Stigmatisierung als Warnzeichen: ALLATRA GRC thematisiert Misshandlungsprävention bei OSZE-Treffen in Wien

Wie werden aus Feindbildern reale Übergriffe? Beim OSZE-Treffen in Wien zeigte ALLATRA GRC, warum der Schutz vor Misshandlung bereits bei Stigmatisierung und Diffamierung beginnen muss.

BildWien, 30. Juni 2026 “ Das ALLATRA Global Research Center (GRC) hat mit eigenen Beiträgen und einer hochrangig besetzten Nebenveranstaltung am OSZE-Zusatztreffen zur menschlichen Dimension teilgenommen. Die Konferenz fand am 29. und 30. Juni 2026 in Wien unter dem Titel „Folter und Misshandlung verhindern: Zusammenarbeit und Umsetzung stärken“ statt.

Während die offizielle OSZE-Tagesordnung Schutzmechanismen im Strafvollzug, Monitoring, Rechenschaftspflicht und die Rehabilitation von Überlebenden behandelte, setzte ALLATRA GRC an einem früheren Glied der Präventionskette an: dem Informationsraum. Anhand konkreter Fallbeispiele zeigten Experten auf, wie systematische Stigmatisierung, Desinformation und Entmenschlichung den Boden für schwere Menschenrechtsverletzungen bereiten.

Internationale Nebenveranstaltung zur Missbrauchsprävention

Am 29. Juni veranstaltete ALLATRA im Rahmen des Begleitprogramms einer OSZE-Konferenz eine Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Von Stigmatisierung zu Misshandlung: Lehren aus Russland und darüber hinaus, Frühwarnzeichen, Menschenwürde und Prävention von Missbrauch“ ein. Die Tagung brachte Rechtswissenschaftler, Zivilgesellschaftsvertreter und Zeitzeugen aus der gesamten OSZE-Region und darüber hinaus zusammen.

Zur Eröffnung formulierte Vladimir Ivanov, Rechtsanwalt, Rechtsforscher und Vertreter von ALLATRA GRC aus Bulgarien, die Leitfrage der Veranstaltung:
„Ab welchem genauen Zeitpunkt wandelt sich soziale Stigmatisierung in ein systemisches Menschenrechtsrisiko, und wann beginnt institutioneller Druck, den gleichen Schutz vor dem Gesetz zu ersetzen?“

Alberto Contu, leitender Berater für Verfassungstheorie und ethische Regierungsführung aus Italien, warnte in seinem Videobeitrag davor, individuelle Beweise durch Stereotype und vermutete Gruppenmerkmale zu ersetzen:
„Wir müssen uns vom Strafrecht des Verdachts lösen und die Kultur des ordnungsgemäßen Verfahrens auf allen Ebenen verbreiten: Macht muss den Rechten untergeordnet sein.“

Dr. Aicha Bacha, Politikwissenschaftlerin aus Belgien und Präsidentin des ECDA, thematisierte die Ausgrenzung von Gemeinschaften beim Zugang zu öffentlichen Arbeitsplätzen und deren Folgen für den sozialen Zusammenhalt:
„Wenn Gemeinschaften feststellen, dass sie von den Institutionen, die sie regieren, systematisch ausgeschlossen werden, ist das Signal, das sie empfangen, von großer Bedeutung. Es bedeutet: Eure Beteiligung ist in einigen Bereichen willkommen, aber nicht in den Bereichen, die am wichtigsten sind.“

Konkrete Fallbeispiele: Russland, China und transnationale Repressionen

Ein anonymer Zeuge aus der Russischen Föderation schilderte detailliert, wie eine seit 2015 laufende, koordinierte Medienkampagne schrittweise den Weg für staatliche Gewalt gegen ehemalige ALLATRA-Freiwillige ebnete:
„Sieben Jahre lang wurden regelmäßig diffamierende Artikel über uns in den Medien veröffentlicht. Wir wurden bewusst als ,destruktive Sekte‘ und ,apokalyptischer Kult‘ gebrandmarkt, nicht weil diese Bezeichnungen die Realität widerspiegelten, sondern weil sie dazu dienten, das Bild eines Feindes zu schaffen.“

