Nachhaltige Geldanlagen rücken nach Coronakrise in den Fokus
Posted by PM-Ersteller - 31/07/20 at 02:07:03 p.m.Der Trend zu nachhaltigen Geldanlagen wird sich laut Expertenmeinung nach der Krise noch verstärken: ökologische und soziale Verantwortung rücken dann stärker in den Fokus.
Das Thema Nachhaltigkeit ist nicht Neues – schon seit vielen Jahren beschäftigen sich Unternehmen mit den Folgen ihres Handelns und Wirtschaftens. Doch so richtig Fahrt hat das Thema mit der „Fridays for Future“-Bewegung und der daraus resultierenden weltweiten Klimadebatte aufgenommen – und mit COVID-19 wieder an Schwung verloren. Leider, denn Auswertungen der Ratingagentur Scope zeigen, dass Fonds mit Nachhaltigkeitsfokus während der Coronakrise weniger an Wert eingebüßt haben als Produkte ohne den Ökofaktor. Es lohnt sich also, „grüne“ Kapitalanlagen näher zu beleuchten, auch vor dem Hintergrund, dass ökologische und soziale Verantwortung in den kommenden Monaten noch stärker in den Vordergrund rücken werden.
Nicht nur große Konzerne sowie mittelständische Unternehmen, sondern auch die Politik und private Haushalte schreiben sich seit einiger Zeit ein nachhaltigeres Verhalten auf die Fahne. Auf das gesteigerte Bewusstsein für ökologische und soziale Aspekte reagieren natürlich auch Investmentanbieter und passen ihre Portfolios an. „Unsere Mandanten interessieren sich vermehrt für nachhaltige Investments“, sagt Ralf Lex, Vorstandsmitglied der Vermögensberatung ecoblue. „Wir merken deutlich, dass Anleger neben der Rendite auch immer stärker auf die Sinnhaftigkeit einer Investition achten“, berichtet Lex aus seinem Berateralltag. Und die Zahlen sprechen für sich: Laut Marktbericht 2019 des „Forums Nachhaltige Geldanlagen“ stieg die Summe nachhaltiger Investments in Deutschland innerhalb eines Jahres um 28 Prozent – auf 219 Milliarden Euro. Und auch die Bundesregierung zieht sich aus klimaschädlichen Fonds als Investor zurück – sie will zum Beispiel nicht mehr in ausländische Atomanlagen investieren.
Nachhaltigkeit hat viele Gesichter
„Nachhaltige Vermögensanlagen sollten unbedingt die sogenannten ESG-Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Die Abkürzung ESG steht dabei für Environmental, Social und Governance“, weiß Fondsberater Lex. Dazu gehören kritische Faktoren wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, biologische Vielfalt oder Wasserknappheit ebenso wie Arbeitnehmer-Beziehungen, soziales Engagement, Menschenrechte oder Minderheitenschutz. So verschieden wie die Kriterien sind, so vielfältig fallen auch die Strategien der Investmentanbieter bei der Auswahl ihrer nachhaltigen Fonds aus. Manche Anbieter verzichten beispielsweise auf Investitionen, die mit Kohle oder Atomkraft zusammenhängen. Andere investieren nicht in Fonds mit Anteilen an Waffenlieferanten. Laut dem Marktbericht des „Forums Nachhaltige Geldanlagen“ hat es der Ausschluss von Kohle in 2018 erstmals unter die Top Ten der nachhaltigen Anlagestrategien geschafft. Angeführt wird das Ranking der gängigsten Ausschlusskriterien von Arbeitsrechtsverletzungen, gefolgt von Korruption und Bestechung. Auf Platz drei liegen Menschenrechtsverletzungen. „Anleger sollten bei der Suche nach Investitionsmöglichkeiten deshalb unbedingt darauf achten, auf welche Kriterien der jeweilige Fonds abzielt und dann die für sie passende Zielanlage auswählen“, rät Ralf Lex, der bei ecoblue auch die Investmentabteilung leitet. „Letztendlich zeigen die Gespräche mit unseren Mandanten, dass der Begriff Nachhaltigkeit sehr subjektiv ist und vom eigenen Werteverständnis beeinflusst wird“. So kann ein Unternehmen auch dann als nachhaltig gelten, wenn die Herstellung des Produkts zwar nicht unbedingt umweltfreundlich ist, dafür aber die Verwendung des Produkts beim Endkunden einen positiven Klimabeitrag leistet.
