Gericht erlaubt vorläufig Fortsetzung grausamer Affenversuche an der Uni Bremen

Jahrelanger Streit um Affenhirnforschung in Bremen – Ärzte gegen Tierversuche setzt nun auf Neubewertung im Hauptsacheverfahren.

BildÄrzte gegen Tierversuche kritisiert Entscheidung

Mit Beschluss vom 2. März 2026 hat das Verwaltungsgericht Bremen entschieden, dass der an der Universität Bremen tätige Affenhirnforscher Andreas Kreiter seine seit 1997 durchgeführten Versuche an Affen vorläufig fortsetzen darf. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) kritisiert diese Entscheidung massiv. Zwar sei es ein Mindestmaß an Schadensbegrenzung, dass neu hinzukommende Tiere weiterhin keiner invasiven Behandlung unterzogen werden dürfen, doch bleibe das grundlegende Problem bestehen: Die grausamen Tierversuche selbst sind vorerst weiterhin erlaubt.

Die vorherige Genehmigung der Affenversuche in Bremen ist am 30. November 2023 ausgelaufen. Der Antrag auf eine neue Versuchsgenehmigung wurde von der zuständigen Behörde abgelehnt. Gegen diese Entscheidung geht der Forscher juristisch vor. Nach dem nun erfolgten Beschluss im Eilverfahren folgt noch das Hauptsacheverfahren.

In seinem aktuellen Beschluss (Az. 5 V 3101/25) hat das Verwaltungsgericht Bremen die Entscheidungen vorhergehender Eilverfahren bestätigt. Das Interesse des Forschers wurde im Rahmen einer Folgenabwägung höher bewertet als das erlittene Leid für die Tiere.

In der Mitteilung des Gerichts heißt es, dass auch nach Vorlage weiterer Gutachten keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage bestehe, um die Belastung der Versuchstiere und die Bedeutung des Forschungsvorhabens abschließend gegeneinander abzuwägen. Dabei werden die drohenden irreversiblen Nachteile für die Forschungsarbeit höher bewertet als die nach aktuellem Erkenntnisstand des Gerichts allenfalls mittelgradige Belastung der Tiere.

Aus Sicht von ÄgT ist diese Bewertung in keiner Weise nachvollziehbar. Denn der vom Verein in 2022 öffentlich gemachte Fall des Affen Jara in Baden-Württemberg verdeutlicht, dass die Primaten in derartigen Versuchen nicht nur schweres, sondern sogar schwerstes Leid erfahren. Aus einer ÄgT vorliegenden internen amtlichen Dokumentation geht hervor, dass das Tier unter anderem rund 20 Bohrlöcher im Schädelknochen und dazu korrespondierende Stichverletzungen im Gehirn mit Entzündungsherden aufwies. Aus den Dokumenten geht zudem hervor, dass die Verletzungen „unvermeidliche Folge der Implantattechnik“ sind – derartige Verletzungen also nicht nur in diesem Einzelfall zu erwarten sind.

„Wenn das Gericht feststellt, dass es an einer ausreichenden wissenschaftlichen Grundlage für die Bewertung von Tierleid und Forschungsnutzen fehlt, darf daraus nicht die Fortsetzung der Versuche folgen. Denn nicht nur die Forschung, sondern auch der Tierschutz ist grundgesetzlich geschützt“, kommentiert Dipl. Biol. Silke Strittmatter von ÄgT.

ÄgT macht seit vielen Jahren das immense Leid der Tiere in der Affenhirnforschung öffentlich und legte unter anderem in Stellungnahmen den unerwiesenen Nutzen sowie das amtlich gut dokumentierte schwere Leid der Tiere dar.

Erst kürzlich hatte sich der Verein, der sich für die Abschaffung aller Tierversuche einsetzt, gemeinsam mit PETA Deutschland mit einer Bundestagspetition zur Beendigung von Tierversuchen an Affen mit über 40.000 Unterschriften eine Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags erreicht. Eine Entscheidung über diese Petition steht derzeit noch aus.

Vor diesem Hintergrund setzt ÄgT nun auf eine grundsätzliche Neubewertung im Hauptsacheverfahren.

Weitere Informationen

Hirnforschung an Affen >>

Neue Beweise: So leiden Affen in Deutschland in der Hirnforschung >>

Bundestagspetition „Tierversuche an Affen stoppen“ >>

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„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.

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Von einem der auszog, Italien zu erkunden

Jennifer Haas: Autorin aus Leidenschaft mit rheinischem Humor und Münchner Herz

BildLuca und sein Freund Bahia haben es faustdick hinter den Ohren. Und wenn es etwas anzustellen gibt, dann sind sie garantiert dabei. Ach ja, Luca und Bahia sind ein Faultier und ein Spinnenaffe und die Helden im ersten Kinderbuch von Jennifer Haas, das jetzt in Papierfresserchens MTM-Verlag erschienen ist.

Es ist Jennifer Haas‘ Leidenschaft, sich bunte Geschichten auszudenken und diese auf Papier zu bringen, verbunden mit der schönen Vorstellung, dass sich kleine und große LeserInnen daran erfreuen und somit frohe, unbeschwerte Momente erleben. Diese werden alle kleinen und großen LeserInnen mit dem Erstlingswerk der Autorin sicherlich haben, denn die geborene Münchnerin vereint darin den rheinischen Humor, den sie von ihrer Mutter geerbt hat, mit dem Herz ihres Vaters, einem echten Münchner Original.

Doch Luca, der so ganz anders ist als seine faulen Faultier-Artgenossen, hat einen ganz großen Wunsch. Inspiriert von den Geschichten seines Großvaters möchte er einmal nach Italien, um selbst die Schönheit dieses Landes bewundern zu können, von dem sein Opa so viel erzählt. Und aus dem schließlich sein Vorname stammt. Doch so ganz einfach ist der Weg in den Süden Europas nicht, zumindest dann nicht, wenn man im südamerikanischen Regenwald wohnt.
Die Geschichte um Luca und seine Freunde eignet sich gut zum Vorlesen. Im Buch sind einige wissenswerte Details über Faultiere, Pflanzen und den Lebensraum Dschungel versteckt. Im Mittelpunkt steht aber, eine schöne, amüsante, leicht fließende Geschichte zu erzählen, ohne große Schrecken, ohne große Action, ohne zu viele Handlungsstränge, die die Kleinen unterhält und ihre Fantasie anregt, zum Nachspielen einlädt, so die Autorin über ihr Buch.

Illustriert wurde das Buch von Kathi Urban. Die Erzieherin aus Untergiesing und die Autorin sind schon seit Kindesbeinen Freundinnen. „Kathi ist meine Ergänzung, denn sie verleiht meinen Fantasien mit ihren liebevollen Bildern Leben und wirft gleichzeitig einen pädagogischen Blick auf meine Geschichten“, sagt Jennifer Haas über die Zusammenarbeit. So ist nicht nur eine interessante Geschichte zustande gekommen, nein, sie wird auch von wunderschönen Illustrationen begleitet, die Kathi Urban beisteuerte.

Bibliografische Angaben:
Jennifer Haas
Luca – Die Abenteuer eines kleinen Faultiers
ISBN: 978-3-96074-506-8, Taschenbuch, farbig bebildert, 56 Seiten

Das Buch kann über den Buchhandel, Amazon und den Verlag bestellt werden.

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