Hockey-Nationalspieler Joshua Onyekwue Nnaji engagiert sich für die Stiftung „Achtung!Kinderseele“
Posted by PM-Ersteller - 24/03/26 at 11:03:30 a.m.U21-Weltmeister übernimmt Botschafter-Rolle zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Hamburg, 24. März 2026 – Er gehört zu den besten Hockey-Torhütern in Deutschland und hat bereits einen Weltmeistertitel: Joshua Onyekwue Nnaji ist Spitzensportler. Und er spricht in Interviews und Podcasts offen über seine depressiven Episoden, die schon in der Jugend begannen und die er mittlerweile dank therapeutischer Unterstützung im Griff hat. Nun hat der 23-jährige Bundesliga-Spieler des Hamburger Polo Club e.V. beschlossen, sich aktiv für die Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen einzusetzen. „In einer psychischen Krise braucht man Menschen, die hinschauen und die einen an die Hand nehmen können“, sagt er in einem Instagram-Post zu seiner ehrenamtlichen neuen Rolle. „Deshalb engagiere ich mich als Botschafter für die Stiftung „Achtung!Kinderseele“.
Die bundesweit agierende Stiftung mit Sitz in Hamburg wurde 2009 von den drei Fachverbänden für Kinder- und Jugendpsychiatrie gemeinsam gegründet und hat sich der Förderung der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen durch Prävention und Früherkennung verschrieben. Sie wendet sich in ihrem Kita-Patenprogramm an das Umfeld von Kita-Kindern und im Programm „Meister von Morgen“ vor allem an das Umfeld von Auszubildenden mit dem Ziel, dass Erzieher:innen und Ausbilder:innen präventiv handeln und auftretende psychische Probleme richtig einordnen können.
Stiftungsleiterin Sarah Kaiser freut sich sehr über das Engagement des jungen Hockey-Profis: „Joshua hat unseren Ansatz aus seiner eigenen Erfahrung heraus sofort verstanden. Er sieht genauso wie wir, wie wichtig es für belastete Kinder und Jugendliche ist, in ihrem Umfeld auf Menschen zu treffen, die über die Erscheinungsformen seelischer Probleme informiert sind und passende Hilfswege kennen.“ Seinen ersten konkreten Einsatz als Botschafter soll der Spitzen-Sportler im Rahmen eines neuen Formats der Stiftung bekommen: Ab Mai will sie unter dem Arbeitstitel „Digital Talks“ einen moderierten Austausch zur psychischen Gesundheit im Ausbildungskontext anbieten und dafür in einer Veranstaltungsreihe Auszubildende, Influencer:innen, Fachärzt:innen für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Vertreter:innen von Hilfs-Institutionen digital zusammenbringen. „Wir sind überzeugt, dass Joshuas offener Umgang mit seinen psychischen Problemen uns in diesem Kontext sehr helfen wird“, so Kaiser.
Instagram-Post:
https://www.instagram.com/joshuawilliam.on
https://www.instagram.com/morgen_meistern
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Stiftung Achtung!Kinderseele
Frau Anne Reis
Poststraße 51
20354 Hamburg
Deutschland
fon ..: 040/3208830-26
web ..: https://www.achtung-kinderseele.org
email : a.reis@achtung-kinderseele.org
Stiftung „Achtung!Kinderseele“
Als Stiftung zur Förderung der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen agieren wir in enger Zusammenarbeit mit ehrenamtlich engagierten Fachärzt:innen für Kinder- und Jugend-psychiatrie und -psychotherapie. Wir entwickeln und implementieren Präventionsprogramme, um Kinder, Jugendliche und ihr jeweiliges Lebensumfeld für das Thema seelische Gesundheit zu sensibilisieren. Wir klären auf, informieren und setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche mit psychischem Unterstützungsbedarf frühzeitig Hilfe bekommen. Die Stiftung wurde 2009 von den Fachverbänden für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie DGKJP, BAG und BKJPP gegründet. Gemeinsam mit ihnen arbeiten wir dafür, dass seelische Krankheiten kein Tabuthema mehr sind. Unsere Programmarbeit finanzieren wir komplett aus Spenden und Fördergeldern. www.achtung-kinderseele.org
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EPIsoDE-Studie in JAMA Psychiatry publiziert: Psilocybin zeigt Wirkung bei behandlungsresistenter Depression
Posted by PM-Ersteller - 19/03/26 at 12:03:44 p.m.Die Ergebnisse der EPIsoDE-Studie liefern weitere Hinweise darauf, dass Psilocybin in Kombination mit Psychotherapie eine bedeutsame antidepressive Wirkung entfalten kann – auch langfristig.
