fehler.

Mir ist beispielsweise vor Kurzem im Versuch, besonders effizient zu arbeiten, eine wichtige Angabe in einem Technical Rider durchgerutscht. Die Folge: Es wurde zusätzliches Personal gebucht, das letztlich gar nicht benötigt wurde. Das war ärgerlich und hat unnötige Kosten verursacht. Gleichzeitig war es aber auch eine wertvolle Lernerfahrung.

Professionalität bedeutet nicht, niemals Fehler zu machen. Professionalität bedeutet, Fehler früh zu erkennen, offen damit umzugehen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Was hilft Berufseinsteigern dabei, sich möglichst schnell weiterzuentwickeln?

_Bernard:_ Offene Kommunikation.

Viele Berufseinsteiger glauben, sie müssten von Anfang an auf alles eine Antwort haben. Das Gegenteil ist der Fall. Wer Unsicherheiten früh anspricht und aktiv um Unterstützung bittet, lernt deutlich schneller.

Ebenso wichtig ist der Austausch mit anderen. Gute Veranstaltungen entstehen nie allein. Sie sind immer das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Kunden, Dienstleistern, Partnern und dem Projektteam.

Deshalb bedeutet Netzwerken in unserer Branche weit mehr als Visitenkarten zu sammeln. Es geht darum, langfristige Beziehungen aufzubauen und voneinander zu lernen.
Und schließlich hilft eine ehrliche Nachbereitung jedes Projekts. Wer sich regelmäßig fragt, was gut funktioniert hat und was beim nächsten Mal besser laufen könnte, entwickelt sich kontinuierlich weiter.

Welche Haltung sollte man mitbringen, um langfristig erfolgreich zu sein?

_Leah:_ Neugier, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Genauso wichtig ist aber die Bereitschaft, dort mit anzupacken, wo gerade Unterstützung benötigt wird. Wer im Eventmanagement erfolgreich sein möchte, sollte sich für keine Aufgabe zu schade sein.

An manchen Tagen arbeitet man an Budgets und Projektplänen, an anderen trägt man vor Ort Material, beschriftet Namensschilder oder löst kurzfristig Probleme im laufenden Betrieb.
Gerade dadurch entwickelt man ein tiefes Verständnis für die Abläufe eines Projekts.
Dazu kommen Organisationstalent, Belastbarkeit und die Fähigkeit, auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Vor allem aber braucht es die Bereitschaft, kontinuierlich dazuzulernen.

Denn die Eventbranche verändert sich ständig. Neue Technologien, neue Anforderungen und neue Veranstaltungsformate sorgen dafür, dass man selbst nach vielen Jahren Berufserfahrung nie ausgelernt hat.

Euer Fazit für Menschen, die in die Eventbranche einsteigen möchten?

_Leah:_ Eventmanagement ist deutlich weniger Glamour, als viele zunächst erwarten. Stattdessen prägen Planung, Kommunikation und Verantwortung den Arbeitsalltag.
Mit jedem Projekt lernt man dazu, übernimmt mehr Verantwortung, sammelt Selbstvertrauen und entwickelt sich weiter.

Im Eventmanagement wird man nicht schnell gut. Aber genau das macht diesen Beruf so spannend. Man lernt nie aus.

_Bernard:_ Und gerade auf Agenturseite wird es nie langweilig. Heute arbeitet man an einem Automotive-Event, morgen an einem Healthcare-Kongress und übermorgen an einem Incentive für einen Finanzdienstleister.
Jedes Projekt bringt neue Menschen, neue Herausforderungen und neue Perspektiven mit sich.

Wer einen Beruf sucht, in dem man nie aufhört zu lernen, findet in einer Eventagentur genau dieses Umfeld. Erfahrung lässt sich nicht abkürzen – aber genau darin liegt der Reiz. Mit jedem Projekt wächst man fachlich und persönlich. Und genau das macht Eventmanagement für mich bis heute so faszinierend.

_Neugierig geworden?_
_Wenn du mehr über den Berufseinstieg im Eventmanagement erfahren möchtest oder Fragen hast, wie der Arbeitsalltag in einer __Berliner Eventagentur__ wirklich aussieht, freuen wir uns auf den Austausch._
_Schreib uns unter: career@gpm-live.de_

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Seit mehr als 20 Jahren Full-Service Eventagentur.

