Süsskartoffel-Vielfalt einfach erklärt – Interview mit dem Lubera-Gründer Markus Kobelt

Robust, vielseitig und erstaunlich widerstandsfähig: Lubera berichtet über 15 Jahre Erfahrung mit Süßkartoffeln und zeigt, warum die tropischen Knollen immer wieder überraschen.

BildMarkus, wie bist du auf die Süsskartoffel gekommen, was hat dich dazu bewogen, ausgerechnet für die tropischen Knollen ein Züchtungsprogramm in der Schweiz zu starten?

Letztlich sind wir durch Zufall auf die Süsskartoffel gekommen. Oder vielleicht war es doch kein Zufall? Es war vielleicht doch eher so, dass uns gerade die Distanz fasziniert hat: Wie kann eine subtropische bis tropische Erdfrucht bei uns, im gemässigten Klima, angebaut werden? Können wir das hier überhaupt anbauen? Ist das möglich? Werden die Früchte genügend gross? Reicht die Vegetationsperiode dafür aus? Das waren die Fragen, die uns beschäftigt haben. Zuerst haben wir bekannte Standardsorten aus den USA ausprobiert, und dann haben wir begonnen, selber zu züchten.

Wie kommt es, dass ihr bei den Süsskartoffeln drei verschiedene Pflanzenfamilien anbietet: die Sugaroots, die Sugabeauties und neuerdings auch noch die Thanksgiver?

Die Art _Ipomoea batatas_ ist hexaploid, hat also sechs Chromosomensätze, und das führt einfach zu einer unglaublichen Diversität, die bei der Züchtung zum Vorschein kommt. Sugaroots zum Beispiel sind die Süsskartoffelsorten aus unserer Züchtung, die wir vor allem aufgrund des Geschmacks, der Textur und des Aromas selektioniert haben. Das sind ganz bewusst Sorten, die nicht etwa kartoffelähnlich sind, sondern möglichst weit von der Kartoffel entfernt sind und auch deutlich süsser sind als der Durchschnitt der Süsskartoffelsorten. Wenn immer möglich, haben wir hier auch Sorten selektioniert, die eine schmelzende Textur haben. Die Basis für diese Züchtungen waren vor allem Sorten aus Asien.

Und was sind die Unterscheidungsmerkmale der Thanksgiver- und der Sugabeauty-Süsskartoffeln?

Die Thanksgiver sind Süsskartoffeln, die tendenziell kartoffelnäher sind, die ein bisschen weniger Zucker haben, in der Textur etwas trockener und körniger sind, besser auch für salzige Gerichte geeignet sind und gegebenenfalls auch frittiert werden können. Bei den Thanksgivern haben wir bei der Selektion vor allem einen Schwerpunkt auf den Ertrag gelegt. Während Sugaroots ca. 1,5 bis 3 kg pro Pflanze an Knollen abliefern können, sind das bei den Thanksgivern eher 2,5 bis 4 kg.

Und was ist mit den Sugabeauties?

Die dritte Gruppe sind Sorten, die einen klaren Zierwert haben. Ihre Triebe sind viel kompakter als bei den normalen Ertragssorten (40-80 cm statt 200cm), sie sind als Strukturpflanzen im Kübel geeignet und haben aufgrund ihres attraktiven Laubs und der schönen Blätter neben dem Nutzwert auch einen deutlichen Zierwert.

Jetzt habt ihr also drei Süsskartoffelfamilien und noch viel mehr Sorten. Wie wähle ich jetzt die beste Sorte für mich, für meinen Garten aus?

Eigentlich ganz einfach: Geschmacklich intensive und süsse Sorten, mehr als Edelgemüse denn als Sättigungsbeilage einzusetzen, das sind die Sugaroots. Anbau im Kübel: Das sind die kompakt wachsenden und laubschönen Sugabeauties. Und Süsskartoffeln als Ertragsstar, zum Einlagern, als Sättigungsbeilage und zum Frittieren – dafür sind die Thanksgiver geeignet. Und dann kannst du bei allen auch noch die präferierte Fleischfarbe wählen: gelb, orange, weiss und dunkelviolett. Wir sind auch dabei, mehrfarbige Sorten zu züchten.

Was für eine Rolle spielen die Farben der Früchte?

Da gibt es kulturelle Unterschiede: In Asien sind die weissen Süsskartoffeln am beliebtesten, bei uns und in den USA sind es die orangen. Die violetten Knollen sind ein bisschen ein Geheimtipp.