Verbindliche Standards als Orientierungshilfe
Um die Investition in nachhaltige Fonds für Anleger einfacher zu gestalten, werden verstärkt verbindliche Regeln geschaffen. Deshalb hat die EU-Kommission im Frühjahr 2018 einen ersten Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, der fortwährend nachjustiert und peu à peu in verbindliche Gesetzesvorschläge einfließen soll. Zu den wichtigsten EU-Zielen gehören die Schaffung einer einheitlichen EU-Kennzeichnung für nachhaltige Geldanlagen, die Definition klarer Pflichten von Vermögensverwaltern und institutionellen Anlegern, das Aufstellen von Regeln und Auflagen für nachhaltige Finanzberatungen sowie mehr Transparenz in Pflichtveröffentlichungen von Unternehmen.
Nachhaltig heißt nicht automatisch hohe Rendite
Der Markt an nachhaltigen Investitionsmöglichkeiten ist für Anleger aufgrund fehlender Regeln und Klassifikationen noch recht unübersichtlich. „Wer sein Vermögen gern in grüne Anlagen investieren möchte, sollte sich Unterstützung bei einer Vermögens- oder Finanzberatung holen, die in diesem Bereich aktiv ist“, sagt Vermögensberater Lex. Dabei profitiert der Privatanleger nicht nur vom aktuellen Markt-Know-how des Beraters, häufig haben die Investmentanbieter auch passende Fonds in ihrem Portfolio. „Berater sollten hierbei nicht nur die ökologischen, ethischen oder sozialen Aspekte im Blick haben. Sie müssen auch über die Renditeaussichten und das Risiko aufklären“, merkt Ralf Lex an. „Wir stellen in Gesprächen mit unseren Mandanten immer wieder fest, dass private Anleger nachhaltige Finanzprodukte automatisch für sicher oder rentabel halten. Doch ein Unternehmen kann sehr nachhaltig arbeiten und Investoren dennoch nur geringe Renditeaussichten bieten – das sollten Anleger wissen und sich daher im Vorfeld gut beraten lassen“, ergänzt Lex seine Empfehlung.
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Strategisch Investieren statt blind kaufen
Posted by PM-Ersteller - 25/05/20 at 03:05:58 p.m.Die Börsenkurse befinden sich aufgrund der Unsicherheit über den Ausgang der Krise in einer historischen Korrektur. Anleger sind zurecht verunsichert: Sollen sie ihre Positionen jetzt verkaufen?
Die aktuelle Krise hat enorme Auswirkungen auf alle Lebensbereiche – sei es im Privatleben oder im beruflichen Umfeld. Weltweit stehen die Volkswirtschaften einer der größten Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte gegenüber. Viele Unternehmen müssen hohe Umsatzeinbußen verzeichnen, die Börsenkurse befinden sich aufgrund der zunehmenden Unsicherheit über den Ausgang der Krise in einer historischen Korrektur. „Anleger, die ihr Kapital in Aktien oder Aktienfonds investiert haben, sind natürlich zu Recht verunsichert“, so Ralf Lex, Vorstandsmitglied der ecoblue Vermögensberatung in München. „Sie fragen sich: Soll ich meine Positionen jetzt verkaufen? Oder soll ich abwarten, bis sich die Kurse wieder erholen?“, so Lex weiter.
Fondsanleger denken langfristig
Eine einzige richtige Antwort gibt es hier leider nicht. „Das ist von Branche zu Branche verschieden und hängt ebenso davon ab, ob in einzelne Aktien oder in Aktienfonds investiert wurde. Ein pauschaler Verkauf ist jedoch zum aktuellen Zeitpunkt eher nicht empfehlenswert“, weiß der Vermögensexperte. Natürlich muss die Anlagestrategie und die Art der Fonds einer kritischen Überprüfung unterzogen werden. Doch durch die Streuung in Fonds muss nicht zwangsläufig das gesamte Ergebnis negativ sein, nur weil einzelne Titel nachgegeben haben. Der langfristig orientierte Anleger lässt seine Anlage also auch in Krisenzeiten weiterlaufen. Außerdem nehmen Fondsmanager entsprechend der Marktentwicklungen Portfolioanpassungen vor. Denn für Verluste wie Gewinne gilt: So lange man sie nicht realisiert, existieren sie erstmal nur auf dem Papier.
