BMBF-Forschungsprojekt CYLENCE gegen Cybermobbing und Hatespeech gestartet

Virtimo AG verantwortet als Konsortialpartnerin die technische Entwicklung der Plattform CYLENCE unter Koordination der TU Darmstadt

BildBerlin, 05.09.2023 | Das Bundesministerium für Bildung und Forschung [BMBF] fördert seit dem 1. August 2023 das für drei Jahre ausgelegte Konsortialprojekt „Entwicklung von Strategien und Werkzeugen zur medienübergreifenden Meldung, Erkennung und Behandlung von Cybermobbing und Hassbotschaften in Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden“ [CYLENCE] mit 1,6 Mio. Euro. Neben der Virtimo AG sind die Technische Universität Darmstadt, die Universität Potsdam und die Universität Paderborn als Forschungspartner beteiligt.

Ziel des interdisziplinären Projekts ist es, Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden [ESBs] und zugehörige Meldestellen durch neue Strategien und Technologien bei der Erkennung, Meldung und Behandlung von Cybermobbing und Hassbotschaften zu unterstützen. Es entstehen Strategien und Werkzeuge, die einerseits unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz die Erfassung und Auswertung öffentlicher Daten durch ESBs ermöglichen, andererseits die Meldung von Cybermissbrauch durch neuartige Kanäle für die Bevölkerung unterstützen. „Umfragen aus den letzten Jahren zeigen, dass die Betroffenheit durch Cybermobbing und Hassbotschaften in Deutschland kontinuierlich gestiegen ist – sowohl im beruflichen als auch privaten Umfeld.“, erklärt Prof. Christian Reuter, Professor an der TU Darmstadt und Koordinator des Projekts.

Aufgrund der unübersichtlichen Informationslage im Internet ist die Auswertung und Behandlung von Vorfällen eine große Herausforderung. Abhilfe schafft die Plattform CYLENCE unter anderem durch die Einbindung von Künstlicher Intelligenz. „Mit der Automatisierung aufwendiger Bearbeitungsprozesse wird der geplante Demonstrator Behörden und Meldestellen befähigen, Cybermissbrauch effizient aus öffentlichen Medien zu extrahieren, Meldungen von Betroffenen aus unterschiedlichen Kanälen zu bündeln und diese unter Nutzung von KI-Methoden zu analysieren“, konkretisiert Christoph Fuchß, Vorstand der Virtimo AG, die die technische Entwicklung der Plattform verantwortet.

Beteiligt ist ein Konsortium aus Forschungs-, Entwicklungs- und Anwendungspartnern, das seine Kompetenzen bereits im Rahmen des Forschungsprojekts „Entwicklung von Strategien und Technologien zur Analyse und Kommunikation der Sicherheitslage im Cyberraum“ [CYWARN] gebündelt hat. Mit dem Fokus auf IT-Sicherheit unterstützt die Plattform CYWARN dabei, Cybergefahren frühzeitig zu erkennen und zentralisiert an betroffene Organisationen zu kommunizieren. Nach Abschluss der Projektphase im März 2024 soll die Plattform diversen Behörden testweise bereitgestellt werden.

Weitere Informationen zu CYLENCE unter: https://peasec.de/cylence

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Über die Virtimo AG
Die Virtimo AG ist Softwareherstellerin und IT-Beratungsunternehmen mit Sitz in Berlin. Gegründet im Jahr 2010 arbeiten heute rund 100 Expert:innen für Virtimo in den Themenfeldern Softwareentwicklung, Consulting, Digitale Transformation, Systemintegration, Prozessautomatisierung, Cloud Services und Solutions sowie der Konzeption und Umsetzung fachspezifischer IT-Lösungen. Der Branchenschwerpunkt liegt in der Energiewirtschaft, darüber hinaus ist Virtimo für Kund:innen der Bereiche Automobil, Technik, Versicherungen und Handel tätig.

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BMBF-Forschungsprojekt InGe entwickelt Lagebildinstrument

Gesamtbild zur Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes

BildUm der zunehmenden Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst zu begegnen, ist das auf zwei Jahre angelegte BMBF-Forschungsprojekt InGe gestartet. Disy Informationssysteme entwickelt dafür auf Basis von disy Cadenza den Prototypen eines zentralen Lagebildinstruments zur Datenerfassung und -auswertung. Aus den Analyseergebnissen sollen langfristig geeignete Präventionsmaßnahmen abgeleitet werden.

Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst rückt immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit, zuletzt in der Silvesternacht in Berlin. Einsatzkräfte im Rettungsdienst, bei Feuerwehr und Polizei, aber auch viele andere Berufsgruppen wie Lehrer oder Busfahrer sind davon betroffen. Über das tatsächliche Ausmaß existiert weder in Baden-Württemberg noch deutschlandweit ein umfassendes Gesamtbild. In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden nur Straftaten erfasst, die den Ermittlungsbehörden durch eine Anzeige bekannt werden. Punktuelle Umfragen und Studien zu diesem Thema beschränken sich bisher auf bestimmte Berufsgruppen oder Gewaltarten und zeigen weder ein flächendeckendes Lagebild noch zeitliche Entwicklungen.