Diese Stigmatisierung führte in der Praxis zu Razzien, Hausdurchsuchungen, Zwangsverhören und Strafverfahren. Der Zeuge berichtete zudem von direkten Zensurmaßnahmen bei Verhören: Ermittlungsbeamte untersagten den Befragten ausdrücklich, über wissenschaftliche und klimabezogene Themen zu sprechen, mit der Begründung: „Sie dürfen nicht über das Klima sprechen. Dieses Thema ist verboten.“

Leos Strnad, Vertreter von Falun Dafa in Tschechien, brachte das Beispiel transnationaler Repression gegen religiöse Gemeinschaften sowie die Künstlergruppe Shen Yun außerhalb Chinas ein. Er forderte die Institutionen auf, wiederkehrende Muster zu erkennen:
„Wenn wir von Folter und Misshandlung sprechen, denken wir natürlich an Haftanstalten, Polizeistationen, Verhöre und Gefängnisse. Doch Folter beginnt fast nie dort. Sie beginnt, wenn eine Gruppe als gefährlich, irrational, illoyal oder unschutzwürdig dargestellt wird.“

Er zeigte auf, wie Einschüchterungs- und Rufschädigungskampagnen im Ausland gezielt darauf abzielen, Gemeinschaften von öffentlicher Unterstützung und dem Schutz durch staatliche Behörden abzuschneiden.

Mariia Anapreichyk, Juristin für internationales Recht bei ALLATRA GRC Schweiz, verwies ergänzend darauf, dass Organisationen durch anhaltende, grenzüberschreitende Diffamierungskampagnen gezielt handlungsunfähig gemacht werden, was den praktischen Zugang zum Recht verwehre.

„Informationsterrorismus“ und Lehren aus der Ukraine

Jevgenija Malecka, lettische Rechtsanwältin, ehemalige Strafverfolgungsbeamtin und ALLATRA-Vertreterin, stellte das kriminologische Modell des „Informationsterrorismus“ vor:
„Das Gefährlichste daran ist die Legitimierung des Inakzeptablen. Informationsterrorismus verschiebt das moralische Klima eines Landes so weit, dass Diskriminierung, Verfolgung oder Repression gegen eine bestimmte Gruppe als ,gerechtfertigt‘ oder gar ,notwendig‘ erscheinen, um den Staat zu retten.“

Die Nebenveranstaltung analysierte Vorfälle und Muster aus Belgien, Russland, der Ukraine, China sowie im transnationalen Raum.

In der Plenardiskussion der OSZE-Konferenz forderte Vladimir Ivanov abschließend, dass solche Narrative als verbindliche Frühwarnindikatoren für Folter und Misshandlung anerkannt werden müssen. Als konkretes Beispiel nannte er russische Anti-Sekten-Kampagnen, die die Ukraine öffentlich als „totalitäre Hypersekte“ und Ukrainer als „Kannibalen“ diffamierten. Diese systematische Entmenschlichung habe über Jahre hinweg die gesellschaftliche Empathie untergraben und letztlich eine wesentliche Rolle bei der Rechtfertigung der russischen Aggression gegen die Ukraine gespielt.

ALLATRA GRC bekräftigte seine Absicht, weiterhin interdisziplinäre Forschung und Dialoge zu fördern, um Diskriminierungsmuster im OSZE-Raum frühzeitig zu identifizieren und die Menschenwürde nachhaltig zu schützen.

Über ALLATRA

ALLATRA ist eine internationale Organisation mit einem Forschungszentrum in den Vereinigten Staaten (ALLATRA Global Research Center). Sie befasst sich mit umfassenden Analysen des Klima- und Umweltwandels, der Erforschung der Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik sowie der Förderung interkultureller Zusammenarbeit und dem Schutz grundlegender Menschenrechte und Freiheiten.

In Anerkennung ihres Engagements für den Umweltschutz und die Bewahrung der Schöpfung erhielt ALLATRA 2024 den Apostolischen Segen von Papst Franziskus. 2025 erteilte Papst Leo XIV. der Präsidentin von ALLATRA und allen ehrenamtlichen Teilnehmern ebenfalls den Apostolischen Segen.