Und gibt es auch systematische Unterschiede zwischen den Knollenfarben, zum Beispiel beim Geschmack?

Ja, das hat sich in den letzten Jahren ziemlich deutlich gezeigt. Aber zuerst eine Präzisierung: Wir sprechen hier über die Fleischfarbe. Daneben gibt es auch die Schalenfarbe und die Farbe der Blätter und Triebspitzen. Alle drei werden genetisch unabhängig gesteuert. Eine violette Fleischsorte hat also nicht unbedingt rote Blätter, und rote Triebspitzen müssen nicht heissen, dass die Fleischfarbe orange ist. Ebenso ist die Schalenfarbe unabhängig von der Fleischfarbe Aber die Fleischfarbe scheint sich schon im Esserlebnis zu spiegeln: Die weissen Sorten sind häufig etwas süsser als andere Fleischfarben, die orangen Sorten haben das intensivste Aroma aller Farben, mit deutlichen Anklängen an Kürbis, Karotten und sogar Kastanien. Die violetten Sorten haben einen sehr speziellen Geschmack, der auch eine gewisse Bitterkeit enthält, sich aber im Abgang anfühlt wie schwarze Schokolade.

Wie viel Ertrag kann ich erwarten?

Bei den Sugaroots ca. 1,5 bis 3 kg pro Pflanze, bei den Thanksgivern 2,5 bis 4 kg und schliesslich bei den für die Topfkultur geeigneten Sugabeauties ca. 1 bis 2 kg. Die Sugabeauty Orangelady erreicht sogar sehr locker das Ertragsniveau der Sugaroots.

Wann pflanzen und wann ernten?

Pflanzen nach den Eisheiligen bis ca. Mitte Juni, ernten nach ungefähr 90 bis 120 Tagen, spätestens vor den Frösten.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Lubera AG
Herr Reto Rohner
Lagerstrasse 1
9470 Buchs
Schweiz

fon ..: 0041-81-7563033
web ..: https://www.lubera.com/de/
email : reto.rohner@lubera.com

Was Lubera unterscheidet:
Unsere Firmen-DNA
1. Wir fokussieren uns konsequent auf den Hausgartenmarkt und die Bedürfnisse von Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern
2. Wir haben klare Zuchtziele für essbare Pflanzen:
o einfacher zu kultivieren
o besser im Geschmack
o widerstandsfähiger
o wenn möglich überraschend
3. Die vertikale Integration von der Züchtung bis zum Verkauf an Endkunden – mit einem geschlossenen Lernkreislauf zwischen Züchtung, Produktion und Kundenfeedback
4. Wir tun Gutes und reden gerne darüber. Pflanzen sind für uns eines der sinnvollsten und nachhaltigsten Produkte überhaupt. Genau deshalb teilen wir unser Wissen offen: in Gartenbriefen, Videos und in unserem Online-Gartenbuch.

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Lubera Süsskartoffeln – Süsse Überraschungen

Robust, vielseitig und erstaunlich widerstandsfähig: Lubera berichtet über 15 Jahre Erfahrung mit Süßkartoffeln und zeigt, warum die tropischen Knollen immer wieder überraschen.

BildWir züchten seit knapp zehn Jahren Süsskartoffelsorten für unser Klima. Insgesamt arbeiten wir schon seit 15 Jahren mit den tropischen und subtropischen Schlingpflanzen in unserem gemässigten Klima – und es sind mindestens vier Erfahrungen, die uns immer wieder überraschen. Süsse Überraschungen eben.

Resilienz

Wenn sich eine Sorte als für unser Klima tauglich erwiesen hat, dann hindert sie fast nichts mehr an einer regelmässigen Produktion. Natürliche Fressfeinde gibt es so weit von der subtropischen Heimat entfernt kaum. Aber auch Trockenheit und Nässe können den tropischen Knollen erstaunlich wenig anhaben. Vereinzelt haben wir Schäden durch Mäuse gesehen – wobei das frisch gepflanzte Jungpflanzen betraf, nicht wirklich die Knollen.

Und die schönste Erfahrung: Die Nässe und Kälte im Juli 2025 drückten nicht auf den Ertrag. Und nach einem Hagelschlag ein Jahr früher, ebenfalls im Juli, der alle Triebe auf 10 cm Höhe abschlug, reagierte unser ganzes Süsskartoffelfeld unisono und souverän: Es bildete in kürzester Zeit wieder einen deckenden Triebteppich aus und produzierte Knollen wie jedes Jahr, vielleicht mit einem um 10 % tieferen Ertrag.