MIND Foundation unterstützt Wissenstransfer und klinische Professionalisierung im Rahmen einer siebenjährigen Kooperation mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit.
BERLIN / MANNHEIM, 19. März 2026 – 12:15 Uhr
Bei mehr als 30 Prozent der Menschen mit Depressionen wirken verfügbare Medikamente nicht zufriedenstellend. Die jetzt in _JAMA Psychiatry_ veröffentlichten Ergebnisse der EPIsoDE-Studie („Efficacy and Safety of Psilocybin in Treatment-Resistant Major Depression“) liefern weitere Hinweise darauf, dass Psilocybin in Kombination mit Psychotherapie eine bedeutsame antidepressive Wirkung entfalten kann – auch langfristig. Die Implementierung dieser Therapieform erfordert eine enge Verzahnung von Forschung, klinischer Praxis und Ausbildung.
Ergebnisse der EPIsoDE-Studie: Ein differenzierter Blick
Die von Prof. Dr. med. Gerhard Gründer vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim geleitete Studie untersuchte an insgesamt 144 Patientinnen und Patienten mit behandlungsresistenter Depression in Mannheim (ZI) und Berlin (Charité – Universitätsmedizin Berlin) die Wirksamkeit und Sicherheit von Psilocybin in Kombination mit Kurzzeit-Psychotherapie. Obwohl der primäre Endpunkt – das Ansprechen auf die Therapie sechs Wochen nach der ersten Dosis – statistisch nicht signifikant gegenüber Placebo wurde, zeigen die Daten eine klinisch bedeutsame antidepressive Wirkung:
* Sekundäre Endpunkte: Nach sechs Wochen war die depressive Symptomatik in der 25-mg-Gruppe um durchschnittlich 4,6 Punkte auf der HAMD-Skala stärker reduziert als in der Placebo-Gruppe.
* Langzeitwirkung: Zwölf Wochen nachdem alle Teilnehmenden eine hohe Dosis erhalten hatten, verringerten sich die Symptome über alle Gruppen hinweg deutlich um durchschnittlich 7,5 Punkte.
* Sicherheit: Das Sicherheitsprofil wird insgesamt als gut eingeschätzt, sofern die Behandlung in eine engmaschige psychotherapeutische Vor- und Nachbereitung eingebettet ist.
Sieben Jahre Kooperation: Wissenschaft und gesellschaftlicher Transfer
Seit 2019 verbindet die MIND Foundation und Prof. Dr. med. Gerhard Gründer, Leiter der Abteilung für Molekulares Neuroimaging am ZI, eine enge Partnerschaft. Diese Zusammenarbeit verkörpert die dritte Säule universitärer Arbeit: den Wissens- und Technologietransfer, das gesellschaftliche Engagement und die akademische Weiterbildung.
„Gemeinsam ist es uns gelungen, Forschungsergebnisse bereits vor Zulassung von Psilocybin in die Versorgung und Ausbildung zu überführen, um der wachsenden Notlage bei depressiven Erkrankungen zu begegnen“, so Dr. Henrik Jungaberle, Co-Geschäftsführer der MIND Foundation.
Von der Forschung in die Versorgung: OVID Clinics in Berlin
Ein konkretes Ergebnis dieses Wissenstransfers ist die von Dr. med. Andrea Jungaberle geführte OVID Clinic Berlin. Seit 2021 wurden dort hunderte Patientinnen und Patienten mit psychiatrischer Leitlinien-Medizin sowie – wenn klinisch angezeigt – mit Ketamin-augmentierter Psychotherapie behandelt. Als bislang einzige private Klinik in Europa verfügt OVID außerdem über eine Compassionate Use-Lizenz für die Psilocybin-Behandlung bei therapieresistenter Depression (TRD).
Weiterbildung in Augmentierter Psychotherapie (APT)
Ein Herzstück der Kooperation ist das APT-Weiterbildungsprogramm. Bisher wurden ca. 200 Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeutinnen und -therapeuten zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet. Am 7. November 2026 startet die achte Kohorte.