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Anna Wagner
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Deutschland

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email : pr@allatra-ev.de

Allatra e.V. ist ein eingetragener Verein. Wir vertreten die internationale Gesellschaftliche Bewegung ALLATRA in Deutschland, stehen außerhalb von Politik und Religion und sind getragen von ehrenamtlichem Engagement. Mit klarem Fokus auf die eskalierende Klimakrise informieren wir über die klimatische Situation und setzen uns ein für den Schutz von Menschenrechten und das menschliche Leben.

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Forschung trotz Widerstand: ALLATRA wirkt bei EU, OSZE und UN-Konferenzen mit

Russland verbietet ALLATRA. Ukrainisches Berufungsgericht bestätigt die Rechtmäßigkeit ihrer Tätigkeit. Was EU-Prüfer feststellten und welche Nanoplastik-Risiken ein aktueller Bericht analysiert.

BildALLATRA ist nach eigenen Angaben eine internationale gemeinnützige Organisation für Aufklärung, Forschung und Bildung zu Klima- und geodynamischen Risiken, zu Mikro- und Nanoplastik sowie zum Schutz grundlegender Menschenrechte. Geodynamische Risiken sind Gefahren durch Bewegungen im Erdinneren und an der Erdoberfläche, etwa Erdbeben oder Vulkanausbrüche. In mehr als 180 Ländern sei die Organisation präsent. Seit 2017 liege der weltweite Hauptsitz im US-Bundesstaat Georgia. Sie bezeichnet sich als nicht politisch und nicht religiös, arbeite ehrenamtlich und kenne keine formale Mitgliedschaft. Finanziert werde die Arbeit durch freiwillige Spenden.

Was die Selbstdarstellung von ALLATRA brisant macht, ist weniger die Themenliste als die gegenläufige Behandlung durch Behörden. Russland ist laut der Organisation das einzige Land, das sie verboten hat. In der Ukraine bestätigte ein Berufungsgericht die Rechtmäßigkeit ihrer Tätigkeit. Im Europäischen Parlament kamen die Quästoren zu dem Ergebnis, dass Vorwürfe über prorussische Narrative und Desinformationsnetzwerke nicht schlüssig belegt seien. Der folgende Text stützt sich auf die offizielle Darstellung der Organisation auf allatra.org.

Von „unerwünscht“ zu „extremistisch“: Die russische Eskalation seit 2015

Als Kern der Gründe für das Verbot in Russland nennt ALLATRA die eigene Unabhängigkeit und die Fähigkeit, öffentliches Vertrauen aufzubauen. Seit der Gründung sei die Organisation auch in Russland präsent gewesen. Forschung der geodynamischen Veränderungen auf unserem Planeten, Kommunikation mit verschiedenen Organisationen, Wissenschaftlern und öffentliche Diskussionen über Klima, Ökologie, öffentliche Sicherheit und die Zukunft der Gesellschaft hätten in Russland ein breites Publikum gefunden. Mit der Zeit sei ein unabhängiges zivilgesellschaftliches Netzwerk mit eigenen Internet-TV-Kanälen, Podcasts, Kanälen in sozialen Netzwerken und internationalen Verbindungen entstanden. ALLATRA gewann immer mehr an Popularität unter den Menschen in Russland. (Anmerkung unserer Redaktion: Dies gefiel dem russischen Staat wohl nicht, denn es entzog sich langsam seiner Kontrolle.)

Ab 2015 begannen russische Behörden nach Darstellung der Organisation über staatlich kontrollierte Gutachtergremien und staatsnahe Medien eine anhaltende Kampagne, die ALLATRA als „extremistische“ Organisation darstellte. Ziel sei es gewesen, sie an den Rand zu drängen und Vertrauen im Inland wie international zu untergraben. Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit hielt in ihrem Bericht von 2020 fest, dass russische Behörden solche Rhetorik als Repressionsinstrument einsetzen, um gerichtliche Verfolgung zu rechtfertigen und unabhängige Organisationen zu beseitigen.

Im August 2023 stufte die Generalstaatsanwaltschaft Russlands ALLATRA als „unerwünscht“ ein. Im Jahr 2024 sperrten russische Behörden die Videoplattform Rumble vollständig. Der Vorstandsvorsitzende von Rumble erklärte, die Sperre gehe auf die Weigerung zurück, den Kanal ALLATRA TV zu entfernen, und betonte gleichzeitig, dass die Inhalte des Senders den Richtlinien von Rumble entsprächen.