Renommierte Partner entwickeln Lagebildinstrument zu Gewalterfahrungen

Hier setzt das Forschungsprojekt „Lagebildinstrument zu Gewalterfahrungen von Beschäftigten im öffentlichen Dienst“ (InGe) mit renommierten Projektpartnern aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft an. Das Ziel ist die Entwicklung eines neuartigen, softwaregestützten Instrumentes zur Erfassung und Auswertung dieser Vorfälle. So soll ein umfassendes Bild über Ausmaß, zeitliche Entwicklung und räumliche Gewaltverteilung gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Baden-Württemberg entstehen.

Meldeportal und Analysewerkzeug für verschiedene Nutzergruppen

Für dieses Lagebildinstrument konzipiert Disy Informationssysteme (Disy) als erfahrener Digitalisierungspartner der öffentlichen Verwaltung die softwareseitigen Grundlagen. Auf Basis von disy Cadenza, der Software für Business & Location Intelligence, wird ein nutzerfreundliches Meldeportal entwickelt, in dem sich Gewaltvorfälle schnell und unkompliziert erfassen lassen. Auf der zentralen Meldedatenbank können dann Datenanalysen zur Deliktverteilung in verschiedenen Dimensionen (Deliktarten, Berufsgruppen, u.a.), zur räumlichen Verteilung und zeitlichen Entwicklung durchgeführt werden. Für die verschiedenen Nutzergruppen sollen Dashboards für spezifische Informationsbedarfe entwickelt werden, die sich flexibel der aktuellen Datenlage anpassen. Mithilfe der Reporting-Funktionen von disy Cadenza lassen sich zudem automatisiert aktuelle Lagebilder an die zuständigen Stellen versenden. Sie beschreiben kompakt die aktuelle Situation und weisen auf Auffälligkeiten hin.

Vielfältig technische und organisatorische Herausforderungen

Methodisch, technisch und rechtlich steht das Projekt vor vielfältigen Herausforderungen. Grundlegende Fragen nach den zu erhebenden Gewaltarten oder wie Meldeprozesse zu organisieren sind, diskutieren die Projektpartner mit Vertretern der Praxis. Eine zentrale Frage dabei ist beispielsweise, welche Akteure als Meldende und als Empfänger der Auswertungen angesprochen werden sollen. Bei der Gestaltung der Softwarelösung müssen höchste Anforderungen an Rechtssicherheit und Benutzerfreundlichkeit erfüllt werden. Dies kann beispielsweise auf der Meldeseite geeignete Anonymisierungsmechanismen erfordern, damit der Schutz persönlicher Daten jederzeit rechtssicher gewährleistet ist.

Ebenso ist auf der Auswertungsseite sorgsam abzuwägen, welche Bedarfsgruppen (beispielsweise Bürgermeister:innen, Amtsleiter:innen und Aufsichtsbehörden) welche Daten in welchem Detailgrad zu sehen bekommen. Auch Aspekte einer späteren Operativsetzung des Forschungsprototypen wollen bereits bedacht sein. Neben der Erweiterbarkeit auf neue Berufs- oder Deliktgruppen zählt dazu auch das Antwortzeitverhalten des Softwaresystems (Performanz), das allein in Baden-Württemberg für 600.000 potentiell Betroffene relevant sein könnte.

Übertragbarkeit auf andere Bundesländer geplant

Der Forschungsprototyp wird im Rahmen des Projekts in ausgewählten baden-württembergischen Kommunen in mehreren Beispielbehörden intensiv getestet. Durch die Kopplung der kontinuierlichen Datenerhebung mit detaillierten Auswertungen können Gewaltvorfälle verschiedener Art erfasst, analysiert und längerfristig beobachtet werden. Damit kann der im Projekt InGe entwickelte Lösungsansatz durch die Sichtbarmachung von potentiellen Problemfeldern zur Prävention von Gewaltvorfällen beitragen und auf andere Bundesländer übertragen werden.

Hintergrundinformationen zum BMBF-Forschungsprojekt InGe

Das im Oktober 2022 gestartete Forschungsprojekt InGe wird von der Gemeinsamen Zentralstelle Kommunale Kriminalprävention (GeZ KKP) im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg koordiniert und vom Centre for Security and Society der Albert-Ludwig-Universität Freiburg (CSS) wissenschaftlich ausgestaltet. Disy verantwortet als erfahrener Digitalisierungspartner der öffentlichen Verwaltung die softwaretechnische Ausgestaltung von Meldeportal und Auswertungsalgorithmen zur Erstellung des Lagebildes. Das auf zwei Jahre Laufzeit angelegte Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Anwender – Innovativ II“ unter dem Förderkennzeichen (FKZ 13N16495) anteilig finanziert. Weitergehende Informationen zum Projekt können unter www.projekt-inge.de abgerufen werden.