Die Kombination aus neurobiologischen Wirkmechanismen, subjektiver Phänomenologie von Psychedelika und empirischer Psychotherapieforschung könnte eine substanzielle Verschiebung im Umgang mit psychischen Erkrankungen fördern: weg von der Dauermedikation, hin zu einem biopsychosozialen Ansatz, in dem eine pharmakologisch unterstützte Salutogenese langfristige Veränderungsprozesse auslöst.
Ausrichtung der MIND Foundation
Die MIND Foundation fokussiert in den nächsten Jahren auf folgende Schwerpunkte:
* Spezifische Wirkfaktoren: Neben neurobiologischen Prozessen soll die Bedeutung der subjektiven Phänomenologie, verschiedener Kontexte sowie das Zusammenspiel mit Allgemeinen Wirkfaktoren der Psychotherapie besser verstanden werden, um spezifische Wirkmechanismen der psychedelischen Therapie formulieren zu können.
* Öffentliches Gesundheitssystem: Geführt von Prof. Gründer und unterstützt durch die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) strebt die MIND Foundation eine Phase-III/HTA-Studie an, um Psilocybin-augmentierte Therapie (PAT) in die Regelerstattung der Krankenkassen zu bringen. Aktiv werden weitere Partner in Finanzierung und Implementierung gesucht.
* Klinische Weiterbildung und eine erweiterte Patient Journey: Wir möchten das APT-Curriculum erweitern und um ein Programm für nicht-klinische Zielgruppen ergänzen, darunter ehemalige PatientInnen. Der Fokus liegt auf lebenslangem Lernen, Schadensminimierung und Salutogenese (einem Prozess von Resilienzentwicklung). Eine geplante prospektive 10-Jahres-Studie soll Daten zu Sicherheit, langfristiger Wirkung und förderlichen Kontexten liefern.
Über die MIND Foundation
Die MIND Foundation ist eine gemeinnützige Wissenschafts- und Bildungsorganisation, die die Integration von Psychedelika in die Therapie und die lebenslange menschliche Entwicklung vorantreibt. MIND forscht, bildet Therapeuten aus und entwickelt evidenzbasierte Rahmenkonzepte für den Einsatz von Psychedelika und kontemplativen Praktiken. Ausgehend vom Konzept einer rationalen „Kultur des Bewusstseins“, das in der zeitgenössischen Philosophie des Geistes verwurzelt ist, integriert die Organisation empirische Dritte-Person- und Erste-Person-Perspektiven, letztere in der Tradition der Phänomenologie, um eine verantwortungsvolle Transformation in der psychischen Gesundheitsversorgung zu unterstützen.
Pressekontakte
MIND Foundation
Dr. sc. hum. Henrik Jungaberle
mind-foundation.org | press@mind-foundation.org
fon +49 30 29048829
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI)
Torsten Lauer | presse@zi-mannheim.de
Die Originalpublikation sowie ergänzende Materialien und Informationen finden Sie unter: www.zi-mannheim.de/episode
Aktuelle EPIsoDE Publikation
Mertens LJ, Koslowski M, Betzler F. et al. Efficacy and safety of psilocybin in treatment-resistant major depression: the EPISODE randomized clinical trial. _JAMA Psychiatry._ Published online March 18, 2026. doi: 10.1001/jamapsychiatry.2026.0132
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
MIND Foundation gGmbH
Herr Henrik Jungaberle
Boxhagner Str. 78
10245 Berlin
Deutschland
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email : Henrik.Jungaberle@mind-foundation.org
Die MIND Foundation ist eine gemeinnützige Wissenschafts- und Bildungsorganisation, die die Integration von Psychedelika in die Therapie und die lebenslange menschliche Entwick-lung vorantreibt. MIND forscht, bildet Therapeuten aus und entwickelt evidenzbasierte Rah-menkonzepte für den Einsatz von Psychedelika und kontemplativen Praktiken. Ausgehend vom Konzept einer rationalen „Bewusstseinskultur“, das in der zeitgenössischen Philosophie des Geistes verwurzelt ist, integriert die Organisation empirische Dritte-Person- und Erste-Person-Perspektiven, letztere in der Tradition der Phänomenologie, um eine verantwortungs-volle Transformation in der psychischen Gesundheitsversorgung zu unterstützen.
