Nach Aufdeckung von Tierquälerei in Hähnchenmast: Mäster zeigt Tierrechtler wegen Tierquälerei
Posted by PM-Ersteller - 11/02/25 at 01:02:17 p.m.Gleich zwei Ermittler konnten sich in eine der größten Hühnermastanlagen Deutschlands, im Saale-Holzland-Kreis, einschleusen und mit versteckter Kamera massive Tierschutzverstöße dokumentieren.
Die Aufdeckung sorgte Ende 2023 bundesweit für großes Aufsehen, selbst die Bundestierschutzbeauftragte äußerte sich empört. Bis heute ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera wegen Tierquälerei (AZ 754 UJs 17614/23). Auf Grund einer Anzeige der Betreiberfirma ermittelt nun aber die Staatsanwaltschaft auch gegen die beiden Tierrechtler und gegen ANINOVA wegen Tierquälerei, Hausfriedensbruch und Verleumdung. „Das ist völlig absurd, die wollen uns wohl einschüchtern“, so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA. Weitere Informationen hier.
Hermsdorf/Bobeck (Thüringen)/ Cloppenburg (Niedersachen)/Sankt Augustin (NRW), 11.02.2025. Ende 2023 hat ANINOVA e.V. erschreckendes Bildmaterial aus einer Hähnchenmast in Hermsdorf/Bobeck (Saale-Holzland-Kreis, Thüringen) veröffentlicht. Der Betrieb lieferte damals und auch heute an die Firma Astenhof, welche wiederum zur Sprehe-Gruppe in Niedersachsen gehört. Die Bilder zeigten einen brutalen und gesetzeswidrigen Umgang der Mitarbeitenden mit Tieren. So wurde in hunderten Fällen dokumentiert, wie Hühner illegal notgetötet wurden. Die Aufnahmen sind 2019 und 2023 durch zwei Ermittler entstanden, die sich in dem Betrieb anstellen ließen und mit versteckter Kamera gefilmt haben. „Solch eine Brutalität habe ich wirklich selten gesehen“, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.
Besonders schockierend war für die Ermittler, mit welcher Selbstverständlichkeit Hühner misshandelt und sich über Vorschriften einfach hinweggesetzt wurde. So sagten Mitarbeitende beim Töten von Tieren den Ermittlern: „Das hast Du jetzt nicht gesehen“ oder: „Das darf man so nicht machen, aber es ist einfacher so“. Insbesondere die Aussagen der Mitarbeitenden in Bezug auf anstehende Kontrollen durch die „Initiative Tierwohl“, QS oder dem zuständigen Veterinäramt lassen den Schluss zu, dass der Betrieb genau weiß, wann eine Kontrolle ansteht. So sagt eine Mitarbeiterin dem Ermittler: „Wir müssen dann immer alles schön machen“ und eine andere Person sagt in Bezug auf QS: „Die melden sich vorher immer an“. „Angemeldete Kontrollen kann man sich natürlich sparen. Hinzu kommt, dass natürlich kein Mensch ein Tier brutal quält, wenn gerade eine Kontrolle durchgeführt wird“, so Peifer und ergänzt: „Solche Kontrollen sind einfach nutzlos“.
Nachdem ANINOVA das Bildmaterial Ende 2023 veröffentlicht hat, hat der Hauptabnehmer des Fleisches, der Lebensmittelhändler REWE, reagiert und die Zusammenarbeit mit dem Betrieb beendet, ebenso Penny. Doch nur wenige Monate später hat die Supermarktkette das Fleisch wieder eingelistet. „Das ist für mich völlig unverständlich“, so Peifer. Auch die „Initiative Tierwohl“ hat der Firma nur vorübergehend das Siegel entzogen. „Dabei hat der Betrieb seit Jahren gegen die Vorgaben des Siegels verstoßen“, moniert Peifer. Bis heute ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera (AZ 754 UJs 17614/23) wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. „Sowohl REWE als auch die Initiative Tierwohl sollten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten“, fordert Peifer.
