Was der Mensch heute braucht ist eine globale biologische Bewusstseinsrevolution

Es ist an der Zeit sich ernsthaft mit den Kulturnormen auseinanderzusetzen

BildSobald sich ein Mensch die Frage stellt, ob der Mensch nicht seit langer Zeit eine kulturelle Fehlentwicklung der unnatürlichen Art vollzieht, kann er sich Klarheit darüber verschaffen, ob die heutigen destruktiven kulturellen Entwicklungstendenzen durch die menschliche Natur oder durch die Kulturkonstitution verursacht werden. Erst durch eine solche begründete Fragestellung, kann der Mensch zu der Einsicht gelangen, dass es heute dringend eine globale menschliche Bewusstseinsrevolution braucht, damit sich der Mensch vor „weiterführenden“ kulturellen Fehlentwicklungen und Verirrungen bewahren kann.

Vor allem die tragische sado-masochistische Beziehungsnorm, die seit 5000 Jahren die Kulturen prägt, ruft auch heute in allen Kulturmenschen die destruktiven Verhaltenssymptome eines absolutistischen Machtstrebens über andere Menschen (Geschlechter-, Arbeitgeber und Arbeitnehmer-, Staat und Bürger-Beziehungen) hervor. Durch die seit 25 Jahren erfolgende globale kapitalistische Gleichschaltung aller Standeskulturen finden wir in allen Ländern die gleichen sado-masochistischen Fehlentwicklungen im Denken und Verhalten der Menschen vor. Aus diesem Grund reicht es auch nicht aus, wenn eine Nation mit gutem Beispiel vorangehen will (wie sich das die GRÜNEN in Deutschland vorgenommen hatten). Solange den Menschen in den heutigen Kulturen nicht klar ist, wo der eigentliche soziale Knackpunkt für die heutigen globalisierten Beziehungs- und Entwicklungsschwierigkeiten zu finden ist, zieht sich der Mensch an jedem neuen Tag ein Stück mehr die biologischen Lebensgrundlagen unter den Füßen weg.

Wer diese übernatürliche Tragik der kulturellen Fehlentwicklungen von heute begriffen hat, dem wird auch klar, dass ein ausufernder Krieg dem Menschen keine Lösung bringen kann. Ein Krieg war stets ein Ausdruck eines bodenlosen absolutistischen Machtstrebens sowohl über die Natur („Mache dir die Erde Untertan“) als auch über den „einfachen, naiven“ Mitmenschen in allen Standeskulturen. Ein Krieg wird daher niemals eine Lösung, sondern allenfalls ein Mittel für eine Pervertierung der menschlichen Natur und der Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen sein.

Das Ziel aller Menschen, die noch auf eine natürliche, empathische Weise Denken und Fühlen können muss daher heute lauten, dass eine globale Bewusstseinsrevolution in Gang kommt, die nicht zu einem Krieg, sondern zu einer Wandlung der normalen Welt- und Kulturanschauungen der Menschen führt. Dies kann vor allem dadurch stattfinden, dass der Mensch ehrlich genug zu sich selbst ist und das heute als „normal“ gehandelte Kulturverhalten des Menschen als das benennt, was es tatsächlich ist, als zunehmend bodenlos, abstrus und abwegig. Erst dann kann jeder Mensch bei sich die gewohnten Denkweisen und Anschauungen prüfen und korrigieren, die heute eine zunehmend sich verschärfende bodenlose, abstruse und abwegige Kulturrealität begünstigen und nähren.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um religiöse Anschauungen oder um ökonomische Ideologien wie etwa den Kapitalismus oder den Kommunismus handelt, die jeweils durch ihre absolutistischen ideologischen Prägungen fatalistische und fanatische Verhaltensweisen im modernen Menschen begünstigen. Wer glaubt, dass er die Natur und alles was lebt in eine käufliche Sache verwandeln kann und die Kultur dafür entsprechend „effektiv“ gestalten muss, ist heute angesichts der evolutionären Entwicklungen auf der Erde bereits zu einem gefährlichen Fanatiker geworden, der lebensgefährliche Anschauungen verabsolutiert. Für viele Menschen ist das eigene Konto bereits zu einem heiligen Gral geworden, was immer das auch für die Natur der Erde und für die menschliche Gemeinschaft heißen mag.

