Gericht erlaubt vorläufig Fortsetzung grausamer Affenversuche an der Uni Bremen
Posted by PM-Ersteller - 04/03/26 at 01:03:50 p.m.Jahrelanger Streit um Affenhirnforschung in Bremen – Ärzte gegen Tierversuche setzt nun auf Neubewertung im Hauptsacheverfahren.
Ärzte gegen Tierversuche kritisiert Entscheidung
Mit Beschluss vom 2. März 2026 hat das Verwaltungsgericht Bremen entschieden, dass der an der Universität Bremen tätige Affenhirnforscher Andreas Kreiter seine seit 1997 durchgeführten Versuche an Affen vorläufig fortsetzen darf. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) kritisiert diese Entscheidung massiv. Zwar sei es ein Mindestmaß an Schadensbegrenzung, dass neu hinzukommende Tiere weiterhin keiner invasiven Behandlung unterzogen werden dürfen, doch bleibe das grundlegende Problem bestehen: Die grausamen Tierversuche selbst sind vorerst weiterhin erlaubt.
Die vorherige Genehmigung der Affenversuche in Bremen ist am 30. November 2023 ausgelaufen. Der Antrag auf eine neue Versuchsgenehmigung wurde von der zuständigen Behörde abgelehnt. Gegen diese Entscheidung geht der Forscher juristisch vor. Nach dem nun erfolgten Beschluss im Eilverfahren folgt noch das Hauptsacheverfahren.
In seinem aktuellen Beschluss (Az. 5 V 3101/25) hat das Verwaltungsgericht Bremen die Entscheidungen vorhergehender Eilverfahren bestätigt. Das Interesse des Forschers wurde im Rahmen einer Folgenabwägung höher bewertet als das erlittene Leid für die Tiere.
In der Mitteilung des Gerichts heißt es, dass auch nach Vorlage weiterer Gutachten keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage bestehe, um die Belastung der Versuchstiere und die Bedeutung des Forschungsvorhabens abschließend gegeneinander abzuwägen. Dabei werden die drohenden irreversiblen Nachteile für die Forschungsarbeit höher bewertet als die nach aktuellem Erkenntnisstand des Gerichts allenfalls mittelgradige Belastung der Tiere.
Aus Sicht von ÄgT ist diese Bewertung in keiner Weise nachvollziehbar. Denn der vom Verein in 2022 öffentlich gemachte Fall des Affen Jara in Baden-Württemberg verdeutlicht, dass die Primaten in derartigen Versuchen nicht nur schweres, sondern sogar schwerstes Leid erfahren. Aus einer ÄgT vorliegenden internen amtlichen Dokumentation geht hervor, dass das Tier unter anderem rund 20 Bohrlöcher im Schädelknochen und dazu korrespondierende Stichverletzungen im Gehirn mit Entzündungsherden aufwies. Aus den Dokumenten geht zudem hervor, dass die Verletzungen „unvermeidliche Folge der Implantattechnik“ sind – derartige Verletzungen also nicht nur in diesem Einzelfall zu erwarten sind.
„Wenn das Gericht feststellt, dass es an einer ausreichenden wissenschaftlichen Grundlage für die Bewertung von Tierleid und Forschungsnutzen fehlt, darf daraus nicht die Fortsetzung der Versuche folgen. Denn nicht nur die Forschung, sondern auch der Tierschutz ist grundgesetzlich geschützt“, kommentiert Dipl. Biol. Silke Strittmatter von ÄgT.
ÄgT macht seit vielen Jahren das immense Leid der Tiere in der Affenhirnforschung öffentlich und legte unter anderem in Stellungnahmen den unerwiesenen Nutzen sowie das amtlich gut dokumentierte schwere Leid der Tiere dar.
Erst kürzlich hatte sich der Verein, der sich für die Abschaffung aller Tierversuche einsetzt, gemeinsam mit PETA Deutschland mit einer Bundestagspetition zur Beendigung von Tierversuchen an Affen mit über 40.000 Unterschriften eine Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags erreicht. Eine Entscheidung über diese Petition steht derzeit noch aus.
Vor diesem Hintergrund setzt ÄgT nun auf eine grundsätzliche Neubewertung im Hauptsacheverfahren.
Weitere Informationen
Neue Beweise: So leiden Affen in Deutschland in der Hirnforschung >>
Bundestagspetition „Tierversuche an Affen stoppen“ >>
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Melanie Seiler
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
Deutschland
fon ..: 02204-99902-24
web ..: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de
email : seiler@aerzte-gegen-tierversuche.de
„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.
Pressekontakt:
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Tierversuche an Affen Thema in Bundestagsanhörung
Posted by PM-Ersteller - 02/12/25 at 11:12:32 a.m.Beachtlich: In nur 6 Wochen beteiligten sich mehr Bundesbürger als das Quorum erfordert an dieser Bundestagspetition, die ein Ende von Affenversuchen und Forschungsreformen fordert.