Am 24. Juni 2025 erklärte das Oberste Gericht Russlands ALLATRA landesweit zu einer „extremistischen“ Organisation und verbot ihre Tätigkeit.

Zeugen berichten von Razzien, Waffengewalt und Folter in Ufa

Nach Angaben der ALLATRA Organisation führten russische Behörden Hausdurchsuchungen, erzwungene Vernehmungen, Razzien und Folterhandlungen gegen ehemalige Teilnehmer durch. Eine Zeugin, die bei einer Nebenveranstaltung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa online aussagte, schilderte gewaltsames Vorgehen bei Hausdurchsuchungen. Eine junge Teilnehmerin habe eine Stunde lang auf dem Boden liegen müssen, während eine Waffe auf sie gerichtet war. Behördenmitarbeiter hätten Teilnehmern ausdrücklich gesagt: „Ihr dürft nicht über das Klima sprechen. Dieses Thema ist verboten.

Eine weitere Zeugenaussage, die ALLATRA wiedergibt, beschreibt Vorgänge in der Stadt Ufa (Russland) im August 2024, also noch vor dem landesweiten Verbot im Juni 2025:

_“Im September 2024 erfuhr ich neue, wirklich entsetzliche Einzelheiten. Es stellte sich heraus, dass im August dieselbe Welle von Razzien gegen ALLATRA-Freiwillige die Stadt Ufa getroffen hatte. Bei Vernehmungen folterten Beamte des FSB einige von ihnen mit Elektroschocks und über den Kopf gezogenen Plastiktüten.“_

Nach Informationen, die die ALLATRA von gegenwärtigen und ehemaligen Teilnehmern erhalten hat, wurden in Russland verbliebene ehemalige Teilnehmer mit Strafanzeigen, Gerichtsverfahren, erzwungenen Vernehmungen, Folter und fortdauernder Verfolgung konfrontiert. Viele hätten zur eigenen Sicherheit das Land verlassen und Wohnung, Arbeit, Unternehmen und Eigentum zurückgelassen. In bestimmten Fällen sind Menschen zu Zwangsarbeit verurteilt, inhaftiert oder in Straflager gebracht worden. Russland bleibe das einzige Land, in dem ALLATRA verboten wurde. Außerhalb Russlands setze ALLATRA die Arbeit fort, unter anderem über das ALLATRA Global Research Center in den Vereinigten Staaten.

Das Verwaltungsberufungsgericht in Kiew lehnte den Antrag auf ein Verbot ab

In der Ukraine wurden Vorwürfe gegen ALLATRA staatlichen Stellen vorgelegt und gerichtlich geprüft. Die Herkunft der Vorwürfe werde weiter untersucht. Wie das Medium EU Reporter anmerkte, kommt als eine mögliche Erklärung die Tätigkeit prorussischer Einflussnetzwerke innerhalb ukrainischer Institutionen in Betracht.

Am 25. Februar 2026 bestätigte das Sechste Verwaltungsberufungsgericht in Kiew die Entscheidung der Vorinstanz und die Rechtmäßigkeit der Tätigkeit von ALLATRA in der Ukraine. Das Gericht sah keine rechtlichen Gründe für ein Verbot oder eine Zwangsauflösung. Vorgelegte Gutachtenmaterialien wies es als unzulässig zurück. Sie enthielten demnach keine konkreten, objektiven oder überzeugenden Belege für rechtswidrige Tätigkeit. Das Gericht verwies zudem auf Belege für den patriotischen Charakter der Arbeit von ALLATRA in der Ukraine. Die Organisation bleibt damit nach dieser Darstellung eine rechtmäßig tätige öffentliche Vereinigung und ist von ukrainischen Gerichten weder verboten noch untersagt worden.

Bereits am 2. Februar 2026 erkannte die Nationale Polizei der Ukraine ALLATRA als geschädigte juristische Person in einem Strafverfahren wegen Behinderung der rechtmäßigen Tätigkeit einer Nichtregierungsorganisation nach Artikel 170 des Strafgesetzbuchs der Ukraine an. Dieser Status bestätigt, dass ALLATRA in diesem Verfahren als eine Organisation behandelt wird, deren Rechte und berechtigte Interessen verletzt wurden.