Auf Grund einer Anzeige durch die Mastanlage ermittelt nun aber auch die Staatsanwaltschaft Gera (AZ 754 Js 40739/23) gegen die beiden Ermittler sowie gegen den ANINOVA-Vorstandsvorsitzenden, Jan Peifer, wegen Hausfriedensbruch, Tierquälerei und Verleumdung. So wird den Ermittlern vorgeworfen, dass sie bei Tierschutzverstößen nicht eingeschritten seien und sogar selbst Tiere gequält hätten. Zudem sollen sie sich illegal Zugang auf das Betriebsgelände verschafft haben. „Das ist völlig absurd, hier wird jetzt versucht, uns zu kriminalisieren und einzuschüchtern“, so Peifer und weiter: „Fakt ist, ohne die versteckten Aufnahmen hätte niemand erfahren, wie es im Inneren der Mastanlage zugeht.“
ANINOVA hat heute ein weiteres Video veröffentlicht, darin lässt die Organisation erneut die Ermittler über das Erlebte sprechen. Das Video und weitere Informationen hier.
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
ANINOVA e.V. (vormals Deutsches Tierschutzbüro e.V.)
Herr Jan Peifer
An der Autobahn 23
53757 Sankt Augustin
Deutschland
fon ..: 02241-261549-2
fax ..: 02241-261549-1
web ..: http://www.aninova.org
email : Presse@aninova.org
Der Focus von ANINOVA e.V. liegt in den Bereichen Massentierhaltung und Pelz. Die Tierrechtsorganisation zeigt mit Aufdeckungen und Undercover Recherchen auf, wie sogenannte Nutztiere in Deutschland gehalten werden. Weitere Informationen unter www.aninova.org
Pressekontakt:
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Polizei kommt mit Durchsuchungsbeschluss zu Tierrechtsaktivisten und ANINOVA-Vorstandsvorsitzenden Jan Peifer
Posted by PM-Ersteller - 30/01/25 at 03:01:34 p.m.Ungebetener Besuch zur Mittagszeit: Gleich mehrere Polizisten der Kreispolizeibehörde Troisdorf bei Bonn (NRW) kommen mit einem Durchsuchungsbeschluss zu dem ANINOVA-Vorstandsvorsitzenden Jan Peifer.
Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wird ein Mobiltelefon von Peifer beschlagnahmt. Darin sollen sich mögliche Beweise finden lassen, die belegen sollen, dass Peifer im Sommer 2024 Rinder in Anbindehaltung im Landkreis Bad Kissingen (Bayern) dokumentiert habe. „Ich habe weder die Bilder erstellt, noch war ich jemals bei einem Rinderstall in Bad Kissingen“, sagt Peifer. Pikant an der Sache ist, dass Peifer auch Journalist ist und den Beamten bei der Durchsuchung auch seinen aktuellen Presseausweis zeigte. Hinzu kommt, dass ANINOVA in der Tat Bilder aus dem Rinderstall auf der Vereinswebsite veröffentlichte, allerdings mit dem Hinweis, dass die Bilder dem Verein anonym zugespielt worden sind. Nachdem Peifers Anwalt der Staatsanwaltschaft mitgeteilt hat, dass dieser am Tag der Bildererstellung Minigolf gespielt hat, wurde das Ermittlungsverfahren nun eingestellt. „Das ist völlig unverhältnismäßig und absurd“, empört sich Peifer.