Petition von Ärzte gegen Tierversuche und PETA sendet wichtiges Signal an Bundespolitik
Ärzte gegen Tierversuche e. V. (ÄgT) hat gestern gemeinsam mit PETA Deutschland e.V. im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages sich für das Ende der Affenversuche stark gemacht. Mehr als 40.000 Bürgerinnen und Bürger hatten die Petition „Tierversuche an Affen stoppen“ unterstützt und so die öffentliche Anhörung ermöglicht – ein eindrucksvolles Zeichen für die politische Bedeutung des Themas.
In der Anhörung legten die Organisationen dar, warum Tierversuche an nicht-menschlichen Primaten wissenschaftlich unzuverlässig, ethisch nicht vertretbar und international längst überholt sind. Die hohe Beteiligung zeigt, dass die Bevölkerung einen klaren forschungspolitischen Kurswechsel erwartet. Die Petition fordert unter anderem ein nationales und europäisches Engagement für ein Verbot von Versuchen an Affen, die Ausrichtung des Gefährdungsstatus an der Roten Liste der Weltnaturschutzunion, ein ausnahmsloses Verbot von Versuchen an Menschenaffen sowie einejährliche Erhöhung der Fördermittel für tierversuchsfreie Forschung.
„Tierversuche, auch an Affen, liefern keine verlässlichen Daten für den Menschen. Humanbasierte Verfahren wie Organ-on-a-Chip, 3D-Organoide und KI-Modelle liefern hingegen präzisere Ergebnisse, die Erkrankten wirklich helfen können – schneller, kostengünstiger und ethisch korrekt“, erklärt Dr. Melanie Seiler, Primatologin und Geschäftsführerin Öffentlichkeitsarbeit von ÄgT. „Gleichzeitig gelten die am häufigsten eingesetzten Affenarten wie der Langschwanzmakake inzwischen als stark gefährdet – ein alarmierendes Zeichen, das politisches Handeln auch im Sinne des Artenschutzes zwingend erforderlich macht.“
ÄgT betont zudem, dass andere Länder Deutschland bereits überholen: Die USA schaffen neue Strukturen für humanrelevante Forschung, die Niederlande beenden ab 2030 die staatliche Finanzierung von Affenversuchen und Großbritannien hat eine nationale Rückbaustrategie von Tierversuchen vorgestellt.
„Die politische Richtung ist international klar – nur Deutschland fehlt weiterhin eine verbindliche Strategie“, so Seiler. „Die Anhörung war ein wichtiger Schritt, ausgelöst durch die starke Stimme von zehntausenden Bürgerinnen und Bürgern.“
In der Anhörung hatten die Abgeordneten Gelegenheit, Fragen an die Petenten und die Vertreter des Landwirtschafts- und Forschungsministeriums zu stellen, was ausgiebig genutzt wurde.
Der Petitionsausschuss wird die eingebrachten Inhalte nun beraten; ein Ergebnis liegt noch nicht vor. ÄgT dankt allen Unterzeichnenden und kündigt an, sich weiter mit Nachdruck für eine moderne, wissenschaftlich zukunftsfähige und ethisch vertretbare Forschungspolitik einzusetzen.
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US-Gesundheitsbehörde beendet Affenversuche
Posted by PM-Ersteller - 28/11/25 at 09:11:27 a.m.Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), eine der bedeutendsten Gesundheitsbehörden der Welt, werden Berichten zufolge sämtliche Affenversuche einstellen
Ärzte gegen Tierversuche fordert Ausstieg auch in Deutschland
Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), eine der bedeutendsten Gesundheitsbehörden der Welt, werden Berichten zufolge sämtliche Affenversuche einstellen (1). Dieses Vorhaben markiert einen weiteren Schritt in der Abwendung von Tierversuchen in den USA. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche fordert die Bundesregierung auf, dem aktuellen Beispiel zu folgen und einen Ausstieg aus Tierversuchen an Primaten zu beschließen. Die Nutzung von Affen im Labor ist nicht nur ethisch nicht vertretbar, auch wissenschaftlich funktionieren diese Modelle nicht. Die Medizin des 21. Jahrhunderts braucht moderne humanbasierte Methoden für eine für den Menschen relevante Forschung. Die Ausstiegsforderung wird durch eine aktuelle Bundestagspetition von mehr als 40.000 Bürgern unterstützt.
„Die Entscheidung der CDC ist ein wissenschaftlicher und ethischer Meilenstein“, sagt Dr. Johanna Walter, wissenschaftliche Referentin bei Ärzte gegen Tierversuche. „Das CDC ist eine Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums. Dass eine solche Behörde sämtliche Affenversuche einstellt, zeigt unmissverständlich: Der Paradigmenwechsel hin zu moderner, tierversuchsfreier Forschung ist möglich – und in den USA längst im Gang.“
Auch weitere US-Behörden richten ihre Forschung zunehmend auf humanrelevante Methoden aus: Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA will Tierversuche bei der Entwicklung bestimmter Medikamente durch effektivere, für den Menschen relevantere Methoden ersetzen (2). Die Forschungsbehörde National Institutes of Health (NIH) verstärken ihre Förderung solcher humanrelevanter Forschungsansätze und reduzieren gleichzeitig die Unterstützung für tierversuchsbasierte Projekte (3,4). Auch die US-Umweltbehörde EPA hat sich zum Ziel gesetzt, Tierversuche für die Chemikalienzulassung zu beenden (5). Nun folgt mit der CDC eine weitere Behörde.