ALLATRA unterstützt nach eigenen Angaben die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität der Ukraine innerhalb international anerkannter Grenzen und verurteilt die bewaffnete Aggression Russlands, einschließlich Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstößen gegen das Völkerrecht. Ein öffentliches Beispiel ist die Konferenz „Freedom Has a Name and It’s Called Ukraine“ am 5. Februar 2026 im US-Kapitol in Washington, D.C.

Quästoren des Europäischen Parlaments: keine schlüssigen Belege

ALLATRA und das ALLATRA Global Research Center beteiligen sich nach eigenen Angaben an europäischen Foren, darunter das Europäische Parlament und OSZE-Plattformen zur menschlichen Dimension. Das Forschungszentrum ist im Transparenzregister der Europäischen Union unter der Nummer REG 1148853102055-15 eingetragen.

Im Februar 2026 nahm ALLATRA Global Research Center an der Veranstaltung „Nanoplastics: Hidden Connections And Emerging Risks“ im Europäischen Parlament teil, organisiert von einem Mitglied des Parlaments in Zusammenarbeit mit dem Research Center. Im Anschluss an die Veranstaltung reichten drei Mitglieder des Europäischen Parlaments aus Fraktionen, die der Fraktion des organisierenden Abgeordneten politisch entgegenstehen, eine Beschwerde ein. Darin wurde behauptet, das ALLATRA Global Research Center habe prorussische Narrative verbreitet und Verbindungen zu russischen Desinformationsnetzwerken unterhalten.

Am 29. April 2026 kamen die Quästoren des Europäischen Parlaments nach Prüfung der von den Parlamentsdiensten zusammengetragenen Informationen zu dem Ergebnis, es gebe keine „schlüssigen und eindeutigen Elemente“ zur Stützung dieser Vorwürfe und keine ausreichende Grundlage für die Eröffnung einer Untersuchung. Die Prüfung ergab demnach keine belegte Verbindung zwischen dem ALLATRA Global Research Center und prorussischen Erzählungen, russischen Desinformationsnetzwerken oder feindlichen Einflussaktivitäten.

Entgegen Behauptungen, die einzelne Medien prorussischer Netzwerke veröffentlicht haben und die nicht durch Beweise oder offizielle Dokumente gestützt sind, wird gegen ALLATRA von keiner Institution der Europäischen Union ermittelt.

Desinformation nach dem ALLATRA-Verbot in Russland und die Bitte um Quellenprüfung

Auch nach dem Verbot in Russland veröffentlichen staatsnahe russische Medien laut ALLATRA weiterhin Material, das die Organisation als „pseudowissenschaftlich“ darstellt. Zweck sei es, Vertrauen in Klimaforschung und wissenschaftliche Arbeit zu untergraben, gerade weil internationale Aufmerksamkeit zunehme. Vorwürfe russischen Ursprungs hätten den Weg in europäische und internationale Medien gefunden. Zugleich seien Vorwürfe, die ukrainische Gerichte und die Quästoren des Europäischen Parlaments als nicht belegt bewertet hätten, in internationalen Publikationen wiederholt worden. So entstehe der falsche Eindruck unabhängiger Bestätigung.

Ein erheblicher Teil der negativen Online-Inhalte über ALLATRA lasse sich auf russische Quellen zurückführen, schreibt die Organisation. Sie fordert Journalisten, Forschende und Verlage auf, die Herkunft verwendeter Informationen zu überprüfen.

Nanoplastik-Bericht, COP-Konferenzen und öffentliche Wissenschaftskommunikation

Das ALLATRA Global Research Center ist die fachübergreifende Forschungs- und Wissenschaftskommunikationsabteilung der ALLATRA Organisation. Es veröffentlichte den analytischen Bericht „Nanoplastics. A Systematic Risk Analysis for Human Health, Ecosystems, and the Environment“, auf Deutsch: „Nanoplastik. Eine systematische Risikoanalyse für die menschliche Gesundheit, Ökosysteme und die Umwelt“. Der Bericht steht unter der Lizenz CC BY 4.0 und trägt die DOI https://doi.org/10.65849/agrc.report.mnp.2026.04001. Er richte sich an Wissenschaft, Regulierungsbehörden, politische Institutionen und die Öffentlichkeit.