Man kann heute zusehends miterleben, wie der Mensch nervöse Erkrankungen entwickelt und auf zu Vieles fatalistisch zu reagieren beginnt. Wir erleben daher gegenwärtig eine Art der galoppierenden Inflation der nervösen Gedanken und Haltungen, die darauf zurückzuführen sind, dass die Standeskulturen für keinen Menschen ein ausreichendes Geborgenheits- und Sicherheitsgefühl erzeugen. Sie sind stattdessen im Begriff, alle traditionellen kulturellen Normalitäten, Anhaltspunkte und Verlässlichkeiten langsam aber sicher in einen Sumpf der politischen, ökonomischen und militärischen Willkür zu verwandeln. Diese Tendenz ist im Begriff zu einem tödlichen moralischen Giftcocktail für die menschliche Seele und für alle sozialen Beziehungen zu werden.

Wie wir heute durch die Sozialwissenschaften wissen, ist die „normale“ traditionelle“ sado-masochistische Beziehungskonstellation in der Standeskultur keine natürliche Beziehungsform, sondern eine absolutistische Beziehungs-Falle in der Konstitution eines sich von selbst intensivierenden Teufelskreises. Daher gibt es für diese Problematik auch keine denkbare Problemlösung durch eine kulturelle „Autorität von Oben“, da diese Autorität ein Teil des Problems ist und die Lösung des Problems tatkräftig verhindert. Zudem macht das heute global gewordene „normale“ sado-masochistische Beziehungsproblem eine dauerhafte natürliche Insellösung für eine Familie, ein Dorf, eine Stadt unmöglich, solange der Rest der Welt eine sado-masochistische Kulturrealität kultiviert. Daher braucht es eine biologische Bewusstseinsrevolution, die alle Menschen aktiv oder passiv erfasst und die eine globale Wiedergeburt der natürlichen Vernunft und natürlichen Seele des Menschen einleitet. Anders ist eine Erlösung des heutigen Kulturmenschen von den vertrackten gegenwärtigen Kulturbeziehungen und Kulturkonstellationen nicht möglich.

Durch eine solche Analyse wird deutlich, dass es auf jeden Fall nicht die „oberen Kulturetagen“ sein werden, die eine solche Korrektur leisten, weil sie diese durch eine „normal“ gewordene Gewinngier und Machtlust mit allen lauteren und unlauteren Mitteln verhindern. Es sind daher nur die „unteren“ Kulturetagen, die, sobald sie auf das Recht bestehen, ein gesundes natürliches Sozialleben führen zu können, eine entsprechende Bewusstseinsrevolution einleiten können. Dazu gehört vor allem der persönliche Entschluss sich nicht länger durch fadenscheinige Versprechungen für ein irgendwann abzufinden und der Entschluss keine sado-masochistischen „Kompromisse“ mehr einzugehen, da solche Kompromiss mit der Zeit stets zu faulen Kompromissen werden.

Nur wenn der Mensch auf seine kulturellen Erfahrungen mit einer neuen Klugheit reagiert, kann eine globale Bewusstseinsrevolution erfolgen, durch die der Mensch wieder auf eine natürliche Weise damit beginnt, sich selbst zu helfen. Dazu ist es notwendig, dass der Mensch seinen „professionellen“ naiven Dornröschenschlaf beendet und sich neue soziale und biologische Zielsetzungen für seine Lebens- und Kulturgestaltung setzt.

Erfolgt keine solche erlösende Bewusstseinsrevolution, dann wird der Mensch bereits in naher Zukunft keine natürliche Entspannung mehr in sich finden und wird alle seine Energien für die Bekämpfung einer chronischen Unzufriedenheit verbrauchen, was zu tragischen politischen und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen führen kann. Z.B. wenn man wieder einmal den Heilsversprechen eines Führers oder einer politischen Partei folgt.

Den 2. Teil dieses Artikels finden Sie unter der Internet-Adresse: https://www.die-verwandlung-der-standeskultur.de/Artikel/artikel.html#Bewusstseinsrevolution

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Wie und weshalb ich zu einem Autor für Anthropologie, Kulturgeschichte und Psychologie geworden bin.

Als ich in den späten 60ern geboren wurde, wurde ich, wie so viele Kinder eines katholischen oder evangelischen Haushalts (in meinem Fall ein katholisch-evangelischer Mischhaushalt), zu einem Lastenträger, Sündenbock und psychologischen Mülleimer sowohl für die Beschwernisse meiner Eltern als auch für die bereits entstanden sozialen Irritationen meines älteren Bruders, der im Gegensatz zu mir noch mit dem Besen geschlagen (erzogen) worden war.