Wir verstehen uns als erfahrener Dienstleister, der sich die umfassende Beratung und Betreuung seiner Kunden in Eventkonzeption, Planung und Produktion zur Kernaufgabe gemacht hat. Mit Erfahrung, Leidenschaft und Klarheit entwickeln wir fundierte Konzepte und übersetzen diese in die Realität. GPM LiveMarketing steht für Live-Kommunikation, die verlässlich umgesetzt und wirkungsvoll inszeniert wird.

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100kEUR vs. 1 MioEUR: Was in Berlin mit diesen Eventbudgets wirklich drin ist

Wir haben unsere Produktionen der letzten Jahre in Berlin ausgewertet und zeigen, warum 100kEUR und 1 MioEUR oft näher beieinanderliegen, als viele vermuten.

BildDass Budget und Erwartungen in der Eventbranche oft auseinanderdriften, gehört fast schon zur Regel. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, wohin die Gelder hinfließen. Was Budgets in Berlin wirklich leisten können, und warum 100kEUR und 1 MioEUR oft näher beieinanderliegen, als viele vermuten, zeigen wir in diesem Artikel. Grundlage sind Kalkulationen realer Produktionen der Berliner Eventagentur GPM LiveMarketing aus den vergangenen fünf Jahren.

Make or buy: braucht es eine Eventagentur in Berlin oder nicht

Viele Unternehmen haben eigene Eventteams, holen sich aber dennoch Spezialisten von außen dazu. Als Incoming-Eventagentur in Berlin kommen wir oft dann ins Spiel, wenn internationale Kunden einen Partner vor Ort brauchen, der die Stadt und ihre Abläufe kennt. Unsere Kosten hängen dabei nicht von der Größe des Events ab, sondern von seiner Komplexität. Ob 100kEUR oder 1 MioEUR Budget: Die Aufgaben sind ähnlich, der Aufwand dahinter jedoch nicht.

Eine Location zu mieten und lediglich die Rahmenbedingungen für die Produktion dort herzustellen, kann ein eigenes Projekt sein. Eine All-in-Location wie das AXICA ist zügig organisiert – anfragen, Nutzung des Bestands definieren, externe Bedarfe ermitteln. Historische Locations wie das Museum für Kommunikation oder der Flughafen Tempelhof bringen hingegen Genehmigungen, Denkmalschutz und eine Handvoll spezialisierter Dienstleister mit sich. Spätestens hier zeigt sich, ob internes Know-how ausreicht, die richtige Auswahl zu treffen und deren Konsequenzen realistisch einzuschätzen, oder ob eine Agentur erforderlich ist.

Individualität ist der größte Kostentreiber

Teilnehmerzahl und Laufzeit bleiben zentrale Kostenfaktoren, etwa bei der Locationmiete, Logistik und Logis sowie beim Catering und Personal. Mit steigendem Anspruch verschiebt sich jedoch die Kostenstruktur. Während sich bei standardisierten Events rund die Hälfte der Kosten variabel mit der Gästezahl verändert, liegt bei hochwertigen Formaten der Anteil an Fixkosten deutlich höher. Das betrifft immaterielle Leistungen wie etwa die der Agentur, aber auch Materielles wie die räumliche und technische Ausgestaltung.

Ein standardisiertes Dinner-Event für 300 Personen lässt sich linear kalkulieren. Fixkosten beschränken sich auf Agenturhonorar, Locationmiete, Entertainment und Ausstattung; variable Kosten auf Verpflegung, Personal und Hospitality – eine Aufteilung von etwa 50/50. Wird daraus jedoch ein individuell inszeniertes Event mit speziellen Möbeln, aufwendiger Technik und maßgeschneiderter Bühnenshow, bleiben diese Kosten unabhängig von der Gästezahl bestehen. Ob 300 oder 800 Gäste teilnehmen, macht dann weniger Unterschied als die Frage, wie stark ausgestaltet das Event ist.

Bei Millionenprojekten fließt oft nur ein Bruchteil in die Pro-Kopf-Verpflegung. In unserer Auswertung liegt dieser Anteil im Schnitt gerade einmal bei 10-20 %. Hier fließen die Budgets vor allem in die Erstellung maßgeschneiderter Inhalte: Event-App und Kommunikation, individuelle Visuals für digitale und physische Medien, Abstimmung mit Rednern und Moderatoren sowie deren Honorare etc.