Die Ergebnisse wurden im Europäischen Parlament auf der Konferenz „Micro- and Nanoplastics in the Biosphere: Impact on Human Health and Planetary Climate“ vorgestellt. Dort gingen Wissenschaftler und EU-Entscheidungsträger möglichen Gesundheitsrisiken und Umweltauswirkungen von Mikro- und Nanoplastik nach. Der Dokumentarfilm „Nanoplastics: Threat to Life“, der von ALLATRA Global Research Center produziert wurde, lief unter anderem in den Vereinigten Staaten, in Deutschland und in Lateinamerika und wurde bei mehreren internationalen Filmfestivals ausgezeichnet.

ALLATRA nahm an der COP29 in Baku, der COP30 in Belém sowie an den COP16-Konferenzen in Kolumbien und Saudi-Arabien teil. COP-Konferenzen sind UN-Vertragsstaatenkonferenzen zu Klima, Biodiversität oder Wüste. Dort legten sie nach eigenen Angaben fachliche Klimaeinschätzungen vor und führten Gespräche mit Regierungsvertretern und internationalen Amtsträgern. Weitere Stationen der öffentlichen Arbeit umfassen unter anderem OSZE-Formate in Wien und Warschau, ein Kongress-Briefing zum Thema kognitive Kriegsführung am 30. September 2025 in Washington, D.C., einen TEDx-Vortrag des Chefwissenschaftlers Doktor John Ahn am 30. Mai 2026 in St. Louis sowie Kooperationen in Bolivien mit dem Vizeministerium für Zivilschutz, der Bolivianischen Katholischen Universität „San Pablo“ und dem Observatorium San Calixto.

Papst Franziskus erteilte ALLATRA im Dezember 2024 einen Apostolischen Segen für die Arbeit zu Umweltschutz und Bewahrung der Schöpfung. Papst Leo XIV. erteilte im Juli 2025 einen Apostolischen Segen an die Präsidentin Maryna Ovtsynova und an Freiwillige der Organisation.

Klimaposition und Grenze zwischen offizieller und persönlicher Aussage

ALLATRA erkennt nach eigenen Angaben den wissenschaftlichen Konsens zum vom Menschen verursachten Klimawandel an, einschließlich der Rolle von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen bei der gegenwärtigen globalen Erwärmung, wie er in zentralen Feststellungen des Weltklimarats IPCC dargestellt wird. Zusätzlich untersuche die Forschung der Organisation weitere Risikofelder, darunter Mikroplastik, Nanoplastik, geodynamische Prozesse, Gesundheit, Ökosysteme und Widerstandsfähigkeit der Umwelt.

Offizielle Positionen kommuniziere ALLATRA ausschließlich über allatra.org. Aussagen von Rednern, Gästen, Experten, Partnern oder Teilnehmern bei Veranstaltungen gäben deren persönliche Ansichten wieder und seien keine offizielle Position, sofern ALLATRA sie nicht bestätigt. Auch die Mitveranstaltung einer Tagung bedeute nicht die Unterstützung jeder dort geäußerten Meinung.

Damit zeichnet die Organisation das Bild einer ehrenamtlich getragenen Forschungs- und Aufklärungsinitiative. ALLATRA bezeichnet sich als nicht politische und nicht religiöse Organisation. Sie arbeitet auf freiwilliger Basis und kennt keine formale Mitgliedschaft. Das bedeutet, dass niemand offiziell Mitglied werden kann, sondern Menschen sich an einzelnen Projekten beteiligen können, solange sie es selbst möchten. Finanziert wird die Arbeit nach eigenen Angaben durch freiwillige Spenden aus der Öffentlichkeit und in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen und Vorschriften.