Da meine Eltern im Begriff waren einen selbständigen Betrieb aufzubauen, hatten sie nur wenig Zeit für mich übrig, so dass die daraus erwachsende ständige Vernachlässigung meinerseits kein Unglück, sondern zu einem Glück für mich wurde. Ich konnte bereits mit 10 Jahren in einer regelrechten Weise den Bannkreis der Familie verlassen und meine Zeit größtenteils selbst gestalten. Dabei wurde für mich der Wald ein wichtiger, weil beruhigender Aufenthaltsort, der mir, wie ich heute weiß, viele der gravierenden „normalen“ ideologischen und emotionalen Vergiftungen erspart hat, welche viele andere Nachkriegskinder erfahren haben. Da ich mich bereits frühzeitig daran gewöhnt hatte, meinen Tagesablauf weitestgehend selbständig zu gestalten, konnte ich zudem relativ stabile Freundschaften mit anderen Kindern aufbauen und dadurch eine relative soziale Befriedigung durch empathische Beziehungen finden.

Wie viel diese besondere konstruktive Flucht aus der Kultur wert war, ist mir erst im Lauf der Zeit klar geworden, da ich, wie viele Kinder noch heute, in die verlockende Falle eines scheinbaren religiösen Trostes geraten bin. Dadurch wurde auch bei mir eine übernatürliche Sehnsucht nach einem Paradies bis ins Haltlose forciert. Dies hat bei mir immer wieder zu einer Weichheit des Gemüts durch eine Anfälligkeit für ein von Jammer begleitetes Selbstmitleid geführt. Wie ich heute weiß, kann ein solcher Jammer die davon Betroffenen unfähig machen, ein ausgewogenes natürliches Leben zu führen.

Bereits mit 12 Jahren begann ich damit, das für mich rätselhafte Kulturleben zu studieren, das ebenso grausam wie kitschig sein konnte und stets in einem künstlichen Rausch des Übernatürlichen, des Sensationellen und der Unerträglichkeit zu baden schien. Heute ist mir klar, dass sich diese seltsame Welt eines künstlich verabsolutierten Scheinlebens dadurch auszeichnet, dass es gerade nicht natürlich, sondern stets zwanghaft übernatürlich ausfällt. Dies ist Fluch und Segen aller heutigen Menschen zugleich, da der Mensch seine eingeborene relative Sozialnatur innerhalb einer solchen Kultur nur bedingt oder in vielen Fällen gar nicht verwirklichen kann. Dies ist der eigentliche, stets zu hohe Preis der traditionellen Standeskultur, der gegenwärtig immer höher wird und für viele Menschen bereits so hoch ist, dass man ihn nicht mehr mit einem inneren Frieden und Wohlwollen hinnehmen kann.

Aus diesen Gründen heraus wurde es wie von selbst zu einer natürlichen Aufgabe für mich, auf diese fundamentalen Missverhältnisse und Irritationen in der Kultur und auf die sich daraus für den Menschen ergebenden Beziehungs- und Organisationsschwierigkeiten hinzuweisen.

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Berliner Spielplan Audiodeskription vergibt seinen Publikumspreis für das beste Audiodeskriptions-Stück

Bühnenaufführungen für die Ohren

Berlin, 30. Mai 2024
Seit 2019 gibt es in Berlin Theateraufführungen mit Audiodeskription. Diese werden vom „Berliner Spielplan Audiodeskription“ in Zusammenarbeit mit den angeschlossenen Bühnen organisiert. Der Träger hinter dem Projekt ist Förderband e.V. Eine tolle Sache für blinde und sehbehinderte Menschen. Denn ohne AD wäre ein Theater-, Opern-, oder Showbesuch reizlos und Geldverschwendung.
Hinter diesen AD-Aufführungen stehen die Redakteure, Scriptschreiber, Sprecher und die Organisatoren an den jeweiligen Theatern und beim Spielplan. Das ist schon sehr viel Arbeit, bis so ein AD-Stück vor Publikum gezeigt werden kann.

Nun hat der Spielplan seinen Publikumspreis der letzten zwei Spielzeiten verliehen.
Die Preisverleihung fand im Deutschen Theater statt, einer der Spielstätten für AD-Aufführungen. Die Besucher konnten in einem Voting ihr Lieblingsstück wählen und das Theaterstück mit den meisten Stimmen wurde prämiert.
Die Oper „Aida“ an der Deutschen Oper erhielt diesen Preis. Es ist eine Inszenierung von Benedikt von Peter. Den Preis in Form einer Urkunde und der Geldprämie von 500 Euro nahm die Marketingdirektorin der Deutschen Oper, Marion Mair entgegen. Als zuständige AD-Autorinnen wurden Charlotte Miggel und Jutta Polic ausgezeichnet.
Der Gewinn wird in eine weitere AD-Produktion gesteckt, zum Wohle von blinden Opernbesuchern.