Anfang Juli 2024 wird der Tierrechtsorganisation Bildmaterial aus einer Rinderhaltung in Schondra-Singenrain, Landkreis Bad Kissingen, zugespielt. Die Bilder und Videos zeigen, wie Rinder in der sogenannten Anbindehaltung leben. In dem Betrieb wird den Tieren eine Kette um den Hals gelegt, damit sind sie fixiert. Ein Schritt nach vorne und hinten ist möglich, mehr nicht. Es ist nicht das erste Mal, dass der Tierrechtsorganisation solche Aufnahmen zugespielt wurden. Auf einem Foto ist ein Firmenschild der Molkerei Frankenland zu sehen, einer kleinen lokalen Molkerei, die vor einigen Jahren von Lactalis gekauft wurde. Die Firma ist der größte Molkereikonzern der Welt.
Um sicherzugehen, dass die Bilder auch wirklich aus dem Stall stammen, wurde der Landwirt kontaktiert. Dieser bestätigte, dass die Aufnahmen aus seinem Stall stammen und mehr noch, er gab auch an, dass alle seine Rinder ganzjährig angebunden gehalten werden. „Für ein Glas Milch oder ein Stück Käse werden die Kühe ihr gesamtes Leben an der Kette gehalten“, so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA e.V.
Dabei wird auf der Website von Frankenland den Menschen eine heile Welt vorgegaukelt – mit glücklichen Kühen auf grünen Wiesen. Auch rühmt sich die Molkerei mit „mehr Tierschutz“. Auf Nachfrage räumt der Konzern ein, dass nur etwa elf Prozent der Milchmenge von Kühen stammen, die jemals auf einer Weide gehalten wurden. „Ich halte das für massive Täuschung, denn hier wird den Menschen etwas suggeriert, was es in Wirklichkeit nicht gibt“, so Peifer.
Im September veröffentlicht ANINOVA die Bilder und Recherchen auf der vereinseigenen Website und informiert die Öffentlichkeit. Dabei gab die Organisation auch an, dass die Bilder zugespielt worden sind. Der Landwirt erstattete Anzeige u.a. wegen Hausfriedensbruch, zunächst gegen unbekannt. Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt ermittelte und wurde so auf Jan Peifer aufmerksam. „Aus irgendeinem Grund kam die Staatsanwaltschaft dann auf die Idee, dass ich diese Bilder erstellt haben könnte“, so Peifer. Doch statt nachzufragen, wurde ein Durchsuchungsbeschluss beim Amtsgericht Schweinfurt beantragt und im Anschluss die Kreispolizeibehörde Troisdorf bei Bonn (NRW) um Amtshilfe gebeten. Im November 2021 rückten dann mehrere Beamte an. „Auf einmal klopft es an der Tür und jemand schreit: ,Sofort aufmachen, Polizei!‘ Das war wie in einem Film“, erinnert sich Peifer.
Die Polizei hat bei der Durchsuchung ein Mobiltelefon beschlagnahmt, denn man hoffte, Beweise zu finden, die darauf schließen lassen, dass Peifer die Aufnahmen in dem Rinderstall erstellt hätte. „Ich sagte natürlich direkt, dass ich nicht die Bilder gemacht habe, aber das interessierte niemanden“, so Peifer. Peifer zeigte den Beamten auch seinen Presseausweis, denn neben seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender bei ANINOVA ist er freiberuflich als Journalist tätig. Die Hürden für einen Durchsuchungsbeschluss für Räumlichkeiten von Journalisten sind aus gutem Grund sehr hoch, die Pressefreiheit ist im Grundgesetzt verankert. Aber auch dies interessierte die Beamten nicht.
Peifers Anwalt legte gegen die Durchsuchung Beschwerde ein und teilte der Staatsanwaltschaft zudem mit, dass die Aufnahmen zugespielt worden sind. „An dem Tag, an dem die Bilder entstanden sind, habe ich Minigolf in Troisdorf gespielt“, gibt Peifer an. Das Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft nun eingestellt, auch das Handy hat Peifer zurück. „Es ist völlig absurd wegen einem angeblichen Hausfriedensbruch meine Wohnung zu durchsuchen wie bei einem Schwerkriminellen“, so Peifer abschließend.
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