Risikostreuung als Investmentstrategie
Für Privatinvestoren, die aktuell noch unschlüssig sind, ob sie ihr Kapital in dieser unsicheren Konjunkturlage anlegen sollen, hat Vermögensberater Ralf Lex einen Tipp: „Wir empfehlen unseren Mandanten eine breite, weltweite Streuung durch ein Portfolio aus verschiedenen Fonds mit unterschiedlichen Strategien. Dadurch spielen Schwankungen keine so große Rolle wie bei Aktien. Zudem sollte das Portfolio über mehrere Branchen und Anlagearten verteilt werden, so dass saisonale Schwankungen oder Krisen einzelner Marktsegmente nicht gleich die gesamte Kapitalanlage gefährden.“ Ralf Lex hat hier ein simples Beispiel zur Veranschaulichung: „Stellen Sie sich einen Tausendfüßler vor. Wenn bei ihm ein paar Füße kränkeln, bleibt er dennoch in Bewegung und kommt voran.“ Und die Auswertungen der ecoblue AG zeigen es: Bei der aktuellen Coronakrise mussten die Indizes, wie z. B. der Dax, deutlich höhere Kursverluste hinnehmen als breit gestreute Anlage- bzw. Fondsportfolios.
Guter Zeitpunkt für den Einstieg
Das Motto lautet also Streuung bzw. Diversifikation. Global aufgestellte Portfolios oder Anlagestrategien bieten auch in Krisenzeiten gute Anlagemöglichkeiten. Eine alte Kaufmannsweisheit besagt: „Gewinn liegt im Einkauf.“ Die derzeitigen niedrigen Bewertungen bieten grundsätzlich auch günstige Einstiegsmöglichkeiten in den Aktienmarkt. Selbst die Aktienkurse gesunder Konzerne sind aufgrund der aktuellen Coronakrise teilweise übertrieben hart abgestraft worden“, erklärt Lex, der neben seinem Vorstandsposten auch die Investmentabteilung der ecoblue AG leitet. Für Lex ist jetzt eine gute Zeit, um über ein offensives Engagement am Kapitalmarkt nachzudenken.
Unübersichtliche Fonds-Welten
Allerdings sollte man jetzt nicht blind Aktienfonds kaufen. „Hinter einer guten Kapitalanlage steht immer eine durchdachte Strategie“, so Lex. In die Entwicklung einer passenden Anlagestrategie fließen stets verschiedene Kriterien ein: Wie ist die Risikoneigung des Anlegers, welchen Anlagehorizont bringt er mit? Darüber hinaus ist die Allokation oder Verteilung entscheidend, das heißt, welche Branchen oder Anlageklassen sind erfolgversprechend, welche Länder kommen in Frage?
Beratung bringt Ordnung in die Strategie
Tatsächlich ist es gerade für Anleger, die nicht täglich die Kapitalmärkte verfolgen, schwierig, die passende Strategie festzulegen und umzusetzen. Deshalb sind Privatinvestoren, die ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Investment tätigen möchten, bei einem kompetenten und verantwortungsbewussten Partner gut aufgehoben. Ein solcher Vermögensmanager kennt die Märkte und Trends und bringt so Fachwissen bei der Strukturierung eines Portfolios mit ein. Außerdem kombiniert er verschiedene Investitionslösungen – von Goldminenaktien, Rohstoffen und Anleihen über Währungen bis hin zu Private Equity oder Immobilien-Kapitalanlagen. So bleibt der Tausendfüßler definitiv agil.
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Die ecoblue AG ist eine unabhängige Finanz- und Vermögensberatung und kümmert sich um Aufbau, Management und Absicherung von Vermögen. Das Unternehmen bietet Lösungen für vielfältige finanzielle Fragestellungen rund um Investments, Immobilien, Finanzierungen, Versicherungen und Beteiligungen. Der Sitz ist in München.
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