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Die europäische Geschichte und die German Angst
Posted by PM-Ersteller - 05/01/26 at 08:01:28 a.m.Der europäische Kolonialismus hat zwei Arten entwickelt, eine sadistische Art der Ausbeutung anderer Völker und eine masochistische Art der Ausbeutung des eigenen Volkes.
In der europäischen Geschichte finden wir zwei unterschiedliche Entwicklungsqualitäten, eine für die Franzosen, Engländer und Holländer und eine für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Deutschland wie auch Österreich und die Schweiz waren bis 1885 nur in einer geringfügigen Weise am europäischen Kolonialismus und Imperialismus beteiligt, da das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ständig mit inneren religiösen und politischen Spannungen zu kämpfen hatte und das deutsche Machtgebiet nach dem Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 in zahlreiche Machtgebiete zersplittert geblieben ist.
Nach der neuen deutschen Reichsgründung von 1871 sprach sich Bismarck gegen den Kolonialismus und Imperialismus aus. Dadurch kam es erst 1884 im Zuge eines Angebotes von Bismarck, zwischen den strittigen europäischen Kolonialmächten in Bezug auf die Aufteilung Afrikas zu vermitteln dazu, dass auch Bismarck die deutsche Kolonialisierung von einigen zugesprochenen Machtgebieten akzeptierte. Diese Kolonialgebiete waren für Bismarck vor allem eine Verhandlungsmasse für die Klärung etwaiger europäischen Streitfragen und waren somit auch ein politisches Instrument.
Die Deutschen waren 1885 durch ihre erfolgreiche Industrialisierung nicht auf Arbeitskräfte und Produkte aus den europäischen Kolonialgebieten angewiesen. Dieser Erfolg konnte dadurch erreicht werden, dass die religiösen Lehren des puritanischen Protestantismus dem deutschen Proletariat geholfen haben, die oft unmenschlichen Härten der Industrialisierung zu meistern und auf die Verbesserung der sozialen Verhältnisse in der Kultur hinzuwirken. Die ab 1806 in Preußen befreiten Leibeigenen, die zum Proletariat der deutschen Industrialisierung geworden waren, waren in einer grundsätzlichen Weise bestrebt, zu einem neuen in sich einigen Volk zu werden. Mit dem Scheitern der Revolution von 1848/49 als einem von vielen Beispielen dafür, dass die Deutschen stets große Probleme damit hatten sich ideologisch oder religiös zu einigen, war es zu einer Depression in den deutschen Ländern gekommen, so dass viele unzufriedene demokratisch gesinnte Deutsche nach Amerika ausgewandert sind.
Dieser Aderlass hat ein Stück weit zu der relativ einhelligen Begeisterung der Deutschen in Bezug auf die Reichsgründung von 1871 durch Bismarck beigetragen. Ab diesem Zeitpunkt waren die über die vergangenen Jahrhunderte hinweg versprengten und nun wieder vereinten deutschen Länder in ihrer Begeisterung nicht zu halten und haben ihre Industrialisierung in einer genauso idealistisch übertriebenen Weise verherrlicht, wie die neu aufkommenden megalomanischen ideologischen Auswüchse eines neuen Militarismus und eines völkischen Rassismus. Der neue Militarismus fand seinen Ausdruck in besonderen militärischen Vereinsbildungen, die mitunter eine riesige Anzahl von Mitgliedern auf sich vereinigen konnten. Bismarck konnte diese extremistischen ideologischen und politischen Entwicklungstendenzen in seiner Regierungszeit durch eine konsequente Realpolitik einigermaßen im Zaum halten.
Nach der Entlassung von Bismarck durch Kaiser Wilhelm hat der Kaiser nicht nur die Bündnisverträge von Bismarck vernachlässigt, sondern auch eine großtuerische militärische Sprache kultiviert, die in einer fahrlässigen Weise zum Beginn des 1. Weltkrieges beigetragen hat. Es ist wichtig, diese Entwicklung nachzuvollziehen, da dem Betrachter ansonsten nicht deutlich wird, dass von 1871 bis 1933 ein ganz besonderer ideologischer, emotionaler und materieller Nährboden im Deutschen Reich entstanden ist, der für die Nazis die wesentliche Grundlage war, um innerhalb nur kurzer Zeit eindrucksvolle Erfolge erzielen zu können. Der Aufstieg der Nazis hat daher auch nur bedingt mit esoterischen und mythologischen Vorstellungen zu tun.