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Große Nachfrage nach „KI-Führerschein“: zusätzlicher Online-Termin im Januar

Septemberkurs ausgebucht – Präsenzkurs in Taunusstein fast voll – erste Anmeldungen für Geisenheim

BildBad Schwalbach, 01. August 2026. Der erste Online-Termin des einwöchigen Bildungsurlaubs „KI-Führerschein“ der Volkshochschule Rheingau-Taunus ist bereits ausgebucht. Wegen der starken Nachfrage wurde kurzfristig ein zusätzlicher Onlinekurs vom 18. bis 22. Januar 2027 eingerichtet. Auch der Präsenzkurs vom 19. bis 23. Oktober 2026 in Taunusstein ist nahezu ausgebucht; für den Termin vom 1. bis 5. März 2027 in Geisenheim liegen bereits erste Anmeldungen vor.

Der Kurs ist auf zehn Teilnehmende begrenzt. So bleibt ausreichend Raum für individuelle Fragen, praktische Übungen und Beispiele aus dem beruflichen Alltag. Der Zusatztermin im Januar richtet sich insbesondere an Berufstätige, die den Septembertermin nicht mehr buchen konnten oder für ihren Antrag auf Bildungsurlaub mehr Vorlauf benötigen.

Der als Bildungsurlaub anerkannte Kurs richtet sich an Berufstätige, die Künstliche Intelligenz besser verstehen und praktisch nutzen möchten. Technische oder programmiertechnische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

„Die starke Nachfrage zeigt, dass viele Menschen spüren, wie tief Künstliche Intelligenz bereits Arbeit, Alltag und öffentliche Kommunikation verändert. KI-Kompetenz bedeutet deshalb nicht nur, gute Eingaben zu formulieren. Sie bedeutet auch, Ergebnisse kritisch zu prüfen, Manipulationen und Desinformation besser zu erkennen und verantwortungsvoll zu entscheiden. Für mich gehört das heute zu einer grundlegenden beruflichen und gesellschaftlichen Bildung.“
Felix Baumgart, Kursleiter

An fünf Kurstagen lernen die Teilnehmenden unter anderem, wie moderne KI-Systeme funktionieren, wie sich mit präzisen Eingaben bessere Ergebnisse erzielen lassen und wie KI-Ausgaben kritisch überprüft werden. Weitere Themen sind Datenschutz, der verantwortungsvolle Umgang mit Unternehmensinformationen, Deepfakes und Desinformation sowie die Anforderungen der europäischen KI-Verordnung.

Geleitet wird der Kurs von Felix Baumgart, DEKRA-zertifizierter KI-Beauftragter sowie freiberuflicher KI-Berater und Dozent.

In Hessen haben Beschäftigte pro Jahr Anspruch auf fünf Tage Bildungsurlaub nach dem Hessischen Bildungsurlaubsgesetz. Da Bildungsurlaub in der Regel rechtzeitig beim Arbeitgeber beantragt werden muss, sollten sich Interessierte für die noch verfügbaren Termine möglichst bald anmelden. Arbeitgeber können darüber hinaus freiwillig die Kurskosten übernehmen.

AUF EINEN BLICK
NEUER ONLINE-ZUSATZTERMIN: 18. bis 22. Januar 2027, jeweils 9:00 bis 16:30 Uhr
Durchführung: Online über Zoom
Anmeldung: https://www.vhs-rtk.de/p/neues-kursangebot/onlineangebot-bildungsurlaub-ki-fuehrerschein-517-C-A20229T
Weitere Infos flixus.de/ki-fuehrerschein-bildungsurlaub

WEITERE TERMINE
07. – 11.09.2026 Online via Zoom, ausgebucht
19. – 23.10.2026 In den VHS-Räumen in Taunusstein: nur noch wenige Plätze verfügbar
01. – 05.03.2027 In den VHS-Räumen in Geisenheim: erste Anmeldungen liegen vor

Über Felix Baumgart und flixus.de
Felix Baumgart berät und schult kleine und mittlere Unternehmen sowie Bildungseinrichtungen im sicheren, verantwortungsvollen und rechtskonformen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Als DEKRA-zertifizierter KI-Beauftragter, Dozent und ausgebildeter Trainer verbindet er wirtschaftliche Praxis mit einem klaren Leitgedanken: KI, die Menschen stärkt – nicht ersetzt. Auf flixus.de veröffentlicht er weiterführende Informationen, kostenlose Praxishilfen wie etwa aufwendig kuratierte Prompts und einen wöchentlichen KI-Newsletter.

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