Der Ausstieg aus Affenversuchen bei der CDC ist dabei nicht nur ethisch, sondern vor allem wissenschaftlich motiviert, denn die wissenschaftlichen Schwächen tierexperimenteller Forschung sind gravierend. Über 90% aller Arzneimittelkandidaten, die im Tierversuch – häufig an Affen – wirksam und verträglich erscheinen, scheitern später in klinischen Studien, weil sie am Menschen nicht wirken oder gefährlich sind (6).
Affen unterscheiden sich beispielsweise in Punkten der Immunantwort, des Stoffwechsels, der Genregulation und der Infektionsbiologie vom Menschen. Dies führt regelmäßig dazu, dass Ergebnisse aus Primatenversuchen nicht auf den Menschen übertragbar sind und die weitere Forschung in die falsche Richtung lenken (7,8).
„Affen sind dem Menschen zwar ähnlicher als andere Tiere, doch ,ähnlich‘ reicht in der medizinischen Forschung nicht aus“, erklärt Walter. „Gerade in der HIV-, neurobiologischen und toxikologischen Forschung scheitern Primatenversuche immer wieder.“ Das Aus für Affenversuche am CDC ist somit wissenschaftlich nur konsequent. Deutschland sollte diesem Beispiel folgen.
Ärzte gegen Tierversuche fordert einen verbindlichen Ausstiegsplan aus allen Tierversuchen, beginnend bei Primaten, sowie massive Investitionen in moderne, tierfreie Forschung wie Organoide, Multi-Organ-Chips und KI-basierte Methoden.
Gemeinsam mit PETA Deutschland hat Ärzte gegen Tierversuche e. V. eine Bundestagspetition eingereicht (9), die ein Ende von Tierversuchen an nicht-menschlichen Primaten in Deutschland fordert. Nachdem die Petition über 40.000 Unterstützer fand, muss sich nun der Deutsche Bundestag mit der Thematik befassen. Die Sitzung des Petitionsausschusses zur Petition findet am Montag, den 1. Dezember 2025 ab 12.00 Uhr statt. Sie ist öffentlich und wird live auf der Website des Deutschen Bundestags übertragen (10).
„Deutschland muss jetzt handeln“, so Walter. „Die USA zeigen – mit immer mehr Behörden wie FDA, NIH, EPA und nun den CDC, die sich von Tierversuchen abwenden -, dass ein Ausstieg politisch möglich und wissenschaftlich sinnvoll ist. Ein derart grundlegender Kurswechsel durch große Forschungsbehörden ist ein starkes Signal: weg von wissenschaftlich fragwürdigen Tierversuchen hin zu modernen, humanrelevanten Methoden. Wer heute noch an Tierversuchen festhält, ignoriert moderne Wissenschaft, gefährdet den medizinischen Fortschritt und verursacht wissentlich Tierleid.“
Quellen (alle Links zu den Quellen auf der ÄgT-Webseite >>)
(1) Grimm D. Exclusive: CDC to end all monkey research. Science, 21.11.2025 >> https://www.science.org/content/article/exclusive-cdc-end-all-monkey-research
(2) USA streben Arzneimitteltestung ohne Tierversuche an. Ärzte gegen Tierversuche Pressemittelung vom 24.04.2025 >>
(3) USA läuten neue Ära in der medizinischen Forschung ein. Ärzte gegen Tierversuche Pressemittelung vom 05.05.2025 >>
(4) USA setzen neuen Meilenstein: Gesundheitsbehörde stoppt gezielte Tierversuchs-Förderung. Ärzte gegen Tierversuche, Pressemitteilung vom 14.07.2025 >>
(5) US-Umweltbehörde kippt Stichtage zum Verbot von Tierversuchen. Ärzte gegen Tierversuche, News vom 18.01.2024 >>
(6) Clinical development success rates 2011-2020. BIO, Informa, QLS Advisor 2021
(7) Gericke, C. Tierversuche an Affen, Ärzte gegen Tierversuche. 30.07.2025 >>
(8) Gericke, C. Affenhirnforschung – Großes Leid für Affen, kein Nutzen für Menschen. Ärzte gegen Tierversuche, 16.12.2024 >>
(9) Bundestagspetition: Tierversuche an Affen stoppen! >>
(10) Deutscher Bundestag: Öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses, 01.12.2025 >>
Livestreem >> https://www.bundestag.de/
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