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Quantenbeschleunigtes Datenbankmanagement: Quantum Brilliance unterstützt BMBF-gefördertes Forschungsprojekt „

Universität zu Lübeck arbeitet an der Optimierung von Anfragen und Transaktionsplänen in relationalen Datenbankmanagementsystemen (RDBMS)

Bild— Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Quantencomputing-Projekt mit mehr als 1,4 Millionen Euro

STUTTGART, 29. März 2022 “ Quantum Brilliance, deutsch-australischer Hersteller von innovativer Quantencomputing-Hardware, ist Partner der Universität zu Lübeck im Verbundprojekt „Accelerating Relational Database Management Systems via Quantum Computing (QC4DB)“. Forschende am Institut für Informationssysteme nutzen die Quantencomputer des deutsch-australischen Startups für eine Optimierung von Anfragen und Transaktionsplänen in relationalen Datenbankmanagementsystemen (RDBMS).

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird vom BMBF mit mehr als 1,4 Millionen Euro gefördert. Der entsprechende Steckbrief findet sich hier.

Optimierte Anfragen und Transaktionspläne für relationale Datenbankmanagementsysteme

Schnelles und effizientes Datenmanagement ist die Grundlage für einen erfolgreichen Einsatz digitaler Anwendungen. Am häufigsten kommen dafür relationale Datenbankmanagementsysteme zum Einsatz. Ziel von QC4DB ist es, zwei grundlegende Probleme dieser Systeme zu lösen. Zum einen geht es um das Übersetzen von RDBMS-Anfragen in Ausdrücke der relationalen Algebra. Typischerweise existiert dabei eine hohe Anzahl äquivalenter Ausdrücke, unter welchen der als optimal eingeschätzte Ausdruck ausgewählt werden muss. Zum anderen stehen Transaktionen im Fokus. Diese sind definiert als eine Folge von Operationen in Form von lesenden und schreibenden Anfragen, die von einem einzelnen Benutzer oder Anwendungsprogramm ausgeführt werden. Die Optimierung der Transaktionszeitpläne bestimmt die ideale Reihenfolge der parallelen Ausführung von Transaktionen für die beste Leistung. Beide Probleme lassen sich auf die Anwendung grundlegender mathematischer Optimierungsansätze reduzieren, doch die entsprechenden Rechenoperationen sind enorm aufwendig und lassen sich durch Quantencomputer stark beschleunigen. Eine Pressemitteilung der Universität zu Lübeck zum Projekt gibt es hier.

Diamantbasierte Quantencomputer für komplexe Rechenoperationen

Als Projektpartner stellt Quantum Brilliance den Forschenden mehrere Quantencomputer für umfangreiche Simulationen zur Verfügung. Die Quantenprozessoren arbeiten mit Spin-Qubits in synthetischem Diamant mit gezielt implantierten Stickstoffatomen (NV-Zentren) im Diamantgitter. Diese fungieren als Rechnerknoten, zwischen denen die Quanteneigenschaften durch Licht übertragen werden. Durch die Stabilität des Diamantgitters lassen sich die Quantenprozessoren energieeffizient und ohne großen Kühlaufwand bei Zimmertemperatur betreiben. Zudem passen sie in ein Serverrack und nehmen damit nur wenig Platz ein.

„Wir werden zeitaufwendige Aufgaben in relationalen Datenbanken durch Quantencomputer beschleunigen, sodass niedrige Verzögerungen – Latenzen – und schnelle Ausführungen eine reibungslose Erfahrung für den Benutzer versprechen“, erläutert Dr. Sven Groppe, Professor am Institut für Informationssysteme der Universität zu Lübeck und Projektkoordinator von QC4DB.

„Der Einsatz unserer Rechner im Rahmen von QC4DB ist ein tolles Beispiel für einen konkreten Anwendungsfall von Quantencomputing. Hier spielen unsere diamantbasierten Quantenprozessoren ihr Potenzial aus und wir freuen uns, dass wir Teil des Projekts sind“, sagt Mark Mattingley-Scott, Europachef von Quantum Brilliance. „Bei Quantum Brilliance sind wir davon überzeugt, dass leistungsstarke Quantencomputer allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen einen nie dagewesenen Innovationsschub verleihen werden. Damit das funktioniert, arbeiten wir kontinuierlich daran, den kommerziellen Einsatz der Technologie auf allen denkbaren Gebieten zu fördern.“

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Über Quantum Brilliance
Quantum Brilliance wurde 2019 gegründet und ist ein wagniskapitalfinanzierter australisch-deutscher Hersteller von Quantencomputing-Hardware. Das Unternehmen bietet Quantenbeschleuniger aus synthetischen Diamanten sowie ein Set aus Softwaretools und Applikationen. Die Vision ist, einen breiten Einsatz von Quantenbeschleunigern zu ermöglichen – um Unternehmen in die Lage zu versetzen, Edge-Computing-Anwendungen und Supercomputer der nächsten Generation zu nutzen. Quantum Brilliance unterhält Partnerschaften in Nordamerika, Europa sowie im asiatisch-pazifischen Raum und arbeitet mit Regierungen, Supercomputing-Centern, Forschungseinrichtungen und führenden Köpfen aus der IT-Industrie zusammen.

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