Die 100kEUR-Grenze: Wo Hospitality endet und Markeninszenierung beginnt

Mit 100kEUR lässt sich in Berlin zweifellos ein High-End-Event realisieren, das in Sachen Exklusivität und Service keine Wünsche offenlässt. Doch hier setzt das Budget gleichzeitig eine Grenze: Es trägt die klassische Hospitality auf höchstem Niveau. Darüber hinaus beginnt jedoch die Welt der Großproduktionen. Wenn wir als Eventagentur in Berlin komplexe Projektstrukturen steuern, internationale Speaker oder bekannte Artists koordinieren und Brand-Partnerschaften operativ integrieren, bewegen wir uns schnell im Millionenbereich. Hinzu kommen individuell entwickelte Inhalte, maßgeschneiderte Dramaturgien und eine deutlich intensivere Abstimmung aller Beteiligten.

Das gilt nicht nur für öffentlichkeitswirksame Formate, sondern ebenso für interne Events mit höchstem Anspruch. Während die 100kEUR-Klasse eine reibungslose Organisation und hochwertige Bewirtung ermöglicht, finanzieren siebenstellige Budgets vor allem eines: vollständige Kontrolle über Inhalt und Umsetzung bis ins Detail.

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„Berlin ist keine Kulisse, sondern Konzept“ – Friedemann Grase über Eventplanung in der Hauptstadt

Friedemann Grase im Interview zu den Besonderheiten von Eventproduktionen in Berlin.

BildFriedemann Grase, Gründer der GPM LiveMarketing GmbH, im Gespräch über Berlin als Destination für Corporate Events und die Rolle einer lokalen Incoming-Agentur.

_Herr Grase, Sie sind seit über 30 Jahren im Eventgeschäft tätig. Wie hat Ihr persönlicher Weg Sie zu dem gebracht, was GPM heute ist?_

Ich bin gebürtiger Berliner und habe meine berufliche Laufbahn zunächst mit einem Studium zum Toningenieur begonnen. Anschließend arbeitete ich an einer internationalen Musikschule in Wien, bevor ich während meines Studiums zum Marketing-Kommunikationswirt in das Eventgeschäft einstieg.

Dieser etwas unkonventionelle Weg, gepaart mit der Tatsache, dass ich bereits während der Schulzeit in der Gastronomie zu arbeiten begann und Service sowie Dienstleistung von der Wurzel an kennengelernt habe, hat sich ideal im Eventmarketing verbunden. Mit diesem Background nahm meine persönliche Karriere schnell an Fahrt auf.

Vor über 25 Jahren habe ich dann die GPM LiveMarketing GmbH gegründet. Von unseren Standorten in Berlin und Düsseldorf realisieren wir heute Veranstaltungen in ganz Europa – und zunehmend auch weltweit.

_Was verbindet Sie persönlich mit Berlin als Eventstandort?_

Es fällt mir schwer, die Stadt zu beschreiben, ohne dabei wie ein Marketingkommunikator zu klingen. Aber Berlin ist für mich vor allem gelebte europäische Geschichte. Diese Stadt ist kein Ort zum bloßen Besichtigen, sie muss verstanden und entdeckt werden.

Ich bin in West-Berlin mit Mauer und Alliierten aufgewachsen, habe den Mauerfall direkt in der Nacht am Brandenburger Tor erlebt und war Teil der Subkultur, die sich unmittelbar danach in Berlin-Mitte rund um den Potsdamer Platz, Hackeschen Markt und die Oranienburger Straße entwickelt hat.

Aus genau diesen persönlichen Erfahrungen entstand die Idee, Marken und Unternehmen, die nach Berlin kommen, dabei zu begleiten, hier Events zu realisieren – inhaltlich, konzeptionell und in der Umsetzung. Berlin ist kein austauschbarer Standort. Es ist eine komplexe Metropole mit Geschichte, Reibung, Kultur und Energie.

_Viele internationale Unternehmen zieht es nach Berlin. Was sollten sie bei der Planung eines Events beachten?_

Berlin ist eine internationale Metropole – und genau das bringt besondere Herausforderungen mit sich. Großveranstaltungen wie ITB, IFA, Grüne Woche, der Berlin-Marathon oder das DFB-Pokalfinale beeinflussen massiv die Verfügbarkeit von Hotels, Locations und Dienstleistern.

Gerade bei größeren Gruppen oder komplexen Inhalten braucht es zudem ausreichend Vorlauf, um Hotels, Locations, Speaker und Dienstleistungen jeglicher Art zu sichern. Wir sprechen hier von mindestens sechs Monaten, besser mehr.
Wer zu spät plant, muss mit rasant steigenden Mehrkosten rechnen und riskiert Kompromisse zu Lasten der konzeptionellen Originalität.