Diversität

In der Süsskartoffelpflanze steckt eine gigantische Diversität. Kein Wunder: _Ipomoea batatas_ ist eine hexaploide Art mit einem sechsfachen Chromosomensatz. Damit stecken die Süsskartoffeln randvoll mit Überraschungen, die es züchterisch zu entdecken gilt. Es stecken einfach so viele, sich teilweise auch widersprechende und miteinander interagierende Informationen in der Süsskartoffel, so dass nur wenig voraussehbar, aber auch sehr viel möglich ist.

Auch spannend: Die Farbe der Blätter und Triebspitzen, die Schalenfarbe und auch die Fruchtfleischfarbe werden alle separat gesteuert. Es ist also nicht zu erwarten, dass eine rotfleischige Sorte unbedingt auch rote Triebspitzen und eine rote Schale haben muss. Nochmals: Alles ist möglich, fast nichts ist unmöglich.

Dazu kommen diverse Blattformen, von schaufelförmig über herzförmig bis hin zu geschlitzt. Und wir haben auch einige Pflanzen gefunden, die regelmässig viele Blüten machen, sowie andere, die eben nicht den bekannten Triebteppich bilden, sondern kompakt 50 bis 100 cm hoch/breit wachsen – teilweise ohne grosse Ertragsverluste (Beispiel: Sugabeauty Orange Lady).

Lagerfähigkeit

Am Ende sind Süsskartoffeln viel einfacher lagerfähig als Kartoffeln, vor allem für Gartenbesitzer. Das Curing mag noch etwas kompliziert sein: Gesunde, unverletzte Knollen werden nach der Ernte etwa eine Woche lang bei über 25 °C und hoher Luftfeuchtigkeit gelagert (zum Beispiel im Badezimmer). Danach können die Süsskartoffeln jedoch fast problemlos und erstaunlich lange aufbewahrt werden.

Wir hatten einmal in unserem Haus in Bad Zwischenahn im Spätherbst Süsskartoffeln im Heizungsraum gelagert – und sie zufällig ein Jahr später wiederentdeckt. Alles noch in geniessbarer, guter Qualität.

Nur eine Bedingung muss eingehalten werden: Die Lagerung muss warm erfolgen, idealerweise bei leicht reduzierter Zimmertemperatur (16-18 °C). Die für uns gedanklich naheliegende Kühllagerung ist für Süsskartoffeln tödlich. Kein Wunder: Solche Kälte haben sie ganz einfach nie kennengelernt.

Vermehrbarkeit

Das muss ich mir jetzt gut überlegen. Aber ich hatte schon immer eine Schwäche dafür, Geheimnisse einfach um der Freude willen auszuplaudern.

Süsskartoffeln können ganz einfach vermehrt werden: Einfach bei bedecktem Wetter und feuchtem Boden von bereits etablierten Pflanzen zwischen Mitte Mai und Anfang Juni etwa 15-20 cm lange Triebstücke (sogenannte Slips) zurechtschneiden und in den feuchten Boden stecken.

Wir haben das wiederholt ausprobiert: Das funktioniert zu fast 100 %, vorausgesetzt, du erwischst eine etwas kühlere Wetterperiode mit nicht allzu viel direkter Sonneneinstrahlung. Und der Ertrag? Etwa 90 % von früher gepflanzten Süsskartoffeln, dafür oft regelmässigere, uniformere Knollen, da die Slips nicht in einem begrenzenden Topf gestartet sind.

Die beste Vorgehensweise: Einige Jungpflanzen kaufen, dann bei warmem Wetter auspflanzen oder zunächst im Gewächshaus weitertreiben. Anschliessend die Triebe abernten und sowohl die Topfpflanzen als auch die Slips gleichzeitig auspflanzen – das ist bis Mitte Juni möglich. Die Süsskartoffel brauchen dann ca. 100 Tage für einen vollen Ertrag.

Ach ja, bitte nicht weitersagen…

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2. Wir haben klare Zuchtziele für essbare Pflanzen:
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o besser im Geschmack
o widerstandsfähiger
o wenn möglich überraschend
3. Die vertikale Integration von der Züchtung bis zum Verkauf an Endkunden – mit einem geschlossenen Lernkreislauf zwischen Züchtung, Produktion und Kundenfeedback
4. Wir tun Gutes und reden gerne darüber. Pflanzen sind für uns eines der sinnvollsten und nachhaltigsten Produkte überhaupt. Genau deshalb teilen wir unser Wissen offen: in Gartenbriefen, Videos und in unserem Online-Gartenbuch.

