Schwelgen in der Musik der Décadence

Jonathan Berman veröffentlicht Debüt-CD: die Symphonien von Franz Schmidt

BildHannover, 18. September 2023. Der englische Dirigent Jonathan Berman legt am
1. Dezember 2023 eine Aufnahme der vier Symphonien von Franz Schmidt vor – Bermans Debüt-CD. Für das deutsche Label Accentus Music hat der Brite gemeinsam mit dem BBC National Orchestra of Wales das gesamte symphonische Schaffen des österreichisch-ungarischen Komponisten aufgenommen, und zwar rechtzeitig zu dessen 150. Geburtstag in 2024. Ebenfalls enthalten sind Schmidts „Íntermezzo“ und „Karneval“ aus der Oper „Notre Dame“.
Franz Schmidts Symphonien zeichnen sich durch ihre große Ausdruckskraft und Emotionalität aus. Anklänge seiner Zeitgenossen Gustav Mahler und Richard Strauss durchdringen sein Oeuvre. Als wohl letzter Spätromantiker bleibt er der Tonsprache seiner Zeit treu und wird deswegen einerseits als konservativ wahrgenommen. Dennoch geht Schmidt bis an die Grenzen der Tonalität und gilt dadurch andererseits als progressiv.
Jonathan Berman, auf mehreren Instrumenten ausgebildet, ist bekannt für seine unvoreingenommene und einfühlsame Herangehensweise an das Musizieren sowie für sein breites Repertoire. Als Verfechter von weniger bekannten Werken, einschließlich zeitgenössischer und neuer Musik, rief Berman das „Franz Schmidt Project“ ins Leben, um diese Musik zu fördern. Er hat Schmidts Musik in ganz Europa und Amerika zu Gehör gebracht und musikwissenschaftliche Essays darüber verfasst.
Während der Pandemie rief er „Stand Together Music“ ins Leben, das das bewusste Streaming von Musik förderte und die im Vereinigten Königreich ausgefallenen Konzerte (sowohl klassische als auch nicht-klassische) mit über 1000 Stunden kuratierter Spotify-Playlists widerspiegelte und den Künstlern wichtige Einnahmen verschaffte. Außerdem brachte sich Jonathan Berman in dieser Zeit das Filmemachen bei und baute dabei auf seinen Erfahrungen als Kurator und Regisseur des „Changing Britain Festivals“ des Southbank Centre und des Bridge Theatre in London auf. Inzwischen hat er neun Filme gedreht, darunter die Dokumentarserie „Postcards from Vienna“, die bei den Global Music Awards, dem Palm Beach Film Festival und dem Venice Shorts Film Festival ausgezeichnet wurde.
Geprägt und gefördert von Oliver Knussen und Stanislaw Skrowaczewski, studierte er ebenfalls bei Jac van Steen am Koninklijk Conservatorium Den Haag und bei Leonid Korchmar in Sankt Petersburg.
Im Jahr 2014 gewann Berman das prestigeträchtige Kempinski Young Artist Programme Fellowship, das ihm die Zusammenarbeit mit Franz Welser-Möst und dem Cleveland Orchestra sowie mit Michael Tilson Thomas und dem New World Symphony ermöglichte. Er wurde Assistant Conductor von Vladimir Jurowski beim London Philharmonic Orchestra und arbeitete als Assistent von Oliver Knussen und Jac van Steen in ganz Europa und Amerika.

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Das Opernrepertoire 2019/20: 35 Werke bilden den Löwenanteil

Fünfunddreißig Opern machen 53 Prozent der weltweiten Opernvorstellungen aus – die restlichen zigtausend Opern kennt kaum jemand. Dieses Phänomen kommentierte nun der deutsche Dirigent Jonathan Stark.

BildDie gewaltigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Opernbetrieb haben dafür gesorgt, dass die Saison 2019/20 wahrhaftig keine repräsentative war. Dennoch fördert die statistische Betrachtung der vergangenen Opernsaison interessante Ergebnisse zutage: So berichtet der deutsche Dirigent Jonathan Stark, dass von den 1.000 meistgespielten Opern der Saison 2019/20 über die Hälfte der Vorstellungen auf nur 35 Werke entfiel.
Stark veröffentlichte seine Einschätzung dazu in einem Artikel seines StarkConductor Blogs. Nach Stark verlange das Phänomen des hochgradig konsolidierten Opernrepertoires nach einer differenzierten Betrachtung. Da es sich bei Opernhäusern letztlich auch um Wirtschaftsbetriebe handle, müsse eine wirtschaftlich vertretbare Mischung zwischen Klassikern des Repertoires und unentdeckten Nischenstücken angestrebt werden. Zur Kategorie der Klassiker dürften gemäß Stark Werke wie „Die Zauberflöte“ von Mozart oder „La Traviata“ von Verdi gezählt werden. Während diese Stücke nahezu unter Garantie für ein ausverkauftes Haus sorgten, stelle sich die Situation bei einem Werk wie „Alessandro“ von Händel schwieriger dar.
Bei der Aufschlüsselung der Opernvorstellungen nach weiteren Kriterien wie Komponist, Sprache oder Entstehungszeit dürfte die Statistik wohl noch deutlicher ausfallen.
Für Dirigentinnen und Dirigenten habe die Statistik, so Jonathan Stark, aber auch etwas Positives: Um statistisch betrachtet bei jeder zweiten Opernvorstellung auf der ganzen Welt einspringen zu können, genüge es, die 35 meistgespielten Titel zu beherrschen.

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Der deutsche Dirigent Jonathan Stark verbindet in seinen Interpretationen historisch informierte Stilsicherheit mit technischer Präzision. Als Gewinner der Athens International Conducting Competition 2019 wird in der Saison 2020/21 sein Debüt beim Athens Philharmonia Orchestra erfolgen.

Jonathan Stark dirigierte zeitgenössische Ensemblewerke im Wiener Musikverein sowie beim Festival Wien Modern. Seine Tätigkeit im Orchestergraben begann 2018 mit Johann Strauss‘ Operette „Eine Nacht in Venedig“, woran sich Assistenzen bei den Schlossfestspielen Langenlois und an der Wiener Volksoper anschlossen.

Seine Dirigierausbildung absolvierte er in Wien bei Andreas Stoehr und ergänzte sie durch Meisterkurse bei Jorma Panula und Michalis Economou.

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