An diesem Projekt sind folgende Theater beteiligt: Deutsche Oper, Deutsches Theater, Berliner Ensemble, Friedrichstadt-Palast, Volksbühne, Schaubühne und das Kinder- und Jugendtheater „Theater an der Parkaue“. Aus jedem dieser Häuser war ein Stück durch den blinden Theaterbeirat und die Organisatoren ausgewählt worden. Aus dieser Liste konnten die Besucher ihren Preisträger wählen.

Doch wie lange gibt es das AD-Theater in Berlin noch?
Die Berliner Kulturverwaltung hat bisher die Finanzierung bis Ende 2024 zugesagt.
Wie geht es dann weiter? Die Landesregierung muss weiterhin aktiv werden!
Bericht: Hans Peter Sperber

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Berliner Spielplan Audiodeskription diskutiert mit der Politik über blindengerechte Theateraufführungen

Die berliner Politik in der Pflicht

Berlin, 29. Mai 2024
Die Organisatoren des AD-Spielplans luden zu einer Podiumsdiskussion über barrierefreies Theater, speziell für blinde und sehbehinderte Menschen. Ein Projekt, das es in der Hauptstadt seit 2019 gibt.
Diese Diskussion mit Politiker der Landesregierung wurde im Roten Salon der Volksbühne abgehalten.
Aber wie lange wird es Theater mit Audiodeskription in Berlin noch geben?

Bisher hat die Lotterie-Stiftung Berlin das AD-Projekt finanziert. Doch die Förderung ist zum 31. Mai 2024 ausgelaufen.
Gott sei Dank hat sich die CDU-geführte Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt bereit erklärt, dass Projekt nun bis Ende 2024 aus Mitteln der Projektförderung fortzuführen. Doch was wird 2025 und danach?
Darum ging es in der Diskussion. Neben den Diskutanten auf der Bühne waren Betroffene von den Blindenvereinen ABSV und Pro Retina vor Ort. Die Zuhörer konnten in zwei Runden Fragen stellen.

Moderation: Lavinia Knop-Walling und Projektleiterin Imke Baumann
Gäste:
Peer Mock-Stümer (Vorsitzender des Kulturausschusses im Abgeordnetenhaus, CDU)
Melanie Kühnemann-Grunow (Sprecherin für Kultur der SPD Fraktion)
Daniel Wesener (Sprecher für Kulturfinanzierung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)
Christina Schulz (Intendantin des Theaters an der Parkaue)
Dr. Bernd Schmidt (Intendant des Friedrichstadt-Palastes)
Thomas Fehrle (Geschäftsführender Direktor der Deutschen Oper Berlin)
Joachim Günzel (Vorsitzender des ABSV)

Es wurde gut diskutiert. Die anwesenden Politiker erhielten einen guten Einblick über die Theaterbesuche von blinden Menschen. Sie zeigten sich sehr interessiert und willig, dieses Projekt weiterführen zu wollen und sogar permanent zu verstetigen. Anscheinend haben sie die Problematik begriffen und denken lösungsorientiert – besonders die aktuell in Berlin regierenden Landespolitiker. Im gerade beschlossenen Haushalt ist jedoch beispielsweise kein Geld für Audiodeskription vorgesehen und solche Maßnahmen der kulturellen Teilhabe sind auch nicht einklagbar. Wie überhaupt die Existenz von Kulturangeboten nur eine freiwillige Leistung ist. Einwände aus dem Publikum, dass es die UN-Behindertenrechts-Konvention, das Landes-Behinderten-Gleichstellungsgesetz, Bundesteilhabegesetz und andere Diskriminierungsgesetze gibt und die Blinden auf dieser Grundlage ein Recht auf Teilhabe haben, wurden mit dem Hinweis verneint, das seien alles Gesetze ohne individuellen Rechtsanspruch. Sprich: Da steht nirgends drin, dass Blinde ein gesetzliches Recht auf Theaterbesuche mit Audiodeskription haben. Also sind das alles „schöne Gesetze fast ohne Wert“!

Die Politiker vermittelten den Eindruck, als ob sie das Anliegen verstanden haben und sich einigermaßen in blinde Theaterbesucher hinein versetzen können und ihre Politik vielleicht dahingehend ändern werden. Doch die blinden Besucher waren skeptisch. Erst wenn das Audiodeskriptions-Projekt zukünftig als stetiges Mittel in die Haushaltsplanungen einfließt und immer weiter geht, wird offenkundig, dass die Politik es verstanden hat. Sonst war es nur ein leuchtendes Strohfeuer. Die Landesregierung und die Kulturverwaltung müssen nun beweisen, dass ihnen blinde Menschen nicht egal sind, und sie mehr können als schöne Reden schwingen.
Bericht: Hans Peter Sperber

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