Mein wichtigster Rat: frühzeitig planen, Überschneidungen mit Großveranstaltungen vermeiden und Termine strategisch wählen.

_Welche Zeiträume eignen sich besonders für Corporate Events in Berlin?_

Grundsätzlich gilt das für viele europäische Städte – besonders attraktiv ist Berlin für Corporate Events in den Sommermonaten zwischen Mai und September. Dann ist die Stadt grün, weitläufig und stark im öffentlichen Raum verankert. Kultur, Kreativszene und Stadtleben verlagern sich nach draußen, was Open-Air-Formate, Spree-Events und Sommerfeste ermöglicht.

Gleichzeitig entfaltet Berlin gerade in den Wintermonaten eine ganz eigene Stärke. Die Stadt verfügt über eine außergewöhnliche Vielfalt an kreativen Indoor-Locations: von Industrieflächen über ehemalige Produktionsstätten bis hin zu ikonischen Orten, die regelmäßig als Kulisse für Film-, Musik- und Markenproduktionen dienen. Immersive Formate, Inszenierungen mit Industriecharme und Anspielungen auf das Berliner Nachtleben gewinnen in der dunkleren Jahreszeit sogar an Wirkung.

Insgesamt ist Berlin eine Stadt, die zu jeder Jahreszeit und für unterschiedlichste Zielgruppen ein enormes Potenzial für dramaturgische Eventhighlights bietet – vorausgesetzt, Inszenierung, Konzeption, Locationwahl und Kommunikation greifen sauber ineinander.

_Worin unterscheidet sich die Eventplanung in Berlin von der in anderen europäischen Metropolen?_

Aufgrund seiner Historie ist Berlin ist in seinen Event-Hotspots zweigeteilt (Ost/ West).
Wer seine Veranstaltung im Rahmen einer Messe (ITB, IFA, InnoTrans etc.) plant und Messebesucher auf seinem Event erwartet, sollte eher im westlichen Teil der Stadt nach passenden Locations suchen.
Für detailgetreue und hochindividuelle Veranstaltungen ist der östliche Teil des Zentrums oft die bessere Wahl. Dort findet man das historische Berlin mit vielen kulturellen Highlights und Sehenswürdigkeiten, die sich hervorragend in das Rahmenprogramm einbinden lassen.

Eine weitere Besonderheit ist die Vielzahl an außergewöhnlichen Veranstaltungsorten. Da sich der Ostteil der Stadt über Jahrzehnte in einem Dornröschenschlaf befand, wurden viele zentral gelegene Gebäude erst nach der Wiedervereinigung wiederentdeckt und kreativ umgestaltet. Im Westen hingegen dominieren moderne Locations und multifunktionale Eventflächen.

_Welche Rolle spielt dabei eine Berliner Incoming-Agentur?_

Eine lokale Incoming-Agentur wie die Berliner Eventagentur GPM LiveMarketing bringt Marktkenntnis, Erfahrung und ein belastbares Netzwerk mit. Lokale Agenturen denken Events aus der Stadt heraus und sorgen dafür, dass Veranstaltungen nicht nur in Berlin stattfinden, sondern Berlin erlebbar machen.

_Ihr abschließender Rat an internationale Unternehmen?_

Berlin ist roh, widersprüchlich und voller Energie – und genau so sollten Events hier gedacht werden.

Wer versucht, die Stadt zu glätten oder zu standardisieren, verpasst das eigentliche Erlebnis.

Wer in Berlin einen Berliner Event haben will, muss die Stadt verstehen, ihre Rhythmen kennen und ihre Besonderheiten bewusst in das Eventkonzept integrieren – von der Terminwahl über die Standortentscheidung bis hin zur Inszenierung. Berlin verzeiht schlechte Planung nicht, belohnt aber mutige, gut vorbereitete Konzepte mit außergewöhnlichen Erlebnissen.

_Über Friedemann Grase und GPM LiveMarketing_

Friedemann Grase ist Gründer und einer der Inhaber der GPM LiveMarketing GmbH mit Sitz in Berlin. Seit rund 30 Jahren realisiert er mit seinem Team anspruchsvolle Marken- und Corporate Events, Kongresse, Tagungen und Incentive-Formate für nationale und internationale Unternehmen und Marken. Ein besonderer Fokus liegt auf Berlin als Eventdestination und der Rolle von GPM als Berliner Incoming-Agentur für internationale Auftraggeber.

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