In Bezug auf die Entstehung der Weltkriege im 20. Jahrhundert ist es nach wie vor wichtig, dass der heutige Mensch den qualitativen Unterschied in der Organisation zwischen den traditionellen Kolonialmächten und den deutschen Ländern versteht. Da die preußische Industrialisierung nicht auf billige Arbeitskräfte und Kolonialwaren aus der ganzen Welt zugreifen konnte, musste die deutsche Industrialisierung auf eigene kostengünstige Arbeiter zurückgreifen, die durch die 1806 in Preußen aufgegebene Leibeigenschaft reichlich zur Verfügung standen und diese in ein preußisches Proletariat verwandeln. Dies wurde vor allem dadurch möglich, dass die von der Leibeigenschaft „befreiten“ Menschen keinerlei soziale Versicherung mehr hatten und dadurch gezwungen waren die von großen Härten gekennzeichneten Arbeits- und Lebensbedingungen des neuen Proletariats sowohl im preußischen Reich als auch im späteren Deutschen Reich zu akzeptieren. Für viele der Betroffenen war daher die Befreiung von der Leibeigenschaft ab 1806 kein Segen.
Was die traditionellen Kolonialmächte den jeweils fremden Völkern für das Ziel einer maximalen Ausbeutung angetan haben, hat das preußische Reich und das Deutsche Reich nach preußischer Manier (Disziplin, Fleiß, Sparsamkeit) der eigenen Bevölkerung angetan, weshalb wir von einem Europa der 2 Kolonialsysteme sprechen können, einem sadistischen Kolonialismus nach Außen hin und einem masochistischen Kolonialismus nach Innen hin gegenüber dem eigenen Volk.
Der innere Kolonialismus hat im Deutschen Reich nach und nach mustergültige, effektive und perfektionistisch sich optimierende Arbeiter hervorgebracht, die bis heute nicht nur für ihre Wirtschaftsleistung, sondern auch für ihre Autoritätshörigkeit und ihren Untertanengeist („Bloody German Gehorsam“) bekannt sind. Aus dieser Seelenverfassung resultiert noch heute der letztlich sich selbst isolierende strebsame Deutsche, der sich zu sehr auf eine materielle Lebensversicherung konzentriert und durch die dadurch entstehende mangelnde soziale Verbundenheit anfällig für starke Ängste und für soziale Konflikte geblieben ist. Dies hat im westlichen Kulturkreis den Begriff der „German Angst“ bis heute sprichwörtlich werden lassen.
Die vollständige Abhandlung finden Sie auf der folgenden Internetseite: https://www.die-verwandlung-der-standeskultur.de/Artikel/artikel.html#Die-europaeische-Geschichte
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Wie und weshalb ich zu einem Autor für Anthropologie, Kulturgeschichte und Psychologie geworden bin.
Der Hauptgrund für diese Entwicklung bestand darin, dass ich in eine traumatisierte Großfamilie von Kriegsflüchtlingen hineingeboren wurde und mit 20 Jahren auf die Beziehungsverstrickungen innerhalb meiner Familie allergische Reaktionen entwickelt habe. Daher habe ich mich bereits frühzeitig mit der Frage beschäftigt, weshalb das menschliche Verhalten bisweilen unerträglich ist.
Nach 40 Jahren der intensiven Forschung habe ich eine zufriedenstellende Erklärung gefunden, wodurch ich meine in der Kindheit entwickelten ungeeigneten Überlebenskonzepte entscheidend verändern konnte.
In den letzten 25 Jahren habe ich jeweils in einer mehrmonatigen Winterpause die Forschungsergebnisse der Kulturgeschichte, der Anthropologie, der Ethnologie, der Soziologie, der Psychologie und weiterer Wissenschaften in Eigenregie studiert und habe dadurch viele Unstimmigkeit zwischen den Untersuchungsergebnissen der Wissenschaft und den politischen, wirtschaftlichen und kulturgeschichtlichen Darstellungen in den Gesellschaften erkannt.
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