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Lubera® – KI im Pflanzen-E-Commerce

Wie verändert Künstliche Intelligenz den Pflanzenhandel? Lubera berichtet aus einem Jahr Praxiserfahrung und zeigt, wo KI Kunden berät – und warum der Mensch trotzdem unverzichtbar bleibt.

BildWenn etwas keine KI braucht, dann sind es wohl Pflanzen. Sie haben ihre ganz spezielle Intelligenz – und jedenfalls vorläufig wollen wir sie nicht künstlich ergänzen. Dies umso mehr, als wir über die Intelligenz der Pflanzen noch sehr wenig wissen und immer wieder Neues entdecken. Und überdies sind wir ja mehr als beschäftigt damit, die menschliche Intelligenz allenfalls zu verlängern?

Dennoch setzen wir KI an zwei strategisch wichtigen Stellen im Pflanzen-E-Commerce ein: an der Oberfläche des Shops als Kundenberatungstool „Willi Lubera“ und neuerdings auch bei Kunden-E-Mails, Reklamationen und Kundendienstanfragen. Während Willi Lubera auf der Seite selbständig agiert und pro Woche mehrere Tausende, oft sehr lange Konversationen führt, erstellt der KI-Kundendiensthelfer lediglich Vorschläge für Antwortmails an Kunden. Den letzten Schliff und vor allem die entsprechenden Massnahmen (Auskunft, Erklärung, Gutschein, Rücküberweisung, nochmals senden) entscheidet der menschliche Kundenberater

Die KI-Integration haben wir gemeinsam mit der Firma Qualimero umgesetzt, die uns auch die Plattform für die kontinuierliche Verbesserung von Willi Lubera (unserem Beratungsbot) bereitstellt.

Im Folgenden einige Learnings aus dem ersten Jahr aktiver Arbeit mit KI:

* Die Breite und Verfügbarkeit des Wissens eines gut trainierten Chatbots kann kein Kundenberater in nützlicher Frist erreichen. In 8-9 von 10 Fällen liefert Willi Lubera gute bis sehr gute Antworten. Rund 10 % bleiben ungenügend.

* Entscheidend ist der spezifische Content: Willi Lubera wurde mit Lubera-Inhalten trainiert (Produkte, Kategorieseiten, über 4000 Magazintexte). Ohne dieses Wissen wäre der Bot ziemlich hilflos und würde – zumindest aus Lubera-Sicht – viele falsche Ratschläge geben (die im Netz ja durchaus verbreitet sind).

* Auch ein Chatbot braucht kontinuierliches Training und Supervision – ganz ähnlich wie gute Mitarbeitende. Sonst schleichen sich schnell unpassende Gewohnheiten ein. Ein Beispiel: Als wir den Bot dazu anhielten, gegen Ende der Beratung auch Produkte zu erwähnen, begann er plötzlich, z.B. bei jeder Johannisbeerfrage sofort nur noch Sorten zu verkaufen – und ignorierte dabei die eigentliche Fachfrage? Das wirkt zunächst befremdlich, zeigt aber vor allem, wie wichtig präzise Instruktions-Prompts sind, die Übertreibungen vorbeugen. Menschen zeigen aber nicht selten ein ähnliches Verhalten: ergänzende und neue Informationen werden absolutiert und übertrieben umgesetzt…

* KI als Infrastruktur: Die Entwicklung von KI-Applikationen im Shop lässt sich nicht sinnvoll an externe Dienstleister delegieren – dazu fehlt ihnen schlicht das spezifische Wissen über Pflanzen und Pflanzenverkauf. Was wir brauchen, ist eine Infrastruktur, in der wir unseren Chatbot und auch die Kundendiensthilfe selbst trainieren und steuern können. Genau das ermöglicht uns die Zusammenarbeit mit Qualimero. Diese Fähigkeit, KI-Systeme eigenständig zu beeinflussen und weiterzuentwickeln, ist aus meiner Sicht zentral – im E-Commerce und darüber hinaus. Ohne sie wird man kaum über mittelmässige Ergebnisse hinauskommen.

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2. Wir haben klare Zuchtziele für essbare Pflanzen:
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o besser im Geschmack
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o wenn möglich überraschend
3. Die vertikale Integration von der Züchtung bis zum Verkauf an Endkunden – mit einem geschlossenen Lernkreislauf zwischen Züchtung, Produktion und Kundenfeedback
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